5/6 Dragon Age: Inquisition im Test : Der Skyrim-Effekt und seine Folgen

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Ein Kampfsystem für alle Geschmäcker

Ein großer Kritikpunkt an „Dragon Age 2“ war wie Eingangs erwähnt das Kampfsystem, das vielen Rollenspielfreunden viel zu actionlastig ausfiel. In dieser Hinsicht setzt BioWare noch einen drauf: DAI spielt sich wie ein klassisches „hack 'n' slay“, bei dem es auf Kombos und Schnellligkeit und nicht auf Timing und Blocken ankommt.

Dragon Age: Inquisition – Das Kampfsystem

Als Zugeständnis an die Strategen hält darüber hinaus auch ein Taktikmodus Einzug. In diesem können aus der Vogelperspektive für die Gruppe Laufwege und Angriffsziele festgelegt werden, was im normalen Schwierigkeitsgrad ein nettes Gimmick für all jene ist, die nicht nur stumpf prügeln möchten. In den höheren Schwierigkeitsgraden wird eine solche Vorgehensweise zur Pflicht. Zumindest in fordernderen Kämpfen gilt andernfalls: Keine oder eine schlechte Planung führt schnell dazu, dass der letzte Spielstand geladen werden muss.

Grundsätzlich lässt sich auch wieder rudimentär das Verhalten der Mitstreiter einstellen. In einem eigenen Menü kann der Spieler für jedes Gruppenmitglied festlegen, inwieweit es seine Mana- bzw. Ausdauerreserven verwenden, wann es einen Heiltrank einnehmen und welche der verfügbaren Fähigkeiten es einsetzen soll. Auch diese Funktion kann über den Erfolg entscheiden und lädt so auch aufgrund der hohen Anzahl potentieller Begleiter zu einigem Ausprobieren und Tüfteln ein.

Simple Charakterentwicklung

Ein weiterer Kritikpunkt am Vorgänger, eine zu simple Charakterentwicklung, hat BioWare offenbar nicht direkt zum Handeln veranlasst. So ist zu erklären, dass die Fähigkeitenbäume auch in DAI vergleichsweise einfach ausfallen: Jede der grundlegenden Klassen Schurke, Magier und Krieger verfügt über vier Spezialisierungen, die mit eigenen „Skilltrees“ versehen sind.

Viel falsch kann der Spieler dabei nicht machen. Dadurch, dass theoretisch alle vier Bäume auf die ein oder andere Weise kombiniert werden können, lassen sich immerhin auf den eigenen Kampfstil angepasste Fähigkeiten zusammenstellen. Dies gilt nicht nur für den Helden, sondern auch für die Mitstreiter, wobei Klassenspezialisierungen automatisch erfolgen.

Multiplayer

Wer nach dem tatsächlich rund 100 Stunden langen Trip durch Thedas noch immer Lust auf DAI verspürt, kann sich erstmals auch an einem Koop-Multiplayer versuchen. Mit bis zu drei Mitstreitern können dabei Missionen bestritten werden, die in zunächst drei Kampagnen mit zufällig generierten Karten organisiert sind. Dazu stehen zwölf Charaktere bereit, die bis maximal Level 20 entwickelt werden können. Ein Zusammenhang zur Kampagne besteht dabei abgesehen vom allgemeinen Rahmen nicht.

Dragon Age: Inquisition – Multiplayer

Gute Grafik, kleine Bugs

Dieser Test basiert auf der PlayStation-4-Version, da EA die PC-Ausgabe erst zur Veröffentlichung bereitstellen kann. Eindrücke zur technischen Umsetzung am PC werden wir aus diesem Grund nachreichen, wobei es insbesondere um den Hardware-Hunger der PC-Version gehen wird.

Auf Grundlage der PS4-Version lässt sich aktuell sagen: DAI sieht auf der Konsole gut aus, hat aber noch mit einigen nervigen Bugs zu kämpfen.

Zu diesen gehören in erster Linie Grafikfehler: Immer wieder stolperten wir über Clippingfehler, aufpoppende Texturen und feststeckende NPCs. Hinzu kommen merkliche Framedrops, die sich sowohl in Videosequenzen als auch in Spielsituationen mit vielen Gegnern oder besonders weitem Blick bemerkbar machen. Ärgerlich sind auch Momente, in denen das Dialogsystem einfriert oder nur noch funktioniert, wenn man vor jeder Antwort den Schnellzugriff auf das Inventar öffnet. Auch wenn der Spielspaß von all dem nicht getrübt wird, ist zu hoffen, dass BioWare und EA hier schnell nachbessern und viele Probleme mit einem Patch ausmerzen werden.

Sound- und Sprachumsetzung gehen in Ordnung. Bei der für die Dialoge so wichtigen Synchronisation hat man es mit einer breiten Güte an Sprechern zu tun: Während die meisten Charaktere ordentlich vertont sind, fällt die Qualität schon bei einigen Plotteilnehmern, die nur wenige Auftritte haben, merklich ab.

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