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Samsung Galaxy XCover6 Pro im Test: Display, Leistung, Software und Akkulaufzeiten

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Nicolas La Rocco
169 Kommentare

Mit dem Galaxy XCover6 Pro sollen Käufer eines Outdoor-Smartphones weniger Kompromisse im Vergleich zu normalen Smartphones eingehen müssen. Dazu gehört ein Display mit 120 Hz, das selbst in der Android-Mittelklasse mittlerweile zum Standard gehört, bei den Outdoor-Smartphones bislang aber noch Mangelware war.

PLS- statt AMOLED-Bildschirm

Samsung vertraut in dem Gerät auf ein PLS- statt AMOLED-Panel. PLS steht für „Plane to Line Switching“ und ist das Samsung-Pendant zu IPS von LG. Dementsprechend ist auch PLS auf ein LCD-Backlight angewiesen, das eher Schwierigkeiten mit der Ausleuchtung und dem Dimming als AMOLED hat, wo jedes einzelne Pixel deaktiviert werden kann.

Statt des beinahe unendlichen Kontrasts von AMOLED kommt das Galaxy XCover6 Pro auf einen für diese Art von Panel nicht unüblichen Kontrastwert von 1.275:1. Schwarz bleibt selbst bei minimaler LCD-Backlight-Einstellung stets mit einem deutlichen Grauschleier sichtbar, was durch die breiten Displayränder weiter verstärkt wird. Unterschiedliche Dimming-Zonen waren bei dem Smartphone nicht auszumachen. Der Kontrast ergibt sich aus dem Schwarzwert von 0,451 cd/m² und der maximalen Helligkeit von 575 cd/m².

Helligkeit enttäuscht für ein Outdoor-Smartphone

Für ein Outdoor-Smartphone sind 575 cd/m² vor allem an sonnigen Tagen zu wenig und es kommt zu Problemen beim Ablesen, zumal dieser Wert lediglich im Automatikmodus abgerufen werden kann. Viele OLED-Panels schaffen 800 cd/m² und mehr. Obwohl es sich nicht um OLED-Technologie handelt, behält Samsung das stärkste Backlight dem Automatikmodus vor. Insbesondere im Außeneinsatz wäre es wünschenswert gewesen, wenn Arbeiter selbst die maximale Helligkeit abrufen könnten. Die manuelle Einstellung erlaubt nur 467 cd/m².

Diagramme
Display-Helligkeit max.
  • Automatikmodus 100% APL:
    • Samsung Galaxy S22+
      1.182
      Weißpunkt: ca. 6.700
    • Apple iPhone 13 Pro
      1.063
      Weißpunkt: ca. 6.800
    • Google Pixel 6a
      816
      Weißpunkt: ca. 6.500
    • Asus ROG Phone 6
      784
      Weißpunkt: ca. 7.200
    • Google Pixel 6
      769
      Weißpunkt: ca. 6.200
    • Asus Zenfone 9
      757
      Weißpunkt: ca. 7.100
    • Nothing Phone (1)
      643
      Weißpunkt: ca. 6.100
    • OnePlus Nord 2
      610
      Weißpunkt: ca. 7.100
    • Nokia XR20
      592
      Weißpunkt: ca. 8.150
    • Samsung Galaxy XCover6 Pro
      575
      Weißpunkt: ca. 7.500
    • Sony Xperia 5 III
      563
      Weißpunkt: ca. 7.200
    • Cat S52
      553
      Weißpunkt: ca. 6.900
    • Cat S62 Pro
      543
      Weißpunkt: ca. 8.650
    • Cat S42
      510
      Weißpunkt: ca. 6.900
    • Doogee V20
      508
      Weißpunkt: ca. 8.690
    • Vivo X60 Pro
      503
      Weißpunkt: ca. 7.600
    • Gigaset GS5
      456
      Weißpunkt: ca. 8.385

Keine Einstellungen für den Bildschirm

Dass das Panel bestenfalls in Samsungs Mittelklasse spielt, zeigt auch der starke Blaustich, den Anwender zudem nicht über die Software korrigieren können. Im Gegensatz zu den AMOLED-Bildschirmen des Herstellers bietet das PLS-Exemplar im Galaxy XCover6 Pro keinerlei Farbprofile oder anderweitige Einstellungen abseits von Helligkeit und Bildwiederholfrequenz. Ästhetisch zu bemängeln ist zudem der leichte Schatten, der in Bereichen wie der Frontkamera sichtbar wird. OLED-Displays sind deutlich besser für eine Kamera-Notch und andere Aussparungen im Panel geeignet.

