Quo vadis BTMG?

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DerOlf du bringst es absolut auf den Punkt.

Nur weil etwas legal(Alkohol), heißt es noch lange nicht, dass es weniger schädlich ist. Der Alkohol ist bei uns in der Gessellschaft einfach akzeptiert im Gegensatz zu Cannabis. Alles nur Kopfkino, aber der Großteil versteht es einfach nicht.

In einigen anderen arabischen Ländern "hacken Sie dirn den Kopf ab", wenn du dir ne Flache Bier gönnst. Wieso ist bei uns nicht so?
 
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Seppuku schrieb:
Die Aussage ist einfach unsinnig.

Seine Aussage ist nicht unsinnig. Es mag bei genauer Betrachtung der Konsum von Canabis (oder teilweise gar härtere Dogen) bei manchen Menschen schlimmere Folgen nach sich ziehen als der Konsum von Alkohol. Das liegt dann aber nicht am Suchtstoff selbst, sondern an der Kriminalisierung und gesellschaftlichen Ächtung dessen.

Es ist ein kulturelles Problem, der Alkohol ist dermaßen akzeptiert (und geliebt) in der Gesellschaft, dass die Menschen völlig ihre Objektivität verlieren, wenn "Bruder" Alkohol mit den teuflischen illegalen Drogen verglichen wird. Das liegt einzig an der Gewöhnung, er ist halt überall und wer plant eine Feier ohne ordentlich für Drogen (Alkohol) zu sorgen? Aber euer Alkohol ist nichts anderes als die illegalen Drogen, einzig der Alkohol begleitet euch schon immer und ist legal, das ist der Unterschied. Rein auf das Suchtmittel heruntergebrochen schadet Alkohol dem Körper, dem Geist und der Seele mehr als Canabis, wer das leugnet weiß es nicht besser, oder aber pflegt unverständlicher Weise diese seltsame Doppelmoral, weil er halt weiter saufen will. Ihr wollt Canabis weiter als illegale Droge sehen? Gerne, aber dann bitte Alkohol (und letztlich auch Zigaretten) auch.

Und man muss es hier ja anscheinend immer wieder extra dazusagen: Mein letzter Kiff liegt gut 10 Jahre zurück, ich vertrete hier also kein persönliches Interesse, sondern dies ist meine objektive Meinung.
 
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DerOlf schrieb:
Weil Alkohol nunmal zu den gefährlichsten Substanzen gehört, es sich also in diesem Fall zwar um eine pauschale Aussage handelt, diese aber nicht pauschal als falsch bezeichnet werden kann?

Und warum ist Ethanol so gefährlich? Gefährlich, im Vergleich zu was? Also ich habe meine Cyp-Enzyme und meine Alkoholdehydrogenase, die mit Ethanol aus Gärungsprozessen (Saft, ja selbst Brot) bestens umgehen können ohne dass ich einen Schaden davon trage. Selbst bei Aufnahme von verdünntem Ethanol in Form von Getränken kann mein Körper sehr gut mit dem Stoff umgehen. Wo lauert also die Gefahr? Diese entsteht erst durch den bewussten Missbrauch.

Gibt es eine wissenschaftlich Begründung (Bezogen auf die Stoffe), warum Cannabis verboten, Nikotin und Alkohol dagegen legal und für jeden erhältlich sind, dann lautet die Antwort eindeutig "nein".
Warum hat Ethanol trotzdem ein so hohes gesellschaftliches Gefahrenpotential (und genau dieser, das aktuelle Konsumverhalten betreffenden Status wird in der Bewertung der Ratings herangezogen)? Weil eben der Missbrauch keine Einzelfälle betrifft, sondern einen Großteil der Bevölkerung. Das reicht von akuter Alkoholintoxikation bis hin z.B. zum chronischen Alkoholkonsum.
Du hast es ja schon schön selbst geschrieben, wie absurd die Wahrnehmung von Alkoholkonsum in der heutigen Gesellschaft ist. Wenn ich selbst von Leuten mitte 20 noch voll stolz hören muss, wie besoffen sie das letzte Wochenende waren (und die Person hat sogar einen naturwissenschaftlichen Hochschulabschluss, also an Aufklärung scheitert es hier definitiv nicht), dann läuft es mir eiskalt den Rücken runter.
Und jetzt stellt sich mir die Frage: Wie ist es zu dieser verharmlosenden Akzeptanz von Alkohol und Nikotin überhaupt gekommen? Eine Akzeptanz die sogar schon in einen gesellschaftlichen Druck ausufert, in dem der Nichttrinker schon komisch angesehen wird...
Was sind denn in deinen Augen die Gründe für diese Entwicklung?
 
