@FrankenDoM @Thorle
Ich verstehe ehrlich gesagt schwer, wie man da anderer Meinung sein kann.
Also erstmal kurz vorweg.
Jeder Traditionsverein ist selber für sein Handeln, Misswirtschaften verantwortlich. Jeder dieser Vereine hatte Leute am Werk die über eine gewisse Dauer schlechte Entscheidungen getroffen haben. Ich bin nicht der Meinung, dass es vollkommen ausgeschlossen ist für einen klassischen Verein auf Dauer erfolgreich zu sein.
Ich bin aber der Meinung, dass es eine zu große Anzahl an klassischen Traditionsvereinen gibt, wovon viele im Dunstkreis der Top10 von ihrer eigenen wirtschaftlichen Stärke stehen sollten aber teilweise erhebliche Probleme haben. Ich finde es als zu einfach NUR mit den Finger auf diese Vereine zu zeigen und komplett zu ignorieren, wie die Strukturen in der Geldverteilung sind und was es für einen Traditionsverein bedeutet, sich mit einen Retortenverein auf Dauer im Wettbewerb zu stellen.
Hier nur mal ein Auszug aus der "ewigen" Tabelle ab 2010:
Leipzig wäre nach Hochrechnung ca. auf Platz 3 hinter Dortmund.
Wir hätten damit mit Leipzig, Leverkusen, Wolfsburg, Hoffenheim vier Retortenklubs seit 2010 in der Bestenliste TOP7.
Für mich stehen diese Vereine in erster Linie so erfolgreich dar, weil sie im Vergleich zu richtigen klassischen Vereinen eine Art Bestcase-Umfeld haben und anders reagieren können, wenn es mal nicht läuft.
- kaum Erwartungshaltung durch Außen (vergleicht mal Leipzig alleine mit Schalke, Stuttgart usw.)
- viel geringere Abhängigkeit weiterer Investoren
- Finanzspritzen bei Notwendigkeit
- viel geringeres mediales Interesse/Unruhe
- mit erheblich finanziellen Mitteln neu erschaffene Strukturen. (mein altes Beispiel Sim City Stadt mit Moneycheat)
- schnellere Entscheidungswege, kaum notwendige Rechtfertigung an Mitglieder
- teils Farmteams
Auf dem Rasen gelten die Regeln für alle. Drumherum hat das rein gar nichts mit Wettbewerbsgleichheit zu tun, sondern ist unterm Strich für mich reine Verzerrung. Dabei will ich kein bissl verschweigen, dass in den Vereinen zum Teil inhaltlich gut gearbeitet wird. Aber RB hat alleine durch seine Farmteams einen so großen Vorteil, wie kein anderer Verein.
Man kann auf Schalke, Hamburg, Lautern, Bremen, Stuttgart, Köln, Hertha, Frankfurt, Nürnberg mit dem Finger zeigen und fragen, wieso ist da nicht seit 2010 mehr gekommen.
Wären die Gelder gerechtet verteilt, hätte man darauf verzichtet, dass die Bayern im jeden Jahr theoretisch die CL gewinnen können und hätte man 50+1 konsequent ohne Ausnahme umgesetzt, dann wären mit Sicherheit einige dieser Vereine auch heute in der zweiten Liga aber erstens nicht so viele und zweitens hätten wir einen ganz anderen nationalen Wettbewerb. Wer das nicht sieht und Leute die so denken als Traditionalisten stigmatisiert, der hat meiner Ansicht nach Tomaten auf den Augen.