Günstige Tablets im Test: Fire HD 8, 80 Oxygen und Galaxy Tab A im Vergleich 4/6

Michael Schäfer 39 Kommentare

Spielen

Neben den alltäglichen Aufgaben darf der Spaß natürlich auch bei kleinen Tablets nicht zu kurz kommen; dafür steht dem Nutzer bei allen drei Vertretern beziehungsweise auf beiden Plattformen eine große Anzahl von Spielen bereit. Auch wenn der Anwender bei Googles Play Store eine größere Auswahl vorfindet, kommt er auch auf dem Fire HD auf seine Kosten.

Große Unterschiede in Darstellung und Stromhunger

Die Ausgabequalität der Spiele fällt dabei nicht selten unterschiedlich aus, denn während Casual-Games auf allen drei Tablets in gleicher Darstellungsqualität ausgegeben werden, gehen diese bei anspruchsvollen 3D-Spielen sowohl in Darstellung als auch in Laufzeiten unterschiedliche Wege: So kommt auf dem Fire HD 8 bei „Real Racing 3“ die größte Spielfreude auf; die Detaildarstellung ist gut, auch wenn diese erwartungsgemäß nicht gänzlich mit hochpreisigen Tabets mithalten kann. Dafür wartet das System mit einer hohen Framerate auf, welche eine flüssige Darstellung erlaubt; die Stereo-Lautsprecher steuern ihren Teil zum Spielerlebnis bei. Der Akkuverbrauch beträgt dabei rund 30 Prozent pro Stunde. Den gleichen Energieverbrauch weist das 80 Oxygen auf, jedoch bei einer deutlich schlechteren Darstellungsqualität. Wer meint, aufgrund des Full-HD-Displays eine besonders gute Darstellung der Details geliefert zu bekommen, sieht sich enttäuscht: Die gerenderten Bilder erscheinen pixeliger und die Framerate geht deutlich in den Keller – eine flüssige Ausgabe sieht anders aus.

Mit einer besseren Darstellung und einer höheren Framerate und somit einer flüssigeren Ausgabe als das 80 Oxygen positioniert sich das Galaxy Tab A 2016 zwischen den beiden Kontrahenten. Trotz des kleineren Akkus erlaubt dies eine Spielzeit von fünfeinhalb Stunden.

Bei Casual-Games machen alle drei Aspiranten eine gute Figur, Unterschiede in der Grafik fallen nicht auf. Die dadurch resultierende geringere Prozessorlast schlägt sich zudem in der Laufzeit nieder, auch wenn das Archos-Tablet erneut verfrüht die Segel streichen muss: Bei einem Mix aus verschiedenen Spielen kommt dieses auf lediglich fünf Stunden Spielzeit, das Fire HD 8 setzt sich mit knapp über sieben Stunden schon deutlich ab, das Galaxy Tab A 2016 hält sogar noch eine Stunde länger durch.

Filme

Eine der Hauptverwendungen von Tablets ist bei vielen Nutzern in der Medienwiedergabe zu finden. Während das Galaxy Tab A und das 80 Oxygen mit x264 kodierte Filme in Full HD auch im Profil „High“ und Level 4.1 (welche sehr effizient in Bezug auf die Dateigröße sind, dafür aber wiederum die Hardware mehr fordern) mit Bordmitteln zunächst ruckelfrei wiedergeben kann, muss beim Fire HD 8 nachgeholfen werden. So musste bei der Wiedergabe-App „MX Player“ die Software-Decodierung aktiviert werden, um das Tablet zu einer flüssigen Wiedergabe zu bewegen. Dies geht aber mit einer höheren Prozessorlast und somit mit einem höheren Stromverbrauch einher.

