Klage der AKW-Betreiber....

Lars_SHG

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Nun Ihr werdet es wohl auch gelesen oder gehört haben, dass RWE eine Klage gegen das Land eingereicht hat um gegen die vorläufige Abschaltung von Biblis vorzu gehen.

Meine Gedanken dazu mögen parnoid klingen, aber auch um meine Befürchtungen zu zerstreuen, möchte ich mal meine Gedanken offenlegen und euch bitten, ebenfalls eure Gedanken darüber zu teilen.

Ich bin, wie viele andere auch, sehr interessiert an dem Thema Energie und wie es in D und auch Europa damit weiter geht. Ich persönlich denke, dass wir aus der Atomkraft raus müssen - so schnell wie möglich - so langsam wie nötig! Will sagen, wenn ein AKW technisch in Ordnung ist, soll es seine Laufzeit ruhig ausnutzen - keine Abschaltpanik, wenn nicht in Ordnung sofort abschalten!

Mit Besorgnis sehen ich eher wieder mal unsere Regierung (auch viele aus der Opposition) die stümperhaft der Situation begegnen. Das Moratorium halte ich für einen schlechten Witz, lasse mich aber gern von euch überzeugen, wenn Ihr gute Gründe dafür vorbringen könnt.

Das schlimme und auch der Grund dieser Post ist wie es jetzt weiter geht mit der Situation Moratorium und den AKW-Betreibern. Bitte schaut euch mal an, was ich für möglich halte und bitte teilt mir mit, was Ihr darüber denkt:

a) Moratorium - kam nur, weil Wahl anstand und es war eben die einfachste Möglichkeit kurzfristig etwas die Bevölkerung zu beruhigen um dann zu sehen wie es weiter geht und möglicherweise 2-5 AKWs abzuschalten und den Rest "Business as usual", mit anderen Worten, alles nur schlecht durchdacht. Meine Vermutung - möglich!

b) Moratorium - weil die regierenden Politiker sich nun auch Sorgen machen und selbst die möglichen Risiken neu einschätzen wollen - was ich aber für Unsinnig halte, wenn ich Bedenke das Merkel Physikerin ist und somit wohl besser informiert sein dürfte als wir alle hier!

c) Moratorium - weil man nicht den einfachen (Rück-)Schritt der rot-grünen Regierung mit der vorliegenden aber außer Kraft gesetzten Ausstiegs-Einigung gehen möchte, um dem politischen Gegner nicht in die Karten zu spielen - erscheint mir wahrscheinlich

d) Moratorium - als Möglichkeit für die AKW-Betreiber um über Klagen wieder etwas Geld hereinzuholen, was man durch die derzeitigen und kommenden Abschaltungen verloren hat! Es ist ja wahrscheinlich, dass die Klagen durchkommen und somit die Stromkonzerne Milliarden vom Steuerzahler fordern können! Ist mir unbegreiflich, wie man so stümperhaft als Politiker arbeiten kann!
Gleichzeitig hätte man die Großspender der Parteien beruhigt und könnte wieder mit weiteren Zahlungen in der Zukunft rechnen!
Wäre wohl eine Katastrophe, wenn es so wäre - Unwahrscheinlich, aber wer weiss.....

e) sonstige Gründe - habt Ihr andere oder weiterführende Gedanken?
 
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don.dope

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Zitat von Lars_SHG:
a) Moratorium - kam nur, weil Wahl anstand und es war eben die einfachste Möglichkeit kurzfristig etwas die Bevölkerung zu beruhigen um dann zu sehen wie es weiter geht und möglicherweise 2-5 AKWs abzuschalten und den Rest "Business as usual", mit anderen Worten, alles nur schlecht durchdacht. Meine Vermutung - möglich!

