Der Daedalus
Commander
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Morgoth schrieb:Da kannst Du gegen radikale Gruppen nichts machen. Das kann nur die andere Seite, indem sie sich mal zusammenreißt und den Menschen respektvoll gegenübertritt.
Aber in Israel werden Politiker, die diesen Gedanken verfolgen, ja lieber erschossen.
Gruß
Morgoth
Hab ich erst jetzt gelesen.
Ich denke mal du spielst auf die Ermordung von Jitzchak Rabin im Jahr 1995 an.
Ein schwerer Schlag für den Friedensprozess in Israel.
Doch eben ein Beispiel was sehr gut belegt wie der Konflikt in Israel gestrickt ist.
Rabin höchstselbst war der militärische Kommandeur der Truppen im Sechstage Krieg. Dies nur am Rande.
Die Wege die zum Frieden im Nahen Osten führen sollten waren im groben die selben wie heute. Abzug der israelischen Truppen aus dem Gazastreifen und dem Westjordanland. Bildung einer autnomen Palestinensterverwaltung und später sollte der Dauerhafte Status der Palestinensergebiete verhandelt werden.
Der unterschied zum Zustand in den Palestinensergebieten vor ein paar Wochen ist lediglich der, dass in der heutigen Zeit Israel viel mehr für die Sicherheit seiner Grenzen unternimmt als zu Rabins Zeiten. Doch ist dies bei einer Palestinenserverwaltung die dem Terrorismus entspringt in irgendeiner Form verwunderlich?
Dann kam der Tag an dem Rabin erschossen wurde.
Wer hat Rabin erschossen? Nun es war ein radikaler Israeli. Religiöser Fanatismus gepaart mit Nationalismus.
Eben ein Mitglied jeder radikalen Gruppen die auf beiden Seiten existieren.
Doch ganz wichtig ist, was nach den Tod Rabins geschah:
20. Januar 1996: Arafat gewinnt die Wahlen in den Autonomiegebieten und wird Chef der palästinensischen Autonomiebehörde.
29. Mai 1996: Bei Parlamentswahlen in Israel siegt der konservativen Likud-Block unter Benjamin Netanjahu, der die Abkommen mit der PLO zuvor stark kritisiert hatte.
15. Januar 1997: Netanjahu und Arafat einigen sich über den Rückzug israelischer Truppen aus Hebron.
23. Oktober 1998: Netanjahu und Arafat einigen sich in Wye bei Washington auf einen weiteren Truppenabzug aus dem Westjordanland ("Wye-River-Abkommen"). Die Palästinenser sagen zu, gegen terroristische Organisationen vorzugehen.
17. Mai 1999: Bei Parlamentswahlen in Israel siegt die Arbeitspartei unter Ehud Barak.
13. September 1999: Arafat und Barak unterzeichnen im ägyptischen Scharm al Scheich ein Abkommen, das den 13. Septemmber 2000 als Datum für einen umfassenden Friedensvertrag vorsieht.
Der Weg zum Frieden ging auf politischer Ebene weiter.
Doch die Geschichte des Terrors. Die Selbstmordattentate wurden ab 1993 wieder richtig "modern" in den Palestinensergebieten. Also gerade in der Zeit in der Rabin an der Macht war und der Weg zum Frieden greifbar war. Und auch die Zeit nach Rabins Tot war durch terroristische Anschläge beprägt.
Radikale Gruppen gibt es auf beiden Seiten.
Aber alle politischen Bemühungen sind nichts Wert wenn die eigenen radikalen Zellen nicht unter Kontrolle sind und es zu Anschlägen kommt die dafür sorgen, dass sich die Fronten verhärten.
Frieden im Nahen Osten kann es nur dann geben wenn die politischen Führer der einzelnen Länder / Regionen verhindern können, dass radikale Gruppen ihre Politik machen.
Und genau hier versagen der Libanon und die Palestinenser.