Leserartikel Raijintek MYA RBW im Test

Songoku.

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1. Einleitung
2. Technische Daten
3. Das Produkt im Detail
4. Testergebnisse
4.1 Testumgebung
4.2 Montage
4.3 Lautstärke
4.4 Kühlleistung
5. Fazit



1. Einleitung


Zu Beginn möchte ich mich bei Caseking für das unkomplizierte Bereitstellen des Produktes bedanken.



Ende letztens Jahres stellte Raijintek einen neuen Kühler vor, welcher auf den Namen "Mya RBW" hört und nun für knapp 60€ erhältlich ist. Der Kühler soll besonders durch die Kühlleistung und Kompatibilität, aber auch mit einer ansprechenden Optik punkten.
Ob das gelingt und ob der Kaufpreis gerechtfertigt ist, soll dieser Test hier klären.



2. Technische Daten


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3. Das Produkt im Detail


Die Verpackung wurde relativ schlicht gehalten. Auf dieser ist der Kühler und dessen technische Daten zu sehen.



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Mitgeliefert wird das Montagematerial, eine Tube Wärmeleitpaste und zwei Lüfterklammern, um bei Bedarf einen weiteren Lüfter nutzen zu können. Für den Preis kann man eigentlich mehr erwarten. Beispielsweise wäre ein mitgelieferter Schraubenzieher nicht schlecht gewesen ( siehe Abschnitt "Montage").


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Raijintek setzt hier auf ein Design mit 37 Lamellen und 6 Heatpipes mit je 6mm Durchmesser, welche aus schwarz eloxiertem Material (Lamellen: Aluminium, Heatpipes: Kupfer) bestehen. Der Kühler ist mit den Maßen 130x163x86mm alles andere als klein, sodass man gucken sollte, ob man genug Platz im Gehäuse hat.
Apropos Platz: Der Mya RBW hat einen asymmetrischen Aufbau, womit eine Kompatibilität mit größeren RAM Kühlern gewährleistet werden soll.


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Über dem eigentlichen Kühlkörper wurde ein leicht transparenter Kunststoffdeckel mit zwei integrierten RGB Strips angebracht, welche für die Beleuchtung sorgen sollen. Auf diesem transparenten Kunststoffdeckel ist eine schwarze Kunststoffblende befestigt.


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Raijintek verzichtet hier leider auf eine Bodenplatte. Die Heatpipes des Kühlers liegen direkt auf dem Prozessor drauf. Außerdem wurden die Heatpipes plan geschliffen, um die Auflagefläche zu vergrößern und damit die Kühlleistung zu steigern.

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Als Lüfter kommt ein hauseigener zum Einsatz, welcher auf die Bezeichnung "BDM12013S" hört. Der Lüfter ist flach gebaut und besitzt 17 Lüfterblätter.


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4. Testergebnisse



4.1 Testumgebung


Als Testsystem kommt folgendes zum Einsatz:
i7 4770K@4,3 Ghz
GTX Titan Black@1.212V + 1250 Mhz
8GB Ram
Corsair HX750i


Bei den Messungen der Temperaturen werden zwei Szenarien (Spielelast + Volllast) bei drei verschiedenen Lüfterdrehzahlen getestet. Das Szenario "Idle" habe ich bewusst weggelassen, da die Ergebnisse fast immer identisch ausfallen.
Als Vergleichskandidat dient der Thermalright HR-02 Macho Rev.B.
Zur Messung der Lautstärke kommt ein Voltcraft SL-100 zum Einsatz.



4.2 Montage

Die Montage des Mya RBW wurde alles andere als optimal gelöst.
Aber der Reihe nach. Es wird eine Universal Backplate mitgeliefert, welche Bohrungen und Schaumstoffpads besitzt. Man muss nun 4 Schrauben durch die jeweiligen Bohrungen stecken. Problem: Es ist schwieriger als gedacht. Die Schrauben passen nur sehr schwer durch.
Hiernach befestigt man mit Hilfe von vier kleinen Distanzscheiben und vier Abstandshaltern die Backplate an das Mainboard. Nun folgt der Montagerahmen und das Auftragen der Wärmeleitpaste. Dies getan, legt man eine Montagebrücke über den Kühlerboden und muss nun diese Montagebrücke festschrauben. Aufgrund des großen Kühlers, kommt man hier mit einem üblichen Schraubenzieher nicht weit. Man braucht einen langen und magnetischen Schraubenzieher, um die Montagebrücke festzuschrauben.
Hier hätte man (wie z.B beim Thermalright Macho) einen Schraubenzieher mitliefern müssen.

