Ethik ist ein rein Menschlicher Begriff

  • Ersteller Ersteller Musashi
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Danke, ist das krass...
Die Frage nach den Zahlen war nicht böse oder provokativ gemeint. Hat mich wirklich interessiert.

Unterschied zu damals, es gab weder diese ganzen social media Kanäle, noch gab es Discountstudios für 20€ an jeder Ecke...
Fitnessstudios haben früher noch richtig Asche gekostet, aber gut, damals haben die auch noch Trainer betrieben und dort gearbeitet. Heute steht der BWL-Student am Empfang.
 
FrankenDoM schrieb:
Nicht ohne Zustimmung der Eltern. Im Cleverfit zb muss ein Erziehungsberechtigter sogar beim Training anwesend sein.
Zustimmung ja, aber Eltern müssen bei mir im Studio nicht anwesend sein, unter 16 ist Freihanteltraining aber verboten und man muss an den Geräten mit Führung Trainieren. Die Eltern geben die Zustimmung, wir haben viele unter 16-Jahren.


FrankenDoM schrieb:
Gibt es da Zahlen? Also rein subjektiv war schon in den 90gern so gut wie jeder in meinem Umfeld im Studio unterwegs...

Fitness Studios wahren früher allgemein teurer, so zwischen 40 und 60€ und heute kann man ab 10€ im Monat Trainieren.

In meiner Umgebung ist der Fitnessboom erst Anfang 2010 ausgebrochen, davor hatte man nur 1 Studio in der Stadt, während es jetzt 6 sind.

ohh hab hier was

817967


Quelle: https://www.dein-rueckentraining.de...n-deutschland-von-2003-bis-2017-in-millionen/
 
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Diese Art von „Selbstoptimierung“ ist tatsächlich irgendwie im Trend. Selbst ich mach inzwischen regelmäßig Sport, wenn auch nicht im Fitnessstudio.
 
Nur weil viele heute im Fitnessstudio angemeldet sind, muss die Bevölkerung nicht fitter sein bzw. es trendiger zu sein sich zu optimieren. Erstmal beweist es nur den Trend, in einem Studio zu trainieren (eigentlich nur, angemeldet zu sein...). Ob man wirklich geht und das ganze effektiv ist, sei dahingestellt. Es kann ebenso sein, dass viele früher schlicht ohne Studio trainiert haben. Da ich selber mehrere Jahre in einem Studio gearbeitet und trainiert habe (trainiere noch), weiß ich aus erster Hand, wie ineffektiv viele dort angemeldete trainieren. Der Trend, dass immer mehr Deutsche übergewichtig sind, spricht zunächst auch gegen einen höheren Fitnessgrad, der aus der Zunahme der oben genannten Zahlen zu vermuten ist. Ich wäre somit vorsichtig mit der Behauptung, dass heute mehr Fitness machen/fitter sind, als in den 90er Jahren...
 
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Ich bin froh das ich Kampfsport und Leichtathletik mache. Durch mein Fabel zu den Japanischen Samurai sind es auch nur die Techniken die eine innere Lehre/Philosoph vermitteln, das ganze mit Leichtathletik kombiniert ergibt eine super coole Mischung.

Mit Social Media hab ich nichts an Hut, hatte ich auch noch nie.

@Mustis niemand hat gesagt das die Leute Fitter sind, es geht um die Verbindung von Fitnessstudios und Social Media Plattformen.
 
Musashi schrieb:
Fitnessstudios und Social Media Plattformen.
Da es das in den 90er Jahren nicht gab, wie soll der Vergleich da funktionieren? Es gab keine Verbindung von Fitnessstudios und SOcial Media in den 90er Jahren, weil es da schlicht kein Social MEdia gab. Selbst Facebook existiert erst seit 2004...

Die Vorgänger von Social Media kamen erstmals Mitte der 90er Jahre auf und waren absolute Nischen, völlig unabhängig von Fitnessstudios. Social Media kam erst mit Web2.0 auf und das ist Anfang der 00 Jahre entstanden, ca. um 03/04 herum.