Archos 80 Oxygen erneut mit kürzester Laufzeit

Der Akkuverbrauch gestaltet sich bei den Vertretern bei einer Helligkeit von 200 cd/m² unterschiedlich: Während das Galaxy Tab A fast zehn Stunden Videowiedergabe ermöglicht, streicht das 80 Oxygen nach gerade einmal knapp über vier Stunden die Segel. Oder anders ausgedrückt: Während mit dem Samsung-Tablet ohne Probleme alle drei Teile der Hobbit-Trilogie in der Extended Edition gesehen werden können, kann man auf dem Archos mit Glück gerade noch die Flucht der Zwerge aus dem Reich der Waldelben in „Smaugs Einöde“ verfolgen. In Seestadt wird man jedoch nicht mehr ankommen.

Der Grund für die geringe Laufzeit scheint darin begründet zu sein, dass der Standardplayer die Filme ebenfalls auf Software-Basis decodiert. Wird auch hier der MX-Player verwendet und die Hardware-Decodierung gewählt, laufen HD-Filme zwar nicht mehr ruckelfrei, dafür erhöht sich die Laufzeit auf knapp über sechs Stunden. Wird bei der App dagegen ebenfalls die Software-Ausgabe gewählt, bleibt der Stromverbrauch annähernd gleich.

Von der hohen Auflösung des 80 Oxygen merkt der Nutzer bei dieser Display-Größe erneut nur wenig. In Sachen Schärfe liegen beide Vertreter nahe beieinander, wobei das 80 Oxygen etwas farbkräftiger wirkt, was aber auch auf den bereits erwähnten Grünstich zurückzuführen ist.

80 Oxygen und Fire HD 8 mit unzureichender Hardware-Decodierung

Beim Fire HD 8 wirkt sich, wie bereits befürchtet, die schlechte Hardware-Decodierung ebenfalls auf die Laufzeit aus: Während bei dieser zwar eine Laufzeit von fast elf Stunden erreicht werden kann, bleibt der Filmgenuss aufgrund von ständigen Rucklern auf der Strecke. Wird dagegen auf die Decodierung per Software umgestellt, laufen Filme zwar flüssig, die Dauer der Darbietung verringert sich mit nicht einmal viereinhalb Stunden jedoch mehr als deutlich. Oder um bei dem oben angeführten Beispiel zu bleiben: Während man mit einer Akkuladung bei Chip-Unterstützung nicht nur alle drei Teile des Hobbits in der verlängerten Fassung schauen kann und dazu in der Extended Edition von „Der Herr der Ringe: Die Gefährten“ noch die Hobbits Bruchtal verlassen sieht, können die Zwerge bei der Software-Decodierung mit etwas Glück in „Smaugs Einode“ noch mit Bard zur Mitnahme nach Seestadt verhandeln.

Allgemein bessere Laufzeiten bei Streaming-Diensten

Etwas geringer sieht der Akkuverbrauch bei den im Test zum Einsatz gekommenen Streaming-Diensten Amazon Video und Netflix aus, was vor allem der geringeren Bandbreite des Videostreams und der niedrigeren Prozessorlast beim Decodieren zuzurechnen ist. So erlaubt das Fire HD bei Amazon Video eine Wiedergabe von bis zu elf Stunden, bei Netflix sind es sogar derer vierzehn. Samsung und Archos folgen bereits mit einigem Abstand mit knapp über sieben Stunden beziehungsweise rund acht Stunden beim Galaxy Tab A 2016 sowie fünf Stunden und rund sieben Stunden beim 80 Oxygen.

Auch beim Betrachten von Videos auf YouTube hat das Fire HD 8 die Nase mit zehn Stunden deutlich vorne, mit großem Abstand dahinter das Galaxy Tab A mit knapp über sechs Stunden. Das Schlusslicht bildet erneut das 80 Oxygen mit fast genau fünf Stunden.

Die Displays sind dabei farbfreudig, obwohl das Gefühl aufkommt, dass Amazon beim Fire HD 8 bei der Videowiedergabe die Helligkeit dimmt.

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