Es gibt jedoch ein Problem: Für die digitale RGB Steuerung braucht man einen ADD Header ( 3 Pin 5V) am Mainboard. Bei meinem etwas älteren Mainboard gibt es diesen Steckplatz jedoch nicht. Daher sollte man prüfen, ob man so einen Steckplatz auf dem Mainboard überhaupt besitzt. Beispielsweise bietet Gigabyte mit ihrer Aorus und MSI mit der Gaming Pro Reihe solche Steckplätze an. Eine genaue Liste findet ihr hier:

https://www.teamgroupinc.com/en/download/index.php?index_id=23


Um die RGB Steuerung trotzdem nutzen zu können, wenn man solche Steckplätze nicht besitzt, braucht man einen RGB Controller, den es für knapp 12€ zu erwerben gibt:

Raijintek RBW-ADD RGB-Controller-Kit


Caseking stellte mir diesen glücklicherweise zur Verfügung. Der RGB Controller besitzt insgesamt 8 Steckplätze. Mitgeliefert wird eine Fernbedienung und ein Kabel für die Verbindung zwischen Mainboard +Controller.

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Der Aufbau ist recht simpel. Man verbindet das Kabel des Kühlers mit dem RGB Controller. Das mitgelieferte Kabel wird an den RGB Controller angeschlossen und mit dem Mainboard verbunden. Hierbei reicht ein üblicher 4-Pin Steckplatz auf dem Mainboard. Nun muss man den RGB Controller per Molex mit Strom verbinden und kann die Lichtshow genießen.

Mit der mitgelieferten Fernbedienung kann man seiner Kreativität freien Lauf lassen und die LEDs je nach Geschmack variieren und anpassen.



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4.3 Lautstärke



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Wie man der Tabelle entnehmen kann, schlägt sich die Lautstärkeentwicklung des Kühlers ordentlich.
Bei 20% PWM ist der Lüfter kaum bis gar nicht zu hören. Bei 50% dreht der Lüfter etwas auf und ist nun leicht hörbar. Sobald der Lüfter mit 100% Drehzahl dreht, wird er hörbar. Allerdings keinesfalls störend.
Bei solchen Lautstärketests muss man die realen Bedingungen im Hinterkopf behalten. Der Kühler wird von den meisten Nutzern in einem Gehäuse mit geschlossenem Seitenfenster betrieben. Meistens läuft nebenbei noch Ingame Sound oder Musik, sodass man bei vielen Testberichten vorsichtig sein sollte, wenn über die Lautheit eines Kühlers berichtet wird.
Was mir aber weniger gefallen hat, ist die Tatsache, dass der Lüfter in einigen Drehzahlbereichen Nebengeräusche von sich gibt, was suboptimal ist. Diese Geräusche könnten sich aber nach einer Zeit legen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Kühler im niedrigen und mittleren Drehzahlbereich gut schlägt. Der Kühler ist leicht bis kaum hörbar. Bei voller Drehzahl ist er dann auf jeden Fall mehr zu hören.







4.4 Kühlleistung


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Die Kühlleistung schlägt sich insgesamt mehr als solide. Einzig bei 20% Drehzahl und voller Belastung schafft es der Kühler nicht, den Prozessor zu kühlen. Hierbei muss man aber sagen, dass Furmark und Prime95 eine äußert alltags unübliche Situation darstellen. Diese Belastung wird in der Realität nicht erreicht.

In den anderen Drehzahlbereichen schlägt sich der Mya RBW gut. Der Prozessor wird auch in der Volllast ausreichend gekühlt und ist von einer kritischen Temperatur weit entfernt.
Wem das nicht reicht, kann bei Bedarf noch einen zweiten Kühler montieren. Hier sollte man aber die dazukommende Lautstärkeerhöhung beachten.




5. Fazit




Was lässt sich nun abschließend sagen?


Der Raijintek Mya RBW ist ein sehr gut verarbeiteter Kühler, mit toller Optik und hübschen RGB LEDs. Hinsichtlich der Kühlleistung und Lautstärke muss er sich vor größereren Kühlern nicht verstecken. Einzig die Kühlleistung bei niedriger Drehzahl kann in Extremfällen etwas problematisch werden. Aber dieses Szenario wird in der Realität nie erreicht.

Die Montage des Kühlers wurde hingegen suboptimal gelöst. Hier besteht Verbesserungsbedarf.

Nichts desto trotz hinterlässt der Kühler einen guten Eindruck.
Sollte man mehr Zeit einplanen und passendes Werkzeug zu Hause haben, ist dieser Kühler durchaus zu empfehlen. Denn bei der Verarbeitung und der Performance macht der Kühler eine sehr gute Figur. Außerdem ist die Kompatibilität zu einschlägigen Mainboards und zu hohen RAM Modulen positiv zu erwähnen.
 

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