Hi,
ich stimme mit deinem Punkt a) überein.
Das Moratorium war ganz klar eine populistische Aktion die durch die Geschehnisse in Japan in die Wege geleitet wurde.
Wäre Japan nicht gewesen, wäre Schwarz-Gelb NIE auf die Idee gekommen die Laufzeitverlängerung zu kippen, bzw ein Moratorium zu machen.
Doch durch die Geschehnisse in Japan, die aufzeigten dass auch in hochtechnisierten Industrieländern ein GAU nicht ausschließbar ist, musste sich Schwarz-Gelb gegenüber den Wählern vor der anstehenden Wahl neu ausrichten.
Klar, dass nach solchen Geschehnissen wohl nur sehr wenige eine Pro-Atom Politik (Oder genauergesagt den "Ausstieg aus dem Ausstieg") unterstützen wollen.
Aus taktischen Gründen wurde daher (meiner Meinung nach) zum Mittel des Moratoriums gegriffen, um eine potentiellen Wählerrückgang abzumildern.

Mir ist es völlig klar, dass einige Atomkonzerne jetzt klagen, schließlich hängen da Verträge über Millionen von Euronen dran.
Und es liegt auch in der Natur der Sache, dass gegen einen solchen Vertragsbruch vorgegangen wird.
Ob dies moralisch vertretbar ist, steht auf einem anderen Blatt geschrieben.


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MichiSauer

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Ganz einfach:
Erkenntnis ist das Zauberwort. Wahlkampf und Angst das zweite.
Gerade, was die FDP sagt ist in dem Fall wahr: Die Meiler sind alt, marode und nur noch Gelddruckmaschinen mit begrenzter Sicherheit.

Abschalten und Ende ist meine Meinung, oder auf moderne europäische Sicherheitsstandards hochrüsten (kostet pro Kraftwerk zwischn 1,5 und 3 Milliarden €. Dann schalten die selbst ab.)
 
K

kaigue

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Die Regierung stützt sich auf "Gefahr im Verzug" (http://de.wikipedia.org/wiki/Gefahr_im_Verzug). Das ist aber höchst fraglich, daher ist die Reaktion der Kernkraftbetreiber und allen voran von RWE verständlich und logisch.

Es gibt keine rechtliche Grundlage für das Moratorium oder diese Grundlage (GiV) ist höchst fraglich. Im Sinne der Aktionäre muss das Unternehmen klagen um Schaden vom Unternehmen abzuwenden. Die Verdienstausfälle lassen sich nicht wegdiskutieren. Daher hat RWE das Recht zu klagen.
Dies natürlich auf Kosten des Images. Aber wie gesagt: Eigentlich eine logische Kosequenz.

Mal abwarten. Anstelle eines Grabenkrieges wäre mir ein Kompromiss oder eine produktive Debatte lieber. Dieses Moratorium ist auf jedenfall eine ebenfalls fragliche Sache. Sich jetzt auf einmal hinstellen und behaupten, die Kernkraftwerke sind doch nicht so sicher (was ja die Folge des Moratoriums ist) ist natürlich auch nicht das Gelbe vom Ei. Ob das nicht blinder Aktionismus war? Aber die Realität ist wohl nie so einfach wie sie scheint.
 

Doggi

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"Atomkraft" nein Danke ist schon lange ein Thema für mich. Und für mich war es eine Frecheit was die Laufzeitverlängerung betrifft. Aber es ist in unseren land so das nicht die Regirung reigiert sondern die Wirtschaft un das nicht zu knapp. Und auf die Klage hat die Regierung mit ihr " Muraturium" (kannte das Wort bis Dato gar nicht aber hört sich wichtig an) nur hin gearbeitet. Denn wenn die Gerichte die Abschaltung für Unrecht halten, steht die Merkel untern Srtich gut da mit ihrer "Laufzeitverlängerung"
Erlich gesag hab ich machmal so die Schnautze voll von den ganzen Politik Dreck
Ich höre jetzt lieber auf sonnst kommt hier noch der Verfassungschutz
 

Dark|

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Genau der gleichen Meinung bin ich auch ;)
 

nukular8400

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Zitat von Lars_SHG:
b) Moratorium - weil die regierenden Politiker sich nun auch Sorgen machen und selbst die möglichen Risiken neu einschätzen wollen - was ich aber für Unsinnig halte, wenn ich Bedenke das Merkel Physikerin ist und somit wohl besser informiert sein dürfte als wir alle hier!

