Zuverlässiges DAS (Direct Attached Storage) gesucht

Enzian!

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Hallo Leute,

für Sicherungskopien hatte ich bisher zwei externe Festplatten in Verwendung, die bei Bedarf über USB angestöpselt wurden. Da die Platten zu klein werden und die Gehäuse keine größeren HDDs unterstützen, ist eine Neuanschaffung notwendig. Da ich auch mit der Zuverlässigkeit der bisherigen Lösung nicht immer zufrieden war, die Festplatten in den kleinen Gehäusen bei längerem Einsatz recht heiß wurden und ich die Anzahl der USB und Stromkabel reduzieren möchte, ist eine bessere Lösung gesucht.

Was mir in den Sinn gekommen ist, wären diese externen Festplattengehäuse mit 4 oder 5 3,5"-Einschüben. Hier Beispiele dazu, was ich meine:
FANTEC MB-X4U31 (4× 3.5"/2.5" HDD/SSD Gehäuse USB 3.1 Gen. 2)
Terramaster D4-300

Hat jemand Erfahrung damit und kann ein konkretes Gehäuse empfehlen?

Meine Anforderungen:
  • Platz für 4-5 3,5"-Festplatten (Unterstützung für Platten bis min. 18 TB).
  • Sollte min. RAID Single unterstützen, d.h., die Platten sollten einzeln als solche ansprechbar sein, kein Zusammenfassen mehrerer physischer Laufwerke zu einem virtuellen. Andere RAID-Modi wären nett, aber kein Muss.
  • SMART-Werte sollten auslesbar sein
  • Um nicht von einem bestimmten Gehäuse oder Controller abhängig zu sein, sollten die Festplatten direkt an einen PC/ein anderes Gehäuse angeschlossen und ausgelesen werden können.
  • Das Ganze sollte ohne proprietäre Software direkt unter Linux funktionieren (ext4).
  • Festplatten sollten mit einem Lüfter aktiv gekühlt werden. Bei dem/den Lüfter(n) sollte es sich um Standardlüfter handeln, die im besten Fall einfach getauscht werden können.
  • Das Ganze sollte stabil und zuverlässig laufen.
  • Vom Preis her so günstig wie möglich und so teuer wie nötig ;-)
Da es mir nur um Backups geht, erscheint mir das als einfachste Lösung. Ein NAS oder einen alten Rechner dafür umzubauen, wäre wahrscheinlich aufwendiger. Was meint Ihr? Wäre das eine vernünftige Lösung oder könnt Ihr etwas Besseres empfehlen? Gibt es gute Erfahrungen mit einem bestimmten Gehäuse?

Schon mal vielen Dank!
 
Ich kann dir leider nichts direkt empfehlen, wäre da aber nicht wirklich einen PC als NAS zu nutzen nicht wirklich praktischer?

Du musst die HDDs eh kaufen. Und die Gehäuse kosten auch um die 185€+.
Vorrausgesetzt du hast noch alte Hardware rumliegen, wäre das doch die günstigste Variante.
Der muss ja nicht viel können außer genügend SATA-Schnittstellen haben, wenn du nicht noch ne Controller-Karte nachrüsten willst.
Aufwendig finde ich das nicht. Klar kein Platten rein, anstecken, los.
Aber PC zusammenbauen, Platten rein, Software installieren, los ist jetz nicht so viel mehr ausfwand. Richtig eingerichtet muss beides werden...

Außerdem hast du damit gewisse Bequemlichkeiten, wie z.b. das automisches an und Ausschalten des Backup-servers und somit eine Automatisierung...
 
Zuletzt bearbeitet:
Enzian! schrieb:
Sollte min. RAID Single unterstützen, d.h., die Platten sollten einzeln als solche ansprechbar sein, kein Zusammenfassen mehrerer physischer Laufwerke zu einem virtuellen. Andere RAID-Modi wären nett, aber kein Muss.
Kann dir mit einem Gehäuse zwar nicht helfen, aber der Begriff für das da oben sollte JBOD sein. So betreibe ich überall meine Festplatten.
 
Danke für den Hinweis! Ich hatte beim Erstellen des Threads schon überlegt, wie ich das bezeichnen soll, was ich suche. Unglücklicherweise scheinen die verschiedenen Hersteller die Begrifflichkeiten unterschiedlich zu verwenden. Terramaster spricht z.B. von "JBOD" im Gegensatz zu "SINGLE DISK". Mit JBOD wird hier das Zusammenfassen mehrerer Laufwerke zu einem großen logischen Laufwerk gemeint. Bei Fantec wird u.a. zwischen "JBOD Modus", "BIG Modus" (Raid 0 Spanning) und "RAID 0 Modus" (Raid 0 Striping) unterschieden. Hier würde JBOD Deiner Definition entsprechen.