Ich beziehe mich auf diese deine Aussage:
Musashi schrieb:
Im Prinzip stimmt das, Fitness gab es ja schon immer und in den 90ern hatte man nicht die Möglichkeit sich überall zu Präsentieren. Die Masse die Fitness machte, war auch geringer als heute
Da sprichst du von den 90er Jahren und auch, dass damals weniger Fitness machten (ergo unfitter sein müssen) und das zweifle ich eben an, denn die Zahlen dazu lassen keinen klaren Schluss zu.
 
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Zum Thema social media mal eine Buchempfehlung, die (lustiger weise) nichts mit social media am Hut hat (zu alt), meiner Meinung nach aber die Problematik sehr gut bschreibt.

Michel Foucault: "Der Wille zum Wissen" (Sexualität und Wahrheit Bd. 1).

Darin geht es um die Beichte und ihre Folgen für das zusammenleben in den christlichen Gemeinschaften Europas seit dem Mittelalter (unter anderem, ist kein dünnes Büchlein).

Die allgemeine Stoßrichtung geht auf "Selbstregierung" ... also die Kontrolle der eigenen Handlungen mit der Motivation, nichts zu tun, was man nicht auch seinem Priester erzählen kann.
Ein stückweit hat sich daraus (nach Foucault) eine Art Voyeurismus entwickelt, der sich mit der Aufklärung langsam zu Wissenschaften ausgewachsen hat, welche alle möglichen Norm-Abweichungen als pathologisch betrachteten und am liebsten behandelt hätten (tatsächlich wurde es oft genug versucht ... mit Folgen, die auch Mord und Suizid beinhaltet haben.

Wenn ich mir den Fitnessfetisch ansehe, die Möglichkeiten, die eigenen Biodaten zu tracken ... und die Vergleicheritis auf manchen Onlineportalen, dann sehe ich Parallelen, zu dem Prozess, den Foucault da in den 70ern beschrieb ... der Fundamentalismus ist da, nur ist er dieses mal nicht religiös motiviert, sondern durch den willen möglichst lange möglichst gesund und fit zu bleiben.
Die Aufrechterhaltung der geistigen oder seelischen Gesundheit ist der Erhaltung der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit gewichen.
Wir sind halt kein "Gottesstaat" mehr, sondern eine Leistungsgesellschaft, in der es jedem Frei steht, sich selbst verrückt zu machen ... naja, im Rahmen der Erwartungshaltungen denen man aus dem Umfeld begegnet und die man in sich selbst heranzüchtet.

Eine als "etwas ungesund" problematisierte Funktion als Rollenvorbild schleppt z.B. der Modeberiech seit langer Zeit mit sich herum. Früher betraf das eher Frauen als Männer (magersüchtige Mädchen gibts schon ewig, und das hat nicht viel mit social media zu tun ... das schafft auch jede normale Werbung in den oldschool-Medien).
Auch in diesem Bereich haben sich die Unterschiede zwischen den Geschlechtern verringert ... es "trifft" heute also auch nicht ganz wenige Männer.
Klar fangen die dann auch an, Fatburner, Proteinpräparate oder Schlimmeres in sich hinein zu schaufeln, wenn es mit dem Sixpack halt nicht so gut klappt ... auch Männer wollen mittlerweile pünktlich zum Sommer eine "Bikini-Figur".

Eventuell hat es durch social media eine etwas andere Qualität bekommen ... ist allgegenwärtiger ... und damit viel näher am Alltag der Menschen.

Um die Brücke zu schlagen und den Kreis zu schließen ... die Priester sind uns heute meist egal ... aber wenn wir ein Foto auf Instagram geteilt haben, und dann gleich lesen müssen "boah, bist du fett" dann tut das weh ... auch weil man weiß, dass alle in der Gruppe oder wohlmöglich einfach alle, die die Seite besuchen, dass auch sehen.
Im Netz gibts kein Beichtgeheimnis, und was einmal hochgeladen wurde, ist auch nur schwer wieder zu löschen (dauert keine zehn sekunden bis irgendwer das kopiert oder verlinkt hat).
Und dann bist du halt "ElfiÖmmel06 ... die dumme fette Elfe", die sich im Fitnessstudio abmüht, und ihren FB-Freunden trotzdem ein bischen peinlich ist, weil sie eben nicht so "geil" aussieht. Und all das nur wegen eines Fotos, mit dem eventuell nur ein "sichtbarer Fortschritt" mitgeteilt werden sollte, über den sich Elfi irrsinnig gefreut hat.
 
