Leserartikel MSI Optix MAG274RDE Erfahrungen

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Lesetest zum MSI Optix MAG274RDE

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  • Einleitung
  • Test- und Vergleichssystem
  • Daten
  • Verpackung und Lieferumfang
  • Erster Eindruck
  • Einstellungsmöglichkeiten
    • RGB
  • Arbeiten und Spielen
    • 144HZ
    • FreeSync Premium
    • HDR
  • Fazit

Einleitung
Als vierter im Bunde habe auch ich die Aufgabe den MSI Optix MAG274RDE im Lesertest zu bewerten. Das Gerät wurde mir von MSI zur Verfügung gestellt. MSI oder Computerbase haben zu keinem Zeitpunkt Einfluss auf diesen Test genommen und einzig eine Deadline benannt.
Der Test besitzt nicht den Anspruch professionelle Tests zu ersetzen oder ähnliches. Viel mehr gibt es hier Erfahrungen von einem durchschnittlichen Nutzer. Dementsprechend wird es im Test keine Messungen oder ähnliches geben da mir dafür schlicht das Equipment fehlt. Ich hoffe aber, dass der Test dennoch dem ein oder anderen bei der Kaufentscheidung helfen kann.

Bis ich den Bildschirm erhalten habe, habe ich einen 24“ iiyama ProLite x2483HSU genutzt. Der Weg zum zweiten Bildschirm war schon beschlossene Sache. Die Frage war nur noch, was es denn wird. Eigentlich war der Plan eher ein 27“ mit WQHD oder doch ein weiterer 24“ mit FHD zur Diskussion. Ein 27“ mit FHD war bis zu der Möglichkeit eines Lesertests eher ein „No-Go“, hat man doch im Forum immer wieder gelesen, dass dies ganz furchtbar wäre.

Durch die Möglichkeit den MSI zu testen ist es nun also doch ein 27“ mit „nur HD“ geworden.

Die Bildschirme werden für Officearbeiten und zum Zocken genutzt und genau in diesem Szenario muss sich der MSI Optix MAG274RDE beweisen.

Test- und Vergleichssystem
Wie bereits gesagt, wird neben dem MSI ein 24“ Monitor mit VA Panel (AMVA+) mit 60HZ genutzt.
Das weitere Testsystem:
Gehäuse: NZXT H500i
Mainboard: MSI B450M Mortar Titanium
CPU: AMD Ryzen 2600X
Speicher: Corsair Vengeance RGB 16 GB (3.200)
GPU: Sapphire NItro+ RX 5700 XT

Technische Daten (Auszug von Geizhals)

Diagonale27"/68.6cm
Auflösung1920x1080, 16
Helligkeit300cd/m²
Kontrast1.000
Reaktionszeit1ms (MPRT)
Blickwinkel178°/178°
PanelIPS
Beschichtungmatt (non-glare)
HintergrundbeleuchtungWhite-LED, flicker-free, Blaulichtfilter
Farbtiefe10bit (1.07 Mrd. Farben)
FRCja (8bit+2bit)
Farbraum132% (sRGB), keine Angabe (Adobe RGB), 95% (DCI-P3), keine Angabe (REC 709)
Bildwiederholfrequenz144Hz
Variable SynchronisierungAMD FreeSync Premium (48-144Hz)
Anschlüsse2x HDMI 2.0b, 1x DisplayPort 1.2a, 1x USB-C mit DisplayPort 1.2a
Ergonomie100mm (Höhe), ±90° (Pivot), ±75° (Drehung), +20°/-5° (Neigung)
VESA100x100
Leistungsaufnahme28W
EnergieeffizienzklasseA


Verpackung und Lieferumfang
Der Monitor kam in einem bedruckten Karton an. Für mich positiv, dass hier auf Farbe verzichtet wurde. Der Karton gibt die wichtigsten Informationen und schützt den Monitor beim Transport.
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Zum Lieferumfang gehört neben dem Bildschirm selbst der Standfuß in zwei Teilen, das Netzteil und Netzkabel, ein HDMI-Kabel, ein USB-Upstreamkabel (USB 3.0 Typ A auf Typ B), Schrauben für Standfuß und VESA-Halterung und eine Kurzanleitung. Das Handbuch findet man über einen QR-Code am Bildschirm auf der Homepage von MSI.
Hier gibt es einen ersten kleinen Punktabzug. So hätte ich mir 2020 schon gewünscht, dass im Lieferumfang ein DisplayPort Kabel gelegen hätte.
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Erster Eindruck
Auf den ersten und auch zweiten Blick weiß der Bildschirm zu gefallen. Das Design überzeugt durch grade Linien und wirkt nicht zu verspielt oder abgedreht. Nichts knackt oder knarzt, es sind keine scharfen Kanten zu finden und die Spaltmaße sind gut.
Auch der Standfuß mit seinen vielfältigen ergonomischen Einstellmöglichkeiten gefällt, musste bei mir jedoch einer VESA-Halterung weichen. Ein Fuß (egal wie gut er ist) nimmt eben doch mehr Platz ein als eine Halterung.
Dennoch: Höhenverstellbar von bis zu 10cm, Pivot und ein großzügiger Neigungswinkel sind auch heute noch kein Standard und deswegen als positiv hervor zu heben.
Etwas negativ ist mir jedoch aufgefallen, dass der Bildschirm zunächst geneigt werden muss um ihn um 90° zu drehen. Hier fehlen dem Fuß leider 2cm um vom Quer- ins Hochformat zu wechseln ohne die Neigung verstellen zu müssen.
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Ansonsten lässt sich sowohl der Fuß als auch die VESA-Halterung leicht und schnell installieren. Positiv empfang ich, dass auch für die Wandhalterung notwenige Schrauben mitgeliefert wurden.
Alle Anschlüsse finden sich unterhalb des Bildschirms. Neben zwei HDMI Anschlüssen auch ein Displayport und ein USB-C Anschluss. Außerdem zwei USB-Anschlüsse und ein Kopfhörerausgang. Die Position der USB-Anschlüsse macht ein schnelles Wechseln der USB-Geräte leider eher schwierig. Der Bildschirm bietet keine Lautsprecher.
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Einstellungsmöglichkeiten