Sie ist Physikerin und kennt damit die physikalische Grundlage des Prozesses bestimmt gut, nur weiß sie damit noch nicht viel über die technischen Risiken, über mögliche technische Probleme und sowieso nichts über den konkreten Stand in den Kraftwerken.


Zitat von Lars_SHG:
Will sagen, wenn ein AKW technisch in Ordnung ist, soll es seine Laufzeit ruhig ausnutzen - keine Abschaltpanik, wenn nicht in Ordnung sofort abschalten

Durch die Katastrophe in Japan ist nur wieder die Gefahr eines GAUs in den Vordergrund gerückt, dass beim "Business as usual" utopische Mengen an Land und Trinkwasser verstrahlt werden und riesige Seen an verstrahltem Abraum und "Tailings" überbleiben, wird aber gerne vergessen. Dagegen ist die Endlagerung der verbrauchten Brennstäbe gar kein Thema.
 

Träumer

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Ich bin für Atomkraft, jedenfalls mittelfristig. Die derzeitigen Alternativen wären einfach zu teuer bzw mit einem höherem CO2 Ausstoß verbunden.
Mir ist es auch egal ob irgendwo in der Erde "relativ" sicher Atommüll Endgelagert wird, wenn ich dafür eine etwas saubere Luft habe. Unsere Erde ist so groß, die paar m³ unter der Erde sind doch nicht so Wild. Ich bin sicher kein Atomexperte, gehe aber davon aus das wir in Deutschland schon das Know how und die finanziellen Mittel haben unsere Werke recht sicher zu halten.
Zudem sind wir auch nicht gerade als Erdbeben oder Hurrican Gebiet bekannt.
Langfristig erneuerbare Energie gerne, aber bitte nichts von heute auf morgen alles abschalten und Atomstrom dann aus Frankreich kaufen, bzw mit Kohle aushelfen. Schritt für Schritt ist das sicher lobenswert, damit die Kosten auch nicht explodieren.

Zum Thema Japan und warum in einem Hochindustrieland sowas passieren kann...

Es wird nicht erst seit 3 Wochen darüber gerätselt warum in einem der Erdbeben gefährdetsten Gebieten laute Atomkraftwerke stehen. Kann mich da an Berichte erinnern die ich vor Jahren schon gesehen/gelesen habe. Das was da passiert ist war ehrlich gesagt nur eine Frage der Zeit. Man erwartet in Japan in den nächsten Jahrzehnten auch noch ein ziemlich krasses Beben, welches alles 100 oder 1000 Jahre statistisch auftritt. In diesem Zusammenhang viel dann auch die Frage wie Sinning es ist an jeder Straßenkreuzung ein AKW zu setzten. Aber naja, darauf haben wir und vor allem hier so gut wie garkein Einfluss.
 
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don.dope

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Zitat von Träumer:
Ich bin für Atomkraft, jedenfalls mittelfristig. Die derzeitigen Alternativen wären einfach zu teuer bzw mit einem höherem CO2 Ausstoß verbunden.
Mir ist es auch egal ob irgendwo in der Erde "relativ" sicher Atommüll Endgelagert wird, wenn ich dafür eine etwas saubere Luft habe. Unsere Erde ist so groß, die paar m³ unter der Erde sind doch nicht so Wild. Ich bin sicher kein Atomexperte, gehe aber davon aus das wir in Deutschland schon das Know how und die finanziellen Mittel haben unsere Werke recht sicher zu halten.
Zudem sind wir auch nicht gerade als Erdbeben oder Hurrican Gebiet bekannt.
Langfristig erneuerbare Energie gerne, aber bitte nichts von heute auf morgen alles abschalten und Atomstrom dann aus Frankreich kaufen, bzw mit Kohle aushelfen. Schritt für Schritt ist das sicher lobenswert, damit die Kosten auch nicht explodieren.