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Ich würde an deiner Stelle erstmal reinlesen ... das ding steht in eigentlich jeder soziologischen Bibliothek ... eventuell musst du dafür in die Gender-Ecke.
Ich muss dich aber warnen ... "Sexualität und Wahrheit" ist (auch) ein Standardwerk der Genderstudies ... einiges darin könnte einem etwas seltsam vorkommen.
Der erste Band ist aber noch etwas besser verdaulich ... im zweiten führt er dann unsere Geschlechterdiffenrenzen auf antike Autoren zurück ... bei einem Queer-Theoretiker und Fan der Diskursanalyse Foucaults (wie mir) geht das gut runter ... aber manch anderer wird das wohl etwas weit hergeholt finden.

Über Google Books kannst du leider nur in Sekundärliteratur reinschauen ... den Urtext gibts da nichtmal mehr Auszugsweise.
 
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Das macht nichts, ich habe damit keinerlei Probleme und bin, da auch nicht empfindlich sogar sehr aufgeschlossen da ich ohnehin mehre, Mädels kenne die Lesbisch sind und eine eben den Weiblichen teil übernimmt und die andere den männlichen Teil usw. Ich kennen sogar einen Mann mit einer Geschlechtsumwandlung, ist bei uns im Fitnessstudio.

Ich finde einige Gender-Studien ohnehin sehr interessant, mit Sexualität hatte ich nie Probleme.

Was glaubst du wie die Leute gucken, wenn ich sage, das ich Sapiosexuel veranlagt bin, dann sind die Augen ganz groß und das Fragezeichen über Kopf. Meine Freundin war da auch schon sehr interessiert bei allen sexuellen Richtungen.
 
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Musashi schrieb:
WOW ... ich stolpere in dem Bereich eigentlich eher selten über "Fremdwörter" (also Begriffe, die MIR fremd sind).
Aber DAS musste ich tatsächlich kurz nachschlagen ... ich wusste garnicht, dass es dafür einen Fachbegriff gibt.
Wenn ich diesen Begriff doch nur vor 15 Jahren schon gekannt hätte ... im Queer-Kontext zu sagen, man sei Hetero hat sich für mich immer angefühlt, wie ein Coming-Out (eigentlich war das ein teilweise ziemlich sexistischer Haufen ... nur dass man sich dort eben als Hetero etwas aussen vor fühlte).
 
Für mich sind Äußerlichkeiten nicht wichtig, weil sie mir nichts bringen, wenn ich mich mit der Person nicht unterhalten kann. Warum sollte man den Körper über eine gute Unterhaltung stellen, Schönheit ist so oder so nicht für immer!

Daher habe ich auch eine Abneigung gegeben diesen Fitnesswahn bei dem alle Frauen eh nur ihren Arsch Trainieren, um ihn dann auf Social Media Plattformen zu präsentieren. Meiner Erfahrung nach sind Menschen die eine gewisse sexuelle Ausrichtung haben wie Bi, lesbisch, schwul, Pan immer sexistischer, aber auch aufgeschlossener zugleich. Während hetero Menschen eher sexistisch aber kein Stück aufgeschlossener sind.

Teilweise gehen Hetero Menschen sogar ziemlich dumm mit Sexualität um und sind da auch viel verklemmter. In der Gothic Szene gibt es sehr viele Pansexuelle Frauen z.b, da wird mit Sexualität ganz anders umgegangen, liegt aber auch an den vielen Metro sexuellen Männern dort.
 
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Betonköpfe gibt es überall ... leider.

Ich hatte da einen etwas längeren Erkenntnisweg ... ich habe mit meiner Sexualität ordentlich experimentiert und dabei eben herausgefunden, dass ich eben doch ein eher "normaler" Hetero-Mann bin.

Aber ich habe eben auch viele kennengelernt, die überhaupt nicht interessert hat, was ihnen am meisten Freude bereitet ... die haben im Grunde Papa und Mama imitiert, und damit war ihre Sexualorientierung dann fertig ... oft genug schon vor der Pubertät.