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Der Bildschirm bietet auf seiner Rückseite einen kleinen roten Joystick, mit dem man intuitiv durch das Einstellungsmenü des Monitors navigieren kann.

Hier findet man auch direkt alle wichtigen Einstellmöglichkeiten und selbst FreeSync oder auch die RGB-Beleuchtung kann man hier direkt ein- und ausschalten. Auch wird einem die derzeitige Bildwiderholungsfrequenz angezeigt und eine Rückmeldung gegeben, ob HDR derzeit genutzt wird. Das OSD ist im Gegensatz zum iiyama Bildschirm ein deutlicher Vorschritt und der Unterschied fast so gravierend wie der vom BIOS zum UEFI.

Alle Einstellungen, die man am Bildschirm direkt ändern kann, kann man auch mit der Software „Gaming OSD“ ändern. Auch diese Möglichkeit weiß zu gefallen und tatsächlich funktioniert das Programm sehr gut. Leider hat MSI die Chance verpennt das „Gaming OSD“ direkt ins „Dragon Center“ zu integrieren. Das dies am Ende sogar zu „Problemen“ führen kann wird bei der RGB-Konfiguration deutlich.

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RGB-Einstellungen
Der MSI Optix MAG274RDE bietet an seiner Rückseite eine LED-Leiste, die für eine angenehme Rückbeleuchtung sorgen soll. Was in Werberbildern noch recht beeindruckend wirkt, ist bei normaler Nutzung jedoch kaum zu sehen. Zunächst dachte ich an einen Defekt, stellte dann aber fest, dass die Beleuchtung tatsächlich sehr schwach ist.​
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Hinzu kommt, dass die Farbeinstellung nur über den Mystic-Light-Menüpunkt in der Gaming OSD möglich ist. In MSIs „Mysitc Light“ Programm, dass die RGB-Beleuchtung des Mainboards (und Arbeitsspeichers) steuert ist dies nicht möglich. Und auch im neuen Dragon-Center, dass ebenfalls eine „Mystic Light“ Option hat, kann man die LED-Leiste des Bildschirms nicht anstellen. Das Verwirrt nicht nur, sondern führt dazu, dass man die Beleuchtung von Mainboard und Monitor nicht synchronisieren kann.​
Das alles ist, vor allem da die Beleuchtung kaum wahrnehmbar ist, natürlich nicht so gravierend, zeigt jedoch einmal mehr das Chaos um RGB-Standards auf.​



