4/5 BlackBerry Priv im Test : Eine neue Hoffnung mit Android und Tastatur

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Kamera

BlackBerry Priv im Test
BlackBerry Priv im Test

Das neue BlackBerry Priv ist mit einer aus sechs Elementen bestehenden Optik vom renommierten Hersteller Schneider-Kreuznach ausgestattet und hat eine Lichtstärke von f/2,2 vorzuweisen. Für die Bildaufnahme kommt ein 1/2.4" kleiner Sensor zum Einsatz, der mit 18 Megapixel versehen ist und Fotos standardmäßig im Format 4:3 aufnimmt. Andere Bildformate sind zwar ebenfalls wählbar, gehen jedoch mit einer Reduktion der maximalen Auflösung einher. Die Frontkamera bringt 2 Megapixel Auflösung mit.

Mit einer zu Kleinbild äquivalenten Brennweite von 27 mm ist das BlackBerry Priv nicht so weitwinklig wie die meisten rückwärtigen Kameras der Konkurrenz. Dafür ist es mit einem optischen Bildstabilisator und einem zweifarbigen Dual-LED-Blitz ausgestattet. Letzterer soll durch den Blitz aufgehellte Bilder natürlicher aussehen lassen. Tagsüber weiß das BlackBerry Priv durch realitätsnahe und angemessen gesättigte Farben zu gefallen. Die 18 Megapixel werden durch die Optik erwartungsgemäß gut und über das gesamte Bild gleichmäßig scharf aufgelöst. Sowohl beim Weißabgleich als auch bei der Belichtungsmessung erlaubt sich das Priv keine Ausrutscher.

BlackBerry Priv im Test – Kamera

Auch wenn der Sensor des neuen BlackBerrys einen bei niedrigen Empfindlichkeiten für Smartphones verhältnismäßig hohen Dynamikumfang hat, werden zu dunkle Bereiche in den Bildern wenn überhaupt nur schwach nachträglich im internen Bildbearbeitungsprozess aufgehellt. Hier verschenkt BlackBerry definitiv Potential. Im Praxistest stellen Umgebungen mit Kunstlicht das Priv vor keine großen Herausforderung, wenn es darum geht, den passenden Weißabgleich zu ermitteln. Das Sensorrauschen hält sich bestenfalls in Grenzen und das Detaillevel ist noch gut.

Bei einer abendlichen Stadttour erreicht das BlackBerry Priv dann nur noch akzeptable Leistungen. Mit Empfindlichkeiten um ISO 400 geht bereits merklich Schärfe verloren, sämtliche Texturen wirken leicht verwaschen. Bei sehr hohen Empfindlichkeiten in Umgebungen mit wenig Licht ist mit sichtbaren Farbartefakten in den Farben Cyan und Magenta zu rechnen. Der zweifarbige Dual-LED-Blitz erfüllt seine Aufgabe zumindest hinsichtlich der Farbtemperatur gut. Die meisten Blitze haben ein kühles Licht, das Priv schafft es jedoch Aufnahmen mit wärmerem Blitzlicht auszuleuchten. Auch ist der Dual-LED-Blitz etwas kräftiger und erreicht selbst Objekte in mehreren Metern Entfernung.

Kamera-App
Kamera-App

Mit dem BlackBerry Priv gelingen am Tag gute bis sehr gute Fotos. Einzig bei der Aufhellung zu dunkler Bildpartien besteht Nachholbedarf, um die Kamera des neuen BlackBerrys zu einem guten Begleiter zu machen. In der Nacht erreicht das Priv allerdings nur noch eine bestenfalls mäßige Qualität, was der Kombination eines kleinen 1/2.4" Sensors mit einer Auflösung von 18 Megapixel geschuldet ist.

Auffällig war gerade bei schwachem Licht eine oft vergleichsweise lange Auslösezeit. Bereits bei Kunstlicht dauert es teilweise mehrere Sekunden, bis die Kamera für ein neues Foto einsatzbereit war.

Konnektivität

Das Priv kann einen umfangreichen Schnittstellenumfang vorweisen: Dank Snapdragon 808 gibt es LTE mit theoretisch bis zu 450 Mbit/s im Down- und 50 Mbit/s im Upstream, hinzukommen WLAN ac, NFC, USB On-The-Go, SlimPort, Bluetooth 4.1 und GPS/GLONASS. Daten werden per Micro-USB 2.0 übertragen – hier sind aktuelle Flaggschiffe anderer Hersteller wie das Nexus 6P oder das Lumia 950 (XL) bereits mit verdrehsicherem USB Typ C unterwegs. Dieser fehlt beim BlackBerry-Flaggschiff aber Ende 2015 noch. In der europäischen Version nicht verfügbar ist drahtloses Laden. Der 32 Gigabyte bemessene interne Speicher ist per microSD um bis zu zwei Terabyte erweiterbar.

Im Netz von O2 im Ruhrgebiet und in Düsseldorf überzeugte das BlackBerry Priv als solider Begleiter ohne Abbrüche bei Telefonie oder mobilem Internet. Problemquellen waren einzig U-Bahn-Schächte oder schnelle Fahrten im Zug oder auf der Autobahn. Auch die Ortung per GPS erfolgte zuverlässig und präzise im Zusammenspiel mit dem Mobilfunknetz. Der am unterhalb des Displays positionierte Lautsprecher bietet ein für Navigation und Telefonie ordentliches Klangbild.

BlackBerry Priv im Test
BlackBerry Priv im Test

Laufzeiten

BlackBerry gibt für den fest verbauten Akku mit 3.410 mAh Nennladung eine Laufzeit von bis zu 25 Stunden „bei starker Nutzung“ an, die laut Hersteller auf der durchschnittlichen Nutzung aller Funktionen basiert. Im Alltagseinsatz mit der Nutzung von mobilem Internet, Messengern, sozialen Netzwerken, mehreren E-Mail-Konten und etwas Telefonie schafft das Priv einen Tag, bei gemäßigter Nutzung auch mehr. Bei stärkerer Beanspruchung sollte das Telefon aber sicherheitshalber jeden Abend an die Steckdose. Das Smartphone unterstützt Quick Charge für schnelles Aufladen, ein passendes Netzteil liefern die Kanadier aber nicht mit. Das im Lieferumfang beigelegte Netzteil hat es nicht sehr eilig und braucht knapp über zwei Stunden für eine volle Aufladung.

Im Video-Dauertest erreicht das Priv nur knapp sechs Stunden und reiht sich daher im unteren Drittel der Messungen ein, im PCMark steht mit fast sieben Stunden ein deutlich besseres Ergebnis auf der Uhr.

BlackBerry Priv im Test
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