Snapdragon 778G liefert solide Leistung

Das Smartphone ist mit dem Qualcomm Snapdragon 778G gut aufgestellt, vor allem im Vergleich zu anderen Anbietern von Outdoor-Smartphones. Das neue Cat S53 muss zum Beispiel mit dem Snapdragon 480 vorliebnehmen. Der Chip im Samsung-Smartphone stellt die Basis des Snapdragon 778G+ dar, der im Nothing Phone (1) (Test) zum Einsatz kommt. Gleichzeitig ist der 778G ein Schwestermodell des 780G, allerdings aus TSMC- statt Samsung-Fertigung. Der 778G wird in N6 gefertigt, bietet einen Prime-Core mit 2,4 GHz (Cortex-A78), drei Performance-Cores (A78) mit 2,2 GHz und vier Efficiency-Cores mit 1,9 GHz (A55).

Diagramme
Geekbench 5.1 – Single-Core Total
    • Apple iPhone 13 Pro Max (iOS 15.0)
      1.737
    • Asus ROG Phone 6 (Android 12.0)
      1.323
    • OnePlus 10 Pro (Android 12.0)
      1.261
    • Asus Zenfone 9 (Android 12.0)
      1.181
    • Samsung Galaxy S22 (Android 12.0)
      1.176
    • Google Pixel 6a (Android 12.0)
      1.060
    • Google Pixel 6 Pro (Android 12.0)
      1.052
    • Vivo X60 Pro (Android 11.0)
      1.032
    • Realme GT Neo 3 (Android 12.0)
      974
    • Nothing Phone (1) (Android 12.0)
      825
    • OnePlus Nord 2 (Android 11.0)
      801
    • Samsung Galaxy XCover6 Pro (Android 12.0)
      767
    • Samsung Galaxy A52 5G (Android 11.0)
      646
    • Doogee V20 (Android 11.0)
      533
    • Nokia XR20 (Android 11.0)
      507
    • Gigaset GS5 (Android 11.0)
      343
    • Cat S62 Pro (Android 10.0)
      295
    • Cat S42 (Android 10.0)
      134
Einheit: Punkte

Wie die Benchmarks verdeutlichen, kommt diese Version des SoCs nicht ganz an den 778G+ im Phone (1) heran, das Leistungsniveau fällt aber relativ ähnlich aus. Die integrierte GPU läuft bei beiden Chips unter dem Namen Adreno 642L, im 778G des Galaxy XCover6 Pro fallen Takt und somit FPS aber etwas niedriger aus. Thermisches Throttling muss beim 778G im Outdoor-Smartphone nicht befürchtet werden.

Diagramme
3DMark Wild Life Unlimited Stress Test (Metal/Vulkan)
291,02.573,64.856,27.138,89.421,411.704,0Punkte 1. Durchlauf2. Durchlauf3. Durchlauf4. Durchlauf5. Durchlauf6. Durchlauf7. Durchlauf8. Durchlauf9. Durchlauf10. Durchlauf11. Durchlauf12. Durchlauf13. Durchlauf14. Durchlauf15. Durchlauf16. Durchlauf17. Durchlauf18. Durchlauf19. Durchlauf20. Durchlauf

128 GB UFS 2.1 sind schneller als die Konkurrenz

Das Smartphone ist mit 6 GB LPDDR5-RAM ausreichend bestückt und geht mit 128 GB erweiterbarem Speicher an den Start. Beim genutzten Flash-Speicher handelt es sich um älteren UFS, denn die Übertragungsraten liegen hinter denen aktueller Flaggschiffe, die allesamt UFS 3.1 nutzen. 800 MB/s beim Lesen und rund 500 MB/s beim Schreiben sprechen für UFS 2.1. Zum Flaschenhals hat sich der etwas langsamere Speicher im Alltag nicht entwickelt, zumal das Galaxy XCover6 Pro weitaus schneller als jedes andere Outdoor-Smartphone ist. Dabei werden auch in dieser Leistungsklasse Features wie die Desktop-Oberfläche DeX bei Anschluss an einen großen Bildschirm unterstützt.

