Quo vadis BTMG?

TheManneken schrieb:
Die Krux an der Sache ist: wie viele Menschen wissen eigentlich, ob sie ein erhöhten Psychoserisiko haben?
Eine sehr gute Frage ... eine andere wäre, ob eine Früherkennung möglich wäre ... zum einen natürlich ärztlich ... zum anderen aber selbstverständlich auch vom Individuum selbst.

Ich habe keine Ahnung, woran man eine Neigung zu substanzinduzierten Psychosen bei sich selbst erkennen könnte (Abgesehen vom Substanzgebrauch ... das funktioniert wahrscheinlich auch).
Ergänzung ()

Effe schrieb:
Hat diese eine Auswirkung bei Verfügbarkeit, Qualität, Akzeptanz?
1. In Deutschland? Kaum. In puncto Akzeptanz hilft die Prohibition sogar ... denn "das ist verboten" ... also cool (zumindest in einem bestimmten Alter ... nicht das passende für extensiven Cannabiskonsum).

2. Im Bezug auf welche Drogen?
Ich habe nie viel mit Heroin oder Kokain zu tun gehabt ... aber ich weiß genau, wo ich was bekommen könnte, wenn ich denn wollte ... bei anderen Drogen wird es schon komplizierter aber das war nicht immer so.

3. Die Qualität KANN von kontrollierten Abgaben eigentlich nur profitieren. Unter Prohibitionsbedingungen hast du als Kunde einfach sehr oft keinerlei Kontrolle ... oder Auswahl.
Zumindest bei uns rennen die Dealer nicht mit Bauchläden und genauen Inhaltsangaben durch die Parks (schade eigentlich).

Was Deutschland angeht, sehe ich die Prohibition als ziemlich gescheitert an .. bringt nichts, fordert aber Opfer und ist obendrein noch ziemlich teuer.
 
Zuletzt bearbeitet:
TheManneken schrieb:
Die Krux an der Sache ist: wie viele Menschen wissen eigentlich, ob sie ein erhöhten Psychoserisiko haben?
Ich weiß gerade nicht ob sowas überhaupt kalkulierbar ist.
Meines Wissens nach kann da jede:r nur selbst im familiären Umkreis schauen ob es da schon ähnliche Erkrankungen gab und das Ergebnis als persönlichen Indikator nehmen.
 
SE. schrieb:
Ich weiß gerade nicht ob sowas überhaupt kalkulierbar ist.
Soweit ich informiert bin, lässt sich das nicht vorhersagen, es gibt einen gewissen genetischen Faktor, allerdings spielen psychosoziale Umstände eine weitaus größere Rolle und externe Noxen (Schadstoffe jeglicher Art: Chemikalien, Infektionskrankheiten, etc.) greifen auch noch mit rein.

Sehr komplex und daher kaum kalkulierbar.
Dazu kommt, das bei psychiatrischen Erkrankungen oft die Krankheitseinsicht beim Betroffenen fehlt und die Ausprägung sehr unterschiedlich ist.

Im Endeffekt ist der Konsum von THC oder ähnlichen, wenig abhängig machenden Substanzen vergleichbar dem Rauchen: jeder weiß, das es schädlich ist und trotzdem machen es tagtäglich sehr viele, das Risiko Lungenkrebs beim Rauchen wird toleriert, wie eine Drogeninduzierte Psychose bei anderen Substanzen.
 
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Naja, bei den meisten Kiffern kommt ja dank des Mischkonsums (THC + Tabak) das Krebsrisiko noch oben drauf.
Ich kenne auch nur ziemlich wenig kiffende "Nichtraucher".

Mal eine Alternativeversion des Einstiegsdrogen-Mythos ... meine Einstiegsdrogen waren (ganz klar) Tabak und Alkohol.
Diesen zwei sollte gerade der Jugendschutz mMn weit mehr Aufmerksamkeit widmen, denn eigentlich kenne ich keinen "Drogi", der andere Einstiegsdrogen angeben könnte. Alle kamen über Tabak und Alkohol zu dem, was sie nun machen.

Den wichtigsten Unterschied macht hier die Illegalität ... Tabak und Alk sind legal (und daher in Läden zu kaufen, wo es keine illegalen Subsztanzen gibt) ... bei THC ist das anders ... das ist illegal ... und daher nur aus Quellen zu beziehen, die wahrscheinlich auch Zugang zu anderen Stoffen haben.
Allerdings sind diese Quellen oft auch dort zu finden, wo traditionell (auch) Alkohol getrunken wird (Parties, Diskotheken, Parks etc).

