Smartphones : FBI über Verschlüsselung „sehr beunruhigt“

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Smartphones: FBI über Verschlüsselung „sehr beunruhigt“

Apple und Google erklärten kürzlich, die Verschlüsselung ihrer Smartphones zu verbessern. FBI Direktor James Comey bringt nun seine tiefe Beunruhigung über die Verstärkung der Verschlüsselungstechniken auf mobilen Geräten der beiden Hersteller zum Ausdruck.

Erst in der letzten Wochen äußerte sich Apple zu den verbesserten Sicherheitsfunktionen. So sei es etwa staatlichen Stellen nicht mehr ohne Weiteres möglich, auf sensible Daten zuzugreifen. Eine Umgehung des vom Benutzer festgelegten Passwortes ist nach Angaben des Konzerns inzwischen technisch ausgeschlossen. Auch Google plant eine standardmäßige Verschlüsselung des Dateisystems in neuen Versionen des Android-Betriebssystems. Beide Unternehmen begründen die Entscheidung auch mit dem zu verhindernden Zugriff durch Sicherheitsbehörden.

James Comey konstatiert zwar sein Verständnis für das generelle Bedürfnis nach Privatsphäre, behaart aber auf einen staatlichen Zugang zu persönlichen Daten in Extremsituationen und sieht in den Verbesserungen der Verschlüsselungstechniken in erster Linie ein geschicktes Marketing: „Google vermarktet Android auf gleiche Art und Weise: Kaufe unser Telefon und die Strafverfolgungsbehörden werden selbst bei einem rechtsstaatlichen Verfahren niemals Zugriff auf die Daten bekommen.“, erklärte der FBI-Direktor.

Spätestens seit dem NSA-Abhörskandal stehen die großen amerikanischen Technologiekonzerne im Verdacht, zu bereitwillig und umfassend mit den Behörden zusammenzuarbeiten.

In Deutschland kann eine wirksame Verschlüsselung Ermittlungsbehörden tatsächlich davon abhalten, Zugriff auf eventuell belastendes Material zu erhalten. Das Schweigerecht für Beschuldigte ist umfassend, die Unschuldsvermutung gilt auch in Bezug auf eine Verschlüsselung. In den USA dagegen ist die Anordnung zur Herausgabe von Passwörtern denkbar, in Großbritannien gab es bereits 2009 die erste Beugehaft, aktuell sitzt ein 22-jähriger Student für sechs Monate in Haft.