3/7 Call Of Duty 4: Modern Warfare im Test : Moderner Krieg in Bits und Bytes

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Missionsdesign

Mitunter maßgeblich verantwortlich für den Tiefgang der Kampagne, die jedem Hollywood-Streifen locker die Stirn bieten kann, ist das gelungene Missionsdesign. Auch wenn das Kriegshandwerk generell ja nun nicht gerade mit einer Vielzahl verschiedener Tätigkeiten zu locken weiß, so wird Modern Warfare dank einer umsichtigen Gestaltung der Missionen niemals langweilig.

Schon die erste Aufgabe zeigt exemplarisch, mit was für einer Geschwindigkeit das Spiel abläuft und mit welch' hohem Detailgrad man bei Infinity Ward gearbeitet hat: Innerhalb von wenigen Minuten gilt es, einen im Pazifik treibenden Frachter zu stürmen und nach einem „Paket“ zu durchsuchen. Kurz nachdem man sich zu eben diesem durchgeschossen hat, wird das Schiff von anfliegenden Migs zerstört. Alles wackelt, Wasser bricht ein, Metallstücke schießen durch die Gegend und für den Spieler heißt es: Rennen (siehe Bild). Wer seinem Team nicht schnell genug folgt – was nicht zuletzt wegen der Wassermassen und der daraus resultierenden schlechten Sicht kein Leichtes ist – geht in den Fluten unter.

Mission 1: Flucht aus einem sinkenden Frachter
Mission 1: Flucht aus einem sinkenden Frachter

In den folgenden Missionen muss der Spieler dann beispielsweise einen fest steckenden Panzer sichern, an Bord eines Lockheed AC-130H Spectre Gunship oder CH-47-Chinook-Transporthubschraubers Feuerunterstützung leisten, abgeschossene Piloten aus Gefahrenzonen bergen und fiesen Terror-Führern mit einem Scharfschützengewehr so richtig zusetzen – zugegeben, weitestgehend business as usual.

Dennoch kommt in Modern Warfare niemals auch nur ein Hauch von Langeweile auf. Begründet liegt dies in der cineastischen Inszenierung, welche die Verantwortlichen bei Infinity Ward ganz offensichtlich großartig beherrschen. Dabei kommen Stilmittel zum Einsatz, die auf den ersten Blick fast schon so selbstverständlich erscheinen, dass man sich wundern muss, warum so viele andere Genre-Mitbewerber auf diese Authentizität stiftenden Werkzeuge verzichten.

Vor allem die Vielzahl von geskripteten Randhandlungen sorgt dafür, dass zu keiner Zeit der Eindruck entsteht, man sei nicht mitten drin. Im Gegenteil: Modern Warfare zieht den Spieler mit den andauernden, teils riesigen Kämpfen derart in den Bann, dass man alles um sich herum vergisst. Im Leben eines CoD-4-Spielers gibt es – abgesehen von den taktischen Scharfschützenmissionen – einfach keine Ruhe. Panzer rollen neben einem her und feuern stetig ganze Häuser in Schutt und Asche, Hubschrauber liefern sich über dem eigenen Squad halsbrecherische Schusswechsel mit vermummten Terroristen, die versuchen, die fliegenden Gegner mit Boden-Luft-Raketen abzuschießen und auch die eigenen Leute feuern andauernd und wissen sich zudem, zum großen Glück des Spielers, sinnvoll zu bewegen.

Abgerundet wird das Geschehen von hervorragenden Videosequenzen, die den explosiven Anspruch des Spiels deutlich unterstreichen.

Videosequenz: Anfliegen Boden-Luft-Rakete gefährdet den SAS-Heli
Videosequenz: Anfliegen Boden-Luft-Rakete gefährdet den SAS-Heli

Aufgrund dieser Umstände kann Modern Warfare sodann auch ein leidliches Problem des Genres, das auch der CoD-Reihe anhaftet, verziehen werden: Die Kampagne von CoD 4 gestaltet nach wie vor zu einhundert Prozent linear; der Spieler hat in keiner Weise die Möglichkeit, den Fortlauf zu verändern. Auch ist er bei seinem Vorankommen nach wie vor auf seine KI-Partner angewiesen, da nur diese beispielsweise Türen öffnen und damit zum nächsten Teil einer Mission führen können.

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