Bericht Netzneutralität: Was wird aus dem offenen Internet im Jahr 2018?

Andy

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#1
tl;dr: Die FCC kippt Netzneutralität-Regeln in den USA, Europa streitet um Zero-Rating-Angebote wie StreamOn. Die Frage für 2018 ist: Was wird aus dem offenen Internet? Befürchtet wird eine weitere Machtkonzentration, die ohnehin schon dominante Konzerne weiter stärkt. Ein Überblick mit Ausblick zum Start in das neue Jahr.

Zum Bericht: Netzneutralität: Was wird aus dem offenen Internet im Jahr 2018?
 

ray1985

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#2
Schärfere Regeln verschaffen Kriminalität wieder einmal mehr Zulauf und gleich wieder kann der Staat nach Sicherheitsverstärkung schreien! Freiheit und Demokratie geht den Bach runter..
 
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#3
In der TL;DR wird noch richtigerweise die FCC genannt, im ersten Paragraphen allerdings steht fälschlich FTC.

Die FTC hat mir der Entscheidung (noch) nichts zu tun. Laut Pai soll die Verantwortung bzgl. einer wettbewerbstreuen Bereitstellung wohl an die FTC abgetreten werden da das angeblich deren Entscheidung wäre.
 
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#4
Mir fehlt im Artikel ein ganz anderes Problem - Zensur! Ob das lächerliche NetzDG oder Twitter die Assange's Account assimiliert haben, etc. wird leider nicht angesprochen
 
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#5
Naja und am Ende des Tages sind wir wieder beim guten, alten Sneakernet, bzw. einem Flickenteppich privater Netzwerkinseln, die hauptsächlich für illegale Inhalte genutzt werden.
 

estros

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#6
Schade, dass der Autor gekonnt die Argumente für die Aufhebung der Netzneutralität ignoriert. Das geht so nicht!

Ich denke, folgendes wird sich nun ändern: Illegale Inhalte (Betreiber-Meinung) können durch Selbstzensur nun leicht geblockt werden, um Interessen zu wahren.
Zum anderen besteht der absolute Großteil des anfallenden Traffics aus Unterhaltungsmedien. YT, Netflix&Co werden in Zukunft zur Kasse gebeten werden. Da bin ich mir sicher.
 

LawZero

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#7
Erinnert mich schon etwas an das P2W-Modell bei einigen Multiplayer Spielen... nur diesmal dort, wo sowas absolut nichts verloren hat.
Das Internet ist ein Grundrecht laut Bundesgerichtshof und somit ein integraler Bestandteil unserer Lebensstandards.
Noch ist die Aufhebung der Netzneutralität bei uns nicht eingetroffen, aber was ich aus dem Artikel entnehme ist, dass es nicht allzu lange dauern könnte, bis hier in Deutschland jemand genau dasselbe abzieht, was die FCC sich leisten durfte.

Und so wie ich die Zahl an Aktivisten und Demonstranten hier in diesem Land sehe, bin ich sehr skeptisch.
In Amerika hat die FCC alles rigoros ignoriert, obwohl es sehr, sehr viele Demonstranten gab...
 
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#8
Mir fehlt im Artikel ein ganz anderes Problem - Zensur! Ob das lächerliche NetzDG oder Twitter die Assange's Account assimiliert haben, etc. wird leider nicht angesprochen
Twitter kann Accounts blocken die sie möchten, das steht in deren Nutzungsbedingungen (auch wenn die keiner liest) und hat nichts mit Netzneutralität zu tun, wenn überhaupt noch mit Meinungsfreiheit.

Schade, dass der Autor gekonnt die Argumente für die Aufhebung der Netzneutralität ignoriert. Das geht so nicht!

