Diskussionsthread: Deutsche Politik

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BOBderBAGGER schrieb:
Den würde ich so gerne mal verstehen den so ziemlich alles was ich aus dem Lager abseits von dummer hetze höre ist keine Politik " für den kleinen Mann".
Ich denke, das hat zwei Komponenten. Für eine nüchterne Betrachtung ist es allerdings notwendig, sich von der eigenen politischen Position zu lösen und das Ganze einmal möglichst sachlich zu betrachten:

Der politische Alltag, die Kommunikation und die tatsächlich umgesetzten Gesetze gehen seit 10–15 Jahren völlig am klassischen Arbeiter vorbei. Diese Gruppe ist nahezu unsichtbar geworden und wird im besten Fall auf ein Wahlprogramm oder auf Nebenplätze verwiesen. Insbesondere scheint man in der Bundespolitik nicht zu verstehen oder anzuerkennen, dass es mehr gibt als nur die urbane, gutbürgerliche Lebensrealität.

Warum dann aber eine Partei, die ein dezidiert wirtschaftsliberales Programm hat? Die Ursache dürfte in der Kommunikation liegen. Ich hatte mir gestern den Podcast mit Ulrich Siegmund angehört; hier wurde, denke ich, recht klar, wie es funktioniert: Der AfD-Kandidat spricht die ganze Zeit von Aufbruch, Aufbau, Mauern einreißen, Verbesserung der Lebensqualität, Wachstum usw.

Hierbei ist es völlig egal, ob das auch so erfüllbar ist. Von den klassisch etablierten Parteien kommt meistens das Gegenteil: Anti-AfD-Parolen, Untergangsstimmung, Degrowth, Stagnation, Erhaltung.

Wenn jemand bereits darüber nachdenken muss, ob er am Ende des Jahres wegen der Nebenkostennachzahlung in den Dispo gehen muss und überhaipt nicht weiss wie es die nächsten Jahre besser werden könnte, wohin würde seine Stimme wandern? Ich finde, das ist ziemlich eindeutig.

Discovery_1 schrieb:
Du solltest dir das Wahlprogramm der PDL mal genau durchlesen, dann wirst du sehen, dass die PDL die einzig wahre Arbeiter/Arbeitnehmerpartei ist.
Sehr gutes Beispiel, das direkt an meinen Beitrag anschließt: Es ist vollkommen irrelevant, was in einem Programm steht. Was zählt, sind die Kommunikation und der politisch-mediale Alltag und hier hat man sich derart weit vom Zimmermann, der Reinigungskraft oder dem Maurer entfernt, wie man sich nur entfernen konnte.
 
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Nazrael schrieb:
Für eine nüchterne Betrachtung ist es allerdings notwendig, sich von der eigenen politischen Position zu lösen und das Ganze einmal möglichst sachlich zu betrachten:
Nach einigem Grübeln bin ich zu dem Schluss gekommen, dass dein Beitrag so zu übersetzen ist:

Um in der AfD etwas Positives zu erkennen, muss man einfach nur 95 % der Kommunikation und 100 % des Wahlprogramms dieser Partei ignorieren (weil unsachlich oder irrelevant) und dann sind die doch eigentlich ganz gut :-)

Ansonsten: flood the zone with shit?
 
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Ach, wenn die Leute doch nur endlich verstehen würden, wie wenig "Gerechtigkeit" mit "gerächt" zu tun hat.

Im Alter zwischen 18 und 21 liegt es im ermessen des Gerichts, ob nach Jugend- oder nach Erwachsenenstrafrecht geurteilt wird. Und es geht dabei IMMER um das Alter zum Tatzeitpunkt.
Die Urteilsbegründung sollte entsprechende Passagen dazu enthalten, warum in jedem Einzelfall wie verfahren wurde. Das schreibt die Prozessordnung nämlich so vor. Wäre da irgendwas nicht ganz OK gewesen, wäre die Staatsanwaltschaft oder einer der Rechtsanwälte in Revision gegangen. Das ist aber nicht geschehen.
Und das bedeutet, dass das Urteil so wie es ist, im bestehenden rechtlichen Rahmen OK war.

