31/31 nVidia GeForce 8800 GTS 320MB im Test : Ein abgespeckter Kraftprotz auf Kundenfang

, 162 Kommentare

Fazit

Während man bei nVidia mit den Direct3D-10-Karten bereits Schalten und Walten kann wie man will, muss ATi noch einige Zeit zurückstecken und kann zumindest im High-End-Segment nur wenig gegen die GeForce-8800-Karten aus Kalifornien ausrichten. Kein Wunder also, dass nVidia mit einem möglichst großen Produktportfolio versucht, die potenziellen Kunden von den eigenen Karten zu überzeugen. In den höchsten Preisklassen ist dies auch eindrucksvoll gelungen, während die preiswerteren Modelle noch auf sich warten lassen. Die neue GeForce 8800 GTS 320MB ordnet sich mit den angesetzten 300 Euro wenigstens einigermaßen in diese Kategorie ein.

Ohne Anti-Aliasing sowie dem anisotropen Filter – wobei man sich hier natürlich fragen muss, wer derzeit bei einer GeForce 8800 ohne diese optischen Schmankerln überhaupt spielt – hat der halbierte VRAM von 640 MB auf 320 MB bei der GeForce 8800 GTS 320MB nur minimale Auswirkungen auf die Performance. In 1280x1024 beträgt der Rückstand auf die 640-MB-Grafikkarte nicht spürbare zwei Prozent, was wahrlich zu vernachlässigen ist. In 1600x1200 steigt der Speicherverbrauch an, was aber nur in einem kaum höheren Geschwindigkeitsverlust resultiert. Gerade einmal vier Prozent kann sich die 640-MB-Version von dem kleineren Bruder absetzen. Die ATi Radeon X1950 XTX hat man dabei durch die Bank mit 15 beziehungsweise 17 Prozent Vorsprung gut im Griff.

POV GeForce 8800 GTS
POV GeForce 8800 GTS

Mit den beiden qualitätsverbessernden Features sieht das Gesamtbild dagegen anders aus. In 1280x1024 liegt der Rückstand im Durchschnitt immerhin bei spürbaren neun Prozent. Eine Ecke größer fällt dabei die Differenz aus, wenn man das hochwertige 8xQAA auf der GeForce 8800 aktiviert. Vor allem Anwendungen, in denen viele Alpha-Test-Texturen verwendet werden, brechen mit dem halbierten Speicher teilweise stark ein. Eine gute Ecke größer fällt die Differenz in 1600x1200 aus. Hier kann sich die 640-MB-Karte einen Vorsprung von guten 16 Prozent erkämpfen. Erstmals liegt in diesen Einstellungen auch eine ATi Radeon X1950 XTX mit einem Rückstand von fünf Prozent in Schlagdistanz.

Bezüglich der Lautstärke gibt es bei der Point of View GeForce 8800 GTS 320MB nichts anzukreiden, obwohl der Lärmpegel erstaunlicherweise etwas höher als bei einer GeForce 8800 GTS oder GeForce 8800 GTX ausfällt. Nichtsdestotrotz ist der 3D-Beschleuniger unter Windows mit den gemessenen 49,5 Dezibel kaum aus einem geschlossenen Gehäuse herauszuhören. Unter Last wird die POV-Karte zwar etwas lauter, störend ist dies aber noch lange nicht. Somit können wir die GeForce 8800 GTS 320MB – solange es nicht unhörbar leise sein muss – für einen Silent-Rechner empfehlen.

Darüber hinaus gibt es bei der Point of View GeForce 8800 GTS 320MB wenig zu bemängeln. Die Temperaturen liegen auf einem guten Niveau, einzig der Stromverbrauch fällt im 2D-Modus für eine G80-GPU gewohnt hoch aus und scheint in heutigen Zeiten kaum vertretbar zu sein. Durch den halbierten VRAM benötigt die 320-MB-Karte minimal weniger Strom als das größere Modell. Allerdings scheint Point of View bei der Softwareausstattung extrem gespart zu haben – dass die Rotstifte bei einem 300-Euro-Produkt so groß sein können, haben wir nicht geahnt. Außer einer Treiber-CD ist keinerlei Ausstattung vorhanden; sehr verbesserungswürdig!

Wer auf Anti-Aliasing sowie anisotrope Filterung verzichten kann, macht (den kritikwürdigen Stromverbrauch außen vor gelassen) mit der GeForce 8800 GTS 320MB nichts falsch. Die Grafikkarte ist nur minimal langsamer als die 640-MB-Variante, kostet dafür aber etwa 30 Euro weniger (den endgültigen Verkaufspreis für die GeForce 8800 GTS 320MB muss man dabei noch abwarten). Mit den beiden qualitätsverbessernden Features ist die Karte immer noch eine Überlegung wert, solange als Auflösung nur 1280x1024 verwendet werden soll. In 1600x1200 fällt der Performancerückstand dann aber schon so groß aus, dass sich der Mehrpreis für eine GeForce 8800 GTS auf jeden Fall lohnt. Gegen eine Radeon X1950 XTX von ATi besteht die nVidia GeForce 8800 GTS 320MB dennoch ohne Rückschläge.

Dieser Artikel war interessant, hilfreich oder beides? Die Redaktion freut sich über jede Unterstützung in Form deaktivierter Werbeblocker oder eines Abonnements von ComputerBase Pro. Mehr zum Thema Anzeigen auf ComputerBase.