Das wollte ich schon immer wissen, hoffentlich sprenge ich nicht den Rahmen...
Ausgangsfrage:
Mich würden interessieren, warum Spiele-Hersteller die Grafikengine Ihrer bestehenden Spiele mit der Zeit nicht einfach updaten, statt dauernd fast inhaltlich identische Nachfolger auf den Markt zu bringen,
die sich nur durch verbesserte Grafikpracht vom Vorgänger unterscheiden.
Ein Fallbeispiel (für einen Online-Shooter) und genauere Fragestellung:
Es gibt nun einmal Spiele, die von der Spielmechanik sehr gelungen sind und daher viele Fans haben, die jahrelang diesem Spiel treu bleiben, das mit der Zeit aber einfach nur an visuellem Reiz verliert.
Wäre es denn nicht einfacher, statt eines kompletten Nachfolgers zu produzieren, z.B. die Texturen und Models auf einen neuen Stand zu bringen, Missionen, Maps und Gegenstände hinzuzufügen?
Die Texturen sind oft als "Images" im Hauptverzeichnis vorliegend, man könnte diese doch gegen höherauflösende Varianten tauschen, ebenso könnten "Models" ausgetauscht und das "User-Interface" (Menü-/HUD-Darstellung) erneuert werden. Diese Engine-Updates könnte man als zu bezahlenden Download-Content anbieten.
Die Spielmechanik würde unangetastet bleiben.
Greifen wir uns ein Spiel heraus, von mir aus den Multiplayer-Teil von Call of Duty 4.
In der Grundmechanik ein gelungener Online-Shooter: Durch Updates auf höherauflösende Texturen und detailliertere Models und Hinzugabe von neuen Maps, neuen Waffen und damit neuen Herausforderungen würde der Lebenzyklus des Spiels deutlich verlängert.
Das hätte, grob überschlagen, viele Vorteile:
-zum einen würde das eine Spielemarke über deutlich längere Zeit etablieren
-es wäre für den Hersteller günstiger als die Produktion eines Nachfolgers,
-diesen Kostenvorteil könnte man an den Spieler weitergeben, der DLC wäre günstiger als ein komplettes Vollpreis-Spiel,
-der Spielerkreis wäre ungleich größer, da sowohl die Spieler mit als auch ohne Engine-Update auf den selben Servern miteinander spielen könnten, mehrteilige Spiele sind heutzutage ja in der Hinsicht nicht untereinander kompatibel.
-Hierdurch würden wiederum Kosten für Serververwaltung gesenkt, da die bestehenden Netzwerke unverändert genutzt werden könnten.
-Emotionale Bindung des Spieler an das Produkt würde gestärkt, da das Produkt mit den Erwartungen des Spieler mitwachsen würde und den Spieler somit länger begleiten würde.
(Siehe Kult um Counter Strike und World of Warcraft)
Zusammengefasst
Warum erweitert man nicht das "Addon/Expansion Pack"-Prinzip von Spiel-Inhalten auf Spiel-Technik (Engine) und macht das ganze Spiel von Anfang an viel flexibler, und in jeder inhaltlichen und technischen Hinsicht modifizierbar und auf Updates hin ausgerichtet, statt das Spiel auf starren Strukturen aufzubauen? Nur die Spielmechanik würde als Fundament über lange Zeit erhalten bleiben.
Mögliche Fragen
Ist das technisch machbar?
Warum ist noch kein Spielehersteller auf diese Idee gekommen?
Ist die Herstellung eines Spiels, aufgebaut auf starren Strukturen, möglicherweise einfacher/kostengünstiger?
Möglicherweise wäre der Aufwand bei der Produktion eines solchen "flexiblen" Hauptspiels
größer, doch dafür würden sich Updaten hiernach viel kostengünstiger einpflegen lassen.
Was denkt Ihr darüber?
Würdet Ihre solche Engine-Updates kaufen?
Ich weiß, daß es schon vereinzelt Add-On´s, Updates, Download-Contents, herunterladbare Gegenstände, Missionen und Maps gibt, vor allem im MMORPG-Bereich. Meine Idee geht einen Schritt weiter und ist deutlich konsequenter und bezieht sich eben nicht nur auf Spielinhalte wie Missionen, sondern umfasst alle Bereiche eines Spiels.