Scheinbar soll der rechtliche Rahmen geändert werden. Welcher Grundsatz soll denn weg? Soll der Täter künftig seine Unschuld beweisen? Wollen wir am Verhältnismßigkeitsgrundsatz sägen? Oder wollen wir einfach 12jährige für Jahre weggesoperrt sehen? Ich persönlich würde da ja eher die Eltern einknasten, denn die müssen es bei solch kaputten Kindern wirklich vollkommen verbockt haben.
Aber Erziehungsversagen ist in DE ja leider garnicht strafbar und den meisten dieser Eltern kann man eigentlich nur vorwerfen, dem Kind das Smartphone nicht weggenommen zu haben.
 
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R.Kante schrieb:
das dein Beitrag so zu übersetzen ist:
Ich versteh den Beitrag auch irgendwie so, dass man erstmal alles möglich öffentlich sagen soll. Versprechen geben, Lobhudelei, egal was, Hauptsache was die Leute hören wollen. Auch wenn man eigentlich weiß, dass das so nicht geht. Und am besten kein Programm haben, denn das wäre ja dann genauso oder aber, wenn realistisch, im Widerspruch zu medialen Präsenz.
Wenn man dann gewählt ist, und man in der Realität ankommt, passiert was?

Ich sehe das so, dass dann das passiert, was Fritzchen grad auf die Füße fällt und ihn mit Abstand zum unbeliebtesten Kanzler der Beschichte der BRD macht. Und die Wähler erst Recht frustriert, die Politikverdrossenheit steigert und die Wähler zu extremen Parteien treibt. Die immer noch mehr versprechen werden und damit eine "Alternative" sind, solange sie keine Regierungsverantwortung hatten und sich beweisen mussten...

Oder hab ich da irgendwas falsch verstanden?

PS: Und wenn man das so handhaben würde, müsste man dann nicht so einige AfDler direkt in den Knast schicken wegen Volksverhetzung? Ich erinnere mich so an den ein oder anderen Spruch, der so ganz und gar nicht mit unserem Grundgesetz in Einklang zu bringen wäre. Wo dann immer auf das GG konforme Programm der AfD verwiesen wird und dass das alles ja gar nicht so gemeint war im Nachgang.
 
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DerOlf schrieb:
Aber Erziehungsversagen ist in DE ja leider garnicht strafbar und den meisten dieser Eltern kann man eigentlich nur vorwerfen, dem Kind das Smartphone nicht weggenommen zu haben.
Ein weiteres Problem sehe ich darin, dass heute oft beide Elternteile arbeiten müssen, um überhaupt noch über die Runden zu kommen. Also, was tun mit den Kindern, wenn zudem Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche dem Sparzwang der Kommunen geopfert werden (müssen?). Es brennt an allen Ecken der Gesellschaft aber es wäre so einfach etwas dagegen zu tun: z. B.Übergewinnsteuer, Erbschaftssteuer für die ganz großen Privatvermögen usw. Aber die Politik handelt seit Jahren nicht (für den Bürger), egal wer regiert.
 