Ich hatte aber eben auch eine etwas "schockige" Erfahrung. 2 Semester "Gaststudium" Genderstudies ... ich hatte mich vorher schon mit Differenzthemen viel beschäftigt ... und zumindest mir ist in diesen Gruppen damals ein gewisser Druck aufgefallen ... Zu einem großen Teil bestanden diese Gruppen aus Abweichlern (ein ausgewachsener irgendwas-Fetisch war da fast Norm).
Wo der "normalen" Gesellschaft Heteronormativität vorgeworfen wurde, da hätte man in dieser Subkultur von "Abweichungs-Normativität" sprechen können. Wir waren alle "anders" und wer eben doch nicht anders genug war, der hat sich das zurechtkonstruiert ... einfach um sich zugehörig fühlen zu können.

In dieser Zeit habe ich im Grunde erst so richtig verstanden, was Gruppendruck bedeutet (ausgerechnet in einem Kontext, der das gewohnheitsmäßig der "normalen" Gesellschaft vorwirft) ... und habe mich dann stark zur Queertheorie hingezogen gefühlt. Also zu dem Teil der ganzen Gender-Theorien, dessen Ziel eine Auflösung der Differenzlinien in diesem Bereich war.
Nicht BDSM, Hetero-, Homo-, Trans- oder Metrosexuell - sondern einfach Sexuell.
Mir ist ziemlich egal mit wem oder was ihr die Sexualität auslebt ... ich stelle nur eine Forderung ... es muss beiden (bzw. allen) Partnern Freude bereiten ... das gegenseitige Einverständnis setze ich vorraus ... alles andere ist Vergewaltigung.
 
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[ZUSATZ]Tut mir leid, dass ich grad am aktuellen Thema vorbeischramme. Ich war erst bei der Mitte des Threads.[/ZUSATZ]

Als ich noch Jung war habe ich nach seltsamen moralischen Grundsätzen beurteilt. Nach „gut“ und „schlecht“. Ich kannte ja keine Grauzonen. Es war schlicht, sehr leicht wenn man einen so beschränkten Horizont hat. Wenn ich heute sehe, dass Menschen z.B. „John Wick“ dafür hochloben weil er aus Rache vor einem toten Hund buchstäblich dutzende Menschen umbringt, dann kann ich nur den Kopf schütteln.

Millionen abgeschlachtete Rinder, Hühner und Schweine lassen mich kalt. Das gleiche Gefühl habe ich sogenannten Haustieren gegenüber. Der Verlust eines Hundes ist für mich eben genau der Verlust den es in meinem Geldbeutel hinterlässt einen neuen zu kaufen. PSYCHOPATH werden einige schreien, die gerade eben noch lächelnd genickt haben als besagter „John Wick“ dutzende Menschen erschießen durfte – wegen eines Hundes. Ich bin zu einer Zeit aufgewachsen da galten Tiere noch als Sachen – und Tierquälerei war damit Sachbeschädigung.

Ich würde ohne Not kein Tier töten. Freude am Töten halte ich für moralisch bedenklich. Aber nicht das Töten von Tieren ansich um eben den Leuten ihren Sonntagsbraten zu ermöglichen. Daher sehe ich absolut die Notwendigkeit eben dies so zu tun wie es aktuell getan wird. Ich habe aber auch nichts dagegen, wenn man es in Zukunft irgendwie noch schneller und noch schmerzfreier machen kann. Oder wenn man Möglichkeiten findet Fleisch anders herzustellen. Da gibt es ja schon erste Versuche. Ich sehe auch die Problematik von gestörten Ökosystemen in dem Landwirtschaft auf Tierproduktion ausgelegt ist. Ich bin aber zuversichtlich dass sich da Lösungen finden werden. Und das ohne von sich moralisch überlegenen den Sonntagsbraten vermiesen zu lassen.

Meine Moral stellt ganz klar mich, meine Familie – und dann den Rest der Menschheit ins Zentrum. Für mich ist dabei ein Veganer nicht moralisch besser als ein Metzger. Es sind beides Menschen und damit gleichwertig. Moralisch bedenklich finde ich viel eher die Menschen, die Tiere humanisieren und dann anfangen eine Art „Auge um Auge“-Gewaltphilosophie an den Tag zu legen. Bis zur Verachtung der eigenen Existenz. Das ist Kinderkacke – und irgendwann nach der Pubertät muss diese Sturm & Drang Phase auch mal rum sein.

