Yuuri schrieb:
Unternehmen ja, aber keine Plattenfirmen und Filmstudios. Wie war das nochmal mit den Abmahnern? Oder der eine Fall, von der Mutter in der USA? Man stürzt Familien und dessen Kindeskinder in den Ruin, weil die Kinder (?) 20 MP3s gezogen haben. So genau weiß ich die Lage nicht mehr, aber die Strafe dafür kann man einfach nicht vergessen.
Das Strafmaß, welches in den von dir genannten Fällen verhängt wurde, wurde aber nicht von der Medienindustrie sondern von einem Richter verhängt.
Keine Frage, wenn eine Einzelperson mit einem Bruttoeinkommen von 25.000€ im Jahr beschuldigt wird, 250.000€ Schaden angerichtet zu haben weil Sie 2 Filme mit 30€ Ladenwert runtergeladen statt im Laden gekauft zu habem.... Da schüttel ich auch mit dem Kopf.
Aber auch das übertriebenes Strafmaß eines Richters, ist meiner Meinung nach keine rechtfertigung für das Verhalten der angeklagten Person.
Tante Edit: Bezüglich Virtuell und Physisch.
Ich finde, dass ist ein genauso heikles Thema wie die anerkennung Psychicher Krankheiten gegenüber Physischen.
Im Ersten Weltkrieg wurden Leute mit PTBS (Posttraumatisches Belastungssyndrom) "Kriegszitterer" genannt und wenn überhaut mit Elektroschoks behandelt. Wenn das keine Besserung brahcte, dann waren das halt einfach Drückeberger, Spinner und leute die sich einfach nicht so anstellen sollen.
Heute ist durchaus bekannt wie akkut und ernstzunehmen diese Krankheit ist. Auf Spiegel-Online gab es mal einen sehr tollen bericht über einen Amerikanischen Soldaten, der im Irak war und an PTBS erkrankte. Das Ende vom Lied war, dass er kein Kaufhaus mehr betreten konnte, weil er hinter jedem Regal einen Aufständigen vermutet hat. Irgend wann hat er sich dann in seinem haus verschanzt... und letztlich aus überforderung selbst umgebracht.
Heute ist das allgemeine Verständnis für Psychische Krankheiten immernoch sehr schlecht. Ich selbst habe viel mit Border-Liner zu tun und erlebe immerwieder, wie, vorallem Menschen älterer Generationen, diese Menschen oft nur als "Spinner, Taugenichts" und dergleichen abstempeln. Argumente wie, "benehm dich doch einfach" sind dann nicht selten.
Das resultiert natürlich nicht aus Blödheit sondern aus Unverständniss. Nur weil sich PTBS nicht mit Aspirin und Hühnersuppe behandeln lässt, heist das nicht, dass es keine Krankheit ist.
Ich finde, dass sich dieses Beispiel gut auf den Zustand Physischer und Virtueller Objekte anwenden lässt. Wenn ich ins Pentagon spaziere, mir irgendwelche geheimen Akten auf den Kopierer lege und wieder rausgehe, könnte ich ja uch behaupten, nichts geklaut zu haben. Aber, das habe ich. Mag sein, dass das Original noch bei "Urheber" ist, aber ich habe die darin enthaltenen Informationen in einen Verbreitungsweg eingebracht für den diese nicht vorgesehen ist.
Bei der Medienindustrie ist es ja nichtmal so, das es die Verbreitung der selbsterzeugten Informationen verbietet. Es besteht halt nur darauf, das es auf dem Weg verbreitet wird, wie es sich der Erzeuger vorstellt.
Yuuri schrieb:
Stimm ich dir zu. Aber was will man noch machen - Boykott? Haha, hat bei COD MW 2 ja schon super funktioniert.
Ja und warum hats nicht funktioniert? Weil die Medienindustrie alle hypnotisiert und zum kauf zwingt? Vielleicht aber auch deswegen, weil in den Augen derrer, die es gekauft haben, der Gegenwert zum gelieferten Produkt gepasst hat?
Boykott bringt duchaus was. aber nur dann wenn man diesen auch publik macht. das ist wie bei den Bundestagswahelen. Die die nicht hingehen, die interessiert keiner. Weil die Prozente der Parteien werden anhand derrer berechnet, die zur wahl gingen, und nicht anhand derrer die wahlberechtigt sind.
Erst wenn du hingehst und deine Stimme ungülig machst, dann wird dein Boykott von bedeutung. Weil dann die Prozente von allen Parteien sinken.