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Nazrael schrieb:
Der AfD-Kandidat spricht die ganze Zeit von Aufbruch, Aufbau, Mauern einreißen, Verbesserung der Lebensqualität, Wachstum usw.
Nichts anderes, als von den "etablierten" ebenfalls kommt. Das ist reinster Wahlkampfsprech und noch viel viel weniger wert, als Sätze, die im Programm stehen.
Das ist seit Jahrzehnten das Rezept für den Wahlkampf in Deutschland ... Waschstum, Aufbruch, Wohlstand ... funktioniert seit den späten 1940ern (und eigentlich hat auch Adolf das alles schon versprochen).
Tatsächlich wird die AfD mehr Mauern hochziehen, als irgendwer einreißen kann ... aber wenn man ihnen das sagt, werden sie sicherlich feixen, dass man natürlich den (sozialen) Wohnungsbau vorrantreiben will. Da sollte man dann wohl nacxhhaken, und Fragen, ob Herr Siegmund diese Mauern einreißen möchte. Gerade im Osten ist das mit der Mauer ein richtig billiger Trick.
Warum sollten die Leute dass einem AfD-Kandidaten eher abkaufen, als einem Friedrich Merz oder Lars Klingbeil? Ich kann mir da nur einen Grund vorstellen ... die AfD hat noch nicht bewiesen, dass sie es auch nicht besser machen.
Nazrael schrieb:
Von den klassisch etablierten Parteien kommt meistens das Gegenteil: Anti-AfD-Parolen, Untergangsstimmung, Degrowth, Stagnation, Erhaltung.
Diesen Eindruck kann man aber nur haben, wenn man die Kommunikation der übrigen Parteien einzig durch die AfD-Brille sieht.
Die AfD-Kader im Osten haben fast alle Migrationshintergrund ... denn die kommen fast ausschließlich aus dem Westen und sind in den Osten gegangen, weil der staatlich verordnete Antifaschismus der DDR sehr effektiv Jungnazis gezüchtet hat. Die Neonazis waren in der DDR nämlich die einzige "Jugendkultur" die weitestgehend in Ruhe gelassen wurde, weil die SED-Spitze es per definition für unmöglich hielt, dass sich sowas im antifaschstischtsten Deutschland ever irgendwie entwickeln könnte. Schon kurz nach dem Mauerfall war klar, dass der Osten ein Naziproblem hat, der Westen hatte dann kurze zeit keins mehr, weil die ganzen Rechten zum Fischen in den Osten gegangen sind (Mensch wird halt ganz allgemein lieber bejubelt, als ausgebuht).
Ich sehe die AfD als DDR-Altlast.

Wie war das? Man sollte seine eigene politische Einstellung ablegen, um objektiver auf die deutsche Parteienlandschaft zu schauen ... irgendwie hast du das selbst nicht so gut drauf.


Es ist kaum zu überbieten, dass einem aus dem AfD-Silo heraus vorgeworfen wird, man könne sein Silodenken nicht überwinden. Man könnte drünber lachen, wenns nicht so traurig wäre.
 
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Nazrael schrieb:
Wenn jemand bereits darüber nachdenken muss, ob er am Ende des Jahres wegen der Nebenkostennachzahlung in den Dispo gehen muss und überhaipt nicht weiss wie es die nächsten Jahre besser werden könnte, wohin würde seine Stimme wandern?
Zu einer Partei die Kategorisch gegen alles und jeden ist der auf lange Sicht Heiz und Energiekosten in den Griff bekommen will... Das ist gerade die Absurdität die ich nicht verstehe.

Erkekjetter schrieb:
Oder hab ich da irgendwas falsch verstanden?
Ich denke ja, das war mehr ein Versuch mir zu erklären warum man jemanden wählt der offensichtlich nicht deren Interessen im Blick hat und das fasst es schon ganz gut zusammen. Mit leeren Parolen maximal stumpf auf Emotionaler Ebene nach Stimmen fischen und hoffen das da keiner all zu genau hinsieht. Es scheint zu funktionieren.
 
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DerOlf schrieb:
Wie war das? Man sollte seine eigene politische Einstellung ablegen, um objektiver auf die deutsche Parteienlandschaft zu schauen ... irgendwie hast du das selbst nicht so gut drauf.
Natürlich. Als Folge des dichotomen Denkens gibt es gerade bei diesem Thema für dich und einige andere eben nur zwei mögliche Positionen. Das mag politisch sicherlich identitätsstiftend sein, nur lassen sich damit die Realität und die Vielfalt an Meinungen und Ansichten kaum abbilden. Letztlich ist das ironischerweise auch die beste Wahlkampfhilfe für die AfD: Wenn es nur ein Dafür oder Dagegen gibt, muss sich keine Seite mehr wirklich rational rechtfertigen.

