AMD Radeon RX 580 & 570 im Test: Asus, MSI, PowerColor und Sapphire im Vergleich 6/6

Wolfgang Andermahr et al. 354 Kommentare

Fazit

Radeon RX 580 und Radeon RX 570 sind sehr seichte Überarbeitungen von Radeon RX 480 und Radeon RX 470. Die im neuen Prozess gefertigten Polaris-10-GPUs erlauben Taktraten, die bisher nicht möglich waren, verbrauchen in Spielen dafür aber auch noch einmal mehr. Effizienter ist die neue Serie nur im Leerlauf und bei der Wiedergabe von Videos. Die Wartezeit auf AMDs neue High-End-Architektur Vega verkürzt Polaris im neuen Prozess damit nicht, vielmehr verdeutlicht die Radeon-RX-500-Serie: Die Ablösung für Graphics Core Next muss her.

Auf Augenhöhe mit der GeForce GTX 1060

Im Detail erreicht AMD mit den neuen Grafikkarten dennoch ein wichtiges Ziel: Der gut sechs Prozent große Sprung in der Leistung von der Radeon RX 480 zur neuen Radeon RX 580 lässt die Serie genau auf dem Level der GeForce GTX 1060 landen – sowohl was das Referenzdesign, als auch was die Partnerkarten betrifft. Nvidias Konter mit der GeForce GTX 1060 9 Gbs Edition steht allerdings kurz bevor. Die Radeon RX 570 kann sich vergleichbar gut vom Vorgänger absetzen.

AMD Radeon RX 580 und RX 570 im Test
AMD Radeon RX 580 und RX 570 im Test

Höhere Energieeffizienz nur bis zur Teillast

Die Energieeffizienz hat bei Teillast, wie zum Beispiel beim Betrachten eines Videos auf YouTube, massiv zugenommen. Die Radeon RX 580 sowie die Radeon RX 570 liegen in dieser Disziplin nun gleichauf mit der Pascal-Konkurrenz. Auch im Leerlauf auf dem Desktop hat es geringe Verbesserungen gegeben. Unter Volllast ist hingegen keine Effizienzverbesserung zu erkennen: Hier braucht Polaris 20 überproportional mehr Strom, das Performance-pro-Watt-Verhältnis fällt. Und damit steigen die Anforderungen an das Kühlsystem. Nur bei gleichem Takt ist die neue GPU sparsamer.

Ob die Veränderungen gegenüber der ersten 1. Generation einen Fortschritt bedeuten, hängt deshalb maßgeblich von der jeweiligen Partnerkarte ab.

Sapphire und Asus überzeugen

Bei den Partnerkarten stechen zwei Exemplare hervor: Die Asus Radeon RX 580 Strix OC und die Sapphire Radeon RX 580 Nitro+ OC. Beide Hersteller scheinen aus dem schlechten Abschneiden der letzten Generation gelernt und insbesondere das Kühlsystem effektiv überarbeitet zu haben. Sapphire setzt jetzt auf vier statt zwei Heat-Pipes, Asus sogar auf den 2,5-Slot-Kühler der Asus GeForce GTX 1080 Ti Strix OC-Edition (Test). Ab Werk ist die Sapphire damit die leiseste Grafikkarte mit Radeon RX 580 im Test, Asus folgt auf dem zweiten Platz. Wer deren extrem geringes Temperaturziel von 65 °C über das Tool WattMan auf das Niveau der Grafikkarte von Sapphire (75 °C) anpasst, bekommt die Grafikkarte aber noch leiser.

Die zwei Modelle von PowerColor können da nicht mithalten. Die Red Devil Golden Sample ist zwar die schnellste im Test, in Anbetracht des geringen Vorsprungs aber zu laut. Die MSI Radeon RX 580 Gaming X mit lediglich aktualisierter GPU kommt offensichtlich gar nicht mehr mit der 35 Watt höheren TDP von Polaris 20 zurecht, von ihr ist deshalb aktuell abzuraten. Ebenfalls laut ist die PowerColor Radeon RX 570 Red Devil. Ein alternatives Modell von Gigabyte hat die Redaktion allerdings erst zwei Stunden vor Veröffentlichung erreicht, was nicht mehr für einen Vergleich reichte.

Radeon RX 500 ersetzt Radeon RX 400

Trotz der gestiegenen Leistungsaufnahme unter Last hat die neue Serie das Potential, im Schnitt bessere Grafikkarten als die letzte Generation hervorzubringen, die guten Kühlsysteme von Asus und Sapphire sind ein erster Schritt in diese Richtung. Etwas mehr Leistung gibt es auch. Ob der höhere Verbrauch in Spielen aber vergleichbar laut oder gar leiser als beim Vorgänger umgesetzt werden kann, scheint von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich zu sein. Gute Modelle der Radeon RX 580 liegen quasi gleich auf mit der Leistung der Partnerkarten der GeForce GTX 1060 (Test) und erreichen annähernd auch deren Lautstärke.

Auch in dieser Generation ohne Gegenwehr bleibt vorerst die Radeon RX 570. Mit 8 GB könnte sie erneut zum Geheimtipp werden; offiziell angekündigt sind solche Varianten aber noch nicht. Bei der Vier-Gigabyte-Version müssen die Texturdetails hingegen ab und zu reduziert werden.

259 Euro will AMD für die große RX 580, 199 Euro für das kleine Modell RX 570 haben. Erste Modelle der Radeon RX 580 liegen beispielsweise bei Caseking zwischen 225 (4GB) und 319 Euro (8 GB). Die RX 480 mit 8 GB kostet aktuell ab 229 Euro, die RX 470 mit 4 GB ab 185 Euro. Diese Modelle werden aber kurzfristig aus dem Handel verschwinden – sie werden von der neuen Serie komplett ersetzt.

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Die neuen Grafikkarten können ab sofort beispielsweise bei Caseking* oder Alternate* erworben werden. ComputerBase wird durch den Einkauf über einen dieser Links am Verkaufserlös beteiligt. Die Preise steigen dadurch nicht.

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