Ich denke, folgendes wird sich nun ändern: Illegale Inhalte (Betreiber-Meinung) können durch Selbstzensur nun leicht geblockt werden, um Interessen zu wahren.
Zum anderen besteht der absolute Großteil des anfallenden Traffics aus Unterhaltungsmedien. YT, Netflix&Co werden in Zukunft zur Kasse gebeten werden. Da bin ich mir sicher.
Das liegt vielleicht daran dass es keine Argumente sind? Die Bandbreite ist offensichtlich da. Beispiel Verizon/comcast vs Netflix 2015, mir kann keiner erzählen dass die Netze von einem Tag auf den anderen ausgebaut wurden als Netflix dann doch Millionen hingeblättert hat.
Davon abgesehen ist schon im 96er Telecommunications Act festgehalten dass die Unternehmen Millionen an Steuergeldern kriegen und damit bis 2005(!) landesweit flächendeckend 25Mb/s bereitstellen sollen.
Geschehen ist nichts, die Steuergelder werden aber selbstverständlich gern weiter genommen.


Was den Artikel angeht fehlt mir da leider auch etwas. Nämlich die definitive Aussage der ISPs vor dem Congressausschuss dass sie selbstverständlich entsprechende "Angebote" planen.
 

Smagjus

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#9
Illegale Inhalte (Betreiber-Meinung) können durch Selbstzensur nun leicht geblockt werden, um Interessen zu wahren.
Wäre es nicht sinnvoller gewesen hierfür eine Ausnahme zu schaffen?
Zum anderen besteht der absolute Großteil des anfallenden Traffics aus Unterhaltungsmedien. YT, Netflix&Co werden in Zukunft zur Kasse gebeten werden. Da bin ich mir sicher.
Netflix und YT stehen in direkter Konkurrenz zu den ISPs. Dass die Wilkür der ISPs nun rechtlich gedeckt ist, ist eine mittlerweile Katastraophe.

Davon abgesehen zahlt der Verbraucher bereits für seine Anbindung ans Internet und Netflix ebenso. Netflix wird in Zukunft für eine Fast Lane bezahlen müssen und wenn's blöd kommt wird der Verbraucher für ein Medienpaket nochmal zur Kasse gebeten.
 

karamba

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#10
Da die (gewählten, also gesellschaftlich legitimierten!) Politiker, wie man sieht, größtenteils im Sinne der großen Konzerne entscheiden, wird die Netzneutralität nicht halten. Ob nun 2018 oder 2019 oder 2020 spielt dabei keine Rolle. Problem ist, dass die meisten Menschen nur auf Sicht denken und handeln. Alles andere wird ausgeblendet. Entsprechend kurzsichtig sind die Entscheidungen und entsprechend fatal und teuer die langfristigen Konsequenzen.
 
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#11
immer dieses heuchlerisch gebaren der isp‘s , natürlich verursachen youtube , netflix und co den großen traffic bzw stellen daten bereit aber woher kommt das märchen das die nichts zahlen ! die serverkapazitäten werden eben von diesen gestellt und bei der benutzen bandbreite kaufen auch wieder diese sich bei backbones ein was sie brauchen

den traffic beim isp wird von uns als kunde verursacht und dafür zahlen wir , diese verkappten anbieter wollen sich einfach alles doppelt und dreifach bezahlen lassen am besten die eierlegende wollmilchsau ,

was wäre wohl wenn mal angenommen die telekom extra geld von youtube haben will so das sie nicht gedrosselt werden aber die sagen nö ...... die ganzen kunden also wir suchen sich andere anbieter wenn man die möglichkeit hat

sorry wenn ich das sage die gier der großkonzerne wird immer schlimmer auch wenn sie wahnsinnige gewinne einfahren jammern sie rum
 

OdinHades

Lt. Commander
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#12
Letzten Endes wird das Internet scheibchenweise zu einem weiteren Werkzeug umgebaut, mit dem die Superreichen auf Kosten aller anderen noch reicher werden. Und dagegen gibt es viel zu wenig Widerstand. Innovationen sind von den Konzernen nur dann erwünscht, wenn sie auch kräftig Rendite bringen. Alles andere soll im Keim erstickt werden. Und die Politikmacht brav mit, weil die Hälfte der Verantwortlichen selbst in irgendwelchen Vorständen hockt.

