5/5 PowerColor Devil Box im Test : Aus dem Ultrabook mit TB3 wird ein Gaming-PC

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Frametimes

Leiden Frametimes unter der externen Anbindung? Eine definitive Aussage lässt sich anhand der Messwerte schwer treffen. Ja, manchmal sind die Frametimes schlechter. So zum Beispiel in The Witcher 3, das von Zeit zu Zeit messbare Schwankungen aufweist.

Anders sieht es jedoch in Call of Duty: Black Ops III aus: Das liefert gar bessere Frametimes als mit der im Notebook integrierten GeForce GTX 1070. Assassin's Creed Syndicate ist dann ein Fall, wo mal die eine und mal die andere Lösung besser abschneidet. Einen Gewinner und Verlierer gibt es also selbst in den Messwerten nicht. Anfühlen tut sich beides gleich.

Fazit

Die neuen externen Grafikboxen auf Basis von Thunderbolt 3 sind die ersten ihrer Art, die die Chance haben, sich am Markt zu etablieren. Zum einen sind sie schnell genug: Wer auf ein Zweitgerät wie einen Desktop-Rechner oder ein Gaming-Notebook verzichten möchte, muss mit den externen Boxen und damit auch der PowerColor Devil Box nicht auf moderne AAA-Spiele, Full HD und hohe Detailstufen verzichten – die Ergebnisse mit dem Dell XPS 13 verdeutlichen das. Zum anderen wird Thunderbolt 3 in der Verbreitung nur noch weiter zunehmen und der externe Kasten ist bei der Neuanschaffung des Notebooks nicht zwangsläufig obsolet.

AAA-Titel sind trotz Leistungsverlust auf Ultrabooks spielbar

Ohne Leistungsverlust kommt allerdings auch diese Lösung nicht aus, vier Mal PCIe 3.0 extern bleiben sechzehn Mal PCIe 3.0 intern in vielen Titeln deutlich unterlegen. In niedrigen Auflösungen wie 1.920 × 1.080 gehen rund 25 Prozent verloren, in höheren ist es etwas weniger. Und wer die Devil Box an einem Ultrabook mit CPU der U-Klasse und damit nur zwei Kernen betreibt, büßt je nach Spiel weiter an Leistung gegenüber Gaming-PC oder Gaming-Notebook ein.

Nichtsdestoweniger bleibt eine Radeon RX 480 oder eine GeForce GTX 1060 in der Devil Box bei weitem schneller als alle Grafikeinheiten in Ultrabooks: 9 FPS bei niedrigen Details mit iGPU stehen in Ashes of the Singularity 33 FPS bei maximalen Details mit Devil Box gegenüber. Und mit High-End-Beschleunigern wie einer GeForce GTX 1080 ist selbst Ultra HD kein Fremdwort mehr.

Licht und Schatten bei der Devil Box

Design, Verarbeitung, Anschlüsse oder Platz für eine SSD: Die PowerColor Devil Box weiß in vielerlei Hinsicht zu gefallen. Die Geräuschkulisse ohne Verbindung zum Notebook sowie im Leerlauf unter Windows (respektive als reine Dockingstation) und die Softwareprobleme auf einem der beiden Notebooks trüben hingegen das Bild. Dass die Lüfter niemals stillstehen, ist dabei eindeutig PowerColor zuzuschieben, warum die Devil Box auf einem der beiden zum Test genutzten Notebooks beim Einsatz einer angeschlossenen Maus oder der Wiedergabe des Spiels auf dem Display des Notebooks Probleme bereitet, bleibt hingegen offen.

Eine weitere Einschränkung ist wiederum dem verwendeten Schnittstellenstandard geschuldet: Mehr als 50 Zentimeter sind für Thunderbolt 3 mit 40 Gbit/s nicht zertifiziert. Darüber fällt die Bandbreite auf 20 Gbit/s zurück. Weil der Stecker an der Rückseite der Devil Box liegt, muss das Gehäuse in der Regel direkt neben dem Notebook stehen.

Ultrabook + Grafikkarte + 419 Euro

PowerColor wird die Devil Box in geringer Stückzahl für 419 Euro (379 US-Dollar vor Steuern) exklusiv beim Online-Shop Mindfactory zum Verkauf anbieten. Das sind 120 US-Dollar weniger, als Razer für das Core verlangt; in Deutschland gibt es das bisher aber nicht.

Fazit: Wer zu Hause weder einen Desktop-PC stehen, noch alternativ ein Spielenotebook nutzen möchte, der kann die Anschaffung eines externen Gehäuses mit Thunderbolt 3 in Erwägung ziehen. Der Leistungsgewinn ist potentiell enorm. Im Fall der PowerColor Devil Box gilt es aber mit den angesprochenen Schwachstellen zu leben. Das Razer Core wird ComputerBase einem Test unterziehen, sobald es in Deutschland vergübar ist.

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