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Und warum ist Ethanol so gefährlich? Also ich habe meine Cyp-Enzyme und meine Alkoholdehydrogenase, die mit Ethanol aus Gärungsprozessen (Saft, ja selbst Brot) bestens umgehen können ohne dass ich einen Schaden davon trage. Selbst bei Aufnahme von verdünntem Ethanol in Form von Getränken kann mein Körper sehr gut mit dem Stoff umgehen. Wo lauert also die Gefahr? Diese entsteht erst durch den bewussten Missbrauch.

Also sind quasi alle Drogen in gewissen Mengen ungefährlich und nur der Missbrauch stellt eine Gefahr da. MDMA an 2D6, Kokain 3A4 und THC wird auch im CYP450 metabolisiert etc..
In der Natur kommen diese Stoffe oder deren Ausgangsstoffe ja auch vor. Das deutet ja wieder nur auf eine falsche Beurteilung von Tatsachen hin, was da ja auch selber schreibst.
 
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Gefährlich, im Vergleich zu was?
Gefährlich im Vergleich zu keiner direkten Ehtanolaufnahme.

Wo lauert also die Gefahr? Diese entsteht erst durch den bewussten Missbrauch.
So wie bei allen anderen Drogen auch.

Und jetzt stellt sich mir die Frage: Wie ist es zu dieser verharmlosenden Akzeptanz von Alkohol und Nikotin überhaupt gekommen? Eine Akzeptanz die sogar schon in einen gesellschaftlichen Druck ausufert, in dem der Nichttrinker schon komisch angesehen wird...
Was sind denn in deinen Augen die Gründe für diese Entwicklung?
Das ist der eigentliche Kern. Nämlich die Frage, ob die Gesellschaft sich an etwas von außen anpasst, oder die Gesellschaft wiederum nach außen hin anpasst. Das ist aber eine wirklich so große Frage, dass sie zu diesem Thema hier eigentlich nicht mehr gehört, sondern in einen eigenen Thread.
 
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Seppuku schrieb:
Was sind denn in deinen Augen die Gründe für diese Entwicklung?

Welche Variante willste denn hören?

1.) "Kulturelle Verrwurzelung". Blabla ... verweigert man revisionistische Geschichtsschreibung (was wahrscheinlich unmöglich ist), sollte einem aus der Quellenlage eigentlich klarwerden, dass auch Cannabis zu fast allen Zeiten zu fast jeder Kultur irgendwie dazugehört hat (sei es zu medizinischen Zwecken, als natürlicher Rohstoff, als spirituelle Erfahrung, rituelles Hilfsmittel oder einfach als Genussmittel).

2.) "Alkoholkonsum ist aufgrund seiner gesellschaftlichen Akzeptanz kontrollierbar" - Das ist ein klassischer Selbstläufer, denn das gleiche könnte man von jeder ähnlich akzeptierten Droge auch behaupten. Hier liegt der einzige Unterschied also in der gesellschaftlichen Akzeptanz. Diese hat im Fall Alkohol zwar durch das Cannabisverbot nicht zugenommen, aber die Akzeptanz illegalisierter Verhaltensweisen ist allgemein selten besonders hoch. Vor allem sinkt die Akzeptanz dieser Handlung schon durch ihre Illegalisierung an sich - denn sie ist nun strafbar, und damit ist es zumindest schon mal "schön blöd", sich dabei erwischen zu lassen.