Das ist ein bisschen so, wie man beim Spiegel offenbar glaubte, das letzte Titelbild mit Ulrich Siegmund und bewusst überspitzter Headline würde ihm schaden, und dann wurde es wohl gerade unter AfD-Anhängern zum Renner sich so ein Ding von Ulrich Siegmund signieren zu lassen. Die Möglichkeit, dass so etwas passieren könnte, scheint man gar nicht erst in Betracht gezogen zu haben, denn es gibt ja nur ein Dafür oder Dagegen. Völlig verrückt.
 
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Nazrael schrieb:
Warum dann aber eine Partei, die ein dezidiert wirtschaftsliberales Programm hat? Die Ursache dürfte in der Kommunikation liegen. Ich hatte mir gestern den Podcast mit Ulrich Siegmund angehört; hier wurde, denke ich, recht klar, wie es funktioniert: Der AfD-Kandidat spricht die ganze Zeit von Aufbruch, Aufbau, Mauern einreißen, Verbesserung der Lebensqualität, Wachstum usw.

Hierbei ist es völlig egal, ob das auch so erfüllbar ist. Von den klassisch etablierten Parteien kommt meistens das Gegenteil: Anti-AfD-Parolen, Untergangsstimmung, Degrowth, Stagnation, Erhaltung.
Ich spekuliere, du beziehst dich gerade dann auf dem Wahlkampf auf Sachsen-Anhalt. Ich verfolge ihn gerade nicht so direkt, aber kann sein, dass deine Beobachtung da zutrifft. Was aber jetzt die letzte Bundestagswahl und Landtagswahl hier bei mir in BW betrifft, hätte ich eher getauscht gesehen. Ich meine, Merz versprach ja schon fast "Blühende Landschaften".

DerOlf schrieb:
Ach, wenn die Leute doch nur endlich verstehen würden, wie wenig "Gerechtigkeit" mit "gerächt" zu tun hat.

Im Alter zwischen 18 und 21 liegt es im ermessen des Gerichts, ob nach Jugend- oder nach Erwachsenenstrafrecht geurteilt wird.
So in etwa schwirrte es mir auch durch den Kopf. Man kann von mir aus für härtere Strafen sein, aber in dem Fall mit der Vergewaltigung, hätte diese das wohl kaum verhindert, wenn es sie gegeben hätte.
 
Nazrael schrieb:
Das ist ein bisschen so, wie man beim Spiegel offenbar glaubte, das letzte Titelbild mit Ulrich Siegmund und bewusst überspitzter Headline würde ihm schaden, und dann wurde es wohl gerade unter AfD-Anhängern zum Renner sich so ein Ding von Ulrich Siegmund signieren zu lassen. Die Möglichkeit, dass so etwas passieren könnte, scheint man gar nicht erst in Betracht gezogen zu haben, denn es gibt ja nur ein Dafür oder Dagegen.
Wenn du den Artikel gelesen hast, dann weißt du sicherlich auch, dass sich die Redaktion genau mit diesem Thema befasst hat, zu einer Entscheidung gekommen ist und diese im Artikel begründet hat. Warum lässt du das hier weg? Wäre es für eine sachliche Diskussion nicht hilfreich mehr als die Headline und das Titelbild zu betrachten?

Ob der Spiegel sich mit der AfD auseinandersetzt oder nicht - das spielt für die individuelle Entscheidung der allermeisten Menschen höchstwahrscheinlich eine untergeordnete Rolle.
 
Nazrael schrieb:
Ich hatte mir gestern den Podcast mit Ulrich Siegmund angehört; hier wurde, denke ich, recht klar, wie es funktioniert: Der AfD-Kandidat spricht die ganze Zeit von Aufbruch, Aufbau, Mauern einreißen, Verbesserung der Lebensqualität, Wachstum usw.
Von Aufbruch, Aufbau, Verbesserung der Lebensqualität und Wachstum spricht fast jede Partei und fast jeder Politiker, daran kann es nicht hauptsächlich liegen.

