Günstige Tablets im Test: Fire HD 8, 80 Oxygen und Galaxy Tab A im Vergleich 2/6

Michael Schäfer 39 Kommentare

Bestandsaufnahme

Bereits ein erster Blick reicht aus, um die Wandlung im Einsteigerbereich zu bestätigen. Verbinden viele Nutzer günstige Tablets mit minderer Fertigungsqualität, werden diese bei den drei Testaspiranten eines Besseren belehrt. Zwar kommen die Tablets nicht so formvollendet und stylish wie ihre großen Brüder daher, dennoch ist die Verarbeitung gut und die Übergänge zwischen den einzelnen Bauteilen sauber. Darüber hinaus weisen sie eine gute Stabilität auf.

Galaxy Tab A 2016, Fire HD 8 und Archos 80 Oxygen im Vergleich
Galaxy Tab A 2016, Fire HD 8 und Archos 80 Oxygen im Vergleich

Bei der technischen Basis gibt es nur geringe Unterschiede: Alle Tablets besitzen einen SoC mit vier Kernen und einer Taktrate von 1,3 Gigahertz, lediglich die Hersteller sind verschieden: Amazon setzt beim Fire HD 8 auf eine nicht näher benannte Einheit, Archos greift auf einen MT8163 von MediaTek zurück, während bei Samsung mit dem Exynos 3475 eine Eigenentwicklung zum Einsatz kommt. Es ist wahrscheinlich, dass im Fire HD 8 auch der MediaTek MT8163 zum Einsatz kommt.

Unterschiede vor allem in den Speichergrößen

Deutliche Unterschiede sind dagegen beim verbauten Speicher zu erkennen: Während sich Samsung mit einem Arbeitsspeicher von 1,5 Gigabyte und einem internen Speicher von 8 Gigabyte besonders geizig präsentiert, hat der Nutzer beim Fire HD 8 bei gleichem RAM mit jeweils 16 Gigabyte oder 32 Gigabyte die größere Auswahl. Im Test findet die Variante des Fire HD 8 mit 32 Gigabyte Verwendung. Archos bietet dem Nutzer 32 Gigabyte Speicher für eigene Inhalte an und verfügt mit 2 Gigabyte zudem über den größten Arbeitsspeicher im Testfeld. Während dem Nutzer beim A 2016 für eigene Inhalte gerade einmal 3,4 Gigabyte zur Verfügung stehen, bleiben Nutzern des HD 8 aufgrund des größeren Speichers rund 10 und beim 80 Oxygen 25 Gigabyte übrig. Alle Tablets sind zudem durch SD-Karten erweiterbar.

Darüber hinaus besitzt jeder der drei Testaspiranten einen Micro-USB-2.0-Anschluss und eine 3,5-mm-Klinkenbuchse. Das 80 Oxygen bietet zudem per HDMI-Anschluss die Möglichkeit, Inhalte auf einem externen Monitor oder TV-Gerät auszugeben.

Gute Verarbeitung beim Fire HD 8
Gute Verarbeitung beim Fire HD 8
80 Oxygene – das einzige Tablet mit HDMI-Anschluss im Test
80 Oxygene – das einzige Tablet mit HDMI-Anschluss im Test
SD-Kartenslot beim Galaxy Tab A 2016
SD-Kartenslot beim Galaxy Tab A 2016

Archos 80 Oxygen: Hohe Auflösung und geringe Leuchtkraft

Alle Hersteller verwenden für ihre Tablets IPS-Panels. Während Archos und Amazon diese jedoch in der Größe von acht Zoll verbauen, stattet Samsung das A 2016 lediglich mit einem sieben Zoll großen Display aus. Die Auflösung beträgt sowohl beim Samsung als auch beim Fire HD 8 1.200 × 800 Pixel, Archos setzt bei seinem Tablet hingegen auf 1.920 × 1.200 Bildpunkte. Dafür liegt dieses mit einer Helligkeit von 250 cd/m² weit hinter den beiden Konkurrenten zurück. Dies wäre zu verschmerzen, wäre das Display vernünftig kalibriert – denn bei einer Farbtemperatur von 6.900° Kelvin weist dieses einen deutlich sichtbaren Grünstich auf. Mit Tools wie „Display Balance“ lässt sich der Effekt zwar eindämmen, ein wirkliches Weiß ist aber auch damit nicht zu erreichen.

