3/3 Steam Machines im Test : Alienware und Zotac wagen Konsolen „inspired by Valve“

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Moderate Lautstärke auch unter Last

Im Leerlauf unter SteamOS zahlt sich die gute Abschirmung der HDD in der Steam Machine von Alienware aus. In der Steam Machine von Zotac ist das Laufwerk vom selben Typ in einer Entfernung von 30 Zentimetern vom Deckel nicht nur hörbar sondern auch messbar deutlich wahrnehmbarer. Lüfter lassen sich bei beiden PC-Konsolen im Leerlauf nicht vernehmen.

Unter Last auf CPU und GPU tritt bei beiden Systemen die Festplatte in den Hintergrund, die Kühlsysteme werden deutlich wahrnehmbar. Mit jeweils 38 Dezibel bleiben Alienware und Zotac allerdings weit davon entfernt unangenehm aufzufallen, solange Spiele nicht ohne Ton wiedergegeben werden.

Unterschiede gibt es hingegen bei isolierter Last auf der CPU: In diesem Fall bleibt das Kühlsystem der Variante von Zotac mit Skylake lautlos, die Lüfter in der Steam Machine von Alienware mit dem schnelleren Haswell-Core-i7 drehen hingegen hörbar auf.

Lautstärke
Angaben in dB(A)
  • SteamOS (Übersicht):
    • Alienware Steam Machine
      30,0
    • Zotac Zbox NEN SN970
      32,0
  • Last (Metro: Last Light):
    • Alienware Steam Machine
      38,0
    • Zotac Zbox NEN SN970
      38,0

Die Messung der Leistungsaufnahme zeigt, warum die kompaktere Konsole von Alienware so gut bei der Lautstärke mithalten kann: Sowohl im Leerlauf als auch unter Last fällt der Stromverbrauch niedriger aus.

Der Mehrverbrauch der Zbox NEN SN970 unter Last überrascht in Anbetracht der höheren Leistung nicht, im Leerlauf sollten Skylake und Maxwell 2.0 allerdings nicht mehr verbrauchen als Haswell und Maxwell 1.0. Offensichtlich hat die Software hier noch Probleme, das volle Potential zu heben; dazu passt auch, dass der Verbrauch der Steam Machine von Zotac reproduzierbar für längere Zeit auf fast 50 Watt im Leerlauf steigt, ohne dass Hintergrundaktivitäten dafür verantwortlich zu machen sind.

Leistungsaufnahme
Angaben in Watt (W)
  • SteamOS (Übersicht):
    • Alienware Steam Machine
      29,0
    • Zotac Zbox NEN SN970
      34,0
  • Last (Metro: Last Light):
    • Alienware Steam Machine
      73,0
    • Zotac Zbox NEN SN970
      90,0

Fazit

Das Angebot an Steam Machines zum offiziellen Start der Plattform ist in Sachen Quantität eine Enttäuschung. Von den vor anderthalb Jahren angekündigten Systemen sind absehbar nur die Alienware Steam Machine (vormals Alienware Alpha) und die Zotac Zbox NEN SN970 Steam Machine verfügbar. In Bezug auf die Qualität haben es damit aber zwei der interessanten Vertreter unter den Ankündigungen zur Marktreife gebracht.

Die Alienware Steam Machine kommt Valves Vision von einer Konsole auf Basis von SteamOS am nächsten. Das kompakte Gehäuse im einzigartigen Design ist zweifelsohne ein Aushängeschild, die Kühlung der Komponenten in den beengten Verhältnissen gut umgesetzt. Die Integration des USB-Dongles für den Controller im Gehäuse und die Möglichkeit, die LEDs an Steam-Logo und Alienware-Emblem den eigenen Wünschen anzupassen, sind clevere Lösungen im Detail. Viel Rechenleistung bietet die kompakte Box im Verhältnis zu gleich teuren PC-Systemen hingegen nicht.

Da bietet Zotac mit der Zbox NEN SN970 schon die potentere Steam Machine. Weil sie mit einem bekannten Gehäuse mehr PC denn Konsole ist, bietet diese Variante darüber hinaus mehr Eigenschaften eines klassischen PCs wie mehr Anschlüsse und den zusätzlichen M.2-Slot. Die Kühlung überzeugt im 18 Prozent größeren Gehäuse trotz messbarem Mehrverbrauch ebenfalls, die HDD hätte Zotac aber besser abschirmen sollen.

Die ersten zwei Steam Machines am Markt
Die ersten zwei Steam Machines am Markt

In Summe sind beide Systeme kostspielig, aber gut. Wer der Idee einer PC-Konsole im Wohnzimmer verfallen ist, findet die derzeit eleganteste Lösung dennoch bei Alienware. Mehr Leistung im immer noch kompakten Design gibt es hingegen bei Zotac. Umfangreich aufrüsten lassen sich beide, nur nicht bei der GPU.

Die bereits im Oktober aufgeworfene Frage nach dem Für und Wider von Steam Machines soll an dieser Stelle nicht erneut aufgeworfen werden. Auch unabhängig des Betriebssystems sind die Alienware Steam Machine (mit Windows: Alpha) und die Zotac Zbox NEN SN970 Steam Machine interessante Kleinst-PCs zum gehobenen Preis – auch unter Windows.

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