8/8 Grafikkarten-Treiber : Nvidia GeForce 180.47 im Test

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Fazit

Eine gute Nachricht vorweg: Einige der aktuellen Topspiele sind nicht allzu hardwarehungrig und selbst langsamere PCs sollten mit den Titeln ohne größere Schwierigkeiten und optische Einbußen zurecht kommen. Zwar stellt Far Cry 2 und bedingt Call of Duty 5 diesbezüglich eine Ausnahme dar, die anderen Spiele sind aber spürbar schonender für die Grafikkarte und den Hauptprozessor.

Normalerweise gibt es zwischen der Radeon HD 4870 von ATi sowie Nvidias GeForce GTX 260 (216 ALUs) einen engen Zweikampf. Dieser will in den fünf getesteten Spielen aber nicht so wirklich aufkommen, da die Nvidia-Karte beinahe durchgängig ihre Nase mehr als nur ein klein wenig vorne hat. Am engsten geht es noch in Far Cry 2 zu, wo sich die Radeon HD 4870 recht knapp der GeForce GTX 260 216 geschlagen geben muss. Dasselbe gilt für die Radeon HD 4850 gegen die GeForce 9800 GTX+. In 2560x1600 kann erstere zwar vorbeiziehen, die FPS-Bereiche sind aber absolut unspielbar.

In Call of Duty 5 ist die Radeon HD 4870 dann chancenlos und agiert nur auf dem Niveau der GeForce 9800 GTX+. Auch die Radeon HD 4850 hat in diesem Fall gegen die kleinere GeForce-Karte keine Chance, unabhängig von der Qualitätseinstellung. In Dead Space sind die Frameraten extrem hoch und selbst in 2560x1600 bleibt das Spiel mit einer Radeon HD 4850 immer noch akzeptabel spielbar. Im Duell gegeneinander zieht jedoch auch im Horror-Shooter die Radeon-Fraktion klar den Kürzeren. Die GeForce 9800 GTX+ rendert gar schneller als die Radeon HD 4870.

Spieletest
Spieletest

In Fallout 3 liegen die Spitzenmodelle nah beieinander. Die GeForce GTX 260 216 hat zwar die Nase vorn, in der Praxis wird man dies jedoch nur selten merken. Einzig in 2560x1600 kann sich die GeForce-GTX-200-Karte etwas besser absetzen. Außer in 2560x1600, wofür die Grafikkarten aber zu langsam sind, hat die Radeon HD 4850 gegen die GeForce 9800 GTX+ jedoch das Nachsehen. In Left 4 Dead rückt die ATi-Fraktion näher an die GeForce-Konkurrenten heran, bleiben allerdings abermals hinter der Performance der Nvidia-GPUs zurück.

In den fünf getesteten Spielen bleibt eigentlich kein Zweifel, welche Grafikkarten die stärkeren sind. Die GeForce GTX 260 216 ist mittlerweile gleich teuer wie die Radeon HD 4870 1GB und mit knapp 250 Euro immer noch bezahlbar und zudem durch die Bank schneller als das Konkurrenzprodukt. Darüber hinaus soll es Anfang nächsten Jahres die ersten modernen Spiele geben, die PhysX auf der GPU berechnen und so einen derzeit noch schwer einzuschätzenden Vorteil haben könnten. Das muss man aber noch abwarten.

Die von Haus aus übertaktete GeForce-Karte aus dem Hause EVGA (GeForce GTX 260 Core 216 SCC) zieht gar noch ein Stückchen weiter davon und agiert beinahe bereits in den Geschwindigkeitsregionen einer GeForce GTX 280. Man muss aber anmerken, dass der Preis natürlich ein gutes Stückchen über dem des Standardmodells liegt.

Ebenso setzt sich die GeForce 9800 GTX+ meistens gegen die Radeon HD 4850 durch, so dass unsere Empfehlung ebenfalls zu der GeForce-Karte tendiert. Der geringe Aufpreis von rund 15 Euro wird durch die höhere Performance wieder wettgemacht.

