ascer schrieb:
Und dann hast du AfD'ler die ihnen noch vorkauen, dass Polen eine der niedrigsten Zahlen an Gewaltverbrechen, Vergewaltigungen usw. in der ganzen EU hat...und Deutschland, Frankreich, Schweden, ... die Zahlen explodieren.
Nein, tun sie nicht. Da "explodiert" nichts. Und auch bzgl. Polen stimmt das so einfach nicht.
Die Aussage bzgl. Polen als Land mit ingesamt der niedrigsten Zahlen an Gewaltverbrechen, ist grundlegend zwar korrekt, bei Vergewaltigungen EU-weit ist die Aufstellung konkreter Zahlen aber schwierig, darauf weisen auch Eurostat und UNODC hin. Die Veränderung dieser Zahlen basiert auch zu einem großen Teil auf Unterschieden in Strafrecht, Anzeigeverhalten, Polizeierfassung und gesellschaftlichen Normen.
Dass in Deutschland (und weiteren Ländern) die "Zahlen explodieren" würde, ist polemisch und irreführend. Ja, bestimmte Gewalt- und Sexualdelikte steigen seit Jahren - relativ konstant btw. - in der gesamten EU. Zu Veränderung dieser Zahlen wiederrum siehe oben.
Quelle
ascer schrieb:
Damit schafft man dann genau dieses "Wir gegen Die"-Klima, welches sich immer weiter aufschaukelt.
Woher auch immer deine Zahlen oder was du mit "explodieren" meinst, kommen mag: ja, diese spalten die Gesellschaft.
ascer schrieb:
Ich habe nichts weiter gemacht, als Grüne zu zitieren
"Ich zitiere ja nur"
Wir fangen besser nicht an, einzelne AfD-Politiker zu zitieren - das Spiel wird für diese Partei schlecht ausgehen. Vor allem, wenn man die Zitate dann auch in den Kontext setzt, in welchem sie gesprochen wurden, um sie sachlich interpretieren zu können.
ascer schrieb:
Und dann wundert man sich, dass Zusammenhalt schwindet und die Leute in Masse zu der einzigen Partei gehen, die noch ein positives Bild von Deutschland zeichnet.
Der AfD, der es gut geht, wenn es Deutschland schlecht geht?
Quelle
Wo wir wieder bei den Zitaten wären, der Kontext hier aber keinen anderen Schluss zulässt. Davon abgesehen: seit Jahren wird von Rechten das Narrativ verbreitet, Deutschland läge in Trümmern, Messermorde an jeder Ecke, unsere Frauen seien nicht sicher, hohe Arbeitslosigkeit und überhaupt zu viele Ausländer und wir seien ja gar nicht im Krieg mit Russland. De facto aber genießen Deutsche im weltweiten Vergleich immer noch mit den höchsten Wohlstand, mit eines der besten Sozialsysteme, mit die größten Freiheiten und ist immer noch einer der sichersten Länder der Welt.
Desweiteren gehört Deutschland trotz aller berechtigten Probleme weiterhin zu den wirtschaftlich stärksten und politisch stabilsten Demokratien der Welt. Wer den Eindruck vermittelt, hier herrschten Zustände wie in einem gescheiterten Staat, beschreibt nicht die Realität, sondern zeichnet ein verzerrtes Bild, das vor allem auf Angst, Einzelfällen und emotionalen Schlagzeilen basiert.
Natürlich gibt es Herausforderungen: Wohnraummangel, Bürokratie, demografischer Wandel, hohe Energiepreise, Integration, überlastete Behörden oder Deindustrialisierung. Darüber sollte man offen diskutieren. Der Unterschied zwischen einer sachlichen Problembeschreibung und politischer Panikmache besteht jedoch darin, dass Erstere Missstände anerkennt und Lösungen sucht, während Letztere den Eindruck erweckt, alles sei kurz vor dem Zusammenbruch.
Man kann die aktuelle Regierung kritisieren, natürlich. Man kann die Migrationspolitik kritisieren, ohne direkt "Nazi" zu sein. Man kann auch den Zustand einzelner Bereiche kritisieren, wie z.B. unseren strauchelnden Autobauern. Aber eine nüchterne Bestandsaufnahme kommt zu dem Ergebnis, dass Deutschland weder ein gescheiterter Staat noch ein Krisengebiet ist. Es ist vielmehr ein wohlhabendes, freies und vergleichsweise sicheres Land mit realen Herausforderungen, die lösbar sind, und nicht der Vorbote eines angeblichen Untergangs, wie er seit Jahren von verschiedenen politischen Akteuren beschworen wird.
Die AfD zeichne also ein "positives Bild" von Deutschland? Tut mir Leid, aber nichts könnte ferner von der Wahrheit sein. Eine Partei, die nur Schuldige sieht, nur Probleme und die keine Lösungen anbietet außer: Regenbogenideologie weg, Verfassungsschutz weg, Ausländer weg, Windräder weg, Gendern weg, Veggie weg, Antifaschismus weg, NGOs weg... die zeichnet weder ein positives Bild von Deutschland noch von sich selbst. Was "sich selbst" betrifft, wirkt sie eher verbittert.