3.) "Der menschliche Körper kann mit Alkohol umgehen" auch das trifft auf alle nicht vollsynthetischen Rauschmittel zu.
Der Umgang mit natürlich vorkommenen Giften ist fester Bestandteil des Evolutionsprozesses jeder Spezies.
Wir können noch mit viel mehr gut umgehen - über eine ganze Weile kommt der menschliche Körper sogar mit Heroin irgendwie zurecht, kann sich an winzige Mengen Arsen gewöhnen (das wird dann erst böse, wenn der Körper davon entgiftet), und hat immer noch genug Nervenzellen übrig, wenn er sich über Jahre hinweg regelmäßig ins Koma säuft.

4.) Eher unbeliebt, aber mMn nicht weniger realistisch sind wirtschaftliche Interessen. Zum Beispiel die Interessen der Alkoholindustrie, die zwar nicht direkt Interesse daran hat, Cannabis zu verbieten, für die aber klar sein dürfte: solange Cannabis Illegal ist, stellt mein Produkt das einzige legal zugängliche Rauschmittel dar, und ist damit die erste Wahl für viele Bürger des Landes, das fast alle Alternativen verbietet. Oder für die Baumwoll-Industrie (tatsächlich einer der Hauptprofiteure der Cannabisprohibition und der Anti-Hanf-Kampagnen), die durch ein simples Verbot fast konkurenzlos wurde.

5.) Meine Lieblingsvariante. Die Akzeprtanz für Alkohol und viele andere Substanzen war einfach da. Es geht also nicht um die Frage, warum Alkohol akzeptiert ist, sondern eher, warum es viele andere Substanzen nicht mehr sind. Ich denke dabei nur an Substanzen, die schon vor Jahrtausenden ohne großen Aufwand zubereitet werden konnten (Pflanze -> konsumfertige Droge), dazu zählen z.B. Cannabis, Rohopium, Qat, Tees oder sonstige Aufguß-Extrakte u.Ä. aber NICHT LSD, Kokain, Speed, MDMA, Heroin oder ähnlich aufgearbeitetes.
...

Warum ist Qat im Jemen nicht illegal bzw. warum wird sein Konsum dort breit akzeptiert?
Genau, weil es für die meisten Jemeniten offensichtlich keine "Droge" ist.
Mit Alkohol verhält es sich in unserem Kulturkreis mMn ganz ähnlich. Nicht umsonst ist die Alkoholsucht etwas, wofür wir einen eigenen Begriff haben (Alkoholismus), bei den meisten anderen Süchten entsteht der Terminus erst durch das Suffix "-sucht" in Verbindung mit dem "Suchtstoff".
Sogar an dieser Stelle geben wir uns größte Mühe, Alkohol von den "Drogen" zu trennen, und ihn dadurch möglichst aus der "böööse"-Propaganda herauszuhalten (Zur sprachsymbolischen Dimension kann ich gerne noch ein paar Textwände schreiben).

Nicht zuletzt: Wo kam das "beste" Bier und der "beste" Wein im Mittelalter her? Zum Beispiel aus Klöstern, oder von kirchlichen Lehen. Damit gab es über mind. 500 Jahre hinweg eine übermächtige Institution, die kein Interesse daran hatte sich dieser Einnahmequelle zu berauben, und nahezu überall Gesetze diktieren konnte (z.B. die deutschen Reinheitsgebote, mit denen vor allem bis dahin beliebte leicht halluzinogene Kräuterbiere vom Markt verbannt wurden).
-> Die Alk.-Akzeptanz erscheint mir damit als Teil der "gottgewollten Ordnung". ;)

Prost ... ähh ... Amen!

