MasterBox Lite 5 im Test: 50-Euro-Gehäuse mit Acrylglas und Wechsel-Zierleisten

Carsten Lissack 20 Kommentare
MasterBox Lite 5 im Test: 50-Euro-Gehäuse mit Acrylglas und Wechsel-Zierleisten

tl;dr: Ein großes Seitenteil aus Acrylglas und wechselbare Zierleisten an der Front machen das MasterBox Lite 5 zu einem sehenswerten Gehäuse im Preissegment bis 50 Euro. Der Midi-Tower bietet ausreichend Raum für die übliche Hardware-Ausstattung, Staub bekommt dem Gehäuse allerdings gar nicht gut.

MasterBox Lite 5 für 50 Euro im Test

Preislich attraktiv, aber in einem hart umkämpften Markt platziert, bringt CoolerMaster die Lite-Version der MasterBox 5 heraus. Nicht selten jedoch entpuppt sich ein vermeintliches Schnäppchen kurz nach der Inbetriebnahme als kleine Kostenfalle, weil zum Beispiel weitere Lüfter für die Kühlung der neuen Hardware benötigt werden.

An Lüftern wird im unteren Preissegment gerne gespart

Auch beim neuen Cooler Master MasterBox Lite 5, welches mit lediglich einem 120-mm-Heckventilator ausgestattet ist, ist der Nachkauf weiterer Gehäuselüfter bei entsprechender Hardware Pflicht. Allgemein versuchen Hersteller gerne mit dem Weglassen scheinbar unwichtiger Komponenten wie Lüfter die Produktionskosten und somit auch die unverbindliche Preisempfehlung eines Gehäuses zu drücken, selbst wenn die Produktion eines solchen Lüfters lediglich wenige oder den Bruchteil eines Euros kosten würde.

CoolerMaster MasterBox Lite 5
CoolerMaster MasterBox Lite 5

Auch wenn die Messergebnisse im Praxistest des MasterBox Lite 5 aufgrund dieser Tatsache nicht allzu gut abschneiden, soll dem Midi-Tower die Chance gegeben werden, sich in anderen, nicht unwichtigeren Testabschnitten unter Beweis zu stellen.

Lieferumfang und Ausstattung

Dem Midi-Tower von Cooler Master liegen zehn Kabelbinder, vier Kunststoffverkleidungen, von denen zwei schwarz und die anderen beiden weiß sind, und das übliche Schraubenmaterial bei. Der große Beipackzettel, der als Anleitung dient, erklärt die nötigen Montageschritte anhand von Schwarz-Weiß-Skizzen, verliert aber wenige bis gar keine Worte über die Montage.

Merkmale der vorinstallierten Lüfter
Position Größe U/min Anschluss Anlaufspannung
Heck 1 × 120 mm 900 3-Pin 3,4 Volt

Am Heck ist das MasterBox Lite 5 mit einem 120-mm-Ventilator ausgestattet, der eine Anlaufspannung von 3,4 Volt und eine maximale Umdrehungszahl von 900 U/min besitzt. Der Korpus des Midi-Towers besteht aus Stahl, das linke Seitenteil ist komplett aus Acrylglas gefertigt. Die Frontverkleidung setzt sich zu 100 Prozent aus Kunststoff zusammen. In Summe kommt das Gehäuse so auf ein Gewicht von 5,1 kg.

Im Inneren kann ein ATX-Mainboard verbaut werden. Maximal drei Festplatten sind im Werkszustand möglich, für weitere Festplattenplätze sind entsprechende 2,5"-Brackets nachzukaufen.

Cooler Master MasterBox Lite 5
Mainboard-Format: ATX, Micro-ATX, Mini-ITX
Chassis (L × B × H): 469 × 200 × 455 mm (42,68 Liter)
Seitenfenster
Material:
Kunststoff, Stahl, Acryl
Variante
Kunststoff, Stahl, Glas
Nettogewicht:
5,07 kg
Variante
6,59 kg
I/O-Ports: 2 × USB 3.0, HD-Audio
Einschübe: 2 × 3,5"/2,5" (intern)
1 × 2,5" (intern)
Erweiterungsslots: 7
Lüfter:
Front: 2 × 140 mm oder 3 × 120 mm (optional)
Heck: 1 × 120 mm (1 × 120 mm inklusive)
Variante
Front: 2 × 140 mm oder 3 × 120 mm (3 × 120 mm inklusive)
Heck: 1 × 120 mm (1 × 120 mm inklusive)
Staubfilter:
Netzteil
Variante
Front, Netzteil
Kompatibilität: CPU-Kühler: 165 mm
GPU: 400 mm
Netzteil: 228 mm
Preis: ab 46 € / 70 €