Hey Träumer, ob dein Nickname wohl etwas über deine Einstellung aussagt? ;)
Vielleicht...
Zu deinen unbedenklichen Atommüllagerungen empfehl ich dir mal folgenden Artikel
http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2010-11/asse-leukaemiefaelle
Ist es denn wirklich besser so angeblich "sauberere Luft" zu haben, wenn nahe den Endlagern die Krebsraten steigen?


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GrinderFX

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Die Abschaltung unserer Atomkraftwerke ist der Untergang unseres Landes.
Es werden dadurch mehr sterben als durch Atomkraft je sterben werden können.
Man kann und soll sie gerne anschlagssicher machen aber abschalten ist unvorstellbar für die nächsten 20 Jahre.
Man brauch sich nur ein bißchen damit beschäftigen um festzustellen, dass die erneuerbaren Energien nicht oder nur begrenz funktionieren. Es gibt eigentlich momentan nur eine einzige vernünftige erneuerbare Energiequelle und das ist Wind! Hier ist die Ausbeute aber ziemlich klein und hängt auch von der Windmenge ab und die ist wirklich sehr klein. Von all unseren Windkraftwerken monentan können sie maximal 7% unseres Energiebedarf decken.
Die Atomenergie macht die Windenergie doch erst bezahlbar, da die dafür mitzahlen.
Eine Umstellung auf Gas oder Kohle ist da noch weniger eine Alternative.

Man kann das Ganze also nur finanzieren, wenn man die Stromkosten enorm erhöht.
Es erhöhen sich aber nicht nur die Kosten für den Privathaushalt sondern auch für die Industrie und wir können so schon kaum mit dem Ausland mithalten was die Kosten betrifft. Wie soll das erst werden, wenn der Strom so unglaublich hoch ist. Es wird ALLES mehr kosten, so viel mehr, dass wir ein drittes Welt Land werden.

Im Ausland (auch Nachbarländer) bauen sie sogar mehr Kraftwerke oder lassen Kraftwerke weiterlaufen, die weit schlechter sind als unsere. Unsere schalten wir aber ab und viele importieren von uns, dann müssen die ihre schlechten Kraftwerke noch mehr und länger laufen lassen.

Das Ganze ist im Moment nur ein dreckiger Versuch Wählerstimmen zu fangen und es funktioniert, es funktioniert zu gut. Jetzt wählen auf einmal alle die Grünen, obwohl die was die Umwelt betrifft, die letzten Jahre nur Müll vollbracht haben. Einfach nur dumm und scheinheilig!
 

Lars_SHG

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Geht ja alles bisher in die Richtungen meiner Vermutungen! Besten Dank erstmal an alle!

Wäre Japan nicht gewesen, wäre Schwarz-Gelb NIE auf die Idee gekommen die Laufzeitverlängerung zu kippen, bzw ein Moratorium zu machen.
Zweifellos unbetritten der Fall!

Gerade, was die FDP sagt ist in dem Fall wahr: Die Meiler sind alt, marode und nur noch Gelddruckmaschinen mit begrenzter Sicherheit.
Die sich mir aufdrängende Frage bei mir ist immer - Kann ein Mensch so verdorben sein, den eigenen finanziellen Vorteil so dermassen über alles andere zu stellen? Vielleicht bin ich altmodisch, aber das könnte ich nicht! Wir reden hier ja nicht über eine Firma bevorzugen oder von jemanden mal sich einen Vortrag unverschämt hoch bezahlen zu lassen! Hier ist ein Risiko aller gegeben! Oder eben doch nur das Unverständnis an Technik verbunden mit dem Gedanken nach mir die Sinflut....

Erlich gesag hab ich machmal so die Schnautze voll von den ganzen Politik Dreck
Tja, auch leider mein täglicher Gedanke.....

nur weiß sie damit noch nicht viel über die technischen Risiken, über mögliche technische Probleme und sowieso nichts über den konkreten Stand in den Kraftwerken.
Wen dem so ist, hätte sie aber auch nicht verlängern dürfen.....
 

Träumer

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Zitat von don.dope:
Hey Träumer, ob dein Nickname wohl etwas über deine Einstellung aussagt? ;)
Vielleicht...

