Massenspeicher: Seagates 12‑TB-Festplatten kommen im zweiten Quartal

Michael Günsch 50 Kommentare
Massenspeicher: Seagates 12‑TB-Festplatten kommen im zweiten Quartal

Im Rahmen des OCP Summit 2017 hat Seagate die Verfügbarkeit der ersten 12-TByte-HDDs des Unternehmens für das zweite Quartal angekündigt. Mittlerweile liegen auch erste Spezifikationen zur Seagate Enterprise Capacity 3.5 HDD mit 12 TByte vor.

Mehr IOPS pro Watt und schnellerer Cache

Im vergangenen Sommer hatte Seagate-Boss Steve Luczo die Auslieferung erster Testmuster in Aussicht gestellt. Mit der neuen höchsten Kapazitätsklasse sollen unter anderem Kunden im Bereich der Hyperscale-Cloud-Systeme bedient werden. Durch die gesteigerte Kapazität pro Laufwerk seien 10 PetaByte Speichervolumen in einem einzelnen 42U-Serverrack realisierbar. Seagate verspricht zudem mehr IOPS pro Watt und eine 20 Prozent höhere Cache-Leistung.

12 TByte in 3,5 Zoll mit SATA oder SAS

Enterprise Capacity 3.5 HDD mit 12 TByte
Enterprise Capacity 3.5 HDD mit 12 TByte (Bild: Seagate)

Die 12-TByte-HDDs eignen sich im herkömmlichen 3,5-Zoll-Formfaktor und mit den gängigen Schnittstellen SATA und SAS als direkter Ersatz in bestehenden Rechenzentren. Bei 7.200 U/min sollen kontinuierlich bis zu 261 MB/s erreicht werden. Der Cache fasst 256 MByte Daten. Bisher hat der Hersteller nur ein Datenblatt (PDF) mit den grundlegenden Spezifikationen veröffentlicht. Ein Handbuch mit näheren technischen Details ist noch nicht abrufbar.

Seagate Enterprise Capacity 3.5 HDD 12 TB
Formfaktor 3,5 Zoll (26,11 mm Höhe)
Schnittstelle SATA 6 Gb/s SAS 12 Gb/s
U/min 7.200
Cache 256 MB
max. kontinuierliche Transferrate 261 MB/s
Lautstärke k. A.
Leistungsaufnahme Lesen/Schreiben*: 7,8 W
Leerlauf: 5,0 W
Lesen/Schreiben*: 9,3 W
Leerlauf: 5,5 W
Load-/Unload-Zyklen k. A.
Eignung für Dauerbetrieb ✓ (24×7)
Workload/Jahr 550 TByte
Nicht korrigierbare Lesefehler
pro gelesene Bits
1 in 1015
MTBF 2,5 Millionen Stunden
Garantie 5 Jahre
*SATA Random 8K1Q 50% Write/50% Read WCD @ 40 IO/s, SAS Random 4K4Q 50% Write/50% Read WCD

Auf Augenhöhe mit HGST

Ultrastar He12 mit 12 TByte
Ultrastar He12 mit 12 TByte (Bild: HGST)

Mit den 12-TByte-Festplatten schließt Seagate zum Konkurrenten HGST (Western Digital) auf. Dieser bietet mit der Serie Ultrastar He12 ebenso Enterprise-HDDs mit 12 TByte Speicherplatz an. Die technischen Daten (PDF) lesen sich sehr ähnlich wie bei Seagate.

Sowohl bei HGST als auch bei Seagate kommt eine Heliumfüllung zum Einsatz. Durch die gegenüber normaler Luft deutlich geringere Dichte von Helium werden Strömungseffekte im HDD-Gehäuse verringert. Die Magnetscheiben (Platter) können enger zusammenrücken, sodass mehr Platter bei gleicher Bauhöhe unterkommen und die Kapazität steigt. Bei den 12-TByte-HDDs von HGST sind acht Platter verbaut.

HGST Ultrastar He12 12 TB
Formfaktor 3,5 Zoll (26,11 mm Höhe)
Schnittstelle SATA 6 Gb/s SAS 12 Gb/s
U/min 7.200
Cache 256 MB
typ. kontinuierliche Transferrate 255 MB/s
Lautstärke 2,0/3,6 Sone (Idle/Last)
Leistungsaufnahme Lesen/Schreiben*: 7,2 W
Leerlauf: 5,3 W
Lesen/Schreiben*: 9,8 W
Leerlauf: 6,1 W
Load-/Unload-Zyklen 600.000
Eignung für Dauerbetrieb ✓ (24×7)
Workload/Jahr 550 TByte
Nicht korrigierbare Lesefehler
pro gelesene Bits
1 in 1015
MTBF 2,5 Millionen Stunden
Garantie 5 Jahre
*SATA models: 8KB Queue Depth = 1 @ 40 IOPS, SAS models: 4KB Queue Depth = 4

Der nächste Schritt lautet 14 TByte

Die Speicherkapazität von HDDs soll weiter steigen. Modelle mit 14 TByte und mehr haben sowohl HGST als auch Seagate bereits auf dem Zettel. Bei HGST ist bereits bekannt, dass für die ersten 14-TByte-HDDs die Technik Shingled Magnetic Recording (SMR) mit überlappenden Datenspuren zum Einsatz kommt, die allerdings Geschwindigkeitsnachteile beim Wiederbeschreiben mit sich bringt, da auch angrenzende Spuren aktualisiert werden müssen. Bei Seagate ist der Einsatz von Helium und SMR für das 14-TB-Modell ebenfalls wahrscheinlich.

Seagate plant für 16 TByte mit HAMR

Bei 16 TByte will Seagate bereits die neue HAMR-Technik einsetzen. Allerdings war der Marktstart von HAMR immer wieder verschoben worden, weshalb es abzuwarten gilt, ob die Technik wirklich 2018 in verfügbaren Produkten bereitsteht.