BKA will Festplatten online untersuchen

Schöne Zusammenfassung! Die zu Begijnn angeführten Zweifel an den 5-12 Fällen pro Jahr treiben mich auch schon länger um. Bei ca. 100 Gefährdern plus diversen Kontaktpersonen kommt nämlich sehr viel mehr zusammen. Wenn man noch ein paar Konvertiten und Pakistan-Urlauber hinzuzählt, ist die Grenze nach oben bald offen.
 
Ich glaub auch nicht, dass das den Umschwung geben wird. Aber man kann immerhin Praesenz und seine eigene Meinung zeigen.
 
Fragt sich wer sich das alles dann ansehen und auswerten soll.
 
Technisch ist schon sehr viel möglich mit automatischer elektronischer Auswertung und Vorsortierung der Daten. Die Programme sind schon ziemlich weit, können sogar schon Zusammenhänge erfassen und suchen eben nicht mehr nur lapidar nach Schlagwörtern. Auch verschiedene Datensammlungen können miteinander abgeglichen und die jeweiligen Daten dafür mit einbezogen werden. (zb. Mustererkennung, Profilerstellung)
Gesichtserkennung bei Videoaufzeichnung sollte ja auch inzwischen allseits bekannt sein.
Das derzeit noch grösste Problem ist eigentlich vorallem die Menge der Daten und somit die Speicherkapazität.

Aber die Technik bleibt ja nicht stehen. Bei einem einmal verabschiedeten Gesetz sieht das schon anders aus. Die werden schon wissen, warum sie 6 Monate benötigen. Das verschafft nicht nur rückwirkend mehr Möglichkeiten, sondern generell mehr Zeit. ;)
 
Ok danke Relict. Das klärt dann auch die Frage, wie das BKA zukünftig sicherstellen will, dass bei einer Online-Durchsuchung keine privaten Daten angetastet werden.

Somit hätten wir eine der letzten rechtlich relevanten Fragen, die der Online-Durchsuchung noch im Weg stehen, auch geklärt.
 
@Adam_Smith
Wobei die Daten ja erstmal erfasst und gesammelt werden müssen, um dann ausgewertet zu werden. Auf den PCs der Leute geht das übers Web zudem natürlich nur schwerlich vollautomatisch ohne Eingriff des Menschen. So leistungsfähig sind Trojaner noch nicht. Da bedarf es etwas mehr Technikaufwand. ^^
Was anschliessend nach oder währenddessen der 6-monatigen Vorhaltung mit den Daten geschieht ist ja auch noch nicht sicher gewährleistet.

Es geht hier vorallem um Datensicherheit und Datenschutz. Maschinen können immer nur unterstützend wirken und sind auch fehleranfällig, da sie mit Programmen laufen, die von Menschenhand geschaffen wurden, zumindest noch. Das Hauptargument dagegen ist ja der Eingriff in die Privatsphäre ansich und die Verwaltung der gesammelten Daten durch Dritte.

PS:
Auch die Langszeitbeständigkeit durch Verteilung und Duplizierung der Daten ist bzw. wird ein Problem. Schau Dir nur mal an, wie schwierig es ist, zb. alte Webseiten aus allen Webarchiven vollständig herauszubekommen. Ich finde da immernoch Sachen von mir bzw. meinen Projekten, die schon seit 5 Jahren nicht mehr relevant und lange eingestellt sind.
 
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Ich frage mich immer wieder ob du eigentlich BKA Angestellter bist. Du scheinst ja bestens darüber bescheid zu wissen, welche technischen Möglichkeiten das BKA besitzt.

Wenn es Suchalgorithmen gibt, die vor der Datensichtung schon sicherstellen, dass nur jene Daten die nicht den Kernbereich der Privatsphäre berühren, dann würde dies in jedem Fall die Anforderungen des BVerG erfüllen.