Ganz allgemein denke ich mir, dass sich die Diskussion von ihrer fixierung auf Rauschzustände verabschieden sollte. Diese Pflanze kann noch einige andere Vorteile aufbringen ... es gibt medizinische Anwendungen, im Bezug auf ökologische Nachhaltigkeit ist eine einjährige Pflanze ohnehin besser, als Bäume, die 10-100jährige "Erntezyklen" besitzen, Hanf kann als Baustoff, für Möbel, Haüser und sogar für Autoteile genutzt werden, er dient als Futterpflanze, die Samen können zu Mehl verarbeitet werden, aus Hanf kann man Getränke herstellen, genauso wie Schmerzlindernde Salben - Hanf ist eine Pionierpflanze, kann also in der Landwirtschaft als regenerative Ressource genutzt werden.
Nebenbei gibt es Sorten, die Bewusstseinsverändernde Wirkungen haben - Leider hatte das Verbot genau dieser Verwendung (rauschorientierter Konsum) die Nebenwirkung, viele alternative Verwendungen in Vergessenheit geraten zu lassen. Die müssen wir heute wieder neu entdecken, obwohl sie Jahrtausende alt sind.
Da sich die Verbotsdiskussion zu sehr auf die Drogenproblematik konzentriert, erscheint diese Verwendung als der "Hauptzweck" dieser Pflanze.
Eigentlich ist das voll das universell einsetzbare "Superkraut", das viel mehr zu bieten hat, als ein bisschen Harz an und in den unbestäubten weiblichen Blüten.
 
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Zu Punkt 4, das wird wohl eher die Pharmalobby sein ;) Wie bei Stevia, welches seit glaub 2011 in der EU wieder erlaubt ist. Auf jeden Fall lässt sich mit Dobrinol für einige auserwählte viel Geld machen während sie das mit Weed nicht könnten.
 
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Klar, je komplizierter das Herstellungsverfahren, deste eher lässt sich die Herstellung monopolisieren.
Weed könnte jeder Patient im Keller selbst ziehen (lassen) und selbst zum konsum vorbereiten. Bei Aspirin o.Ä. ist das schon schwieriger.

Ich dachte bei 4.) daran, dass z.B. Arbeitshosen früher eher aus Hanffasern hergestellt wurden, und eigentlich erst die "Jeans" von Levi's diesen Trend abgelöst hat. Levi's "Bluejeans" waren aus Baumwolle, und daher nicht so halt- und belastbar wie Hanf-Hosen, aber aus verschiedenen Gründen in der Herstellung um einiges billiger (das schlug sich auch im EVP wieder, aber eben NICHT 1:1, wenn man die verkürzten Lebenszyklen unter gleichen Arbeitsbedingungen mit einbezieht).
Levi's Markterfolg fand ziemlich zeitgleich mit dem Beginn der Anti-Hanf-Kampagnen in den USA statt (bis zum Verbot dauerte es da noch ein bisschen), erst durch diese Kampagnen und das darauf folgende Verbot ist die Jeans letztlich die fast konkurrenzlose Arbeitshose geworden, als die sie lange breite Verwendung fand. Nicht zuletzt auch, weil Kampagnen und Verbot die Zulieferer der Konkurrenz (hanf-Bauern) unter Generalverdacht gestellt haben.

Zur Haltbarkeit von Hanf:
Die "Gutenberg-" bzw. "Luther-Bibel" - das erste in Europa gedruckte Buch - ist auf Hanfpapier gedruckt worden und noch immer Intakt. Bücher, die zu der gleichen Zeit (oder auch sehr viel später) auf "Holz-Papier" gedruckt wurden, sind fast alle in einem mindestens traurigen Zustand (bei vergleichbaren Lagerbedingungen).
Das Ding ist noch heute besser in Schuss, als viele halb so alte Bücher.

Bei einer so breit verwendbaren Pflanze (siehe mein letzter Absatz in Post 2526, in dem ich es nur angerissen habe) geht die Zahl der Witschaftszweige, die von ihrem Verbot letztlich profitieren, gegen unendlich.
Ausserdem steht die lange Haltbarkeit von Hanf-Produkten der Ideologie des grenzenlosen Wachstums diametral gegenüber - schließlich lebt unser System zu einem großen Teil davon, dass wir alle Dinge regelmäßig neu kaufen müssen -> je weniger haltbar ein Werkstoff ist, desto besser passt er da rein (dabei geht es mir nicht um High-Tech, sondern um Massenprodukte des alltäglichen Gebrauchs, z.B. Klamotten).