Sagt Don Dope, aber vielleicht einfach mal beim Thema bleiben anstatt über Nicknamen zu diskutieren oder?

In Niedersachsen ist das Endlager von deinem gelinkten Artikel und das aus den Jahre 1967. Die DDR war ja in Sachen Umweltschutz und Schutz der Bevölkerung nicht so das Vorzeigemodell.
 
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getexact

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Ich als Mitarbeiter dieses "bösen" Konzerns sehe es als "Plicht" gegenüber den Anteilseignern zu klagen.
das ist formal nunmal so vorgeschrieben durch das Aktiengesetz. Sonst kannes gut vorkommen, dass diese RWE verklagen.

Zum thema AKW-Abschaltung: Das Moratorium war offensichtlich ein gefundens Instrument, auf Stimmenfang zu gehen, wer was anderes behauptet, ist naiv.

Erst Laufzeitverlängerung und nun soll alles schelcht sein?
Ich bin der Meinung, dass man jetzt einfach wieder viel zu viel Panik schürt und alle verrückt macht. es gibt Probleme und die sollen nun transparent für den Bürger nachverfolgt werden.
Ich bin der Meinung, dass ein ausstieg unumgänglich ist, aber bitte keine Schnellschüsse.

Davon haben wir genug in der Politik. sicherheitsmängel nachweisen, aufdecken für alle, evtl. verbessern, wenn möglich, und wenn nicht, abschalten, wenn aber die Sicherheit gewährt werden kann, die Laufzeiten nicht verlängern, sondern auslaufen lassen und bis dahin die Zeit nutzen in EE zu investieren und Netze.

Diese Hyterie kotzt mich sowas von an, und es wird mal wieder nur über die Emotioanle Schiene berichtet. es gibt keinerlei sachliche Betrachtung mehr und alle reden nurnoch von möglichen Super-GAU's.
 

Alrik

Ensign
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Zitat von Träumer:
In Niedersachsen ist das Endlager von deinem gelinkten Artikel und das aus den Jahre 1967. Die DDR war ja in Sachen Umweltschutz und Schutz der Bevölkerung nicht so das Vorzeigemodell.

Und genau da liegt das Porblem, woher weißt du wer in 1000 Jahren das Sagen hat, oder in 10000 Jahren? Mindestens so lange müsste der Müll sicher verschlossen bleiben. Möchte mir nicht einmal vorstellen was passiert wäre wenn die Steinzeitmenschen Plutonium vergraben hätten und man hätte es vor ca. 70 Jahren gefunden...
 

Lars_SHG

Fleet Admiral
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@ getexact
kann ich nachvollziehen Deine Meinung!

Wäst hälst Du von der Theorie das unsere Politiker das Moratorium nur so schlecht umgesetzt haben, damit die Energiekonzerne sich vom Steuerzahler erst mal die Ausfälle wieder rein holen?

@ GrinderFX
Die Abschaltung unserer Atomkraftwerke ist der Untergang unseres Landes.
Ist es sicher nicht, genauso wie es nicht der Untergang unseres Landes wäre, wenn die AKWs 'ne Weile anbleiben. Die Wahrheit liegt wohl irgendwo in der Mitte, wenn es keine technischen Großbaustellen seitens der AKW-Sicherheit gibt!
Die Atomenergie macht die Windenergie doch erst bezahlbar, da die dafür mitzahlen.
Na ja, und der Steuerzahler hat die Atomenergie erst möglich gemacht - neulich in einem anderen Thread wurde belegt das die direkten Subventionen in den vergangenen Jahren >23 Mrd. waren! Wenn man mal an die Kosten denkt, die die AKWs verbraten wenn sie abgestellt werden - Thema Kühlung und Abbau der strahlenden Ruinen, dann sind wir weit über 100 Mrd. - ohne Lagerkosten!

@ Alrik
Möchte mir nicht einmal vorstellen was passiert wäre wenn die Steinzeitmenschen Plutonium vergraben hätten und man hätte es vor ca. 70 Jahren gefunden...
Interessanter Gedanke!
 