In diesem Sinne, Frohes Neues
 
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#13
Ich finde das Argument der ISP´s ist keines. Die "Großen" verursachen so viel Traffic (Netflix, YT, etc) und sollen deswegen also für ihre Leitung doppelt zahlen damit die Daten auch zügig beim Kunden ankommen?
Es wird doch eine Leistung angeboten und von beiden gezahlt. Der Heimnutzer zahlt seine DSL/Glasfaserleitung und das Unternehmen die großen Leitungen. Die werden für ihre Mengen an Traffic wohl jetzt schon keine kleinen Summen dafür hinlegen.

Auch die Tatsache dass die Großen Netzbetreiber hier am meisten bestrebt sind, die Netzneutralität abzuschaffen spricht Bände.. bei kleineren hört man da wenig zu. Da ist es naheliegend, dass die Marktmacht dazu genutzt werden soll weitere Gelder einzunehmen, weil jemandem die Bereitstellung der Anschlüsse nicht reicht. Ein Schelm, wer da Böses denkt.
 
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#14
Ich dachte die unsichtbare Hand des Marktes regelt sowas? Dann sollen doch die ISPs einfach die Preise auf ihre Kunden umlegen, wenn immer mehr Bandbreite benötigt wird und man investieren muss, ganz einfach. Dann kostet 50.000 Internet halt nicht mehr 30, sondern 40 oder 50 Euro im Monat, dafür behalten wir aber die Netzneutralität.
 
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#15
Da die (gewählten, also gesellschaftlich legitimierten!) Politiker,
Nur ist die FCC nichtmal gewählt sondern einfach eingesetzt, aber ansonsten hast du wohl Recht.

die ganzen kunden also wir suchen sich andere anbieter wenn man die möglichkeit hat
Und hier liegt auch der Hase im Pfeffer, denn in den USA hat man in großen Teilen Quasi-Monopole und kleinen Anbietern wird es erschwert (jetzt noch mehr) die vorhandene Infrastruktur zu nutzen (übrigens auch ein Thema im 96er Telecommunications Act das bitte wirklich umgesetzt wurde). Auf einen anderen/besten ISP auszuweichen ist oft einfach keine Option.
 

Agba

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#16
Guckt euch mal

Substratum an


Eine Cryptoplattform, die versucht eine art dezentralisiertes Internet aufzubauen
 
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#17
Ich dachte die unsichtbare Hand des Marktes regelt sowas?
Naja, das ist so ne Sache... zum einen ist Internet in den USA jetzt schon vergleichsweise teuer (aufgrund der Monopol-Stellungen) für die vorhandene Leistungen (oder nicht-Leistung), zum anderen kriegen die Unternehmen eigentlich Steuergelder für den Ausbau, wird aber nicht umgesetzt... Und einen neuen Anbieter suchen funktioniert dort leider nicht wie bei uns.
 
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Tiu

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#18
Wer erinnert sich noch an die Anfänge des Internets?
Schon da gab es stetig Streit über die Kommerzialisierung des Internets.
Und was haben wir heute? Ein durch und durch kommerzialisiertes Internet.... :evillol:
 
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#19
Geht ja weniger um die Kommerzialisierung der Inhalte als viel mehr darum dass am Ende der Kunde dreifach für denselben Inhalt zahlen darf (Grundzugang, ggf. "Premium Paket" und nochmal mehr beim jeweiligen Seitenbetreiber) ;)
 

Tiu

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#20
Das eine ergibt sich zwangsläufig aus dem anderen.
Je abhängiger der Nutzer von den Inhalten wird, je mehr Inhalte genutzt werden etc. desto mehr wird die Kuh gemolken ;)
 
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