Vielleicht liegt es mehr an den vielen kritischen, beispielsweise rassistischen, Aussagen, die Anklang finden. Und natürlich ganz einfache Lösungen.
 
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Nazrael schrieb:
Als Folge des dichotomen Denkens gibt es gerade bei diesem Thema für dich und einige andere eben nur zwei mögliche Positionen.
Von sich auf andere zu schließen, war noch nie eine gute Idee.
Ich habe die Dichotomie lediglich aufgegriffen, und versucht zu zeigen, dass es nicht ganz so klar ist, wie du schreibst.

Die AfD ist "Anti-Partei" natürlich feiern die "Antis" solche Artikel und Titelbilder.
Das machen Linksextreme ganz genau so. Auch ich feiere, dass es in Bild immer nur um "rechte Einzeltäter" oder "organisierten Linksterrorismus" geht. Natürlich zeigt das für mich die zutiefst faschistoide Einstellung der Springer Chefetage.

Man sollte vorsichtig sein, die AfD in dieses Licht zu rücken, denn eigentlich ist das ein Kennzeichen extremer Gruppierungen ... und zu denen will sich die AfD ja nicht zählen.
Der Kern der AfD ist (wie bei jeder anderen extremen Gruppierung) ein "Wir gegen Alle". Bei den Linken sinds die "Spießer", bei den Rechten eben die Ausländer und all die Schlafschafe, die nichts gegen Migranten unternehmen wollen.
Auch wenn du das eventuell nicht so siehst, für mich ist das die Grundzutat zum Bau einer faktendichten Echokammer. Alles, was mir widerspricht, entspringt einzig dem Fakt, dass die Wahrheit nur in meiner eigenen Echokammer erkannt werden kann. Alles andere leidet unter einer verdrehten Wahrnehmung.
Daran kan man allerdings nur eines sehen. Es zeigt, wie weit Wahrnehmungsverzerrung und Realitätsverweigerung in einer Echokammer wirklich gehen können.

Eventuell hätten wir sogar andere Migranten, wenn es die AfD und ihren impact in der politischen Landschaft (Rechtsruck bei fast allen Parteien) nicht gäbe. Schlaue Migranten kommen nämlich nicht nach Deutschland, weil eine rechte Partei hier von über 30% für wählbar gehalten wird.
Die AfD zeichnet ein Bild von einem Deutschland, in dem Sozialbetrug funktioniert (Jahrelang), in dem Leistung zu wenig gewürdigt wird, in dem man ganz ungestört Subkulturen und mafiöse Clanstrukturen aufbauen kann und die deutsche Justiz dem weitestgehend hilflos gegenübersteht, weil den "Etablierten" der politische Wille fehlt.
Als arabischer Arzt würde ich wohl auch lieber woanders hingehen, als in ein Land, in dem eine islamophobe und offen ausländerfeindliche Partei so viele Menschen überzeugt. Solche Propaganda lockt nur Gangster an.
Aber das hilft dann ja wieder der AfD, ihre Agenda zu verkaufen ... also warum sollten sie es anders machen?
 
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CCIBS schrieb:
Ich spekuliere, du beziehst dich gerade dann auf dem Wahlkampf auf Sachsen-Anhalt. Ich verfolge ihn gerade nicht so direkt, aber kann sein, dass deine Beobachtung da zutrifft. Was aber jetzt die letzte Bundestagswahl und Landtagswahl hier bei mir in BW betrifft, hätte ich eher getauscht gesehen. Ich meine, Merz versprach ja schon fast "Blühende Landschaften".
Richtig, aber war Merz denn so erfolglos damit? Schaut man sich die Wählerwanderung an, hat das ja durchaus funktioniert, natürlich nur bis zu einem gewissen Grad. Merz hat schließlich auch die Eigenschaft, in jeden Fettnapf zu treten, der im Umkreis von 500 m aufgestellt wurde, und dazu hatte man den Oppositionsbonus.