Mit den Jahren lernt man andere Kulturen und Denkweisen kennen. Menschen kommen und gehen. Liebe kommt und geht. Krankheiten, Kriege, Politiker – Mode.
Wie oft habe ich inzwischen zerrissene Jeans gesehen?

Es wiederholt sich alles mit leichten Nuancen. ETHIK. Natürlich ist es Menschengemacht – und natürlich muss das jeder für sich definieren. Ethik ist nur der Oberbegriff eines sich stetig wandelnden Codexes der für den einen alles ist – und dem nächsten nichts. Letztlich ist das alles als Konsens im Gesetz geregelt. Diese sind von Land zu Land unterschiedlich – aber meist finden sich diverse Übereinstimmungen.

Bring keine Menschen um dürfte eines davon sein…

[ZUSATZ]
Fit ist keine Mode sondern eine Lebenseinstellung. Ich kenne beide Seiten. Vor 2 Jahren wog ich noch 60kg mehr als jetzt. Mein Körper hat mir eine Grenze aufgezeigt - und ich wollte meinem Sohn hinterherlaufen können ohne wie eine Dampflok zu klingen.

Essen ist einfach. Nicht-Essen aber wie ich festgestellt habe noch mehr. Die 60kg habe ich über 15 Jahre langsam aufgebaut. Das Abnehmen ging viel schneller.

Es gibt dabei aber kaum etwas sinnloseres als ein Fitnessstudio. Der eigene Körper hat mehr als genug Gewicht um mit diversen Übungen entsprechende Effekte zu erzielen. Man braucht keine Kurz- & Langhanteln. Und wozu sind bitte Laufbänder und Stand-Fahrrad gut? Geht doch einfach vor die Tür?
 
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Mustis schrieb:
Es gab keine Verbindung von Fitnessstudios und SOcial Media in den 90er Jahren, weil es da schlicht kein Social MEdia gab. Selbst Facebook existiert erst seit 2004...
Die Verbindung ist die Funktion ... so richtig kamn social media erst mit web 2.0 in Fahrt, das ist unbestreitbar ... aber auch vorher fand Kommunikation statt ... nur eben auf anderen Kanälen.
Früher hat man im Bekanntenkreis vielleicht Urlaubsfotos herumgezeigt, oder auch mal ein Video ... und natürlich wollte man auf diesen Fotos auch nicht aussehen, wie irgendein amorphes etwas.
Den Zusammenhang zwischen Fitness und Selbstbild ist um einiges älter, als die Printmedien. Mit etwas Fantasie findet man das schon in antiken schriften (z.B. von Ärzten, aber auch bei Platon, wenn er z.B. einen "gesunden Staat" mit einem "gesunden Körper" vergleicht, dann ist das immer eher der Körper eines Achilles, als der eines Lucullus).

Nartürlich wächst dieser Druck mit der Rechweite der Erzeugnisse einer Kultur ... und die war nie größer, als mit web 2.0 und allen seinen Möglichkeiten.
Heute kann man sich beim Blick in den Spiegel eben mit Menschen vergleichen, von denen man vor 50 Jahren wahrscheinlich nichtmal gewusst hätte.

In nur 10 Jahren Internet wurde mehr Text hochgeladen, als in den 500 Jahren Buchdruck davor veröffentlicht worden ist. Wenn man Vergleicht. Wie viele Fotos vor social media weltweit veröffentlicht wurden, und wie viele es seit dem waren, dann wird das kaum anders sein ... eigentlich mehr, denn in vielen Texten steckt einfach mehr Arbeit, als in einem Selfie oder einem Schnappschuss.

Früher sagte man, dass Fotos nicht lügen ... heute kann man die so einfach nachbearbeiten (und pimpen), dass man sich einfach nicht sicher sein kann, ob ein Bild nun "echt" ist, oder nur "Photoshop-Skills" zeigt.
Auch das baut natürlich weiteren Druck auf ...
Was man in den 70ern, 80ern und 90ern noch der Mode- oder Werbeindustrie vorwerfen konnte, muss die heute nichtmal mehr selbst machen ... die "Möchtegern-Influencer" machen das alle freiwillig (was nicht bedeutet, dass die Modephotografen nicht gerne noch einen drauflegen .... es muss ja aus der Masse herausstehen).
"Übermenschliche Makellosigkeit" gibts heute schon für ziemlich kleines Geld.
Ergänzung ()