S

Sinthuria

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Sicher wird zurzeit etwas hysterisch reagiert, allerdings geben die Geschehnisse aus Japan durchaus Anlass zur Sorge. Denn es hat sich gezeigt, dass man nicht auf alle Szenarien vorbereitet sein kann oder dass das Zusammentreffen bestimmter Szenarien alle Sicherheitsvorkehrungen zu Nichte machen kann (auch wenn wir hier nicht mit Beben dieser Stärke oder Tsunamis rechnen müssen). Und es wurde uns noch mal sehr eindringlich ins Gedächtnis gerufen, dass das Restrisiko nicht nur eine zu vernachlässigende Größe ist, sondern durchaus Realität werden kann.

Ein solcher Unfall ist nicht nur für die Bevölkerung der absolute Supergau, sondern auch für die Wirtschaft eines Landes und für den Staatshaushalt. Dies zeigt sich gerade auch sehr anschaulich in Japan. Die Wirtschaft dort droht zunehmend mehr einzubrechen und der Staat muss mit Steuergeldern aushelfen, da die Betreiber die Folgen nicht mehr ohne fremde finanzielle Hilfen nicht mehr bewältigen können. Zeitgleich wird der Staatshaushalt aber durch die zu erwartenden Steuerausfälle belastet. Die langfristigen Folgen für das Gesundheitswesen sind noch gar nicht miteingerechnet.

Daher halte ich die wirtschaftliche Alternativlosigkeit der Kernkraft für fadenscheinig. Denn ein Unfall dieser Größenodrnung würde wesentlich größere Schäden anrichten. Diese werden in der Hoffnung, dass dieses Restrisiko nicht eintritt, völlig augeblendet.
Zumal ein sofortiger Ausstieg nicht bedeutet, dass alle Kraftwerke sofort vom Netz genommen werden. Es bedeutet lediglich sofort alles Erdenkliche zu tun, Bedingungen zu schaffen, die ein Abschalten ermöglicht. Je schneller Deutschland das umsetzt, desto größer dürfte auch der Technologievorsprung sein, der der deutschen Wirtschaft einen gewaltigen Vorteil verschaffen dürfte. Aber solang man nicht bereit ist über den Tellerand hinauszuschauen bzw. nur von einer Aktionärssitzung zur nächsten schaut, ist man auf dem Auge natürlich bling.

Es wäre auch Interessant, einmal die tatsächlichen Kosten der Kernkraft zu ermitteln. Dabei müssten nicht nur die Kosten für die Zwischen- und Endlagerung mit einberechnet werden sondern auch ein Risikoausgleich der Betreiber für den Staat mit veranschlagt werden. Denn immerhin tritt der Staat für die Folgekosten eines Unfalles ein, der trotz des geringen Risikos nicht ausgeschlossen werden darf.
 
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Träumer

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Wenn die Weiterentwicklung der Menschheit auch nur ansatzweise so schnell voranschreitet wie die letzten 100 Jahre sind wir in 1000 Jahren entweder schon ein paar Hundert Jahre tot, oder lachen über Endlager, weil jeder Gameboy no222 dann Atommüll aufbereiten kann.
Ich vermute das hier die Angst bei vielen Menschen vor den Ungewissen überwiegt.
Was ist wenn...Wir vergraben ja keine Atombomben die bei Berührung den kompletten Planeten in die Luft jagen.
Kann mir gut vorstellen das Air Berlin in 100 Jahren Atommüll als Direktverbindung Berlin - Jupiter Endlagert :p
 
S

Sinthuria

Gast
Nein wir vergraben Müll der aufgrund seiner Gefährlichkeit dennoch die Umwelt verseuchen kann. Was glaubst Du denn, was passiert, wenn es ins Grundwasser gelangt?