Galaxy Tab A 2016 – Helligkeit abhängig vom Modus

Besser präsentiert sich das Fire HD 8 mit 480 cd/m² und einer eher wärmeren Weißdarstellung. Beim A 2016 hängt die Leuchtkraft des Displays mit dem gewählten Modus zusammen: Normal leuchtet dies mit 400 cd/m² etwas geringer als das Amazon-Tablet, verfügt mit 6.200° Kelvin jedoch über eine kühlere Weißdarstellung und lässt das Display dadurch bei gleicher Einstellung heller als das der beiden Kontrahenten erscheinen. Im Outdoor-Modus kann die Leuchtkraft bis auf 470 cd/m² gesteigert werden. Diese wird dann für mindestens 15 Minuten gehalten, bei Überschreitung dieser Zeit behält der Bildschirm die höhere Helligkeit bis zum nächsten Timeout bei. Im Lesemodus wird die Leuchtkraft hingegen auf ein Maximum von 370 cd/m² reduziert und die Blauanteile des Lichtes gefiltert, so dass der Bildschirm mit rund 5.500° Kelvin deutlich wärmer strahlt. Das Fire HD 8 besitzt mit „Blue Shade“ ebenfalls eine Lesefunktion, bei welcher der Nutzer den Farbton jedoch innerhalb gewisser Grenzen selbst bestimmen kann. Die Farbtemperatur reicht dabei von einer eher rötlicheren Darstellung bei 2.500° Kelvin bis hin zu einem gelblichen Weiß mit 3.600° Kelvin. Die maximale Helligkeit schwangt je nach Einstellung zwischen 163 cd/m² bis hin zu 275 cd/m².

Die Blickwinkelstabilität ist bei allen Vertretern gut, wobei das Galaxy Tab A den flachsten Winkel bietet. Dennoch sind die Tablets keineswegs mit höherpreisigen Vertretern ihrer Zunft zu vergleichen, bei einem Blick von der Seite ist eine Verdunklung schneller zu erkennen. Dennoch ist auch in diesem Bereich in den letzten Jahren eine deutliche Qualitätssteigerung zu erkennen. Eines eint alle drei Testaspiranten wiederum: Jedes Display ist extrem empfänglich für Fingerabdrücke.

Nur Fire HD 8 mit Stereo-Lautsprechern

Bei Film- und Musikwiedergabe sowie Spielen kann der Ton den Spaß jedoch schnell trüben, denn lediglich das Fire HD 8 von Amazon verfügt über eine Stereo-Ausgabe. Dass das Tablet hauptsächlich für die Verwendung im Landscape-Modus konzipiert wurde, ist an der Anbringung des nach oben abstrahlenden Soundsystems von Dolby Audio an der langen Gehäusekante zu erkennen. Dadurch ergibt sich ein leichter Stereo-Effekt, auch wenn eine Ausrichtung nach vorne erfahrungsgemäß zu einem besseren Ergebnis geführt hätte. Bei den beiden anderen Vertretern sind die Lautsprecher so ungünstig angebracht, dass sie beim Halten schnell mit einer Hand abgedeckt werden können. Zudem geht bei dem beim Galaxy Tab rückseitig angebrachten Lautsprecher hörbar Lautstärke verloren.

Sensortasten und Home-Button sorgen beim Galaxy Tab für Probleme

Während das 80 Oxygen und das Fire HD 8 wie für Android-Tablets heute typisch vorderseitig lediglich auf Software-Buttons im Display setzen, kommen bei Samsung der bekannte Home-Button und die beiden daneben liegenden Sensortasten zum Einsatz. Diese können sich jedoch schnell nachteilig auswirken, denn viel zu leicht werden diese im Landscape-Modus aufgrund der geringen Gehäusegröße ausgelöst und unterbrechen somit laufende Programme.

Einen weiteren Schwachpunkt stellen bei günstigen Tablets häufig die drahtlosen Schnittstellen dar, die zuweilen eine dürftige Leistung bieten. Im Test war davon im Grunde nichts zu merken. Natürlich bieten die günstigen Chips nur selten die Transferraten und Reichweite der High-End-Geräte, für die im Test verwendeten Szenarien reicht die Qualität jedoch mehr als aus. Verbindungsabbrüche waren in dieser Zeit ebenfalls kein Thema.

Der Home-Button beim A 2016 kann im Landscape-Modus schnell stören
Der Home-Button beim A 2016 kann im Landscape-Modus schnell stören

Kameras mit geringer Auflösung und ohne Blitz

Auf die verbauten Kameras soll hier nur am Rande eingegangen werden – für Erinnerungsstücke wird jeder Nutzer zu seinem Smartphone greifen, da die darin verbauten Sensoren in den meisten Fällen eine bessere Qualität liefern dürften. Die beim 80 Oxygen und beim Galaxy Tab A 2016 verbauten Aufnahmeeinheiten liefern eine Auflösung von 5 beziehungsweise 2 Megapixel. Beim Fire HD 8 liegt die Auflösung sogar bei lediglich 2 und 0,3 Megapixel.

Die Bilder selbst erscheinen blass, lassen zudem Schärfe vermissen und sind, wenn überhaupt, lediglich für gelegentliche Schnappschüsse geeignet. Für eine Aufnahme von Dokumenten und die weitere Verarbeitung in einer Texterkennungs-Software eignen sich jedoch alle Vertreter, auch wenn ein Blitz für diesen Zweck von Vorteil gewesen wäre. Die frontseitig verbauten Kameras sind zumindest bei guter Ausleuchtung für Videotelefonie noch zu gebrauchen.

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