Arbeiten und Spielen
Das Herzstück eines Bildschirms ist die Anzeige. Dieser Punkt ist vor allem aufgrund der geringeren DPI im Vergleich zu andern 27“ Bildschirmen als auch gegenüber der DPI des kleineren iiyama interessant.
Um meine Ausführungen hier genauer einzuschätzen ist wichtig zu erwähnen, dass ich etwa 85cm vom Bildschirm entfernt sitze und vor allem in Word und Excel arbeite. Auf diese Entfernung liefert der Bildschirm ein scharfes angenehmes Bild mit einer guten Helligkeit. Das Schriftbild ist klar zu erkennen und wirkt in keinem Fall verschwommen und unscharf. Ändert man den Abstand zum Bildschirm auf weniger als 60cm ist die geringere DPI jedoch spürbar. Dies ist ein wichtiger Aspekt, der hier klar erwähnt werden soll.
In Office-Programmen ist mit meinem Abstand zum Bildschirm die Auflösung jedoch absolut in Ordnung. Selbst im Vergleich zum 27“ Dell Bildschirm meiner besseren hälfte mit WQHD ist im Schriftbild kein großer Unterschied wahrnehmbar.
In Spielen verhält sich dies etwas anders:
Der MSI Optix MAG274RDE liefert auch in Spielen ein sehr angenehmes Bild auf HD-Level ab. Dennoch wirkt hier das Bild eines WQHD-Bildschirms auch mit einem größeren Bildabstand schärfer. Dies zeigt sich vor allem an den Kanten kleinerer Objekte.
Im direkten Vergleich zum 24“ iiyami würde ich, trotz der geringeren DPI, den MSI jedoch vorziehen, gegen einen 27“ mit höherer Auflösung verliert der MSI jedoch.
Hier muss sich der Spieler entscheiden, ob ihm höhere FPS oder eine höhere Auflösung wichtig sind.
Ich möchte dennoch klar machen: Das Bild des MSI ist keinesfalls schlecht oder gar eine Katastrophe aber auf HD-Auflösung lassen sich einfach weniger Informationen/Pixel darstellen als in einer höheren Auflösung.
Die Farbwiedergabe des Optix würde ich als sehr gut beschreiben. Die Farben sind kräftig ohne Krell zu wirken. Sowohl Fotos als auch bewegte Bilder werden sauber dargestellt. Ghosting, Bleeding oder ähnliches ist nicht wahrzunehmen und die Ausleuchtung ist gleichmäßig.
Obwohl IPS-Panel als eher langsam angesehen werden, gibt MSI eine Reaktionszeit von 1ms an. Im Vergleich zum VA-Panel von iiyama kann ich keine unterschiede Wahrnehmen. Da ich mich jedoch auch nicht als „Pro-Gamer“ bezeichnen würde mag ich die Reaktionszeit nicht wirklich bewerten. Ich nehme sie nicht wahr.

a) 144hz
Während mein alter Bildschirm nur eine Bildwiederholfrequenz von 60hz aufweisen konnte, kommt der MSI Optix MAG274RDE mit 144hz daher. Dies macht sich sowohl in Spielen als auch im Windowsbetrieb bemerkbar. Sämtliche Bewegungen wirken flüssiger. Des weiteren habe ich das Gefühl, dass das Bild ruhiger und damit weniger anstrengend für die Augen wirkt.​
Deutlicher wird der Effekt natürlich in Spielen und selbst wenn die 144hz nicht erreicht werden können gewinnt der Bildfluss deutlich.​

b) Freesync Premium
Der Optix MAG274RDE bietet Freesync Premium. Im Vergleich zu FreeSync kommt dabei hinzu, dass der Bildschirm min. 120HZ auf FHD unterstützt und LFC bietet. Zwar bietet der Bildschirm auch HDR, für den Freesync Premium Pro Standard reicht es jedoch nicht.​
Der Bildschirm unterstützt dabei FreeSync in einer Range von 48 bis 144Hz und sollte so mit einer relativ modernen GPU in den meisten Spielen auch nutzbar sein.​
Tatsächlich fühlen sich die Spiele im vergleich zum iiyama auch in niedrigeren FPS flüssiger an und FPS unterschiede fallen nicht so deutlich auf. Man kann sich über ein OSD die FPS des Bildschirms separat zum Spiel anzeigen lassen und tatsächlich sind FPS-Veränderungen/Sprünge kaum bis nicht spürbar.​
Da ich keine Nvidia Grafikkarte habe, kann ich leider nichts zur GSync Kompatibilität sagen.​

c) HDR
Um HDR zu testen wählte ich das Spiel Horion Zero Dawn.​
Mit einer Helligkeit von 300 cd/m² gehört der Optix nicht zu den hellsten Bildschirmen. Dementsprechend fällt die HDR-Performance ernüchternd aus. Viel mehr als ein Werbeversprechen bleibt nicht und die HDR-Unterstützung sollte in keinem Fall die Kaufentscheidung zu Gunsten des MSI entscheiden.​

Fazit
Der MSI Optix MAG274RDE ist ein HD-Bildschirm mit einer Bilddiagonale von 27“. Mit ausreichendem Sitzabstand ist diese Auflösung ausreichend. Wer sich an der geringeren DPI nicht stört, erhält einen guten Bildschirm mit toller Bildwiedergabe und guten Features.
Vor allem das 144hz IPS-Panel mit seiner sehr angenehmen Farbwiedergabe weiß zu überzeugen. Auch der Standfuß mit den vielen Einstellungsmöglichkeiten wird seine Freunde finden und das OSD ist sehr benutzerfreundlich.
Bei der RGB-Beleuchtung hat MSI jedoch geschlampt. So wie es jetzt ist, hätte sich MSI das Geld sicher sparen können. Die RGB-Beleuchtung ist einfach nicht hell genug. Gleiches kann man auch zur HDR-Performance sagen. Der Bildschirm ist schlicht nicht hell genug für ein gutes HDR-Ergebnis.
Wem HDR, RGB und ein hoher DPI nicht wichtig sind und einen ausreichenden Sitzabstand hat, kann sicher beim MSI zugreifen und erhält einen tollen Bildschirm. Für mich hat sich die Suche nach einem zweiten Bildschirm zumindest erledigt und ich bin mit dem MSI voll zufrieden.
 

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