2/7 Deus Ex: Human Revolution im Test : SciFi-Thriller auf hohem Niveau

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Inhaltliches

Plot

Man kann es gleich auf den Punkt bringen: Wer Spiele mit Tiefgang mag, wird das neue „Deus Ex“ ohne Zweifel lieben. Denn wo der zweite Part einen stärkeren Fokus auf Action legte, findet „Human Revolution“ wieder zurück zu den Tugenden des ersten Teils. Dementsprechend wird man mit einer gut durchdachten, glaubwürdigen und zugleich spannenden Handlung konfrontiert, die auf ihren Höhepunkten durchaus anspruchsvolle Kinofilm-Qualitäten erkennen lässt.

Das Rad wird dazu allerdings nicht neu erfunden. Stattdessen kommt „Human Revolution“ als klassisches Sequel zu „Deus Ex“ daher, was es storytechnisch erlaubt, die im Jahr 2027 platzierte Rahmenhandlung abermals an aktuelle Diskussionen zu knüpfen.

Dazu startet „Human Revolution“ just in jener Zeit, in der die in „Deus Ex“ bereits gängige „Aufwertung“ von Menschen mittels bionischer (Nano-)Technologie noch in den Kinderschuhen steckt, allerdings bereits für umfassenden Wirbel in der Öffentlichkeit und den Zusammenstoß unterschiedlichster, teils sehr mächtiger Interessen sorgt. Die dabei präsentierte grundlegende Diskussion ist im Prinzip identisch mit jenen, die wir in der Gegenwart immer wieder zum großen Thema „Genforschung“ samt allen damit verbundenen Modifikationen und Eingriffen in das menchliche Leben führen: Auf der einen Seite stehen immense Möglichkeiten, auf der anderen Seite zugleich immense Gefahren.

In ebendiese Kerbe schlägt, genauso wie die Vorgänger, nun auch „Human Revolution“: Von Gliedmaßen und Knochen über die Haut bis hin zu (Sinnes-)Organen lassen sich in der dystopischen Zukunft dieses „Deus Ex“-Teils nahezu alle menschlichen Körperteile und –funktionen ersetzen – besondere Eigenschaften und Vorteile natürlich inklusive. Während die Befürworter dabei neben einem ausgezeichneten Geschäft vor allem die Verbesserung der Lebensqualität und -dauer herausstellen, sieht die zunehmend radikaler werdende Gruppe der „Augmentierungskritiker“ darin einen Angriff auf die Menschlichkeit; und wird durch eine nach maximaler Kontrolle strebende Gruppe von Verschwörern in vielen Details bestätigt.

Operation an Jensen: Auferstanden von den Toten
Operation an Jensen: Auferstanden von den Toten

In dieses aufgeladene, glaubwürdig in Szene gesetzte Umfeld wird der Spieler entlassen. Im Zentrum des Geschehens steht dabei der 34-jährige Adam Jensen, der nach umfassenden Lehrjahren beim Detroiter SWAT in der Gegenwart als Sicherheitschef beim in der Forschung zur Bionik engagierten Sarif-Konzern angeheuert hat. Alles scheint mehr oder weniger perfekt, bis ein Angriff auf Sarifs Forschungslabors kurz vor der Präsentation eines technischen Durchbruchs zu einigen Verwerfungen und dem Tod von Jensens Freundin führt – klar, dass der Spieler in der Folge in persona Jensen versucht, Licht ins Dunkle zu bringen, den Tod seiner Freundin aufzuklären und die hinter den Geschehnissen verborgenen Mächte zu entlarven.

Als „gelungen“ ist dabei die Art und Weise zu bezeichnen, mit der die Story-Schreiber Jensen mit der in „Human Revolution“ aufgebauten Atmosphäre verknüpfen. Dadurch, dass der Protagonist beim besagten Angriff nur mithilfe massiver Augmentierungen – so wird die Integration von bionischen Elementen genannt – gerettet werden kann und fortan mit jeder Menge Nanotechnologie im Körper leben muss, wird er zum einen zu einem Teil der großen Auseinandersetzung zwischen Befürwortern und Gegnern, da sich in ihm genau dieselben Pro- und Kontra-Erwägungen abspielen. Zum anderen wird dadurch ermöglicht, Jensen mit über die 0815-Fähigkeiten eines Shooter-Helden hinausgehenden Fähigkeiten auszustatten, was maßgeblichen Einfluss auf die gesamte Spielmechanik hat – doch dazu mehr im nächsten Abschnitt.

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