Ferner ist auch die Handhabung von Daten die im Zuge eines Ermittlungsverfahrens gesammelt wurden bereits astrein rechtlich geregelt.
 
astrein rechtlich geregelt.
Genau, rechtssicher vorallem für den Staat. Rechtlich weiterhin bedenklich für den Bürger. Sicher ist nur der Tod, wie diverse "Mißgeschicke" ja bestätigten.

Und nein ich bin kein BKA-Angestellter. Das muß man auch nicht sein, um einen Überblick über ausgeklügelte Such- und Vergleichsalgorithmen und lernfähige Technologien zu erlangen. Ich habe im übrigen nichts geschrieben von VOR Datensichtung, sondern einfach nur die Frage der technischen Möglichkeiten, der Datenflut Herr zu werden beantwortet.
Das bezog sich also damit in erster Linie auf bereits vorliegende, gesammelte Daten.

Ein Trojaner auf dem Rechner müsste in jedem Falle zuerst den gesamten Datenbestand durchforsten . Ein anschließender Abgleich der Daten oder währenddessen auf selbigen Rechner ist weder leistungsmäßig und zeitlich unkritisch, noch unauffällig durchführbar. Auch die Dateigröße des Trojaners wäre für solch aufwendige Algorithmen nicht ganz unbeachtlich. Genauso die Individualität jedes Systems.

Also geht speziell das Online-Durchsuchen von PCs gar nicht völlig ohne Mensch!
Es sei denn, man spiegelt automatisch die komplette HDD ins Netz, was aber eher unwahrscheinlich sein dürfte. Ausser vllt. der Online-Rechner ist offen wie ein Scheunentor und der Benutzer länger abwesend im Urlaub. ;)
 
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Also Online-Durchsuchung bedeutet, dass die Daten des potentiell Verdächtigen erst einmal auf den BKA Rechner müssen um sie zu sichten. Darin stimmen wir wohl überein, oder etwa nicht?

Ob es sich nun um einzelne Dateien oder die gesamte Festplatte handelt ist irrelevant. Bevor ich die Daten auf einem fremden Rechner sichten will, muss ich sie bei mir erst einmal sichern.

Es ist also, du sagst es ja selbst, mit ausgeklügelten Suchalgorithmen durchaus möglich vor der Datensichtung zu überprüfen ob die Daten überhaupt Ermittlungsrelevant sind.

Genau, rechtssicher vorallem für den Staat. Rechtlich weiterhin bedenklich für den Bürger. Sicher ist nur der Tod, wie diverse "Mißgeschicke" ja bestätigten.

Weist du wirklich bescheid über die Rechtslage? Ich denke nicht!
 
Es ist also, du sagst es ja selbst, mit ausgeklügelten Suchalgorithmen durchaus möglich vor der Datensichtung zu überprüfen ob die Daten überhaupt Ermittlungsrelevant sind.
Nein eben nicht, nicht maschinell speziell bei Online-Durchsuchung möglich. Habe ich doch gerade versucht zu erklären, wo die Hürden liegen. Klar, wenn die Festplatte auf dem BKA-Server gespiegelt ist durchaus, aber nicht ohne menschliches Zutun online direkt auf dem Rechner des Geschädigten - ehm potenziell Verdächtigten. Ein Mensch muss hier also nachwievor alle auf der HDD befindlichen Daten im Vorfeld sichten und dann entscheiden was relevant ist und was nicht. Das bestätigt dann auch die bislang geplante und beteuerte Anzahl an Online-Durchsuchungen und der immerwieder individuell anzupassende "Trojaner". Auf die Daten müsste voller uneingeschränkter Zugriff bestehen, dann kann man mehr maschinell machen - lassen. Idealerweise wenn sich die Platte oder Datensammlung also im BKA bereits befinden. ^^