Versprechen sind das eine, die Kommunikation natürlich das andere. Geht am Ende beides schief, kann man zum unbeliebtesten Kanzler der Geschichte werden, was dann ja auch eingetreten ist.

Selbstverständlich spielen auch andere Faktoren eine große Rolle. Was mir ebenso aufgefallen ist: Die AfD beherrscht Social Media und vor allem die algorithmusgetriebene Kommunikation mittlerweile scheinbar auf sehr hohem Niveau. Dort hat eine Professionalisierung eingesetzt, die viele andere Parteien so nicht auf dem Schirm hatten. Das könnte sogar eine Folge der radikalen Veränderungen in der Techwelt sein, die sich rund um die Vereidigung Donald Trumps sehr bildlich abzeichneten, das ist aber sehr spekulativ.

Skaiy schrieb:
Von Aufbruch, Aufbau, Verbesserung der Lebensqualität und Wachstum spricht fast jede Partei und fast jeder Politiker, daran kann es nicht hauptsächlich liegen.
Das bezweifle ich in der Form, vor allem hinsichtlich der Prioritätensetzung. Wobei das vermutlich auch nur ein Nebenaspekt ist, denn es gibt durchaus sehr unterschiedliche Auffassungen darüber, was z. B. eine Verbesserung der Lebensqualität bedeutet, was aufgebaut werden muss etc.

Skaiy schrieb:
Vielleicht liegt es mehr an den vielen kritischen, beispielsweise rassistischen, Aussagen, die Anklang finden. Und natürlich ganz einfache Lösungen.
Natürlich: einfache Fragen, einfache Lösungen.

DerOlf schrieb:
Von sich auf andere zu schließen, war noch nie eine gute Idee.
Ich habe die Dichotomie lediglich aufgegriffen, und versucht zu zeigen, dass es nicht ganz so klar ist, wie du schreibst.
Nein, du versuchst hier, meinen Text bewusst zu verdrehen. Hier kürzen wir aber direkt ab: Wir haben keine Diskussionsgrundlage, dafür bin ich mittlerweile wirklich zu alt.
 
Reglohln schrieb:
Ja, genau. Dir ist das völlig egal:
Klick
Klick
Ok, also wenn bestimmte Gruppen besonders auffällig sind, bzw. ich das so benenne, dann darf ich mich bei persönlicher Betroffenheit ausschließlich darauf beziehen. Weil es selbstverständlich gar keine "Biodeutschen" Täter geben kann.
Das verdient echt einen Darwin-Award.


Erkekjetter wurden genug Quellen genannt bzgl. seiner Falschinfo.
"Daher ist anzunehmen, dass einige der Täter zum Tatzeitpunkt Minderjährig waren, einige vll grade 18, einige U21. "
Da ist gar nichts anzunehmen. Die werden wohl kaum alle genau 17 gewesen sein. Und mit 18 ist man bekanntermaßen volljährig.
 
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Nazrael schrieb:
Das bezweifle ich in der Form, vor allem hinsichtlich der Prioritätensetzung.
Du bezweifelst, dass fast jeder Politiker in der Form von Aufbruch, Aufbau, Verbesserung der Lebensqualität und Wachstum spricht? Das hört man im Prinzip von jedem Politiker. Seit Jahrzehnten. Das ist Politikersprech, weil man dazu quasi nix Negatives sagen kann. Wer ist schon dagegen?

Wir müssen die Bürokratie abbauen. Wir müssen die Infrastruktur verbessern/weiter ausbauen. Wir müssen die Lebensqualität der Bürger verbessern. Die Wirtschaft muss wachsen. Wir müssen mehr in Bildung investieren.

Und die AfD priorisiert laut dir diese Themen mehr als die anderen Parteien?

