Intel-Prozessoren: Auch 14 Haswell-Modelle gehen in Ruhestand

Volker Rißka 7 Kommentare
Intel-Prozessoren: Auch 14 Haswell-Modelle gehen in Ruhestand

Neben der Einstellung der ersten Skylake-CPUs schickt Intel auch 14 Haswell-Modelle in Rente, darunter der multiplikatorfreie 70-Euro-Prozessor Pentium G3258 Anniversary Edition. Dieser wurde Mitte 2014 als günstigste Lösung zum Übertakten veröffentlicht und hat bis heute keinen echten Nachfolger in Sicht.

Freier Multiplikator beim Pentium geht ...

Der Pentium G3258 Anniversary Edition wurde Mitte 2014 in Andenken an den ersten Pentium aufgelegt. Dieser erblickte als Pentium P5 zur CeBIT 1993 im März das Licht der Welt – die beworbenen 20 Jahre Pentium wurden damit zwar knapp verfehlt, etwas Besonderes war das Modell aber dennoch. Es bot zwar nur einen Basistakt von 3,2 GHz, durch den freien Multiplikator waren aber problemlos stabile 4,7 GHz möglich, wie der ComputerBase-Test seinerzeit darlegte. Für 55 Euro – heute sind es mindestens 72 Euro – war er deshalb damals eine interessante Wahl, wenn viele Kerne nicht besonders wichtig und stattdessen hoher Takt Priorität hatte.

Intel Pentium G3258 „Anniversary Edition“
Intel Pentium G3258 „Anniversary Edition“

... und kommt in Zukunft beim Core i3

Die Kritikpunkte im Fazit des damaligen Tests wird Intel aber in Zukunft angehen. Seinerzeit wurde der Wunsch nach einem Core i3 mit freiem Multiplikator geäußert, da dieser vier Threads und alle modernen Instruktionen wie AES, AVX 2.0 sowie schnellerem Speicher bietet. Exakt solch ein Modell soll 2017 erscheinen, was jedoch fast zu spät ist. Denn zwei Kerne und vier Threads im Core i3 sind im Jahre 2017 zwar besser als ein Pentium, aber moderne Spiele wollen echte vier Kerne oder mehr. Es bleibt deshalb abzuwarten, ob das Fazit des Core i3 mit frei bestimmbarem Multiplikator drei Jahre später nicht ein ganz ähnliches wird wie damals beim Pentium.

Haswell-CPUs von Celeron bis Core i7 gehen in Ruhestand

Zur Einstellung des Pentium gesellen sich diverse weitere Modelle aus der 22-nm-Haswell-Familie. Einen Nachfolger haben dabei quasi alle schon längst bekommen, schließlich ist die Skylake-Architektur bereits über ein Jahr im Handel. Folglich sind die Modelle Celeron G1850, Pentium G3260, G3260T, G3440, G3460T und G3470, Core i3-4170, 4170T, 4360 und 4370T überflüssig geworden.

Auch drei Spezialmodelle trifft es, die den Quasi-Abschied von Intel aus dem Iris-Pro-Segment untermauern. Nachdem die Broadwell-Prozessoren mit Iris-Pro-Grafik bereits im August dieses Jahres für Desktops abgekündigt wurden und heute parallel dazu die Skylake-Vertreter folgten, verschwinden auch die Haswell-Lösungen in den Lagern. Die Rede ist von den Modellen Core i7-4770R, Core i5-4670R sowie Core i5-4570R, die seinerzeit sogar in Mini-PCs verbaut wurden. Da aber auch diese Prozessoren mit großen eDRAM auf einem Package nur als verlötetes BGA-Modell verfügbar waren, stellte sich ein Erfolg nie wirklich ein – daran krankten auch die neuesten Nachfolger der Skylake-Generation.

H87-Chipsatz (li), CPU-Die (Mitte) + eDRAM (re.)
H87-Chipsatz (li), CPU-Die (Mitte) + eDRAM (re.)

Wie üblich erklärt Intel als Grund für die Einstellung, dass sich der Markt hin zu anderen Produkten entwickelt habe und bietet die Modelle so nur noch bis zum Sommer 2017 an. Was bei den klassischen CPUs zutrifft, passt bei der Grafik nicht. Denn hinsichtlich der Iris Pro gibt es keine Alternativen im eigenen Haus, diese müssen extern gesucht werden – der Gang zur diskreten Grafiklösung. Dies dürfte AMD und Nvidia freuen, denn der Blick in die nahe Zukunft zeigt keinerlei Alternativen mehr auf, wenn etwas mehr an Grafikleistung verlangt wird.