Die rauschorientierte Legalisierungsdebatte hilft, das negativ-Image der Nutzpflanze Hanf am Leben zu erhalten - und steht damit (ungewollt) der Nutzung ihrer positiven Aspekte ein Stück weit im Weg. Auch wenn Faser und Futter-Hanf NICHT unter das Verbot fallen.
 
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Heute in der RP (Rheinischen Post) mal einen richtig guten Kommentar gelesen:

http://www.rp-online.de/wirtschaft/...l-marihuana-legalisiert-werden-aid-1.3971964#

Endlich mal ohne die abgedroschenen siebziger und achtziger Jahre Thesen die auf den Müllhaufen der Geschichte gehören^^

Kann ich jedem mal empfehlen egal ob Befürworter oder Gegner ;)

Noch ein Artikel über den ich zufällig gestolpert bin bei N-TV vom 20.01.2014:

"Nicht schlimmer als Alkohol"
Obama begrüßt Marihuana-Legalisierung

Immer mehr US-Bundesstaaten lockern ihre Drogengesetze, 58 Prozent der US-Bürger sind für die Legalisierung von Cannabis. Einer von ihnen ist Barack Obama. Der Präsident spricht aus eigener Erfahrung.

http://www.n-tv.de/panorama/Obama-begruesst-Marihuana-Legalisierung-article12107256.html

http://www.faz.net/aktuell/gesellsc...nicht-gefaehrlicher-als-alkohol-12759855.html
http://www.welt.de/politik/ausland/...eigt-sich-beim-Thema-Marihuana-entspannt.html

Ich kommentiere das mal nicht und überlasse jedem selbst seine Schlüsse zu ziehen. Nur wenn der mächtigste Mann der Welt für die Legalisierung oder zumindest Entkriminalisierung ist dann dürfte es nicht mehr lange dauern bis in den USA in weiten Teilen das Verbot fallen wird.
 
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DerOlf schrieb:
..., Hanf kann als Baustoff, für Möbel, Haüser und sogar für Autoteile genutzt werden, er dient als Futterpflanze, die Samen können zu Mehl verarbeitet werden, aus Hanf kann man Getränke herstellen...
Kurzum, wenn man neben Rauschmittel- auch die Medizinfunktion abzieht, sind wir bei Industriehanf der in Deutschland seit 15 Jahren wieder großflächig angebaut wird, um genau diese Dinge herzustellen. Um Industriehanf gibt es keine Debatte, deswegen brauchen wir das eben auch nicht diskutieren und sollten uns auf Medizin und Rauschmittel beschränken.

Ganz nebenbei finde ich es richtig, wenn man ein Rauschmittel, etwa auch Alkohol, deshalb nimmt, um berauscht zu werden und nicht, um es nicht zu sein.
 
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Bei uns in der psychiatrischen Klinik haben von den psychotischen Jugendlichen (meist "Stimmenhören") fast ausnahmslos vorher alle gekifft. Die hätten nie gekifft wenn sie gewußt hätten was sie erwartet. So harmlos ist das Kiffen auch nicht, wie es häufig dargestellt wird. Aber ich finde Alkoholismus mindestens genauso schlimm und organisch sogar noch gefährlicher.

Wenn schon sollte man beides verbieten (was aber auch kaum durchsetzbar ist). Die hohen Kosten für Klinikbehandlungen (300+ Euro/Tag) zahlen wir dann alle als "Lehrgeld" für die Kiddys, die unbedingt cool sein wollen und deswegen kiffen/saufen.
 
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Ich glaube, du siehst das etwas falsch: Deine Jugendlichen sind nicht krank, weil sie kiffen/gekifft haben. Sie kiffen, weil sie krank sind sie hoffen, dass es ihnen hilft.

Das ist meine persönliche Erfahrung, zu der ich nicht mehr erzählen werde. Geht doch ein wenig zu weit in die Privatsphäre.
Ich kann dir allerdings sagen, dass ich bei Weitem nicht der einzige mit solchen Erfahrungen bin.
 
