2/3 Xperia Z3 Tablet Compact im Test : Sonys wasserdichter Markteintritt bei 8 Zoll

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Performance

Gegenüber dem Xperia Z2 Tablet hat Sony nur moderat an der Hardware-Schraube gedreht. Angesichts des schmalen Gehäuses ist die Bestückung mit Qualcomms Snapdragon 801 aber keine schlechte Wahl: Dem SoC bleibt genug Platz, um die Abwärme unter Last abzuführen, so dass das Tablet auch bei anspruchsvollen 3D-Aufgaben nicht übermäßig heiß wird.

Getaktet ist das SoC mit bis zu 2,46 Gigahertz, ein kleiner Sprung von 200 Megahertz gegenüber dem Xperia Z2 Tablet. Für die Grafik kommt weiterhin eine Adreno 330 zum Einsatz. Diese gegenüber aktuellen Vertretern wie Nvidias Tegra K1 bereits etwas ältere GPU kann in Sachen Performance auch heute noch gut mithalten. Zwar ziehen Tablets wie Nvidias Shield Tablet drastisch am Z3 Tablet Compact vorbei, mit gut 18.000 Punkten im Ice Storm Unlimited des aktuellen 3DMarks ist die Leistung aber weiterhin hoch.

Diese Beobachtung lässt sich durch alle Grafiktests hindurch halten: Nvidias Tegra K1 im Shield Tablet zieht davon, im Alltag reicht die Leistung des Snapdragon 801 aber noch vollkommen aus. Mit der Full-HD-Auflösung des Z3-Displays ist die Adreno 330 nicht überfordert, Spiele wie Spider-Man oder Real Racing laufen butterweich.

Bei der reinen CPU-Leistung kann sich der Tegra K1 zudem weniger stark von den etablierten SoCs abheben, hier spielt auch das Xperia Z3 Tablet Compact noch gut mit. Die Single- als auch die Multicore-Testergebnisse des Geekbench liegen beim Sony-Tablet auf hohem Niveau, kaum ein Mitbewerber kann sich hier absetzen. Einzig die Javascript-Ergebnisse des SunSpider-Benchmarks fallen enttäuschend aus.

Sony Xperia Z3 Tablet Compact im Test – Android

Im Alltag beweisen sich die guten Testergebnisse: Android läuft rund und flüssig. Gelegentliche Mikroruckler beim Wechsel von Apps zum Scrollen der App-Übersicht sind eher ein Android- als ein Performance-Problem der Hardware. Bei sehr komplex aufgebauten Webseiten oder Seiten mit einem Übermaß an Werbung ruckelt es allerdings auch auf dem kompakten Sony-Tablet etwas.

Dank des mit drei Gigabyte großzügig bemessenen Arbeitsspeichers starten Apps ausreichend flott und bleiben zudem lange im Speicher. Im Alltag hilft der große Speicher durchaus, da sich der Umgang mit dem Tablet deutlich flüssiger anfühlt als bei Modellen mit weniger Arbeitsspeicher.

Als Betriebssystem nutzt Sony Android 4.4.4 sowie eine hauseigene Oberfläche. Diese fügt sich gut in Android ein und erleichtert an einigen Stellen tatsächlich die Bedienung. Zusatz-Tools sorgen für Mehrwert, beispielsweise die Möglichkeit, PS4-Spiele von der Konsole auf das Tablet zu streamen und mit dem PS4-Controller zu bedienen. Einen negativen Einfluss auf die Systemleistung hat Sonys optische Anpassung nicht.

Kamera

Viele Sony-Tablets und Smartphones punkten mit guten Kameras. Auf das Xperia Z3 Tablet Compact trifft das nicht zu. Die Frontkamera mit ihren 2,2 Megapixeln reicht für Videotelefonate und Schnappschüsse zwar aus, die Rückkamera allerdings schwächelt etwas. Zwar bietet sie mit 8,1 Megapixeln eine ausreichend hohe Auflösung, die Bildqualität überzeugt allerdings nicht.