Weist du wirklich bescheid über die Rechtslage? Ich denke nicht!
Du (be-) denkst scheinbar vieles nicht, wenn der Tag lang ist. ;) Ich bitte Dich, die bisherigen Fehltritte haben wir hier (und in anderen Threads) doch nun schon in zig-facher Ausführung erwähnt und durchgekaut.
Die Rechtslage entspricht daher eher einem Papiertiger und nützt in Nachhein zudem auch nichts. Das Vertrauen in die staatlichen Behörden ist schon lange den Bach runter gegangen, nicht ohne Grund. :rolleyes:
 
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Und es bleibt dabei, dass die Daten nicht von einer Person gesichtet werden müssen um entsprechende Suchalogrithmen funktionieren zu lassen. Einfacher Fall:

Der Beamte sieht unter dem Ordner "Eigene Dateien" diverse *.doc Dateien. Er wählt die erste an und möchte sie sich angesehen. Also müssen die Daten irgendwie vom Rechner des Verdächtigen auf den Rechner des BKA gelangen. So weit so einfach.
Nun greift der Suchalgorithmus und sichtet die Datei bevor der Ermittler sie öffnen kann. Filtert der Algorithmus heraus, dass es sich bei der Datei um einen privaten Brief handelt, dann sperrt sie dem Beamten den Zugriff und löscht die Datei sofort wieder aus dem temporären Verzeichnis des BKA Rechners.

Deinen Ausführungen von heute Morgen folgend wäre dies aufgrund der Effizienz der heutigen Suchalgorithmen durchaus möglich.

Die Rechtslage entspricht daher eher einem Papiertiger und nützt in Nachhein zudem auch nichts. Das Vertrauen in die staatlichen Behörden ist schon lange den Bach runter gegangen, nicht ohne Grund.

Man sollte hier nicht von sich auf andere schließen. Schaut man sich die aktuelle Meinungslage an, so scheint das Vertrauen in die staatlichen Behörden zumindest in so fern hoch sein, dass man den Behörden nicht unterstellt, dass sie ihre Macht missbräuchlich einsetzen würden.
 
Nein, das ist unmöglich, weil die Zeit, alle Daten herunterzuladen erstens nicht ausreicht und zweitens nicht durch den Trojaner vorsortiert werden können. Hast Du schonmal nen Defrag oder nen Totalscan am Rechner gemacht. So ungefähr würde sich ein automatischer Suchlauf bemerkbar machen, das ganze dann noch rechenlastig, da Daten auch innerhalb von Dateien versteckt, ausgetauscht oder angehangen sein können.
Ein Mensch muss also die Dateien vor Ort und Stelle einsehen, da nur ein Mensch abstrakt genug denken kann und somit stichprobenartig gezielt vorgehend suchen kann. Dabei muss er natürlich auch die Daten einsehen. Zeit und Kapazitäten sind hier das größte Problem.
Davon abgesehen, worüber reden wir eigentlich? Es ist generell ein Unding, dass jemand private Daten wahllos und ohne mein Wissen kopiert. Desweiteren kann damit das System beeinträchtigt werden udn auch der umgekehrte Fall, Daten untergeschoben werden. Wer kann das dann noch kontrollieren?
Wenn Du dies gerne für Dich so hättest, dann gib doch bitte gleich den Behörden präventiv einen Admin-Zugang und Deinen Haustürschlüssel. Aber nicht jeder ist so exibitionistisch oder extrovertiert veranlagt.


Schaut man sich die aktuelle Meinungslage an, so scheint das Vertrauen in die staatlichen Behörden zumindest in so fern hoch sein, dass man den Behörden nicht unterstellt, dass sie ihre Macht missbräuchlich einsetzen würden.
Verwechsle nicht Unwissenheit, Ignoranz oder Resignation mit Vertrauen. :)
 
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Wer sprach denn von allen Daten? Ich sprach von den Daten, die sich der Beamte ansehen möchte...

Wie wird denn deiner Meinung nach die Online-Durchsuchung ablaufen vor der du so Angst hast?