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Seh ich nicht so, meist antworten sie auf die Frage ob sie VORHER schon gekifft haben mit nem verschmitzten "schuldigen" Grinsen und bejahen sie.
 
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@ Taigabaer

Du hast seinen Einwand falsch verstanden - MusicJunkie666 wollte sicherlich wohl kaum sagen, dass deine Klinikinsassen das Kiffen wegen "Stimmenhören" angefangen hätten. Prinzipiell übst du auch einen hier im Thread schon mehrmals offengelegten Fehlschluss. Du nimmst eine Gruppe von irgendwie Kranken, stellst fest, dass die meisten von denen ihrem Körper X hinzugefügt haben und folgerst daraus, X wäre eine hinreichende Ursache. Die haben, davon gehe ich mal aus, auch ausnahmslos alle vor dem Bekanntwerden oder dem ihnen bewusst werden ihrer Erkrankung Wasser getrunken.

P.S.
Und "Stimmenhören" an sich ist keine Krankheit. Schau mal ins DSM IV (gibts im Gegensatz zur 5 eher in Bibliotheken), was dort als Shizophrenia beschrieben wird, wie viele Symptome von den möglichen Symptomen mindestens gegeben sein müssen und dass die Diagnose sowohl positiv als auch negativ eine Zuverlässigkeit von zwischen 70 und 75 Prozent hat - gute Nacht schöne Schwarz-Weiß-Shizoistshizo-Welt
 
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@
Taigabaer

Es geht doch um eine Cannabis Legalisierung für Erwachsene bzw. darum ob Erwachsene Menschen für den Konsum und Besitz verfolgt, bestraft und geächtet werden sollen?
Deine jugendlichen Patienten in der Klinik haben bestimmt ebenso Alkohol und Nikotin und gegeben falls auch andere Drogen genommen. Woher kann man genau festmachen das dieses Stimmenhören explizit durch Cannabis Konsum hervorgerufen wurde? Kann aber muss nicht.

Im Gegenteil dieses Stimmen hören deutet sogar auf eine Alkohol Psychose hin, so steht in Wikipedia unter dem Stichwort "Alkoholpsychose" dies:

Alkoholpsychose[Bearbeiten]

Neben organischen Schäden an Magen, Herz und vor allem der Leber wird auch das Gehirn durch regelmäßigen Alkoholkonsum beeinträchtigt. Erkrankungen des Gehirns sind insbesondere das Delirium tremens, eine lebensgefährliche Erkrankung mit wahnhafter Wahrnehmung wie beispielsweise Spinnen, „weiße Mäuse“ usw. mit heftiger Erregung, Schlaflosigkeit, Angst und Desorientierung; das Korsakow-Syndrom, mit einer Geistesschwäche, die auf einem Versagen des Gedächtnisses beruht; den Alkoholwahn z. B. in der Form eines Eifersuchtswahns und die Alkohol-Halluzinose mit Wahnvorstellungen des Kranken, bei denen er beispielsweise Stimmen hört, welche ihn beschimpfen. Die Alkohol-Psychose kann wenige Wochen bis Monate dauern.

Aber natürlich kann es auch durch Cannabis oder andere Drogen hervorgerufen sein, doch ist dies unerheblich da es ja um die Frage geht ob Cannabis für Erwachsene ab 18 Jahre ohne Strafverfolgung und in einem geordnetem Markt mit Jugendschutz und Konsumnetenschutz freigegeben werden soll.

Deine jugendliche können doch heute sehr leicht zu jeder Zeit an jede Menge Cannabis kommen und werden dies auch in Zukunft, selbst wenn es freigegeben sein wird, ohne Probleme können.
Aber das ist auch nicht der Punkt um den es hier geht sondern eben darum wie man erwachsene Menschen behandelt die selbstbestimmt eine Entscheidung treffen die keinem Menschen schadet (außer einem selbst vielleicht aber dann in einem Maße wie es Alkohol und Nikotin auch tun).