Nicht die Droge, sondern die Prohibition macht den Einstieg möglich. Die Prohibition ist BÖSE.
 
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@DerOlf
Alkohol und Nikotin waren und sind extrem liberal kontrolliert und sind mit Abstand die am häufigsten konsumierten Drogen mit kombinierten Todeszahlen pro Tag, die auf dem aktuellen Corona-Niveau liegen. In wie weit ermöglicht die Prohibition alleine den Einstieg bzw. ist per se böse?
 
@Seppuku
Warum ich de Prohibition für böse halte habe ich weiter oben schon mehrmals dargelegt.
Zusammengefasst:
Bringt nichts, kostet aber viel Geld und unter Umständen sogar Leben.
Eine Apotheke oder staatlich geprüfte Ausgabestelle wird das Gras wohl eher nicht mit Autolack aufhübschen ... denn DAS könnte den Betreiber die Zulassung kosten.
Einem Dealer, der ohnehin in der Illegalität operiert, ist das ziemlich egal ... der verliert sein Geschäft nur, wenn er gefasst wird.

Die Prohibition ermöglicht den Einstieg in den Konsum illegaler Substanzen ... an die kommt man nämlich kaum heran, wenn man sich immer fein ans Gesetz halten will.
Weil THC verboten ist, kann man es nur beim gleichen illegalen Dealer kaufen, wie all die anderen Dinge, wegen derer man dann lange Therapien brauchen kann.

Daher geht der Gebrauch härterer Drogen ja z.B. in Colorado zurück ... die Menschen holen ihr Kiff im "medical Center" und da wird penibelst drauf geachtet, dass im und vor dem Laden niemand andere Dinge verkauft ... das wäre nämlich geschäftsschädigend.

Dadurch wird der Kontakt zwischen Kiffern (reiner THC-Konsum) und Polytoxicomanen (die alles mögliche nehmen ... legal, illegal, scheißegal) reduziert und genau DAS reduziert den Erstkontakt von Kiffern zu härteren Drogen, deren Konsum daraufhin leicht nachlässt.

Natürlich ist THC eine Einstiegsdroge ... aber eben nicht die erste oder einzige ... THC ist lediglich der Zugang zu "Level 2" ... den illegalen Substanzen.
Durch die Legalisierung kann es diesen Status verlieren ... natürlich in Abhängigkeit davon, wie der Vertrieb geregelt wird.
 
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DerOlf schrieb:
Eine Apotheke oder staatlich geprüfte Ausgabestelle wird das Gras wohl eher nicht mit Autolack aufhübschen ...

Ich habe in der 10. Klasse einen Freund wegen verunreinigtem Gras verloren. Es stellte sich in einer Probe heraus, das er an einer massiven Bleivergiftung krepiert ist. Das Gras war mit Blei bedampft um das Gewicht in die Höhe zu treiben. Gerade über einen längeren Zeitraum eine extrem tödliche Mischung.
 
knoxxi schrieb:
Ich habe in der 10. Klasse einen Freund wegen verunreinigtem Gras verloren. Es stellte sich in einer Probe heraus, das er an einer massiven Bleivergiftung krepiert ist. Das Gras war mit Blei bedampft um das Gewicht in die Höhe zu treiben. Gerade über einen längeren Zeitraum eine extrem tödliche Mischung.
Ist das zufällig ungefähr... 12-14 Jahrhe her, etwa?
Es gab einen kurzen Zeitraum, indem sich das in einigen Teilen Deutschlands ziemlich weit durchgesetzt hat - ehe es wieder wie es kam mir nichts dir nichts plötzlich verschwunden ist.

Zur gleichen Zeit etwa wurde auch mit "Brix" (Flüssigkunststoff) versucht zu "strecken"; das wurde auch nicht von irgendwelchen Zwischenmännern durchgeführt, da die Blüten noch vor der Trocknung zügig eingetaucht und erst dann zum Trocknen aufgehängt wurden...

War ne ziemliche Sauerei, was da abgelaufen ist...
 