Ausstattung außen

Cooler Master ist mit dem MasterBox Lite 5 ein für die Preisklasse stimmiges Design gelungen. Die stumpfen Winkel an der Front und die Hochglanzoptik sind ansprechend umgesetzt worden.

Zieht Staub magisch an

Doch bereits nach wenigen Produktfotos wird eine große Schwäche des Midi-Towers offensichtlich: Innerhalb kürzester Zeit ist das Gehäuse übersät mit Staubpartikeln, die es aus der Luft anzieht, was eine unangenehme Eigenschaft von Kunststoff, aber besonders von Hochglanz-Kunststoffflächen ist.

Von der linken Seite aus bietet ein entkoppeltes Acrylglasfenster einen umfassenden Blick in das Innere des Gehäuses. Das rechte Seitenteil hingegen ist lediglich eine bloße Stahlwand ohne weitere Merkmale. Am Heck lassen sich sieben Erweiterungssteckplätze ablesen, das Netzteil wird, wie inzwischen weit verbreitet, unten im Gehäuse über ein zusätzliches Bracket eingebaut und verfügt über einen eigenen Mesh-Staubfilter. Um diesen zu säubern, ist es allerdings notwendig, das Gehäuse auf die Seite zu legen.

Einen Frontstaubfilter gibt es nicht

Nach der Entnahme des Frontcovers werden weitere Lüftermontageplätze sichtbar. So lassen sich an der Vorderseite entweder drei 120-mm-Ventilatoren oder zwei Exemplare mit einer Rahmenbreite von 140 mm anbringen. Auf einen engmaschigen Staubfilter verzichtet Cooler Master an dieser Stelle.

Eine wesentliche Eigenschaft des Cooler Master MasterBox Lite 5 ist der Wechsel der oberen und unteren Zierleiste am Frontcover. In wenigen Schritten lassen sich die roten Leisten demontieren und durch die beiliegenden weißen oder schwarzen ersetzen. Diese Dreingabe verleiht dem Käufer die Möglichkeit, das Gehäuse in kleinem Umfang seinem eigenen Geschmack anzupassen.

Das Frontpanel des neuen Midi-Towers fügt sich neben einem Start- und Reset-Knopf aus zwei USB-3.0-Anschlüssen sowie einem 3,5-mm-Mikrofoneingang und einem 3,5-mm-Tonausgang zusammen. Während der weiß beleuchtete Startknopf den Betrieb des Rechners anzeigt, ist eine rechts neben den USB-Anschlüssen eingelassene LED für das Anzeigen der Festplattenaktivität verantwortlich.

Gute Verarbeitungsqualität zum kleinen Preis

Äußerlich hinterlässt das Cooler Master MasterBox Lite 5 einen gut verarbeiteten Eindruck für ein Gehäuse aus der 50-Euro-Preisklasse. Die Materialübergänge sind so weit bündig, scharfe Kanten nicht auszumachen. Spürbar ist allerdings die geringe Materialstärke des Stahls beispielsweise am Netzteil-Bracket, was die Verwindungssteifigkeit im Vergleich zu hochklassigen Varianten heruntersetzt.

Ausstattung innen

Dem taiwanischen Hersteller Cooler Master ist die Auslegung des komplett schwarz gehaltenen Innenraums gut gelungen. Es gibt insgesamt sechs Kabeldurchführungen und eine durchgehende Raumtrennung im Innenraum, die den Blick auf das dahinter verstecke Netzteil und auf Festplatten verwehrt. Vorbildlich sind auch die einheitlich schwarz ummantelten Kabel des Frontplanels.