Hauptkamera
Hauptkamera
Frontkamera
Frontkamera
AR-Kameraeffekte
AR-Kameraeffekte

Fotos in Innenräumen sind verrauscht und Farben wirken ausgewaschen. Bei sehr guten Lichtverhältnissen überzeugen die Ergebnisse der Kamera dann zwar, aber nur bei perfektem Licht Fotos schießen zu können, schränkt ein. Generell wirken die Fotos der Primärkamera etwas unscharf und nicht sehr farbtreu. Schnelle Bewegungen liegen der Kamera ebenfalls nicht.

Konnektivität

Auffällig: Sony verzichtet beim Z3 Tablet Compact auf den bisher allgegenwärtigen Infrarot-Port. Auch HDMI ist nicht integriert, hier bleibt nur der Umweg über MHL via USB oder kabellos über Miracast. Ansonsten hat Sony aber nicht gespart: WLAN ist nach 802.11ac vorhanden; Bluetooth 4.0 ist ebenso integriert wie NFC. Das Testmuster verfügt zudem über eine LTE-Schnittstelle, so dass das Tablet auch unterwegs mit Internet versorgt werden kann. Nettes Extra: Das Tablet bietet auch eine Telefoniefunktion und SMS lassen sich versenden.

Die Konnektivität versteckt sich hinter wasserdichten Klappen
Die Konnektivität versteckt sich hinter wasserdichten Klappen

Ebenso wie das Z3-Smartphone lässt sich das Z3 Tablet Compact mittels PS4 Remote Play mit einer PlayStation 4 verbinden. Sind Konsole und Tablet im selben WLAN-Netzwerk angemeldet, lässt sich der Konsoleninhalt auf den Tablet-Bildschirm streamen.

Die WLAN-Reichweite ist im Test mit einer AVM Fritz!Box sehr gut – ein ganzes Einfamilienhaus lässt sich problemlos abdecken. Sony deckt sowohl das 2,4- als auch das 5-GHz-Frequenzband ab, was die Flexibilität im Netzwerk erhöht. Ebenfalls vorbildlich agiert das integrierte A-GPS-Modul, das auch in geschlossenen Räumen schnell Verbindung zu einer ausreichenden Menge an Satelliten aufnimmt.

Laufzeiten

So handlich und leicht das Tablet auch ist, beim Akku ist Sony Kompromisse eingegangen. Der Energiespender bietet eine Nennladung von nur 4.500 mAh. Für eine höhere Laufzeit hätte so manch potentieller Kunde über ein ein oder zwei Millimeter höheres Gehäuse hinwegsehen können. Im Video-Dauertest beim Abspielen eines YouTube-Videos in 720p über WLAN bei einer Helligkeit von 200 cd/m² hält der Akku etwa sechseinhalb Stunden, ein befriedigender, aber nicht überragender Wert. Bei voller Display-Helligkeit schmilzt die Kapazität des Xperia Z3 Tablet Compact deutlich schneller dahin. Im Browser-Test, gemessen mit dem Peacekeeper-Akkutest, sind es noch etwa sechs Stunden – weit entfernt von dem Xperia Z2 Tablet, welches auf 7:18 Stunden kommt.

Die Ergebnisse sind zwar nicht schlecht, ein derart mobiles Gerät wäre mit einem etwas ausdauernderen Akku jedoch noch empfehlenswerter. Ärgerlich ist allerdings die lange Ladezeit des Energiespenders: Gut vier Stunden muss gewartet werden, bis das Tablet wieder voll geladen ist – bei ausgeschaltetem Gerät wohlgemerkt. Wird das Tablet geladen, während es noch eingeschaltet ist, verlängert sich der Ladevorgang um eine gute Stunde. Ein Umstand, der wohl hauptsächlich dem nur acht Watt schwachen Ladegerät geschuldet ist. Ein Ladegerät mit höherer Ausgangsleistung beschleunigt den Ladevorgang des ausgeschalteten Gerätes auf drei Stunden.

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