Ich habe für mich mitgenommen, dass man bei JBOD immer genau nachlesen muss, was der Hersteller darunter versteht ;-)

Aber gleich noch eine Frage dazu an die Profis: wenn bei JBOD (Single) alle Laufwerke als einzelne Laufwerke durchgereicht und angesprochen werden können, bedeutet dann ein Laufwerksausfall, dass alle anderen Laufwerke weiterhin lesbar sind? Oder würde auch bei JBOD der Ausfall eines einzelnen Laufwerkes den Datenverlust auf allen Laufwerken bedeuten? Keine Ahnung wie das technisch im Hintergrund umgesetzt wird.
 
K-551 schrieb:
Ich kann dir leider nichts direkt empfehlen, wäre da aber nicht wirklich einen PC als NAS zu nutzen nicht wirklich praktischer?

Du musst die HDDs eh kaufen. Und die Gehäuse kosten auch um die 185€+.
Vorrausgesetzt du hast noch alte Hardware rumliegen, wäre das doch die günstigste Variante.
Habe ich auch schon überlegt. Leider habe ich im Moment nur einen alten Core2Duo-Tower rumstehen. Würde grundsätzlich reichen mit 8 SATA-Anschlüssen und Gigabit-Ethernet. Bin mir nur nicht sicher, ob hier schon Festplatten größer 2 TB unterstützt werden. Müsste ich wohl ausprobieren.

Handelt sich um ein Gigabyte GA-P35-DS4 Motherboard, Sockel LGA775 mit einem ICH9R-Controller. In den Spezifikationen steht unter "Storage Interface":
  • South Bridge (Intel ICH9R): 6 x SATA 3Gb/s connectors (SATAII0, SATAII1, SATAII2, SATAII3,
    SATAII4, SATAII5) supporting up to 6 SATA 3Gb/s devices, support for SATA RAID 0, RAID 1, RAID 5, and RAID 10
  • Gigabyte SATA2 chip: 2 x SATA 3 Gb/s connectors (GSATAII0, GSATAII1) supporting up to
    2 SATA 3Gb/s devices, Support for SATA RAID 0, RAID 1, and JBOD
Weiß wer zufällig, ob hier unter Linux schon Festplatten > 2 TB unterstützt werden?

Im schlimmsten Fall müsste ich halt eine PCIe SATA Karte kaufen. Ein Steckplatz 16x4 und einer 1x1 mit PCIe 2.1 sind vorhanden. Kann hier wer eine günstige Karte empfehlen, die problemlos unter Linux läuft (RAID-Funktionalität ist kein Muss)?

Ich denke, das werde ich noch ausprobieren ;-)
 
Enzian! schrieb:
Keine Ahnung wie das technisch im Hintergrund umgesetzt wird.
Das ist wohl das größte aller Probleme solcher DAS. Wie arbeiten die überhaupt intern. Es läuft ja in der Regel alles über einen USB-Anschluss, also geht auch das Kopieren von einer HDD auf eine andere über exakt diesen einen USB-Port. Bei USB 3.1 (oder wie der Mist heute heißt, halt > 10 GBit/s) mag das kein Proble sein, wenn die DAS HW dafür genügend Performace bringt. An klassischem USB 3.0 bremst dort u.U. der USB-Port.

Und wie man die HDDs dann nutzen kann, wenn das DAS mal ausfällt, bleibt das große Rätsel des Herstellers. Selbst bei einem Fertig-NAS bist Du beim Ausfall des Gerätes entweder auf die Tools des Herstellers (wenn es sie denn gibt), ein baugleiches Gerät oder manchmal (QNap oder Synology) auf gute Linux-Kenntnisse angewiesen.

Enzian! schrieb:
Habe ich auch schon überlegt. Leider habe ich im Moment nur einen alten Core2Duo-Tower rumstehen. Würde grundsätzlich reichen mit 8 SATA-Anschlüssen und Gigabit-Ethernet. Bin mir nur nicht sicher, ob hier schon Festplatten größer 2 TB unterstützt werden. Müsste ich wohl ausprobieren.
Was hat die HDD-Größe it dem Alter eines SATA-Anschlusses zu tun? Die mögliche HDD-Größe hängt nicht von der HW (ich missachte hier PATA absichtlich, darum ging es ja nicht), sondern vom OS (oder, bei ganz alten USB-Gehäusen, der Firmware) ab. In meinem Q6600 werkeln zwei 8 TB HDDs (leider unter Linux), und das auch nur, weil mir 2018 diese Größe genügt hat und größere HDDs damals recht teuer waren.