Rechts neben dem Mainboardtray ist das MasterBox Lite 5 mit einer modularen 2,5"-Festplattenhalterung ausgestattet, die wahlweise auch einen Platz tiefer oder auf dem Raumtrenner platziert werden kann. Wer allerdings mehrere der insgesamt vier Plätze für 2,5"-SSDs belegen möchte, kommt um den Kauf weiterer entsprechender Brackets nicht herum.

An der Rückseite des Midi-Towers gibt es zahlreiche Ösen zu sehen, die der Optimierung des Kabelmanagements dienen, indem hier Kabelstränge mittels der beiliegenden Kabelbinder befestigt und festgezurrt werden.

Sichtbar wird nun auch ein kleiner, am Gehäuseboden fest vernieteter Festplattenkäfig, der über zwei Festplattenschienen die Formate 3,5" und 2,5" aufnimmt. Hier darf die fehlende Entkopplung für 3,5"-Festplatten durchaus bemängelt werden, da gerade die größeren Exemplare besonders bei leichteren Gehäusen wie dem Cooler Master MasterBox Lite 5 Resonanzen am Korpus verursachen.

Am Innenraum des neuen Midi-Towers gibt es aus Sicht der Verarbeitungsqualität nichts zu beanstanden. Auch hier finden sich keine scharfen Kanten oder Fehler in der Verarbeitung. Die jahrelange Erfahrung im Gehäusebau macht sich bezahlt.

Praktische Erfahrungen

Sämtliche Hardware lässt sich dank eines fehlenden Festplattenkäfigs und der beiden einfachen Seitenzugänge mühelos in das MasterBox Lite 5 verbauen. Auch die Kabelführung ist gut gelöst worden, wobei die Durchführung der 12-Volt-CPU-Stromversorgung hätte weniger umständlich ausfallen können. Im Test wurde es als einfacher empfunden das Kabel einmal quer über das Mainboard zu verlegen.

Das Netzteil wird mittels eines Brackets von der Rückseite aus in den Midi-Tower eingesteckt, das Bracket wird abschließend mit dem Gehäuse über zwei Rändelschrauben verschraubt. 3,5"-Festplatten lassen sich leicht in die ausschiebbaren Festplattenschienen einsetzen, sind jedoch wie zuvor erwähnt nicht entkoppelt.

Mit einer maximalen Länge von 400 mm passen die aktuellen Grafikkarten problemlos in das neue Computergehäuse von Cooler Master hinein. Selbiges gilt für die meisten CPU-Kühler, die nicht höher als 165 mm ausfallen dürfen, um nicht mit dem Acrylglasseitenteil zu kollidieren. Hinter dem Mainboardtray ist mit 18 mm zwar nicht viel, aber ausreichend Platz für das Verlegen von Kabeln gegeben.

Kompatibilität von Radiatoren

Im Cooler Master MasterBox Lite 5 sind in der Front maximal ein 360-mm-Triple-Radiator und am Heck ein beliebig tiefer 120-mm-Single-Radiator realisierbar.

CoolerMaster MasterBox Lite 5 – Maximalausstattung mit Radiatoren
CoolerMaster MasterBox Lite 5 – Maximalausstattung mit Radiatoren

SSDs, die am Mainboardtray befestigt werden, passen noch so gerade eben zwischen Tray und Frontradiator. Inklusive Lüfter darf dieser maximal 77 mm tief ausfallen. Abzüglich der üblichen Rahmentiefe von Lüftern (25 mm) passen demnach Wärmetauscher mit einer Tiefe von genormten 45 mm in die Front des Midi-Towers.

CoolerMaster MasterBox Lite 5 – Am Heck kann ein beliebig tiefer 120-mm-Single-Radiator verbaut werden
CoolerMaster MasterBox Lite 5 – Am Heck kann ein beliebig tiefer 120-mm-Single-Radiator verbaut werden
CoolerMaster MasterBox Lite 5 – Die 2,5"-SSD passt noch zwischen Gehäusewand und Frontradiator
CoolerMaster MasterBox Lite 5 – Die 2,5"-SSD passt noch zwischen Gehäusewand und Frontradiator
CoolerMaster MasterBox Lite 5 – Der 360-mm-Tripple-Radiator darf 77 mm inklusive Lüfter ausfallen
CoolerMaster MasterBox Lite 5 – Der 360-mm-Tripple-Radiator darf 77 mm inklusive Lüfter ausfallen

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