Catalyst Omega im Test : Natives Downsampling von AMD und Nvidia im Vergleich

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Catalyst Omega im Test: Natives Downsampling von AMD und Nvidia im Vergleich

Dass ein Hersteller die Presse zwei Wochen vor der Veröffentlichung eines neuen Treibers unter Verschwiegenheit informiert, weil es „derart wichtige Neuerungen“ gibt, ist selten. AMD hat diesen Weg für den neuesten Catalyst-Treiber gewählt und der Version mit der Bezeichnung Catalyst Omega zugleich einen Namen abseits des üblichen Schemas verpasst.

Aus den vielen Neuerungen sticht eine besonders hervor: Virtual Super Resolution (VSR). Nur drei Monate nach Vorstellung der GeForce GTX 980 und GTX 970 mit dem nativen Downsampling Dynamic Super Resolution (DSR) liefert AMD mit Omega das technische Gegenstück.

Darüber hinaus attestiert AMD dem Treiber eine höhere Geschwindigkeit, weniger Mikroruckler, eine bessere Qualität bei der Videowiedergabe und weitere Neuerungen. Ob der Catalyst Omega hält, was er verspricht, klärt ComputerBase im ausführlichen Test.

Der Catalyst Omega

Bei dem der Presse zur Verfügung gestellten Catalyst Omega RC handelt es sich um einen Release Candidate, der in dieser oder leicht fehlerbereinigter Form zum Download bereit gestellt werden soll (Update: Download). Der Treiber trägt die Versionsnummer 14.501-141112a-177751E und wurde am 12. November fertig gestellt. Ab der Radeon-HD-5000-Serie werden sämtliche AMD-Grafikkarten inklusive der mobilen Ableger unterstützt. Die Software ist offiziell mit Windows 7 sowie Windows 8.1 kompatibel. Windows Vista sollte jedoch ebenso funktionieren.

Virtual Super Resolution (Downsampling)

Bei AMDs Virtual Super Resolution handelt es sich um dieselbe Technik wie bei Nvidias Dynamic Super Resolution. Die Grafikkarte berechnet die Frames in einer höheren Auflösung als der Monitor nativ darstellen kann und rechnet diese für die Bildausgabe auf die native Auflösung wieder herunter. Im Fachjargon hört dieser Vorgang auf die Bezeichnung Downsampling. Dadurch entsteht der Effekt eines (Ordered Grid) Super-Sampling-Anti-Aliasing, das die Qualität des gesamten Bildes verbessert.

Um VSR zu aktivieren, ist ein einziger Klick im Catalyst Control Center nötig: Im Reiter „My Digital Flat-Panels“ im Feld „Properties“ findet sich unter „Image Scaling Preferences“ die Option „Enable virtual super resolution“, die per Häkchen an- und abgeschaltet werden kann. Die höheren Auflösungen stehen fortan im Windows-Desktop und in 3D-Programmen zur Verfügung.

AMD Virtual Super Resolution
AMD Virtual Super Resolution

Bei der Kompatibilität und Konfiguration ist VSR Nvidias Lösung zum Start noch unterlegen. So funktioniert VSR aktuell einzig auf der Radeon R9 295X2, Radeon R9 290X, Radeon R9 290 und der Radeon R9 285. Alle anderen Grafikkarten werden nicht unterstützt, wobei AMD weitere Modelle zur Zeit evaluiert – ab der Radeon R7 260 soll im Laufe des ersten Quartals 2015 VSR verfügbar sein. Nvidias DSR unterstützt unabhängig von der Monitorauflösung die Faktoren 1.20×, 1.50×, 1.78×, 2.00×, 2.25×, 3.0× sowie 4.0×, die je nach Wunsch hinzu geschaltet werden können. Bei VSR gibt es dagegen nur die Möglichkeit, Downsampling an- und abzuschalten – ganz oder gar nicht. Und die einsetzbaren Auflösungen sind auch deutlich begrenzter.

Auf einem Monitor mit der Auflösung von 1.920 × 1.080 sind zum Beispiel nur die Auflösungen 2.560 × 1.440, 3.200 × 1.800 sowie 3.840 × 2.160 auswählbar. Und das auch nur auf der Radeon R9 285. Auf den anderen Radeon-Karten fehlt die Ultra-HD-Auflösung. Auf Nachfrage verriet AMD, dass die GPUs mit unterschiedlichen „Hardware Scalern“, die für das Downsampling genutzt werden, ausgestattet sind. Und offenbar ist nur die neuste Ausbaustufe der Tonga-GPU (R9 285) dazu in der Lage, von 3.840 × 2.160 auf 1.920 × 1.080 herunter zu skalieren. Wer ein Display mit einer höheren Auflösung von 2.560 × 1.440 hat, kann nur auf die Auflösung 3.200 × 1.800 zugreifen – 3.840 × 2.160 ist nicht möglich. Bei einem Ultra-HD-Monitor gibt es dann gar kein VSR mehr. Letzteres ist jedoch verschmerzbar.

VSR-Auflösungen bei einem Full-HD-Monitor mit Catalyst Omega
2.560 × 1.440 3.200 × 1.800 3.840 × 2.160
AMD Radeon R9 295X2 X
AMD Radeon R9 290(X) X
AMD Radeon R9 285
Alle anderen Radeon-Karten X X X
VSR-Auflösungen bei einem 2.560-×-1.440-Monitor mit Catalyst Omega
3.200 × 1.800 3.840 × 2.160 5.120 × 2.880
AMD Radeon R9 295X2 X X
AMD Radeon R9 290(X) X X
AMD Radeon R9 285 X X
Alle anderen Radeon-Karten X X X

AMD nutzt, anders als Nvidia, zum Zusammenrechnen der einzelnen Bilder einen simplen bilinearen Filter, während Nvidias DSR-Implementierung einen konfigurierbaren Gaussian-Blur-Filter nutzt. Letzterer hat den Vorteil, Bildflimmern besser bekämpfen zu können, doch verliert das Bild automatisch ein wenig an Schärfe. Der von AMD eingesetzte bilineare Filter hat nicht mit diesem Problem zu kämpfen, dafür kann dieser jedoch nicht gegen das Flimmern angehen. Dies ist ausschließlich durch die höhere Auflösung möglich.

VSR – Treibermenü im Catalyst Control Center
VSR – Treibermenü im Catalyst Control Center
VSR im Windows-Desktop
VSR im Windows-Desktop

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