Androbench
Androbench – Sequentielles Lesen
    • Asus ROG Phone 6 (Android 12.0)
      1.957,21
    • Asus Zenfone 9 (Android 12.0)
      1.868,38
    • OnePlus Nord 2 (Android 11.0)
      1.829,33
    • OnePlus 10 Pro (Android 12.0)
      1.802,51
    • Realme GT Neo 3 (Android 12.0)
      1.791,64
    • Nothing Phone (1) (Android 12.0)
      1.658,96
    • Vivo X60 Pro (Android 11.0)
      1.638,08
    • Google Pixel 6 Pro (Android 12.0)
      1.546,92
    • Samsung Galaxy S22 (Android 12.0)
      1.521,45
    • Google Pixel 6a (Android 12.0)
      1.427,61
    • Doogee V20 (Android 11.0)
      972,21
    • Samsung Galaxy A52 5G (Android 11.0)
      958,49
    • Samsung Galaxy XCover6 Pro (Android 12.0)
      833,13
    • Nokia XR20 (Android 11.0)
      484,18
    • Gigaset GS5 (Android 11.0)
      318,52
    • Cat S52 (Android 9.0)
      295,43
    • Cat S62 Pro (Android 10.0)
      292,83
    • Cat S42 (Android 10.0)
      282,24
Einheit: Megabyte pro Sekunde (MB/s)

Kartenleser schreibt eher langsam

Das Galaxy XCover6 Pro bietet die seltene Gelegenheit, mal wieder Benchmarks eines Kartenlesers durchzuführen. Mit 78 MB/s beim Lesen von der Karte (SanDisk Extreme Pro) ist das Smartphone gut aufgestellt, mit rund 32 MB/s beim Schreiben hingegen relativ schlecht, aber deutlich besser als ein Galaxy A52 5G (Test). Das Cat S52 (Test) liest Dateien zwar nur mit 60 MB/s, schreibt sie aber mit doppelt so schnellen 70 MB/s.

Wer viele große Dateien auf die Speicherkarte schreibt, muss längere Wartezeiten in Kauf nehmen. Für die Nutzung aller Funktionen des Smartphones spielt der Wert hingegen eine untergeordnete Rolle. Selbst 32 MB/s sind ausreichend, um bei Nutzung der Speicherkarte für die Kamera noch UHD-Videos mit 30 FPS in Echtzeit abzulegen.

A1 SD Bench
A1 SD Bench – Lesen
    • Samsung Galaxy XCover6 Pro (Android 12.0)
      76,73
    • Samsung Galaxy A52 5G (Android 11.0)
      62,11
    • Cat S52 (Android 9.0)
      59,45
Einheit: Megabyte pro Sekunde (MB/s)

Android mit fünf Jahren Updates

In puncto Software entspricht das Galaxy XCover6 Pro mit Android 12 und One UI 4.1 optisch sowie funktional allen anderen Samsung-Smartphones. Speziell für dieses Modell sind lediglich die Einstellungen für die zusätzlichen Tasten oder die Speichererweiterung hinzugekommen. Zum Zeitpunkt des Tests von Anfang bis Mitte August war das Gerät mit den Android-Sicherheitspatches von Juli 2022 ausgerüstet.

Wie der Website des Herstellers entnommen werden kann, zählt das Galaxy XCover6 Pro wie ein Galaxy S zur ersten Garde und wird monatlich mit Sicherheitspatches versorgt. Diese Updates soll das Smartphone für die kommenden fünf Jahre ab Marktstart erhalten, während Android-Hauptversionen für vier Jahre ab Marktstart von Samsung zugesagt werden.

