Sologruppe schrieb:
Die Alten, die das Geld hätten, kennen das gar nicht- ausgenommen ein paar Prominente, die wohl einen Skandal wollen.
Das wollte meine Mutter wohl nen Skandal, Mein Vater auch, und meine Großeltern ebenfalls ... nur ich würde die nicht als "Prominente" bezeichnen.
Auszug aus einem Gespräch im Garten (Meine Mtter, Schweseter und ich).
Schwester: "Wie wirkt eigentlich LSD?"
Mutter UND ich (einstimmig): "Also, zunächst mal ... "
Kurze Pause ... dann
Mutter: "Mein lieber junge, woher kennst du das denn, ich denke das gibts seit den 80ern nicht
mehr"
Ich habe selbst nicht schlecht gestaunt, dass meine Ma das kennt ... aber wenn man bedenkt, dass sie Jahrgang 1951 war, dann ist wohl klar ... ich wäre auch ganz gerne ende der 60er um die 20 gewesen
Mein Vater antwortete, dass er zwar Hasch mal probiert habe (bei der Bundeswehr), ihm Alkohol dann aber einfach besser gefallen hat (davon gabs beim Bund halt auch rohe Mengen).
Für meine Großeltern war das einfach "starker Tobak" ... von dem sie wussten, wie es wirkt, und dass es viele Leute schon in ihrer Kindheit konsmiert haben.
Sogar das Kind eines armen Fischers vom kurischen Haff kannte das Zeug schon vor 1930 (also nicht LSD sondern Canabis).
Vor dem Verbot von Cannabis war Deutschand ein traditionelles Hanf-Anbaugebiet (primär Faser- und Futterhanf- aber auch aus diesen Pflanzen wurde das THC erst NACH dem verbot herausgezüchtet, denn als Baustoff ist Hanf einfach um längen besser als Holz oder Karbon) ... und das geht Jahrhunderte zurück.
Ich beglückwünsche dich zu deiner erfolgreichen Indoktrinierung ... aber behalt deine revisionistische Geschichte bitte für dich. Die ist nämlichh totaler Unsinn (und die Belege dazu findest du ÜBERALL).
Wenn jemand ein nüchternes Leben führen will, dann ist das sein Ding. Ich respektiere das.
Ich habe auch mit dem Verbot nie ein Problem gehabt (es wirkt ja nicht) an Drogen zu kommen ... die Konzentration der Drogen auf dem Schwarzmarkt (Grund für den ist das Verbot) macht es sogar noch leichter, denn so ziemlich jeder Gras-Dealer kann dir auch noch etwas andere Turns verkaufen. Und an denen verdient er auch weitaus besser, als an Gras.
Prohibition sei Dank.
Ich sehe, welche Wirkung das Verbot hat (die ist peng, was man spätestens an Staaten sieht, die es aufgehoben haben ... die Konsumentenzahlen sind bisher NICHT gestiegen), ich konnte erleben, wie viel Geld man damit machen kann, weil es illegal ist (Strecken, Preise, die rein garnichts mit den Produktions- und Logistikkosten zu tun haben, sondern sich NUR daran orientieren, was der Kunde zahlen will oder kann ... es gibt ja dank Verbot auch keine Marktaufsicht), miese Qualität, die dennoch gekauft wird (in Ermangelung von Alternativen), schwankende Wirkhaltigkeit, die z.B. bei Heroin für fast 50% der Toten verantwortlich gemacht werden kann (es gibt immer wieder Sterbewellen, wenn mal eine nicht ganz so übel gestrexckte Ware den deutschen Markt erreicht hat), Menschen, die wegen "einem Joint am letzten Wochenende" den Führerschein und in der Folge dann den Job verlieren.
All das sind negative Folgen des Verbotes und der gesellschaftlichen Verachtung ... achja, die enormen Kosten für den Staat habe ich noch vergessen.
Positive Effekte hat dieses Verbot abgesehen von der schnellen Durchsetzung der Baumwolle als Kleidungsgrundstoff nie gehabt. Zu Beginn ging es zumindest beim Hanf-Verbot nichtmal um das Rauschmittel ... es ging darum, dass jemand Arbeitshosen aus Baumwolle verkaufen wollte, weil die eben nicht so lange halten, wie die aus Hanf (es ging dabei um Jeans).
Bei Hanf lehne ich ein Verbo auch aus egoistischen Gründen ab ... ich fänds natürlich toll, wenn ich MEINE "Alkoholalternative" legal erwerben könnte, ohne dabei jedesmal mich und den Dealer in Gefahr zu bringen (das Verbot ist aus dieser Wartetatsächlich um einiges gefährlicher, als die Droge).
Bei anderen Drogen lehne ich die strafrechtliche Verfolgung ab, weil ich denke, dass dieser Teil des Verbotes weit mehr Schaden anrichtet, als Nutzen zu bringen.
Ausserdem mag ich keine mafiösen Strukturen, undsolange es (offensichtlich) in der Gesellschaft irgendwie eine Nachfrage nach Drogen gibt, unterstützt das Verbot die bildung solcher Strukturen.
Wer FÜR dieses Verbot argumentiert, ist mMn ein Mafia-Lobbyist, denn nur die haben von dem Verbot wirklich was.
Es gibt zumindest bei Canabis mittlerweile sehr viel mehr vernünftige Argumente, die GEGEN das Verbot sprechen, als dafür. Und die haben auch rein garnichts damit zu tun, welches nun der "natürliche Bewusstseinszustand des Menschen ist", ob dieser erstrebenswert ist oder ob Gott nicht will, dass die Menschen berauscht durch die gegend tun. Das alles ist in der Debatte völlig irrelevant ... die größten Verfechter der Legalisierung weicher Drogen sind übrigens Juristen und Polizisten ... die haben nämlich einfach keine Lust mehr, sich täglich und ohne jede Aussicht auf Erfolg mit diesen Lappalien herumzuschlagen.
Das Verbot SCHADET unserer Gesellschaft viel mehr, als es die legale Droge je könnte.
Ich bin Städter, und ich weiß, dass es hier viele Volltrottel gibt ... die gedeihen aber scheinbar auf dem Land auch ganz prächtig.
Verallgemeinern sollte man das allerdings nicht, und das ist genau das, was du mental irgendiwe wohl nicht erfasst bekommst.
Typisch unbemerkte Fiilterblase ... sowas nannte Bourdieu "Verkennung".
Die Städter, von denen du schreibst, kenne ich nicht, denn die waren alle oft genug ausserhalb der Stadt ... ich habe gerade durch meine Beschäftigung mit Drogen sehr viel über unsere heimische Flora gelernt ... für "meine" Drogen" muss ich im Prinzip nicht zum Dealer, denn das kann ich komplett selbst herstellen ... solange es illegal ist, ist der Einkauf bei der Mafia allerdings weniger gefährlich.