4/6 Xperia X Performance im Test : Das Beste von Sony kommt zum Schluss

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Keine Kompromisse bei der Leistung

Anders als das nur 100 Euro (UVP) günstigere Xperia X setzt Sonys Flaggschiff auf High-End-Hardware unter der Haube. Der Snapdragon 820 von Qualcomm wird in 14 nm gefertigt und bietet vier Kryo-Kerne, die sich auf zwei Cluster mit jeweils zwei Kernen aufteilen. Das stärkere Cluster taktet dabei mit bis zu 2,15 GHz, das schwächere mit bis zu 1,59 GHz. Anders als die Konkurrenz bietet Sony mit 3 GByte Arbeitsspeicher vergleichsweise wenig, die Mitbewerber setzen mittlerweile auf 4 GByte oder mehr.

Die hohe Leistungsfähigkeit des Chips ist bereits von anderen Geräten wie dem LG G5 oder dem HTC 10 bekannt. Dadurch ist das Smartphone auch für anspruchsvolle Aufgaben gerüstet. Das X Performance navigiert zügig und reaktionsfreudig durch Menüs und Apps, und auch der Wechsel zwischen offenen Apps erfolgt schnell. Ruckler oder Hänger sind im Betrieb nicht auszumachen. Die GPU-Leistung der Adreno 530 ist ebenfalls hoch, wodurch auch aufwendige 3D-Spiele ohne Einschränkungen genutzt werden können. Anders als beim Xperia X, das auf einen Snapdragon 650 aus der oberen Mittelklasse setzt, geht Sony bei der Leistung keine Kompromisse mehr ein.

Der Name ist Programm

Auch in synthetischen Messungen spielt das X Performance seine Muskeln aus und platziert sich erwartungsgemäß im Spitzenfeld der Ergebnisse, kann aber nicht an den anderen Modellen mit Snapdragon 820 vorbeiziehen. Die Kryo-Kerne bieten sowohl bei der Betrachtung der einzelnen als auch aller Kerne eine hohe Leistung. Besonders die Grafikleistung legt im Vergleich zu schwächeren Chips von Qualcomm deutlich zu.

Im Vergleich zur Xperia-Z5-Reihe, die noch auf den Vorgänger Snapdragon 810 setzt, kann sich das X Performance vor allen Dingen im Alltag absetzen. Die Wärmeentwicklung des SoCs ist deutlich geringer, vor allem bei kurzen Lastspitzen. Das Flaggschiff kann sich mit der gesteigerten Leistungsfähigkeit deutlich von den ehemaligen Topmodellen distanzieren. Dies gelingt dem schwächeren Xperia X nicht.

Leichtfüßige Benutzeroberfläche

Der hohen Leistungsfähigkeit spielt im Alltag auch die schlanke Oberfläche von Sony in die Karten. Das zugrundeliegende Android 6.0.1 mit Sicherheitspatch-Ebene von April 2016 verändert Sony in erster Linie optisch sowie mit zusätzlichen Anwendungen. Die Optik lässt sich derweil durch Themes an den eigenen Geschmack anpassen. Der sehr minimalistische App-Drawer bietet nun eine Seite für eine Suche mit App-Vorschlägen, die auch mit einem Wisch nach unten auf dem Homescreen aufgerufen werden kann, was an Apples iOS erinnert.

Struktur von Google, Apps von Sony und Dritten

Der Aufbau erinnert durch die wenigen Änderungen an den Google Now Launcher, wodurch die Oberfläche klar strukturiert und konsequent ist. Die Einstellungen oder die Schnellzugriffe sind durch eigene Inhalte ergänzt, decken sich aber beim Aufbau mit Stock-Android. Anstatt über den linken Homescreen öffnet sich der Assistent Google Now hingegen durch langes Drücken auf den Home-Button.

Statt der ehemaligen Xperia-Tastatur vertraut Sony auf das mittlerweile zu Microsoft gehörende Unternehmen SwiftKey. Weitere Software-Ergänzungen sind unter anderem Kobo eBooks, AVG, Sky Go sowie eigene Sony-Dienste. Diese lassen sich vom Nutzer aber nicht deinstallieren, nur eine Deaktivierung ist möglich. Daneben werden nicht alle Apps über den Google Play Store, sondern manche (aber nicht alle) Apps von Sony über die Telefoneinstellungen aktualisiert. So müssen Anwender in manchen Fällen Apps aus zwei Quellen aktualisieren, die sie nicht einfach entfernen können.

Schneller Fingerabdrucksensor in guter Position

Sony Xperia X Performance – Software
Sony Xperia X Performance – Software

Der Fingerabdrucksensor im Einschalter kann in wenigen Schritten eingerichtet werden. Die Erkennung der Finger funktioniert zuverlässig und schnell, durch die sinnvolle Positionierung lässt sich das Smartphone ohne großen Aufwand entsperren. Der Fingerabdrucksensor funktioniert aber nicht aus dem Standby heraus, das Smartphone muss vorher über den Einschalter geweckt werden. Soll nur der Sperrbildschirm gezeigt werden, kann das Smartphone auch optional mit einem Doppeltipp aufs Display eingeschaltet werden – wieder ausgeschaltet hingegen nicht.

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