Den Rest kannst du gerne ausführen, sprich die andere Auffassung der AfD.

Nazrael schrieb:
Natürlich: einfache Fragen, einfache Lösungen.
Also die AfD glänzt auch bei komplexen Fragen mit vermeintlich einfachen Lösungen. Und Rassismus.
 
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Jadedrache schrieb:
Und mit 18 ist man bekanntermaßen volljährig.
Und hat dann noch drei Jahre Zeit, bevor der Richter nach Erwachsenenstrafrecht urteilen MUSS. Erst ab dem 21. Geburtstag (internationale Volljährigkeit) muss nach Erwachsenenstrafrecht geurteilt werden. Bei einer Tat im Zeitraum zwischen 18. und 21. Geburtstag hängt es an der Einschätzung des Gerichts, ob man es hier wirklich mit einem Erwachsenen zu tun hat, oder lediglich mit einem alten Jugendlichen.
Entscheiden wird das am Einzelfall ... immer ... und die Begründung für diese Entscheidung gehört in die Urteilsbegründung ... ebenfalls immer.
Bei zum Tatzeitpunkt unter 18jährigen DARF nicht nach Erwachsenenstrafrecht geurteilt werden.

Lest die Urteilsbegründungen, statt hier nur wild zu spekulieren. Wenn ich das nach den vielen Seiten noch richtig im Kopf habe, wurde der Urteilstext sogar verlinkt. Wenn ihr es eh nicht lest, können sich die Gerichtsschreiber diese Arbeit auch sparen, denn was vor Gericht wirklich passiert ist, interessiert in der öffentlichen Debatte ja offensichtlich eh keinen.
 
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Nazrael schrieb:
Richtig, aber war Merz denn so erfolglos damit?
Wiederspreche ich nicht. Deine Aussage wirkte aber gerade zu absolut, als müsste es mehr Beispiele geben.

Nazrael schrieb:
Die AfD beherrscht Social Media und vor allem die algorithmusgetriebene Kommunikation mittlerweile scheinbar auf sehr hohem Niveau.
Ich muss sagen, stellenweise ist das geradezu pervers. Bei einigen AfD-Politiker sind die Antworten bei Interviews nicht darauf ausgelegt, auf die Frage direkt zu reagieren, sondern die Antwort ist dann so formuliert, dass es ein guter TikTok Clip gibt. Sogar Reden um Bundestag. Ich meine, auch Politiker anderen Parteien versuchen die eigentliche Frage zu umschiffen, aber bei der AfD ist es wirklich oft so, dass ich mich frage, ob das wirklich das selbe Interview ist, oder zwei unterschiedliche und Unabhängige Tonspuren.
 
Skaiy schrieb:
Du bezweifelst, dass fast jeder Politiker in der Form von Aufbruch, Aufbau, Verbesserung der Lebensqualität und Wachstum spricht? Das hört man im Prinzip von jedem Politiker. Seit Jahrzehnten. Das ist Politikersprech.
Nein, eben nicht. Schau dir mal diesen Podcast an, insofern dich deine innere Gegenposition nicht davon abhält (ich habe auch auf 2× gestellt und den Anfang übersprungen). Es geht nicht darum, es einfach nur zu sagen. Man muss dem Ganzen eine gewisse Glaubwürdigkeit mitgeben, das erreicht man durch geschickten Satzbau, Wortwahl und Tonalität. Eindeutig wurde Ulrich Siegmund hier professionell geschult, und da wird auch ein Team im Hintergrund sein, das sich mit Kommunikation sehr gut auskennt. Geld ist hier wohl ebenfalls schon lange keine Mangelressource mehr.

Die Kunst ist es, wie ein Politiker Fragen zu beantworten, ohne dabei wie ein Politiker zu wirken.