Ich verstehe nicht warum immer jugendliche in die Debatte aufgeführt werden, was soll das? Man sollte dafür einen anderen eigenen Threat aufmachen wo die Frage behandelt wird wie man mit kiffenden jugendlichen Umgeht.

Nur trotz Verbot haben ja sehr viele jugendliche Kontakt mit Cannabis, und es ist ein Gerücht das ein Verbot dies verhindert und die Praxis nach jahrzehntelanger Strafverfolgung beweist auch das Gegenteil.
 
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bin gegen eine legalisierung. warum? um nur ein beispiel zu nennen:
reicht es nicht, dass es jährlich unzählige unfälle durch alkohol am steuer gibt? wollen wir jetzt dann vielleicht noch mehr unfälle im drogenrausch (nicht nur cannabis!) provozieren, indem die eventuelle hemmschwelle sinkt, cannabis (öfter) zu konsumieren?

vielleicht sollten wir mal eher nachdenken, warum leute auf der suche nach einem rauschzustand sind (egal ob alk oder andere drogen).
 
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@jud4s
Es ist immer wieder unschön, wie eine eigentlich sinnvolle und fruchtbare Diskussion zerschlagen wird, indem platt seine Meinung dazuwischen gepostet wird, ohne an der eigentlichen Diskussion teilzunehmen.
Warum berücksichtigst du nicht wenigstens den letzten Teil der Diskussion. Hättest du dich auch nur ein bisschen in den Thread hier eingelesen, sollte auch dir klar geworden sein, dass durch eine Legalisierung wohl eher keine sinkende Hemmschwelle oder vermehrter Konsum zu erwarten ist. Man muss ja nur mal in die Länder schauen, wo es seit längerem legal ist.
Ach ja, und die böse moderne Welt zwingt die Leute zum Drogenkonsum. Gegenfrage: Warum machen das die Menschen dann schon seit Jahrtausenden?
Sorry, aber durch Leute wie dich dreht sich die Diskussion hier ständig im Kreis.
 
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Natürlich dreht sich solch eine Diskussion stetig im Kreis. Wie könnte sie auch nicht?
Das ist das selbe wie bei religiösen Fragen wie Schalke oder BVB. Man wird da nie auf einen grünen Zweig kommen, denn der FC Bayern ist nämlich das wahre Glück. :D

Es geht eigentlich nicht um Hemmschwelle oder sonstiges - Cannabis ist nicht schädlicher als rauchen oder Alkoholkonsum. Zuviel von allem und man schadet seinem Körper irreparabel. Natürlich könnte man jetzt anführen, man muss es ja nicht so weit kommen lassen, gerade weil Cannabis nicht hochgradig süchtig macht wie beispielsweise Kokain, Crack oder ganz besonders Heroin.

Und gerade wenn sich die Diskussion um "wieso kann man einen Erwachsenen nicht selbst entscheiden lassen, was er konsumiert, v.a. weil diese Erwachsenen ja keinen anderen schaden" dreht:

Muss man das dann nicht auch auf die harten Drogen ausweiten? Ich kann doch nicht sagen: Cannabis ist was anderes als Heroin. Beides sind abhängig machende Drogen und gehören sich weiterhin verboten, ebenso wie -

und jetzt kommts:

Alkohol.
Für mich gehört Alkohol in die gleiche Schiene.
Wie das ausarten würde, wissen wir natürlich anhand des Prohibitionszeitalters. Alkohol lässt sich viel zu leicht herstellen und wird in allen möglichen Dingen (Medizin) verwendet,als dass es jemals verboten werden könnte. Man sieht das schön am Beispiel Island:

http://de.wikipedia.org/wiki/Prohibition_in_Island

Erst 1989 wurde dort übrigens alkoholhaltiges Bier erlaubt - jeden 1.März wird seitdem der Tag des Bieres gefeiert.

Alkohol hat (leider) einen Sonderstatus gerade wegen der medizinischen Sicht.