Niyu schrieb:
Man braucht keine Kurz- & Langhanteln. Und wozu sind bitte Laufbänder und Stand-Fahrrad gut? Geht doch einfach vor die Tür?
Ich habe so das wage gefühl, dass es beim Besuch von Fitnesscentern um mehr geht, als um reine Fitneß ... die ist mehr der Aufhänger ... da werden auch andere Bedürfnisse befriedigt.
Das Bemühen um körperliche Fitness ist eine Gemeinsamkeit ... und ob man nun durch den Wald joggt oder nebeneinander auf Laufbändern, Ski-, Ruder- oder Biketrainern "km abspult", dass ist relativ unerheblich.
Es geht darum, es gemeinsam zu tun ... inkl. eventuell vorhandener Konkurenz zum Trainingsbuddy ... oder zu anderen kleinen Gruppen.
Das ist "Gesellschaft im Kleinen".

Das war der kleine Soziologe in mir .... der subjektiv urteilende Mensch fragt sich auch, was das soll ;)
Ich fahre auch lieber Fahrrad als Biketrainer ... allein schon, weil ich testosterongeschwängerte Luft nicht so geil finde.
 
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Was der DerOlf sagt, stimmt schon. In meinem Studio geht es nur um reine Äußerlichkeiten und nichts anderes. Die einzige Person die mit ihrem Training heraussticht wie ein bunter Hund, bin ich mit dem Kampfsport. Ich mache mir nicht aus Äußerlichkeiten und mache lieber Yoga, Taijiquan, Mediation und meinen eigenen Kampfstil und möchte mich da immer weiter perfektionieren bis ins hohe Alter.

Schönheit ist vergänglich, aber was ich beim Kampfsport lerne und stetig perfektionieren will wird mir immer bleiben. Schönheit ist auch nicht immer körperlich gesund und hat ihren Preis. Die Mediation wird meinen Geist immer stärken egal, wie alt ich bin. Yoga und Taijiquan wird auch meinen Körper gesund halten und das auch im hohen Alter.

Das ist der beste Aikido Meister Japanas, er ist gefühlt 800 Jahre alt, aber wie er die Bewegungen noch in seinem Alter so perfekt ausführen kann ist beeindruckend und sowas ist erstrebenswert.
 
@Musashi: Erstrebenswert wenn man das möchte. Ich wäre erstmal froh 80+ zu werden - und dann wäre ich froh mit halbwegs geistiger Gesundheit meine Kinder aufwachsen zu sehen - und dann wäre ich dankbar für einen schnellen und schmerzfreien Tod.

Für mich ist "Kampfkunst" in erster Linie rumgehampel und ich brauche auch keine Meditation um in mein innerstes zu blicken. Da wird viel aus wenig gemacht. Auch nur eine Form von Vermarktung. Das ganze Yoga und Finde-dich-selbst-Gedöns hat bei mir den gleichen Stellenwert wie "...'Merica fuck yeah" - bloß eben asiatisch angehaucht.
 
Nobsi schrieb:
Falsch. Dann könnte man alles aus seiner eigenen Sichtweise als richtig ansehen.
Was ja Gang und Gäbe ist. Zumindestens in den Industriestaaten. Selbstverwirklichung, Egoismus, Karrierestreben ohne Rücksicht auf Verluste, zunehmend mangelnde Empathie usw. Ethik ist eine Erziehungssache gleich wie Moral und Anstand und Sitte welche leider in heutiger Zeit immer mehr verloren geht. Gutes Benehmen wird zusehends belächelt oder als Oldschool abgetahn oder man weiß gar nicht mehr was das ist weil mans nicht mehr gelernt bekommt. Ach ja und die Religionen, mein Lieblingsnachdenkthema. Sie können Halt und Trost spenden oder aber auch Hass schüren, was man ja in unserer Globalisierten Welt jeden Tag erleben kann. Schon mal Buddisten oder Hinduisten mit einem Sprengstoffgürtel gesehen? Tja wie sollte doch Gott gesagt haben ?

Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret ... und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan.

Von Zerstören hat er allerdings nichts gesagt. Da kannte er aber die Menschheit noch nicht

Ich bin natürlich mit meiner wissenschaftlich/mathematischen Weltanschauung eine absolute Ausnahme :evillol:

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