Scrypton schrieb:
War ne ziemliche Sauerei, was da abgelaufen ist...
... und solche Sauereien wären einfach unmöglich (bzw. sehr viel schwerer durchzuführen), wenn ein legales Geschäft dran hängen würde, welches sich um der Lizenz Willen an strenge Auflagen zu halten hat.

Das mit dem Autolack ist ebenfalls eine wahre Geschichte (und ca. 12 - 14 Jahre her) ... ich weiß nicht genau, ob daran jemand gestorben ist, aber zumindest zwei Jugendliche schwebten wohl Tagelang in Lebensgefahr ... weil ein Dealer fand, dass sein Gras mit ein bisschen Metallic-Lack noch etwas attracktiver aussah.

Gegen solche Effekte (meiner Meinung nach direkte Effekte des Verbotes) sind substanzinduzierte Psychosen ja schon fast "harmlos".

Genau diese Effekte haben bei mir dafür gesorgt, dass ich grundsätzlich nur bei Menschen Gras kaufe, die ihr Zeug auch selbst rauchen ... dem Rest vertraue ich einfach nicht.
 
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mykoma schrieb:
THC wird gerne verharmlost, weil es im Vergleich zu anderen Substanzen wie Morphin oder den nicht verkehrsfähigen Präparaten (z.B. LSD) ein geringeres Suchtpotenzial und weniger Folgeschäden aufweist.
LSD ist hier ein unpassendes Beispiel, da sind die Entwicklung einer Sucht oder irgendwelche körperlichen Schäden durch die Substanz an sich meines Wissens gänzlich unbekannt. Was natürlich nicht heißt, dass der Konsum vollkommen unbedenklich ist, es kann zu Horrortrips und substanzinduzierten Psychosen kommen. Allerdings kann das Risiko eines Horrortrips durch verantwortungsbewussten Gebrauch (Stichworte Set und Setting) stark verringert werden und substanzinduzierte Psychosen sind selten. Gleiches gilt auch für einige andere Substanzen, die ähnlich wirken (Psychedelika), z.B. Psilocybin und DMT. Insgesamt zählen Psychedelika deshalb zu den relativ ungefährlichen Substanzen, auch im Vergleich mit Cannabis oder Alkohol.
Zu der Stoffgruppe findet auch wieder zunehmend Forschung statt. Es gab bspw. kürzlich mehrere Studien, die für Psilocybin eine gute Wirksamkeit bei der Behandlung von Depressionen nachgewiesen haben. Auch in Deutschland wird an der Berliner Charité dazu eine Studie durchgeführt (Link). Eine Legalisierung von Psilocybin für medizinische Zwecke in naher Zukunft ist also gar nicht so unwahrscheinlich.
Generell ist Legalität/Illegalität kein guter Indikator für die Gefährlichkeit einer Substanz. Selbst Morphin/Heroin verursachen bei intensivem Konsum über lange Zeiträume soweit ich weiß keine Organschäden, Alkohol ist in dieser Hinsicht viel schädlicher. Es gibt auch einige Drogen, bei denen der Konsum fraglos extrem gefährlich ist und die trotzdem legal sind, bspw. bestimmte Nachtschattengewächse wie Stechapfel und Engelstrompete. Aber die sind (aus gutem Grund) nicht populär als Rauschmittel, deshalb scheint man von staatlicher Seite da keinen Handlungsbedarf zu sehen.

@knoxxi @DerOlf In der Schweiz häufen sich scheinbar aktuell die Fälle von Cannabis, dem synthetische Cannabinoide beigemischt wurden, siehe Synthetische Cannabinoide: Ergebnisse aus dem Drug-Checking der Stadt Zürich, Januar bis August 2020.
 
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SJAFNWEIF schrieb:
LSD ist hier ein unpassendes Beispiel, da sind die Entwicklung einer Sucht oder irgendwelche körperlichen Schäden durch die Substanz an sich meines Wissens gänzlich unbekannt.
Im Gegenteil, der Wissensstand ist, dass man von LSD schlicht nicht süchtig werden kann - es gibt wohl deshalb auch keinen LSD-Süchtigen... :D

Ungefährlich ist sie deshalb aber freilich nicht; zu viel davon genommen kann es schon passieren, andauernde Wahnvorstellungen zu erhalten.
 
SJAFNWEIF schrieb:
In der Schweiz häufen sich scheinbar aktuell die Fälle von Cannabis, dem synthetische Cannabinoide beigemischt wurden,
Interessant ... danke für den Link.

