Nokia C7-00 und N8-00 im Test: Symbians neue Kleider

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Patrick Bellmer
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Symbian^3

Mit Symbian^3 präsentiert verwendet Nokia die neueste Version der bekannten Plattform. Neben den hier getesteten Modellen C7-00 und N8-00 findet Symbian^3 noch auf dem C6-01 sowie auf dem demnächst erscheinendem E7-00 Verwendung. Das rund zwei Jahre alte – damals noch als „Series 60 5th Edition“ bezeichnete – Symbian^1 war in den Augen vieler Kritiker nur halbherzig an die Touch-Bedienung angepasst, an einigen Stellen war die Steuerung per Finger nur sehr schwer möglich.

Deshalb waren und sind die Erwartungen an die neue Version sehr hoch, auch wenn Nokia schon vor geraumer Zeit ankündigte, dass man zukünftig bei „Highend-Geräten“ auf MeeGo statt auf Symbian setzen werde.

Aufbau & Bedienung

Nach dem Einschalten des Gerätes werden sich Nutzer, die schon mit Symbian^1 gearbeitet haben, eher nicht verwundert die Augen reiben. Der Startbildschirm der neuen Version ähnelt dem des Vorgängers zu nahezu 100 Prozent. Der wichtigste Unterschied befindet sich am unteren Rand der Anzeige, dort findet man eine Positionsanzeige. Diese zeigt dem Nutzer an, auf welchem der nun drei möglichen Startbildschirme man sich befindet.

Diese können – analog zu zum Beispiel Android – mit verschiedenen „Widgets“ und Verknüpfungen gefüllt werden, ganz ähnlich zu Symbian^1. Zwischen diese drei Bildschirmen kann man mittels „Fingerwisch“ oder der Positionsanzeige wechseln, bei den beiden getesteten Geräten funktionierte das flüssig.

Und auch die Gestaltung der restlichen Menüs orientiert sich an der Vorgänger-Version. Grundsätzlich kann man sagen, dass man bei der Entwicklung von Symbian^3 mehr auf Evolution statt auf Revolution gesetzt hat, Besitzer einer Nokia 5800 oder eines anderen Symbian^1-Gerätes finden sich problemlos zurecht.

Woran man aber spürbar gearbeitet hat, ist die Bedienung. Waren bei Symbian^1 noch teilweise unlogische „Doppel-Klicks“ nötig, hat man sich hiervon mittlerweile verabschiedet und setzt überall auf einen einfachen „Klick“. Verglichen mit Android ist die Navigation durch unterschiedliche Menü-Ebenen nicht schwerer oder leichter, an vielen Stellen ähnelt sich der Aufbau mittlerweile. Anders sieht es hier natürlich bei iOS und Windows Phone 7 aus, da bei diesen beiden Systemen die Schwerpunkte anders gelagert sind und teilweise deutlich weniger Optionen zur Verfügung stehen. In vielen Fällen kann das mittlerweile fast schon standardmäßige „Pinch-to-Zoom“ eingesetzt werden.

Aber auch Kritik muss man sich gefallen lassen. So gibt es immer noch vereinzelte Bereiche des Systems, die noch immer keinen Landschafts-Modus bieten. Und auch die virtuelle Tastatur Bedarf noch Nachbesserungen. Im Portrait-Modus steht dem Nutzer eine virtuelle Ziffern-Tastatur mit der von herkömmlichen Handys her bekannten Belegung zur Verfügung, eine vollständige QWERTZ-Tastatur gibt es nur im Landschafts-Modus. Hier muss man allerdings oftmals den Umweg über die zweite Belegungs-Ebene machen, da auf der ersten Ebene nur Buchstaben sowie die gängigsten Satzzeichen zu finden sind.

Und auch die Farbwahl lässt noch viel Spielraum für Veränderungen. Zwar können – wie üblich bei Nokia – einzelne Elemente mit den unterschiedlichsten „Themes“ angepasst werden, in Summe regieren aber triste Grautöne oder Schwarz. Insbesondere bei der virtuellen Tastatur wirkt es, als ob den Designern die Farben abhanden gekommen wären.