Es ist generell ein Unding, dass jemand private Daten wahllos und ohne mein Wissen kopiert.

Ach ist das etwa im Gesetzentwurf für die Online Durchsuchungen vorgesehen? Meines Wissens nach muss erst einmal ein konkreter Beweis erbracht werden ...

Wenn Du dies gerne für Dich so hättest, dann gib doch bitte gleich den Behörden präventiv einen Admin-Zugang und Deinen Haustürschlüssel. Aber nicht jeder ist so exibitionistisch veranlagt.

Langsam wird es mühsam mit dir. Wo bitte habe ich von offenen Türen für die Ermittler gesprochen? Kannst du mir das Zitat nochmal bitte zeigen?

Verwechsle nicht Unwissenheit, Ignoranz oder Resignation mit Vertrauen.

Ach ja das dumme, unwissende Volk ...

Du hast es als einziger gecheckt, der Rest des Wählervolkes ist dumm. Auf diesem Niveau werde ich keine weitere Diskussion mehr mit dir führen.
 
Adam_Smith schrieb:
Wer sprach denn von allen Daten? Ich sprach von den Daten, die sich der Beamte ansehen möchte...
Wie wird denn deiner Meinung nach die Online-Durchsuchung ablaufen vor der du so Angst hast?

Wenn der Beamte nicht mal weiß, welche Dateien in Frage kommen, wie soll es dann eine Maschine wissen?
Also müssen sogut wie alle Dateien heruntergeladen werden und ALLE Dateien gründlich und vollständig gescannt werden. "Planung nächster Anschlag" werden sie sicher nicht betitelt sein. Es könnte auch zb. ne Systemdatei sein.

Wenn man einen konkreten Beweis bräuchte, bräuchte man keine Online-Durchsuchung mehr. Da wäre eine Hausdurchsuchung genauso wirkungsvoll wie eine Online-Überwachung des aus- und eingehenden Datenverkehrs. Es reicht also ein Verdacht. Und wenn man sich so Schäubles weitere Vorstöße anschaut, würde dann alles ganz zu zusammenspielen, also vorteilhaft für Schäuble & Lakaien.

Auf diesem Niveau werde ich keine weitere Diskussion mehr mit dir führen.
Dito. Solche Lakaien wie Dich brauchen unsere Politiker, ehrlich. *kopfschüttel*
 
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Adam und Relict, könnt ihr euch bitte darauf einigen dass ihr beide wieder sachlich werdet?
Wenn das nicht geht dann postet erst wieder nach emotionaler Bodenhaftung...
Somit schaukelt sich nichts auf, und es muß nicht der eine den anderen melden.
 
Adam_Smith schrieb:
Wer sprach denn von allen Daten? Ich sprach von den Daten, die sich der Beamte ansehen möchte...

Wenn ich mir überleg wie mühsam die Suche FÜR MICH auf meinem Rechner ist nach Daten die ich kenne, dann möchte ich nicht wissen wie lange die heimliche Durchsuchung dauern soll, weil die Leute nicht wissen wonach sie suchen sollen.

Wie das ablaufen soll? Keine Ahnung, weil die Beamten selber keine Ahnung haben werden. Stelel dir vor du bekommst die Aufgabe nach etwas zu suchen, aber du weißt nicht wonach. Word, Excel, PowerPoint? HTML, JPG oder einem Access-File? Suchtm an nach Datum, dann nach Dateinamen? Sucht man auch Systemdateien durch?

Welche Daten möchte sich der Beamte denn ansehen? Alles unter "Eigene Dateien"? :D Der perfekte Ort ;).

Adam_Smith schrieb:
Ach ja das dumme, unwissende Volk ......
Genau so ist es aber leider. Frage mal in deinem Familien- und Bekanntenkreis herum ob die etwas darüber wissen oder was sie davon halten. 99% werden keine Meinung haben weil sie darüber nichts wissen bzw. keine Ahnung von der technischen Seite haben.
 
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