Skaiy schrieb:
Und die AfD priorisiert laut dir diese Themen mehr als die anderen Parteien?
Sie kommuniziert es besser und offensichtlich erfolgreicher. Ob sie diese Themen in Regierungsverantwortung tatsächlich so priorisieren kann, dafür haben wir bislang keinen Vergleich. Ich gehe allerdings natürlich nicht von einem Wirtschaftswunder in SA aus, dafür waren die Annahmen, die ich in dem Podcast gehört habe, schon extrem „günstig“ und stark vereinfacht, insbesondere der steuerliche Spielraum, den man sich durch Steuerwettbewerb vorstellt, ist schlicht gar nicht realistisch, nichtmal rechtlich umsetzbar.

Skaiy schrieb:
Also die AfD glänzt auch bei komplexen Fragen mit vermeintlich einfachen Lösungen.
Richtig, sollte aber nicht der eigene Standard sein, oder?

CCIBS schrieb:
Ich muss sagen, stellenweise ist das geradezu pervers. Bei einigen AfD-Politiker sind die Antworten bei Interviews nicht darauf ausgelegt, auf die Frage direkt zu reagieren, sondern die Antwort ist dann so formuliert, dass es ein guter TikTok Clip gibt. Sogar Reden um Bundestag. Ich meine, auch Politiker anderen Parteien versuchen die eigentliche Frage zu umschiffen, aber bei der AfD ist es wirklich oft so, dass ich mich frage, ob das wirklich das selbe Interview ist, oder zwei unterschiedliche und Unabhängige Tonspuren.
Das ist mir auch schon öfter aufgefallen. Das ist überhaupt nicht mehr mit den teils chaotischen und hypercringen Clips von vor zehn Jahren zu vergleichen. Klar, die gibt es immer noch, doch eine Professionalisierung hat hier definitiv eingesetzt und damit ist man offenbar auch sehr erfolgreich.
 
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Jadedrache schrieb:
Ok, also wenn bestimmte Gruppen besonders auffällig
Sind sie eben nicht. Genau das belegen die Daten aus GENESIS. Ficht dich aber nicht an. Wie du eben alles ignorierst, was deiner Darstellung widerspricht. Wie zum Beispiel, dass das Alter der Täter zum Tatzeitpunkt auch von dir nicht belegt werden kann und die einzige Quelle dazu, die ich finden konnte, ein Jahr später datiert und dort wie dargelegt das aktuelle Alter nicht das Tatzeitpunkt Alter angegeben ist. Es interessiert dich nicht. Irgendwo stand 17 Jahre, 18 Jahre usw. also waren die Täter so alt zur Tatzeit. Fertig, weil passt so schön ins Konzept. Ebenso ignorierst du, dass man vor dem Strafgesetz mit 18 NICHT einfach plötzlich volljährig ist. Die Justiz setzt im Strafrecht andere Altersgrenzen an, siehe https://www.gesetze-im-internet.de/jgg/__1.html. Dieser Paragraf setzt den ansonsten geltenden §2 BGB in diesem Rechtsbereich aus und ersetzt diesen dafür.
 
Also müssen auch alle anderen Parteien ihre Manipulationsmechanismen professionalisieren und vor allem auf die moderne Manipulationsmaschinerie hin optimieren?

Vor Jahren hat man hier öfter mal einen Spruch gesehen. Irgendwas mit "Diskutiere nicht mit Trollen. Die ziehen dich auf ihr Niveau herunter, und schlagen dich dann mit Erfahrung".
Daran fühlte ich mich eben etwas erinnert.

Ich mag Realpolitik ... und die lebt mMn nicht von fetzigen TikTok feeds.
Was wird sich die Rechte eigentlich als Feindbild suchen, wenn die Ausländer und "Passdeutschen" weg sind und die Linken und Grünen aus Angst lieber die Schnauze halten? Ohne Feindbild funktioniert deren Programm nämlich nichtmal im Osten. Was kommt, wenn die rechte Diktatur etabliert ist und man mit dem "mit eisernem Besen auskehren" fertig ist?
 
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