Nintendo: Zelda für die Switch häufiger verkauft als die Konsole

Mahir Kulalic 72 Kommentare
Nintendo: Zelda für die Switch häufiger verkauft als die Konsole

In einem neuen Finanzbericht hat Nintendo umfassende Verkaufszahlen zur neuen Konsole Switch (Test) sowie der dafür erhältlichen Spiele veröffentlicht. Der Bericht beinhaltet die Zahlen bis zum 31. März, also die ersten 28 Tage nach Marktstart der Switch. Die Verkäufe können überzeugen, Gewinn und Umsatz sinken aber.

Zelda für die Switch überholt die Switch

In den vier Wochen nach Marktstart hat sich die neue Konsole laut Nintendo 2,74 Millionen Mal verkauft. Bereits in den ersten Tagen erweckten weltweite Lieferengpässe einen entsprechenden Eindruck. In den USA brachen sowohl die Switch als auch der Starttitel The Legend of Zelda: Breath of the Wild bisherige Rekorde. Interessanterweise hat die Switch-Version von Zelda, das auch für die Wii U erschienen ist, die Verkäufe der dafür bestimmten Konsole überboten. 2,76 Millionen Exemplare für die Switch wurden abgesetzt, zusammen mit dem Wii-U-Pendant ist Zelda bisher 3,84 Millionen Mal verkauft worden. Insgesamt hat Nintendo 5,46 Millionen Spiele für die Switch verkauft, so dass auf jeden Switch-Käufer derzeit fast zwei Spiele kommen.

10 Millionen Verkäufe im nächsten Fiskaljahr

Die starken Verkaufszahlen und anhaltende Lieferengpässe auch acht Wochen nach Markteinführung zeigen das Interesse aber auch die Lieferschwierigkeiten von Nintendo. Am 28. April startet mit Mario Kart 8 Deluxe der nächste wichtige Titel. Für das laufende Fiskaljahr vom 1. April 2017 bis zum 31. März 2018 erwartet Nintendo insgesamt 10 Millionen zusätzliche Switch-Verkäufe.

Nintendo Switch
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Pokémon Go sorgt für Wachstum beim 3DS

Durch das Augmented-Reality-Spiel Pokémon Go habe der generelle Verkauf an Pokémon-Spielen zugelegt, was im Umkehrschluss auch die Absätze des 3DS angekurbelt haben soll. Pokémon Sonne und Mond hat sich seit der Veröffentlichung im November letzten Jahres 15,44 Millionen Mal verkauft. Insgesamt sind die Verkäufe des 3DS um sieben Prozent auf 7,27 Millionen Stück gewachsen, die Spieleverkäufe sogar um 14 Prozent auf 55,08 Millionen Titel.

Zum zweiten großen Spiel für Smartphones, Super Mario Run, äußerte sich Nintendo aus finanzieller Sicht nicht. Mitte Dezember erreichte das Spiel auf iOS 40 Millionen Downloads, wie viele Spieler allerdings nach den kostenlosen Leveln die Vollversion für 10 Euro freigeschaltet haben, ist unklar. Seit März steht Super Mario Run auf Android bereit. Mit Fire Emblem Heroes veröffentlichte Nintendo einen weiteren Titel für Android und iOS, auch hier fehlen allerdings Zahlen.

Weniger Umsatz und operativer Gewinn

Während vor allen Dingen die Switch sowie der 3DS inklusive Spiele zugelegt haben, fällt der finanzielle Einfluss auf das operative Geschäft überschaubar aus. Zum Ende des Fiskaljahres am 31. März sanken der Umsatz um drei Prozent von 504 auf 489 Milliarden Yen (circa 4,02 Milliarden Euro) und der operative Gewinn um 10,7 Prozent von 32 auf 29 Milliarden Yen (circa 238 Millionen Euro). Unklar ist, woran die gesunken Einnahmen liegen. Möglich ist unter anderem ein schwacher Yen, sodass die Verkäufe in Europa und den USA weniger wert waren. Wachsen konnte Nintendo hingegen abseits des operativen Gewinns, der Verkäufe von Hardware und Spielen beinhaltet. Der sogenannte „ordinary profit“, der auch den Verkauf von Unternehmensanteilen oder Bilanzen nach der Equitymethode – in erster Linie bezüglich The Pokémon Company – beinhaltet, stieg um 74,9 Prozent von 28 auf 50 Milliarden Yen (circa 411 Millionen Euro).