2/4 LG Arena im Test : Ein ganz neuer Stil aus Südkorea

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KM900 im Überblick

Maße & Optik

Das Arena kommt in einem kleinen, leichten Karton daher, der die branchenüblichen Merkmale aufweist: Der zur Seite herausschiebbare feste Teil zeichnet sich durch einen komfortabel zu öffnenden Mechanismus aus und beinhaltet zu oberst das Gerät, während sich darunter die weitere Ausstattung befindet. Auch diese fällt konventionell aus. Neben dem Handbuch findet der geneigte neue Besitzer ein USB-Kabel, ein Netzteil und mittelmäßige aber für eine Beilage akzeptable In-Ear-Kopfhörer vor.

Die Inbetriebnahme erfolgt erwartungsgemäß einfach: Da das Arena über 8 GByte internen Speicher verfügt (davon nutzbar: 7,2 GByte) muss nicht einmal eine SD-Karte eingesteckt werden. Stattdessen kann das Gerät nach dem problemlosen Einlegen der SIM-Karte sofort genutzt werden.

LG Arena
LG Arena

In Sachen Optik und Maße weiß das Arena ohne Abstriche zu überzeugen: Mit rund 100 Gramm Gewicht und einer Abmessung von 106 x 55 x 12 mm (L x B x H) gehört das Gerät zu den kleineren aber vor allem auch leichteren Multimedia-Mobiltelefonen, die aktuell erhältlich sind. Diese schlanken Eckdaten führen aber auch zu konkreten Abstrichen: Das Display des Arena ist mit drei Zoll etwas kleiner als bei der direkten Konkurrenz und auch das geringe Gewicht, das aus der Verwendung eines vergleichsweise kleinen 1000 mAh Akkus resultiert, führt zu handfesten Nachteilen (siehe Abschnitt „Laufzeiten“).

Während die Frontseite nahezu komplett vom Multitouch-Display eingenommen wird, zeugt die Rückseite mit einer matten Aluminium-Fläche von einer guten und hochwertigen Verarbeitungsqualität – hier hat das Gerät im direkten Vergleich mit der Konkurrenz, beispielsweise mit dem Plastik-Gewand des i900 Omnia von Samsung, die Nase vorne (siehe Bild oben). Besonders löblich ist auch, dass die Verantwortlichen vom sonst üblichen anfälligen Gummipropfen-Verschluss für den USB-Eingang abgesehen haben und stattdessen eine solidere Plastikverriegelung verbauen.

Oberfläche & Bedienung

LG setzt beim Arena auf ein proprietäres Betriebssystem mit Namen „S-Class“, dessen Bewertung eine durchaus zwiespältige, aber überwiegend positive Angelegenheit darstellt. So weiß das Benutzer-Interface mit Blick auf die Gestaltung der Oberfläche nicht zuletzt dank des mit 16 Millionen Farben hervorragend darstellenden Displays durchaus zu überzeugen. Während bei manchem Produkt aus der Konkurrenz eher Unübersichtlichkeit überwiegt, wartet S-Class mit einer wunderbar strukturierten Menüführung, höchst personalisierbaren Oberflächen und ansehnlichen, flüssigen 3D-Animationen auf. Dazu kommen neben einem sinnvoll in die Rubriken „Communication“, „Multimedia“, „Utilities“ und „Settings“ unterteilten Übersichtsscreen vier über Würfelseiten visualisierte, frei anpassbare Desktops zum Einsatz, die mit den Kategorien „Shortcuts“, „Multimedia“, „Widgets“ und „Contacts“ übersichtliche Schnellzugriffe auf die wichtigsten Rubriken in der alltäglichen Nutzung bieten. Löblich ist hierbei auch, dass die Würfelansicht jederzeit über einen zwischen der Ab- und Aufleg-Taste befindlichen Touch-Button aufgerufen werden kann. An dieser Stelle macht S-Class also richtig Spaß.

Ein wenig anders sieht es bei der Bedienung aus. Diese erfolgt wie erwähnt über ein drei Zoll großes Multi-Touch-Display, das sich mit Blick auf die Features grob am großen Konkurrenten – hier darf das iPhone kurz erwähnt werden – aus dem Hause Apple orientiert. Bei der alltäglichen Bedienung zeigen sich kleinere Schwächen, die ihre Ursachen in der technischen Ausstattung, wohl aber auch bei der Konzeption von S-Class haben: Zwar verfügt das Arena über eine ansehnliche, wohlstrukturierte Oberfläche, doch erfolgt die Reaktion auf die Eingabe durch den Nutzer manchmal unpräzise oder träge. Während Ersteres selbstredend besonders bei kleinteiligen Aufgaben und hier vor allem bei der Nutzung des sogleich zu erwähnenden Browsers geschieht, tritt Letzteres besonders dann auf, wenn mehrere Anwendungen parallel genutzt werden. Dies stellt allerdings keinen allzu großen Kritikpunkt dar, da die zu bemängelnde Präzision mit der längeren Nutzung und damit einhergehenden Übung wie so oft immer weiter zunimmt, während der konventionelle, also nicht bewusst anwendungsintensive Umgang mit dem Arena höchst flüssig abläuft.

Einige Eindrücke von S-Class

Ein je nach persönlichem Anspruch nennenswerter Schwachpunkt ist dagegen in der Software-Ausstattung des Arena zu finden. Diese fällt mit einer E-Mail-Anwendung (POP3, IMAP, SMTP), einem Browser, einem Document Viewer für Excel, Word und PDF, ein paar Spielen und den üblichen „Widgets“ wie Taschenrechner, Voicerecorder, World Clock, Kalender und Notizen zwar alles in allem angemessen aus, doch fehlt es aufgrund des abgeschlossenen S-Class an Kompatibilität. Auch dies würde zunächst nicht allzu schwer wiegen, wenn LG über einen eigenen App Store verfügen würde. Da dieser jedoch zur Gänze fehlt, ist der Arena-Besitzer einzig und alleine auf die Anwendungen angewiesen, die von Werk aus aufgespielt werden, was sich selbst für dahingehend weniger anspruchsvolle Benutzer aufgrund des schwachen Browser durchaus bemerkbar macht.

Bei letzterem setzt LG offenbar einmal mehr auf die aktuelle Variante aus dem Hause Obigo, was das Surfen nicht unbedingt zum Hochgenuss macht. Dies hat unterschiedliche Ursachen: Zum Einen gestaltete sich der Datenverkehr im Rahmen dieses Tests sowohl via UMTS als auch WLAN als zu langsam, denn bis zu 40 Sekunden Ladezeit für die mobile Variante der ComputerBase-Webseite ist schlicht zu lang. Zum anderen konnte der Arena-Browser auch aufgrund der fehlenden Flash-Unterstützung und wegen der teils hakeligen Bedienung nicht vollends überzeugen. Die kleinteilige Navigation und das über Multi-Touch mögliche Zoomen funktionierten leider nicht immer flüssig – allzu oft war eine erneute Eingabe von Seiten des Nutzers notwendig, um zum Ziel zu gelangen. In puncto Browser ist also ein deutlicher Minuspunkt zu vermerken.

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