Du klingst wie jemand, der sich mit dem Thema etwas beschäftigt hat.

LSD macht zwar keine körpelichen Abhängigkeiten, allerdngs kann es bei längerem Konsum zu unangenehmen psychschen Effekten kommen ... wie du ja sagtest ... so mancher bleibt halt drauf hängen.

Psylos in der Medizin ... warum nicht ... nahezu ALLE klassischen Drogen begannen ihre Karriere als "Medizin" ... bei einigen (Canabis, Khat, Kokablätter, Alkohol, viele Nachtschattengewächse etc.) ist es nur schon sehr sehr lange her.
Bei Kokain, Heroin, LSD, Speed, MDMA etc. sind Erforschung, Entwicklung und Markteinführung bestens dokumentiert.

Ich finde es nur natürlich, dass in der Medizin auch mit "Drogen" experimentiert wird ... Medikamente sind ja eigentlich nichts anderes.

Wie man an einigen Nachtschattengewächsen sehen kann, animiert die Wirkung einiger Drogen auch nicht unbedingt zu "mehr" ... auch ein Grund, weswegen man in jedem botanischen Garten eine ganze Reihe davon findet. Ein paar davon sind sogar eher für die Anderen Interessant oder lustig aber auf jeden Fall anstrengend ... man selbst weiß von seinem Trip nachher wohl nichts mehr.
Einige Wirkstoffe aus diesen Pflanzen werden in der Medizin eh eingesetzt (Atropin z.B.) und nicht ganz wenige rauchen sie regelmäßig (Tabak ist auch ein Nachschattengewächs) oder essen ihre Knollen (Kartoffel).

Hätten wir Medikamente wie Penicilin überhaupt, wenn Mediziner nicht ab und zu auch mal "seltsame" Dinge ausprobieren würden? Die Wissenschaft sollte bei sowas frei sein, solange sie niemanden schädigt.

Es zählt am Ende, was funktioniert (für den Patienten) und nicht was per Gesetz funktionieren darf (vielleicht ein schwieriger Standpunkt in Deutschland).
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich finde diese Entwicklung in vielerlei Hinsicht begrüßenswert - ganz gleich ob aus Sicht von Konsumenten oder anderer Menschen, vor allem Steuerzahler in D. Mit ~5 Milliarden € + in der Haushaltskasse darf gerechnet werden, kombiniert aus der legalen Vermarktung von Cannabis als auch den Einsparungen bei Justiz und Strafverfolgung. Die Konsumenten konsumieren sowieso bereits und der Schwarzmarkt wird empfindlich getroffen - und schlagartig wären 3,6 Mio. Bundesbürger keine Kriminellen mehr.
 
Erkekjetter schrieb:
Ich glaubs erst, wenn es durch alle Instanzen ist und somit Gesetz.
Und ich glaubs erst, wenn ich dieses Gesetz selbst vorliegen habe (den ganzen Text).
Nicht, dass das am Ende wieder nur ein Köder ist ... so wie die "Scheinlegalisierung" für "kleine Mengen", mit der Hintertür, dass ausschließlich der "Besitz zum Eigenkonsum" straffrei bleiben kann ... der Erwerb, Anbau ... oder einfach jede art, an THC-haltige Produkte zu kommen, war weiterhin strafbewehrt.

Dann wirste halt nicht für den Besitz verknackt, sondern für den Erwerb oder Anbau (denn eines der beiden geht dem Besitz zwingend vorraus).

Das war ein "Kifferplacebo" ... hoffentlich erreicht die Ampel da etwas mehr.
 
Gras MADE IN GERMANY !

Hoffentlich denken sie auch einen Schritt weiter und legalisieren den Transport zu den "Läden" auch - nicht dass wir dann schnell Holländische Verhältnisse haben(dort ist die Belieferung der Shops nämlich weiterhin illegal).

Ich bin auf den Entwurf auch sehr gespannt.
 
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cruse schrieb:
Gras MADE IN GERMANY !
Gibt's doch schon lange ... aber legal wär schon geiler.
Auch wenn es um die "Arbeitsplätze" etwas schade ist ... vieleicht machen die alten Dealer dann ja Beratung im Coffeeshop ... den Umgang damit hamse ja drauf :lol:
 
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