Dieser Müll strahlt nicht nur einige Jahrzehnte sondern über einen Zeitraum, der die Dauer unserer bisherigen Zivilisation übertrifft. Wenn man dann bedenkt, wie klein der Zeitraum ist, in dem in Europa annähernd Stabilität herrscht bzw. es stabile Staatsgrenzen gibt, sollte einem schon deutlich werden, dass wir zurzeit die damit verbundene Verantwortung nicht überschauen können. Denn es reicht mit Sicherheit nicht aus, diesen Müll irgendwo sicher zu "verbuddeln", sondern solche Endlager müssen über einen solchen Zeitraum auch gewartet und überwacht werden.
 

getexact

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Zitat von Lars_SHG:
@ getexact
kann ich nachvollziehen Deine Meinung!

Wäst hälst Du von der Theorie das unsere Politiker das Moratorium nur so schlecht umgesetzt haben, damit die Energiekonzerne sich vom Steuerzahler erst mal die Ausfälle wieder rein holen?

Halte ich erhlich gesagt nichts von. Man muss nicht hinter jeder Entscheidung eine Verschwörung sehen. sind denn wirklich alle so von Verfolgungswahn getrieben, immer nur das "böse" zu sehen?

Es gibt viel Korruption und machenschaften, aber ein Stück weit muss man auch langsam mal aufen Teppich kommen.
Das Moratorium war ein Schnellschuss. jetzt sollen alle AKW's überprüft werden. finde ich ok, finde es aber auch Verständlich, wenn man dagegen klagt, da es vor kurzen noch ne Laufzeitverlängerung gegeben hat. Ein Unternehmen kann sich nunmal nicht als Spielball behandeln lassen.

Es gibt Planungen und Gewinnerwartungen, hunderte und Tausende Mitarbeiter, so wie ich bei RWE wollen nichts "böses".

Die AKW's sollen vernünftig überprüft werden und dann schaut man weiter, dennoch hat man Bliblis A erst teuer saniert und nun soll es einfach still gelegt werden.
uns ins allen Klar, dass wenn dort ein Jumbojet reinfliegt, dass es Probleme geben kann, aber ich fordere auch immer zum Realismus und Vernunft auf!

Nochmal: die Brennstäbe strahlen Jahrtausende weiter, der Strahlung ist es egal, ob das AKW nun noch Strom ins netz speißt oder nciht!

selbst wenn alles abgeschaltet wird, strahlt es weiter, die Bedrohung bleibt also, dass sich irgendein Irrer einen Jumbo krallt und da rein fliegt!

also mal bitte wieder mit etwas Gemach an die Sache gehen.

Die Entsorgung ist ein Großes Thema, aber auch da bin ich optimistisch, dass man zu einer Lösung findet, bis dahin sind die Castorbehälter und die Zwsichenlager ausreichend.

Was wenn die Steinzeitmenschen das getan hätten?
was denn das für ein Vergleich?
wir leben in der moderne und im Technologiezeitalter, alles was wir heute tun, wir den Menschen auch noch in Jahtausenden bekannst sein, da heute alles Dokumentiert wird.
die Menscheit wird es also wissentlich mit in die Zukunft nehmen und nicht wie Steinzeitmenschen verbuddeln, und keiner wei mehr was davon in 1000 Jahren...
 

Träumer

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Soweit ich weiss werden Endlager bzw in Deutschland haben wir ja "Zwischenlager" in Salzbergwerken eingerichtet, wo es sehr unwahrscheinlich ist das etwas ins Grundwasser absickert.
Es ist ein kalkulierbares Risiko und außer das derzeit Hysterische Deutschland, Italien sowie Österreich (und Australien?) sieht es der Rest der Welt ebenso. Im Gegenteil, trotz Katastrophe in Japan werden Weltweit AKW gebaut. Und zum Thema Wirtschaftsaufbau durch Erneuerbare Energie. Was meint ihr wer mit die besten Turbinen für AKWs baut? Siemens. Bzw den Rest herum auch :p
Aber stimmt schon, ich denke in der Summe könnten, gerade durch die Masse an Windrändern, mittelfristig mehr Arbeitsplätze geschaffen werden als durch Abschaltung der AKWs verloren gehen könnten. Wir hier in Bochum bauen z.B. Getriebe für Windräder (im übrigen ist die Firma in Koreanische Hände :p )
 
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