Werbung auch für Enterprise-Kunden

Das Galaxy XCover6 Pro zählt zu den Enterprise-Smartphones des Herstellers und kommt mit B2B-Fokus auf den Markt, Privatkunden können das Gerät aber ganz normal ebenso kaufen. Für Enterprise-Kunden bietet das One UI insofern keine Anpassungen, als dass auch dieser Kundenkreis Werbung bei jedem Öffnen des Galaxy-Stores angezeigt bekommt. Dabei kann zwar eingestellt werden, dass exakt das jeweils angezeigte Pop-up nicht noch einmal angezeigt werden soll, allgemein abstellen lässt sich die Werbung im Galaxy Store aber selbst beim Opt-out aus allem Marketing von Samsung nicht.

Werbung im Galaxy Store
Werbung im Galaxy Store

Durchschnittliche Akkulaufzeiten

Der austauschbare Akku erreicht mit 4.050 mAh (15,59 Wh) ein mittelmäßiges Niveau und wäre bei einem gleich großen Smartphone ohne Outdoor-Anpassungen sowie ohne Option des schnellen Wechsels größer ausgefallen. Wie bereits erwähnt, kostet der Akku als Ersatzteil (EB-BG736BBE) 35 Euro und kann auch gegen den aus dem Galaxy XCover Pro getauscht werden. Das Galaxy XCover 5 nutzt hingegen ein anderes Modell.

18 Stunden Nutzung mit 5 Stunden Screen-on-Zeit

Außendienstmitarbeiter sind mit einem zweiten Akku gut beraten, sofern das Smartphone nicht im Auto geladen werden kann. Das Galaxy XCover6 Pro erreicht im Test mittelmäßige Laufzeiten, die im Alltag etwas besser als in den Benchmarks ausfallen. Rund 18 Stunden insgesamt, davon 5 Stunden Screen-on-Zeit, waren im Test an einem durchschnittlichen Tag unterwegs möglich. Die primären Verbraucher waren dabei Chrome, YouTube, Skype, Facebook Messenger, WhatsApp, Gmail, Twitter und die Kamera. Einen Einblick in den Verbrauch geben die nachfolgenden Screenshots. Das Zenfone 9 (Test) hat einen ähnlichen Tag zuletzt mit 20 Stunden Laufzeit bei 7 Stunden Screen-on-Zeit gemeistert.

18 Stunden Nutzung mit 5 Stunden Screen-on-Zeit
18 Stunden Nutzung mit 5 Stunden Screen-on-Zeit

Im produktiven PCMark 3.0 sind 9 Stunden Laufzeit ein eher durchwachsenes Ergebnis und reichen nur für eine Platzierung hinten im Feld, allerdings noch vor dem Nokia XR20 (Test). Beim YouTube-Streaming in 720p kommt das Galaxy XCover6 Pro mit 12:33 Stunden ebenfalls auf einen bestenfalls mittelmäßigen Wert, der zwar vor anderen Outdoor-Smartphones wie dem Cat S52 (Test) und dem S62 Pro (Test) liegt, aber zugleich deutlich hinter vielen normalen Modellen aus der Mittel- und Oberklasse.

Diagramme
PCMark 3.0 Akkutest 200 cd/m²
    • Asus ROG Phone 6 (Android 12.0)
      17:18
    • Doogee V20 (Android 11.0)
      14:49
    • Asus Zenfone 9 (Android 12.0)
      14:02
    • Sony Xperia 5 III (Android 11.0)
      13:08
    • Vivo X60 Pro (Android 11.0)
      13:02
    • Google Pixel 6a (Android 12.0)
      12:16
    • Google Pixel 6 (Android 12.0)
      11:10
    • OnePlus Nord 2 (Android 11.0)
      10:41
    • Samsung Galaxy S22+ (Android 12.0)
      10:20
    • Gigaset GS5 (Android 11.0)
      9:46
    • Samsung Galaxy XCover6 Pro (Android 12.0)
      9:06
    • Samsung Galaxy S22 (Android 12.0)
      8:53
    • Nothing Phone (1) (Android 12.0)
      8:46
    • Nokia XR20 (Android 11.0)
      0:00
      stürzt ab
Einheit: Stunden, Minuten
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