Jeder normale SATA-Port kann, mit passendem OS/Treiber, >2TB HDDs ansprechen. SATA 3G ist auch abwärtskompatible zu SATA 6G, die Datenübertragung zur HDD wird halt langsamer. Zur Not musst Du einen SATA-Port für eine (kleine) SSD zum booten spendieren. Ich würde das OS aber sowieso nicht auf einer der Daten-HDDs installieren. DAmit erübrigt sich auch die Frage, ob Dein BIOS von einer HDD >2TB booten kann und, wenn ja, wie diese partitioniert sein müssen.

NAS und DAS sind für mich zwei völlig unterschiedliche Szenarien. Eine einzelne USB3.0 HDD ist schon schneller wie ein NAS mit 1 GBit LAN-Anbindung und, je nach Vorliebe, muss man sich nicht mit Security- und sonstigem Netzwerk-Zeugs herumschlagen, kann es bei Bedarf aber auch nicht. Bei einem DAS erwarte ich, dass es, wie eine einzelne USB-HDD, sofort nach dem Einschalten/Hochfahren des Gerätes verfügbar ist. Ein NAS braucht immer länger zum Hochfahren. Sowas kann bei Nutzung für regelmäßige Backups durchaus nerven. Insb. da die alte HW nicht gerade stromsparend sein dürfte, mit Pech kein WoL unterstützt und/oder selbst in dem Modus ein paar (unnütze) Watt/Stunde verbrät. Da hilft nur Nachmessen, was der C2D im Idel unter Linux mit deaktivierten HDDs benötigt.
 
Enzian! schrieb:
Aber gleich noch eine Frage dazu an die Profis: wenn bei JBOD (Single) alle Laufwerke als einzelne Laufwerke durchgereicht und angesprochen werden können, bedeutet dann ein Laufwerksausfall, dass alle anderen Laufwerke weiterhin lesbar sind?
Ja!

Enzian! schrieb:
Keine Ahnung wie das technisch im Hintergrund umgesetzt wird.
Technisch im Hintergrund wird es ganz simpel durchgesetzt. Im besten Fall handelt es sich bei einer solchen Lösung um ein "dummes" externes Laufwerksgehäuse. Was du eigentlich suchst ist sowas.
1687790013853.png

https://www.qnap.com/de-de/product/tl-d400s
 
Ich an deiner stelle würde erstmal den Weg des geringsten Widerstandes gehen.
Besorg dir die HDDs, die brauchst du ja, ungeachtet des Endergebnisses, ja sowieso.
Dann brobierst du den alt-PC als NAS. Als Software gibt es mehr als genügend fertige Lösungen Free-NAS, OpenMediaVault, True-NAS, Unraid, Rockstor, XigmaNAS, etc.
Wenn dir das nicht gefällt, kannst du entweder solch ein "DAS" besorgen oder eben ein fertiges NAS wie @xexex schon schrieb. Da sind die Teile von Asustor, QNAP oder Synology zu empfehlen.
Ich persönlich mag Synology lieber als QNAP und Asustor hab ich noch nicht effektiv mit gearbeitet. Aber die Optik ist bei allen gut und vom Funktionsumfang nehm die sich eigentlich nichts...

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Edit:
Hab grad gesehen, das das o.g. QNAP-Gerät gar kein NAS sondern ein "Speichergehäuse"...
Klar das geht auch...
 
Zuletzt bearbeitet:
Enzian! schrieb:
Mit JBOD wird hier das Zusammenfassen mehrerer Laufwerke zu einem großen logischen Laufwerk gemeint.
Nein, genau das Gegenteil:
Just a Bond of Disks.
Oder so ähnlich, scheiß Englisch. Heißt übersetzt soviel wie "nur ein Haufen Festplatten". Die tauchen dann alle einzeln auf
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Enzian! schrieb:
Aber gleich noch eine Frage dazu an die Profis: wenn bei JBOD (Single) alle Laufwerke als einzelne Laufwerke durchgereicht und angesprochen werden können, bedeutet dann ein Laufwerksausfall, dass alle anderen Laufwerke weiterhin lesbar sind? Oder würde auch bei JBOD der Ausfall eines einzelnen Laufwerkes den Datenverlust auf allen Laufwerken bedeuten? Keine Ahnung wie das technisch im Hintergrund umgesetzt wird.
Alle völlig unabhängig
Ergänzung ()

Western digitals mybook Duo ist ja sowas, was Du suchst. Nachteil: die Festplatten können intern nur mit NTFS formatiert werden und zur Verwaltung brauchst Du das Windows-Programm von Western Digital. Nach dem Einrichten läuft das Teil normal an allen Rechnern
 
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