Und jetzt kommt mir bitte nicht mit Cannabis und unheilbare Krebspatienten. Das ist ok so wie das gehandhabt wird, aber kann man nicht auf eine Ebene mit Alkohol in medizinischen Bereichen setzen.
 
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Man kann das doch auf folgendes runterbrechen wenn ich richtig liege:
1. Die Legalisierung von Cannabis bedeutet nur, dass der Besitz und der Konsum legalisiert werden.
2. Jegliche rechtliche Konsequenzen sind als abgeschottetes Thema anzuerkennen, da auch der Konsum von Medikamenten und anderen Drogen zu anderen rechtlichen Strafen führen kann.
3. Die gesellschaftlichen Auswirkungen durch die Legalisierung von Cannabis müsste untersucht und bewertet werden.

Ferner sollte man einfach nur mit gesundem Menschenverstand an die Sache rangehen.

Zum ersten Punkt: Er bedeutet nur, dass der Besitz nicht straffällig macht. Der Konsum war ja bisher meines wissens nach nicht illegal, sondern nur durch das Thema "Besitz" für illegal befunden worden. Wäre also der Besitz legal, wäre auch automatisch der Konsum legal.

Punkt 2:Ist man unter dem Einfluss einer Droge und wird straffällig, so sollte man eine höhere Strafe bekommen, als jemand, der keine Droge zu sich genommen hat. Dies erkannte schon Aristoteles (ca. 350v. Christus), der es folgendermaßen beschrieb:
"So wird dem Betrunkenen das Strafmaß verdoppelt, denn das bewegende Prinzip ist in ihm selbst: es stand ganz bei ihm, sich nicht zu betrinken."
So sollte es demnach auch bei anderen legalen Drogen sein. Es ist niemand verpflichtet, es sei denn Medizinisch (welches dann die Nebenwirkungen beschreibt und demnach dem Konsumenten vor den Nebenwirkungen warnt, sodass dieser darauf handeln muss), es zu konsumieren. Tut man es doch, und ergibt sich daraus eine rechtliche Sache, sollte sie härter bestraft werden. Man musste es ja nicht konsumieren.

Punkt 3 ist die entscheidende Frage. Die jedoch auch umgekehrt werden kann:
Ist das Verbot von Cannabis für irgendjemanden gut? Wird dadurch jemand geschützt, der ansonsten dadurch Schaden nehmen würde? Oder ist dies nicht abzusehen? Ist es nicht so, dass nur der Missbrauch einer Droge, und definieren wir Cannabis mal als Droge, das Problem und nicht der Konsum als solches? Es könnte also jemand ein Bier trinken und nüchtern sein. Ein anderer ist nach einem Bier schon unzurechnungsfähig. Durch das Wissen, dass er Unzurechnungsfähig ist, hat er die Droge missbraucht. Die Frage nach der Verhältnismäßigkeit stellt sich, und wie man es nachweisen könnte.

Und: Inwiefern würde eine Cannabis Legalisierung zur Veränderung der Gesellschaft führen, und wäre dies ein negativer Aspekt?

Ich selbst halte das für eine "Hätte-Wäre-Wenn"- Frage. Selbst wenn Cannabis in anderen Ländern und Gesellschaften akzeptiert sein würde oder auch nicht, die Auswirkungen auf unsere Gesellschaft ist nicht abzuschätzen. Abzuschätzen ist aber die Anzahl der Fälle an rechtlichen Überschreitungen und ärztlichen Konsultationen im Sinne der legalen Drogen und deren Missbrauch. Es ist kein Argument für Cannabis. Sondern es ist ein: Entweder ich lasse die Menschen entscheiden, ob sie die Droge nehmen. Und bei einem Verstoß, bei einem Missbrauch sollen sie härter bestraft werden (das ist jetzt so) ODER aber ich verbiete auch alle anderen Drogen.

Die jetzige Handhabung ist aber eher eine: "Ich sag mal lieber nix zu dem Thema, gibt ja scheinbar noch nicht genug Leute die's aufregt und daher ist diese Minderheit für mich nicht Wahl-Relevant."
 
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