Die Messergebnisse haben wir insgesamt mit Erstaunen hingenommen. Während in den meisten anderen Spielen die ATi-Karten gleichauf mit der Konkurrenz liegen, haben diese in den fünf neueren Spielen durchgängig das Nachsehen. Warum dies so ist, bleibt aber zunächst ein Geheimnis und man sollte bedenken, dass diese fünf Spiele nur eine kleine Auswahl einer breiten Masse darstellen und die Ergebnisse somit nicht auf andere neue Spiele übertragen werden können. Eventuell gibt es auch noch großes Optimierungspotenzial im Catalyst-Treiber, da dieser anders als der neue Treiber von Nvidia im Rahmen des TWIMTBP-Porgramms noch nicht auf die Spiele abgestimmt wurde, vielleicht liegt den neuen Spielen die GeForce-Architektur aber auch einfach besser.

Stellungnahme

Da in den Kommentaren wilde Verschwörungstheorien aufgekommen sind und wir uns mehrfach mit dem Vorwurf von Nvidia gekauft worden zu sein, konfrontiert sehen, möchten wir eine klärende Stellungnahme abgeben. Wir wurden weder für das Erstellen des Artikels noch für die Ergebnisse im Artikel von Nvidia bezahlt. Nvidia hat lediglich die noch nicht verfügbaren Treiber sowie noch nicht verfügbare Spiele bereitgestellt. Natürlich findet zwischen uns und den Herstellern immer ein reger Meinungs- und Gedankenaustausch statt, auf die Ergebnisse unserer Messungen hat jedoch kein Hersteller jemals Einfluss.

Der Umstand, dass mehrere, vergleichbare Artikel fast zeitgleich in unterschiedlichen Publikationen erschienen sind, ist durch die Aufhebung des NDAs seitens Nvidias für den neuen GeForce 180.48 um genau 15:00 Uhr, dem Veröffentlichungstermin unseres Artikels, zu erklären. Da der neue Treiber Optimierungen für die in diesem Test eingesetzten Spiele und Grafikkarten aufweist, wurden die fünf getesteten Spiele in Absprache mit Nvidia für den Test herangezogen. Nvidia war insofern am Artikel beteiligt, als dass von ihnen die grundsätzliche Idee stammte. Da der Benchmarkparcours aufgrund seiner Aktualität und Zusammenstellung sehr interessant ist, haben wir für unsere Leser in dieser, sicherlich von Nvidia nicht ohne Grund getroffenen Auswahl einen Mehrwert gesehen – zumal die in keiner Weise geschönten Testergebnisse von uns unabhängig ermittelt wurden. Auch die Qualitätseinstellungen wurden von Nvidia nicht, wie von vielen spekuliert, vorgegeben. Nicht vergessen sollte man jedoch, worauf wir im Fazit bereits hingewiesen haben: Es handelt sich um eine kleine Auswahl von Spielen, andere Spiele können ein völlig anderes Ergebnis liefern und ATi kann das Blatt mit einem neuen Treiber durchaus wieder wenden, da vier der fünf Spiele aus Nvidias „The Way It's Meant To Be Played“-Programm stammen und der neue Treiber somit bereits vorab auf sie abgestimmt wurde. Gleichzeitig zeigt der Artikel aber auch, welchen Vorteil Spieler mitunter aus Nvidias Programm ziehen können; optimierte Treiber direkt bei Veröffentlichung des Titels. Darüber hinaus soll dieser Artikel nicht als grundlegender Grafikkartentest eingeordnet werden. Hierfür verweisen wir weiterhin auf unseren Test der Nvidia GeForce 260 (216 Shader).

Sobald ATi einen aktualisierten, möglicherweise auf diese Spiele angepassten Treiber herausgebracht hat, werden wir den Test mit exakt identischem Aufbau und Einstellungen wiederholen.

Die verständlicherweise Vermutungen anfachende, völlig unzureichende Informationspolitik unsererseits bitten wir vielmals zu entschuldigen!

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