Mesh-WLAN: AVM arbeitet an Umsetzung in der Fritz!-Produktlinie

Frank Meyer 42 Kommentare
Mesh-WLAN: AVM arbeitet an Umsetzung in der Fritz!-Produktlinie
Bild: AVM

Über eine neue Labor-Firmware für Fritz!Boxen und Fritz!WLAN-Repeater probiert AVM die Vernetzung eigener Produkte in einer Art Mesh-Netzwerk zu realisieren. Dadurch sollen sich neben einer einfachen und komfortablen Konfiguration auch Vorteile hinsichtlich der Stabilität und Abdeckung ergeben.

Bereits vorhandene Hardware um Mesh erweitern

In Konkurrenz treten die neuartigen Mesh-Systeme mit etablierten Lösungen aus Routern und Repeatern, wobei sich Mesh im Grunde erst mit einer steigenden Anzahl von Knotenpunkten für größere Wohnungen und Häuser als vorteilhaft erweisen sollte. AVM versucht mit der neuen Labor-Firmware bereits vorhandene Infrastruktur lediglich effektiver zu nutzen, um beispielsweise eine Fritz!Box mit WLAN-Repeatern und Powerline-Adaptern untereinander kommunizieren zu lassen, wodurch mögliche lokale Engpässe beim Netzwerkdurchsatz abgefedert werden können.

Durch diesen Schritt können die Kosten für Nutzer gesenkt werden, denn neue Mesh-Hardware bestehend aus zumeist drei Adaptern wird aktuell von nahezu allen Anbietern wie Google, Linksys, Netgear und TP-Link zu einem Preis von um die 300 Euro angeboten. Sofern diese in Deutschland überhaupt schon erhältlich sind.

AVM lässt beteiligte Komponenten untereinander kommunizieren

AVM nennt als zusätzliche Vorteile der aktuellen Firmware FRITZ!OS: 06.88, „dass die FRITZ!-Produkte ein homogenes Netz bilden, optimal miteinander verbunden und aufeinander abgestimmt sind, für mehr Komfort und Leistung. Alle FRITZ!-Produkte tauschen sich im Mesh untereinander aus, gleichen Einstellungen ab, optimieren die Leistung der angeschlossenen Endgeräte und dies selbstständig, reibungslos und ohne Zutun des Nutzers.

Als Neuerungen der Labor-Firmware führt AVM diese Punkte an:

  • Neue grafische Mesh-Übersicht für mehr Transparenz, Komfort und Leistung
  • Beste WLAN-Performance mit Mesh
  • Ein Tastendruck für alle Verbindungen
  • Vereinfachte Powerline-Erweiterung
  • Vereinfachter Laboreinstieg für Repeater und Powerline-WLAN-Repeater

Die Beta-Software von AVM steht für die DSL-Modelle Fritz!Box 7490, Fritz!Box 7580 und Fritz!Box 7590 zum Download bereit. Für die Endgeräte Fritz!WLAN Repeater 1750E und Fritz!Powerline 1240E ist ebenfalls aktualisierte Systemsoftware im Beta-Status veröffentlicht worden. AVM warnt Anwender, dass bei dem Update zuerst die Fritz!Boxen versorgt werden müssen, bevor weitere Endgeräte aktualisiert werden.

Mesh für mehr Komfort und Netzabdeckung

Die Bezeichnung Mesh-Netzwerk, wobei Mesh für ein vermaschtes Netzwerk steht, ist nur eine neumodische Bezeichnung, denn sich untereinander selbstständig konfigurierende Endgeräte sind in der Fachwelt bereits länger als sogenannte Ad-hoc-Netze bekannt. Die neue Generation der Router und Repeater resultiert nur aus einer Weiterentwicklung, um eine Vielzahl an Endgeräten unkompliziert zu vernetzen. Das reibungslose Zusammenspiel dieser Produkte führt zu hoher Leistung, Stabilität und Unterbrechungsfreiheit von WLAN. Darüber hinaus bieten Mesh-Systeme den Vorteil, dass beim Ausfall einer der zumeist drei Stationen umfassenden Lösungen, das Netzwerk über die verbliebenen Stationen weiter funktioniert.

Außerdem ist das Routing unabhängig von äußeren Einflüssen, denn ist eine Verbindung unterbrochen oder durch Störungen eingeschränkt, erfolgt selbstständig der Wechsel auf eine alternative Signalleitung. Zu diesen nahezu selbstständig agierenden Plattformen über Funk zählen unter anderem Systeme wie Google Wifi, Linksys Velop, Netgear Orbi und Ubiquiti Amplifi.