6/6 World in Conflict im Test : Der Kalte Krieg wird plötzlich heiß

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Multiplayer

Der Multiplayer von World in Conflict erfordert echtes Teamplay: Zu Beginn einer jeden Runde wählen alle Spieler aus einer der vier unter „Einheiten & Spezialschläge“ beschriebenen Klasse eine aus. Ausschließlich in dieser haben sie dann uneingeschränkten Zugriff auf alle Einheiten-Typen. Nur wenn das Team ausgewogen gewählt hat, kann es gegen einen guten Gegner Erfolg haben. Fahren beispielsweise zu viele Spieler mit schweren Panzern in die Schlacht anstatt auch auf Reparatur- und Luftabwehreinheiten zu setzen, so wird das Team schnell von den gegnerischen Hubschraubern zerlegt werden. Umso wichtiger ist im Multiplayer von World in Conflict die Kommunikation, die neben einer Textchatmöglichkeit auch über den integrierten Voice-Chat stattfinden kann. Funktioniert die Kommunikation auf beiden Seiten einigermaßen, so kann man sich auf packende Multiplayer-Gefechte gefasst machen, die gerade im Anschluss an den Singleplayer noch mal für einige Stunden, Tage oder gar Wochen weiteren Spielspaß sorgen können.

Leider findet man über die hauseigene Multiplayer-Plattform von Massive Entertainment, Massgate, derzeit nur wenige Server mit einer annehmbaren Verzögerung, sodass aktuell noch in Kauf genommen werden muss, bei einer Ping von 200 durch die Gegend zu zuckeln – vor allem als Artillerist keine angenehme Erfahrung, da der Feind meist schon weg ist, ehe überhaupt der Befehl zum Feuer erteilt werden konnte.

Dieser Umstand dürfte sich aber mit zunehmender Verbreitung des Spiels ändern, sodass man dem Multiplayer von World in Conflict getrost eine Bestnote geben kann. Als nettes Gimmick liegt der WiC-DVD übrigens in der Standardversion eine Demo-Variante bei, die Freunde des Käufers zur munteren Multiplayer-Partie einlädt. Der Key für die Tryout-Version ist jedoch nur 10 Tage gültig.

Fazit

World in Conflict ist großartig. Auch wenn ein Fazit wahrscheinlich noch nie so schnell zum Punkt gekommen ist, viel mehr bedarf es eigentlich nicht zu sagen. Wer WiC ernsthaft spielt, kann eigentlich kaum anders als zu frohlocken: Schon nach der ersten Mission nimmt einen das Geschehen gefangen und sorgt dafür, dass man die Kampagne am liebsten in einem Stück durchspielen möchte. Der erste und einzige Dämpfer, die plumpe Story, ist mitten im Kampfgetümmel schnell vergessen und auch hinterher verzeiht man dieses kleine Defizit gerne, auch wenn weiterhin die Frage bleibt, warum die Verantwortlichen hier nicht einen etwas weniger klischeebehafteten Weg wählten. Es gibt jedoch zum Glück auch genug Positives, das milde stimmt: Tolle Charaktere, eine insgesamt authentische Atmosphäre, ein ausgefeiltes Missionsdesign und ein angenehm abwechslungsreiches Spielprinzip auf der einen Seite – eine ausgereifte Grafik, die unter DX10 glänzen kann und auch auf dem verwendeten Testsystem eine stattliche Figur abgegeben hat, viele verschiedene Einheiten, ein gelungener Multiplayer und eine sehr gute taktische Tiefe auf der anderen Seite.

Was will man da noch mehr? Gerne ein Addon oder gar einen zweiten Teil – dann aber mit einem etwas innovativeren Plot, bitte. Storytechnisch wäre beides locker drin, denn der Krieg ist in World in Conflict längst nicht vorbei. Wir sind gespannt.

World in Conflict

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