12/15 Radeon R9 285 im Test : Schneller Tonga mit kastriertem Speicher

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Tessellation-Leistung

Das vierfache Front-End bei Tonga bedeutet automatisch die doppelte Anzahl an Tessellation-Einheiten gegenüber Tahiti und damit dieselbe Anzahl wie bei der größeren Hawaii-GPU. Darüber hinaus soll auch die Tessellation-Leistung einer einzelnen Einheit gestiegen sein. Zeigt sich das auch in entsprechenden Anwendungen? Auch das lässt sich im Vergleich mit der angepassten Radeon R9 280 überprüfen.

Der SubD11-Test aus dem DirectX SDK zeigt die Leistung bei den einzelnen Tessellation-Faktoren. Und es lässt sich auf Anhieb erkennen, dass AMD bei Tonga die Tessellation-Leistung deutlich gegenüber Tahiti hat steigern können. Vor allem bei den niedrigen Faktoren ist Tonga teilweise mehr als doppelt so schnell unterwegs. Bei sehr hohen Faktoren herrscht dann mehr oder weniger ein Gleichstand.

Auch lässt sich AMDs Behauptung bestätigen, dass Tonga bei Tessellation leistungsstärker als Hawaii ist – zumindest bei einigen Faktoren. Während bei niedrigen Faktoren die deutlich höhere Rohleistung von Hawaii durchschlägt, übernimmt Tonga bei mittleren Stufen die Führung. Bei hohen Stufen herrscht dann Gleichstand.

Die GeForce GTX 770 zeigt sehr gut, dass Nvidia eine völlig andere „Tessellation Philosophie“ als AMD verfolgt. Während AMD eine hohe Leistung bei niedrigen bis mittleren Faktoren erzielt, greift die Nvidia-Architektur bei mittleren und vor allem hohen Faktoren durch; verliert dafür aber deutlich bei niedrigen Faktoren. Dementsprechend ist es eine Frage der verwendeten Tessellation-Stufen in Spielen, welche Architektur besser gerüstet ist.

Hinweis: Die GeForce GTX 770 taktet deutlich höher und ist damit real ein gutes Stück schneller ist als bei diesem Test abgebildet. Dieser Test soll nur die Stärken der unterschiedlichen Tessellation-Implementierungen bei gleicher Taktrate zeigen.

Auch im Tessmark zeigen sich die Vorteile von Tonga. Bei gleichem Takt arbeitet die GPU ab der „extremen“ Einstellung schneller als Hawaii und zieht bei „Insane“ gar um 74 Prozent davon. Selbst die Kepler-Architektur des GK104 ist bei gleichem Takt nicht schneller. Tonga ist genau doppelt so schnell wie Tahiti.

Im Stone-Giant-Test lässt sich die bessere Tessellation-Leistung von Tonga hingegen nicht nachweisen. In Unigines Heaven-Test lässt sich in der höchsten Stufe dann wieder ein kleinerer Tonga-Vorteil erkennen. Während Tonga und Tahiti normalerweise gleich schnell arbeiten, kann sich Tonga in der höchsten Disziplin um 18 Prozent absetzen. Dann rückt die neue AMD-GPU auch näher an den Hawaii-Kern heran und rendert schneller als Kepler.

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