4/7 Dell UltraSharp 2408WFP im Test : Cineastischer Fotoprofi für Spieler

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Dynamischer Kontrast

Mit dem dynamischen Kontrast soll der Dell-Bildschirm, wie andere Monitore auch, höhere Helligkeitsunterschiede bei einem Bildwechsel erreichen. Dies geschieht dadurch, dass die Hintergrundbeleuchtung entsprechend der durchschnittlichen Farbdarstellung des Bildes verringert oder erhöht wird, um so hellere Bilder noch heller und dunklere Szenen noch bedeckter wirken zu lassen. Theoretisch soll der Dell UltraSharp 2408WFP dabei auf einen Wert von 3000:1 kommen – wohlgemerkt aber nur bei einem Bildwechsel. Bei ein und derselben Darstellung greift der dynamische Kontrast nicht oder beeinflusst das Bild gar negativ.

So richtet sich die Hintergrundbeleuchtung nach dem Großteil des Bildes. Soll beispielsweise zu zwei Dritteln reines Schwarz dargestellt werden, auf einem Teil des Bildschirms jedoch ein heller Ausschnitt, so dimmt sich die komplette Hintergrundbeleuchtung, um das Gesamtbild zu verdunkeln. Der kleinere Bildausschnitt wird dabei ebenfalls verdunkelt, was der Darstellung in dem Fall nicht zu Gute kommt. Ohnehin fällt auf, dass der Gewinn in dunklen Szenen durch den dynamischen Kontrast quasi nicht auszumachen ist. Der Schwarzpunkt des Monitors – besonders nach der Kalibrierung – ist ohnehin so gut, dass dunkle Töne stets satt wirken. Der dynamische Kontrast sorgt also eher dafür, dass im ungünstigen Fall helle Bildausschnitte in dunkler Umgebung getrübt werden. In die andere Richtung funktioniert das Konzept jedoch: Soll das Bild sehr hell strahlen, leidet der Schwarzwert subjektiv so gut wie gar nicht – bleibt also exzellent – die Szene wirkt dank der erhöhten Hintergrundbeleuchtung jedoch kontrastreicher.

Ein anderes Problem ergibt sich bei der Kalibrierung des Monitors mit zugeschaltetem dynamischen Kontrast: Der Bildschirm ist quasi nicht kalibrierbar. Der statische Kontrast bleibt auch mit Zuschaltung der dynamischen Funktion noch konfigurierbar, die minimale Helligkeit sinkt jedoch rapide ab. So wurde der Dell-Monitor zuerst komplett kalibriert – ohne dynamischen Kontrast – um die Werte dann mit zugeschaltetem Feature anzupassen, wenn nötig. Die Helligkeit des Displays lag bei der zweiten Messung nur noch bei 60 cd/m². Dies kann jedoch an dem Umstand festgemacht werden, dass die Kalibrierungssoftware nur in einem kleinen Bereich des Bildschirms die zu messende Farbe für das Colorimeter einblendet und den restlichen Bildschirm verdunkelt. Dank des dynamischen Kontrasts ist das ganze Bild dann sehr dunkel; die Helligkeit muss wieder erhöht werden. Wie an dem Ergebnis der Messung zu sehen ist, gelingt dies jedoch nicht. Zwar kann man ein einzelnes Bild auf einen Helligkeitswert einstellen, der Sinn des dynamischen Kontrasts ist es aber, die Hintergrundbeleuchtung variabel anzupassen, weshalb die in der Justierungsphase korrekt eingestellte Helligkeit von 140 cd/m² in der Überprüfung auch nicht mehr erreicht wurde.

Messung mit dynamischem Kontrast
Messung mit dynamischem Kontrast

Noch schwieriger wird das Anpassen der Grundfarben. Das Bild ist quasi immer für eine der Farben stichig, einen linearen Level erreicht man so nicht. Die Korrekturen im Profildiagramm fallen dementsprechend auch sehr deutlich aus – und bewirken letztendlich wohl doch nicht viel, da die Farben an die Hintergrundbeleuchtung gebunden sind und diese variiert.

Messtechnisch kann das Zwischenfazit zum dynamischen Kontrast eigentlich nur schlecht ausfallen. Andererseits sollte klar sein, dass eine Funktion, die Bildverbesserung bei Bildwechseln verspricht, zumindest zu keiner Verbesserung bei statischer Betrachtung führen kann. Für Arbeiten an Fotos oder ähnlichen Projekten, die eine korrekte Farbdarstellung benötigen, ist daher im Zusammenhang mit dem dynamischen Kontrast nicht zu denken. In Spielen oder Filmen kann der Eindruck jedoch durchaus positiv sein. So etwas lässt sich jedoch nicht messen, hier entscheidet der persönliche Eindruck eines jeden.

Interpolation

Die Interpolation des Bildes wird immer wichtiger, je größer der Bildschirm ist, den es anzusteuern gilt. Denn nicht immer kann auch die native Auflösung des Displays genutzt werden. Denkbar wäre beispielsweise, die Auflösung zugunsten höherer Bildwiederholraten zu minimieren. Gleichwohl wäre denkbar, dass das Bildsignal erst gar nicht in 1920 x 1200 Pixeln ausgegeben werden kann, da beispielsweise eine ältere Konsole oder ein DVD-Player – vielleicht sogar analog – mit dem Monitor verbunden wurden. In diesen Fällen ist eine gute Interpolation äußerst wichtig und entscheidet über die Nutzbarkeit in den entsprechenden Situationen.

1024x768
1024x768
1360x768
1360x768
1680x1050
1680x1050
1920x1200
1920x1200

Umso erfreulicher ist, dass sich der Dell UltraSharp 2408WFP quasi keine Schwächen leistet. Das Bild erreicht natürlich nie den Grad an Schärfe, der mit der nativen Auflösung möglich ist, aber selbst bei einer sehr niedrigen Auflösung von 1024 x 768 – die zudem ein für den Monitor unpassendes Bildverhältnis von 4:3 fordert – bleibt die Darstellung angenehm scharf. Die Schrift ist problemlos zu lesen und franzt nicht aus. Bei Bewegtbildern fällt das Ergebnis beinahe noch besser aus – vor allem bei korrektem Bildverhältnis leistet der Dell-Bildschirm sehr gute Arbeit; einzig die Auflösung von 1680 x 1050 wirkt im Vergleich zu den anderen Interpolationen recht grob, ist aber immer noch als gut zu bezeichnen. Bildschirmauflösungen, die noch weit darunter liegen, werden wieder schärfer dargestellt, wie auch auf den Bildern zu erkennen ist.

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