2/3 Wiko Highway im Test : Acht Kerne und Full HD für 350 Euro

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Performance & Oberfläche

Ein besonderes Merkmal des Highway stellt sein Prozessor dar: Wiko verbaut einen MediaTek MT6592, der über achte vollwertige Kerne verfügt. Die maximale Taktrate liegt bei zwei Gigahertz, als GPU kommt eine Mali MP450 zum Einsatz. Neben dem Alcatel One Touch Idol X+ ist das Highway aktuell das einzige Smartphone mit diesem SoC auf dem deutschen Markt. Zurückgreifen kann der SoC auf zwei Gigabyte Arbeitsspeicher.

Auf den ersten Blick verfügt das Gerät also über genug Leistungsreserven um mit den großen Konkurrenten mitzuhalten. Doch aufgrund der eher schwachen Cortex-A7-Architektur des Prozessors zeigt sich im Alltag oftmals ein anderes Bild.

Die Performance zeigte sich inkonsistent und teilweise unberechenbar. So kam es beim Blättern durch den App-Launcher oder bei Animationen zu Rucklern. Wenn das Highway einmal „in Fahrt kommt“ und bei größeren Anwendungen weitere Kerne dazugeschaltet werden, ändert sich das Bild: Ladezeiten werden kürzer und die Bedienung erfolgt flüssig und direkt. Negativ aufgefallen ist die Wärmeentwicklung, die sich vor allem im Bereich der Kamera spürbar äußert, sobald das Smartphone länger durchgehend verwendet wurde – auch wenn keine großen Webseiten oder 3D-Spiele im Einsatz waren.

In synthetischen Benchmarks platziert sich Wikos Topmodell in der Regel im Mittelfeld, Ausnahmen bilden Benchmarks, die für mehrere Kerne ausgelegt sind. Hier bewegt sich das Highway in oberen Gefilden, beim CF-Bench erreicht es sogar den ersten Platz.

Beim Betriebssystem verwendet Wiko das mittlerweile veraltete Android 4.2.2, auf dem Mobile World Congress 2014 wurde uns allerdings ein Update auf Android 4.4 im zweiten Quartal 2014 zugesagt. Der Hersteller ergänzt die Oberfläche durch einige zusätzliche Anwendungen wie etwa die Antiviren-Software TrustGo und die Tastatur TouchPal, die unter anderem Wischgesten unterstützt.

An der Oberfläche wurden weitgehend Änderungen kosmetischer Natur vorgenommen, die UI ist sehr bunt. Zusätzliche Features sind etwa Gestensteuerung mit Hilfe des Näherungssensors. So können Nutzer bei einem geöffneten Kontakt das Gerät ans Ohr halten und damit einen Anruf starten oder einen eingehen Anruf annehmen. Abseits der Optik ließ Wiko das System weitgehend unangetastet und bietet dadurch Übersicht und Einfachheit.

Kamera & Multimedia

Wiko Highway im Test
Wiko Highway im Test

Nicht nur mit vielen Kernen und einem scharfen Display, sondern auch mit einer hochauflösenden Kamera möchte Wiko punkten: Das Highway bietet 16 Megapixel und eine f/2,8-Blende auf der Rückseite. Die Generation Selfie wird mit 8 Megapixel auf der Front ebenfalls sehr zufrieden sein. Beim Highway ist diese Sorge, dass viele Megapixel auch negativ ausfallen können, unberechtigt. Bei guten Lichtverhältnissen fallen die Fotos sehr scharf und detailliert aus und die Farben werden kräftig und natürlich eingefangen.

Wiko Highway im Test – Kamera

Ist die Umgebung etwas dunkler, wirkt das Bild insgesamt trüber und unechter als bei hellem Sonnenlicht, die Details sind allerdings auch an dieser Stelle ausreichend und die Bilder bleiben scharf. Der Fokus löst schnell aus und lässt sich per Fingertipp justieren, zudem bietet Wiko viele manuellen Einstellungen für Weißabgleich oder ISO, so dass auch geübtere Fotografen auf ihre Kosten kommen.

Im Vergleich zu den Fotos fallen Videoaufnahmen in der Qualität ab: Trotz Full HD wirken die Videos stellenweise unscharf und verwaschen. Farben wirken überdies blasser als auf Fotos und erscheinen daher unnatürlich. Tonaufnahmen der Videos zeigen ein Grundrauschen und eine Anfälligkeit für Gegenwind, fallen insgesamt allerdings nicht negativ auf.

Wiko Highway im Test – Videokamera

Gespeichert werden Inhalte auf einer rund 10 Gigabyte großen Partition des internen Speichers, welcher allerdings nicht erweiterbar ist. Bisher gibt es das Smartphone nur mit 16 GB Gesamtspeicher. Somit bleibt bei vielen Dateien nur der Ausweg über die Cloud oder USB-On-the-go.

Kommunikation

Wiko Highway im Test
Wiko Highway im Test

In puncto Kommunikation wird das Highway dem Status als Flaggschiff nicht gerecht: HSPA+ ist auf 21 MBit/s beschränkt, LTE fehlt aufgrund des Chipsatzes des MediaTek-Prozessors komplett. Auch WLAN-ac hat keinen Weg in das Smartphone gefunden. Zwar ist mit WLAN nach dem n-Standard ebenfalls akkurat, der schnellere Standard wäre allerdings zeitgemäßer. Bluetooth findet sich in Version 4.0 vor, GPS mitsamt A-GPS erhält ebenfalls Einzug.

Empfang und Telefonie testeten wir im Ruhrgebiet im Netz von o2, dabei kam es zu keinerlei Verbindungsabbrüchen oder Problemen. Bei Telefonate war der Gegenüber stets laut und deutlich zu hören. Anders als bei vielen anderen Flaggschiffen bietet das Highway zudem Dual-SIM, wodurch es möglich ist, zwei SIM-Karten gleichzeitig im Gerät unterzubringen. Sobald mit einer der beiden SIM telefoniert wird, ist die andere währenddessen allerdings nicht erreichbar, da auch das Highway wie andere Dual-SIM-Smartphones über nur ein Mobilfunkmodul verfügt.

Laufzeiten

Wiko verbaut einen nicht wechselbaren Akku mit 2.350 mAh (8,69 Wh). Dieser Wert wirkt in Anbetracht des großen Display und der hohen Auflösung im ersten Moment gering, ist aufgrund der stromsparenden Cortex-A7-Architektur des Prozessors und dessen Fertigung in 28 nm ausreichend, um auch bei stets aktivem 3G und automatischer Helligkeit den Tag zu überbrücken.

Auch bei aktiviertem E-Mail-Push von Google Mail, Nutzung von Messengern wie WhatsApp, dem Browser und Telefonaten von rund 30 Minuten am Tag bat das Highway erst am Abend nach einer Steckdose.

Nur bei großer Beanspruchung des Prozessors, etwa durch Spiele, sank die Laufzeit erwartungsgemäß. Auch in unserem Video- und Browser-Dauertest entpuppt sich die Laufzeit mit fast viereinhalb respektive vier Stunden als unterdurchschnittlich.

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