Fractal Design Meshify C im Test: Tradition und Moderne empfehlenswert vereint

Carsten Lissack 167 Kommentare
Fractal Design Meshify C im Test: Tradition und Moderne empfehlenswert vereint

tl;dr: Mesh zusammen mit Echtglas gibt es jetzt auch bei Fractal Design. Das Gehäuse aus eigener Feder erfindet der Hersteller mit dem Meshify C trotzdem nicht neu. Im Test geht diese Kreuzung aus Tradition und Moderne unter Beibehaltung bekannter Tugenden wie der hohen Verarbeitungsqualität und der guten Kühlung auf.

Fractal Design Meshify C im Test: Premiere mit Mesh und Glas

Mit dem heute offiziell veröffentlichten neuen Gehäuse Meshify C verlässt Fractal Design erstmals den sehr konservativen Pfad und traut sich in puncto äußere Gestaltung mehr zu. Das Meshify C orientiert sich zwar nach wie vor sehr an dem Erscheinungsbild der Define-Serie, das Frontcover wurde jedoch völlig neu gestaltet und besteht nun aus kunstvoll verarbeitetem Meshgitter.

Gehäuse von Fractal Design nun auch mit Echtglas

Eine Premiere ist auch das getönte Echtglasseitenteil an der linken Seitenwand, das – wie vor einer Woche durch den Hersteller angekündigt – auch in Kombination mit den ebenfalls neuen Define C TG und Define Mini C TG, zwei Ablegern des ausgezeichneten Fractal Design Define Mini C (Test), erhältlich sein wird.

Fractal Design Meshify C
Fractal Design Meshify C

Ansonsten bietet das neue Meshify C die auf den ersten Blick vom schwedischen Hersteller gewohnt gute Ausstattung. Mit im Lieferumfang befinden sich zwei Lüfter mit einer Rahmenbreite von 120 mm, im Inneren des Midi-Towers gibt es einen fest montierten Raumtrenner, der sowohl das Netzteil als auch Festplatten verdeckt. Viele weitere Elemente sind baugleich mit den Vorgängern aus anderen Serien. Wirklich neu erfunden wurde das heutige Gehäuse trotz veränderten Erscheinungsbilds also nicht. Und dieses Konzept geht auf.

Lieferumfang und Ausstattung

Fractal Design liefert das Meshify C mit dem obligatorischen in Schwarz lackierten Schraubenmaterial, sechs Kabelbindern und einem schwarzen Microfasertuch aus. Mit dem sollen sich Fingerabdrücke vom Glasseitenteil entfernen lassen, was in der Praxis auch sehr gut funktioniert. Erwähnenswert ist allerdings, dass das verwendete Hartglas kaum empfindlich gegenüber derartigen Abdrücken ist.

Die Bedienungsanleitung ist schlicht gestaltet und lag bei dem ComputerBase vorab zum Test bereitgestellten Modell lediglich in englischer Sprache vor. Sie geht kurz, aber nicht zu knapp auf die einzelnen Montageschritte ein; eine Kompatibilitätsübersicht zu Lüftern und Radiatoren existiert ebenfalls.

Merkmale der vorinstallierten Lüfter
Position Größe U/min Anschluss Anlaufspannung
Front 1 × 120 mm 1.200 3-Pin 3,8 Volt
Heck 1 × 120 mm 1.200 3-Pin 3,8 Volt

Der schwedische Hersteller stattet das Meshify C ab Werk mit zwei 120-mm-Ventilatoren aus. Diese leisten eine maximale Umdrehungsgeschwindigkeit von 1.200 U/min und laufen bereits ab einer Spannung von 3,8 Volt an.

Midi-Tower mit 37,7 Litern Volumen

Mit seinen Abmessungen von 395 × 217 × 440 mm (L × B × H) stehen dem Gehäuse 37,7 Liter äußeres Volumen zur Verfügung. Damit gesellt es sich klar zu den weit verbreiteten Midi-Towern. Weil im Meshify C im Gegensatz zum Define R5 (Test) oder anderen Gehäusen der Serie kein Dämmmaterial aus Bitumen zum Einsatz kommt, liegt das Leergewicht bei lediglich 6,5 kg.

Im Innenraum ist Platz für ein ATX-Motherboard, und auch kleinere Formate sind möglich. Zwei 3,5"- oder 2,5"-Festplatten können in einem unter dem Raumtrenner versteckten Festplattenkäfig aufgenommen werden. Für weitere drei 2,5"-SSDs ist auf einem Bracket an der Rückseite des Mainboardtrays Platz. Die Maximalausstattung an Ventilatoren setzt sich aus sechs 120- oder fünf 140-mm-Lüftern zusammen. Damit stehen dem Meshify C viele Möglichkeiten bei der Kühlung zur Verfügung.

Fractal Design Meshify C
Mainboard-Format: ATX, Micro-ATX, Mini-ITX
Chassis (L × B × H): 395 × 217 × 440 mm)
Seitenfenster
Material: Kunststoff, Stahl, Glas
Nettogewicht: 6,50 kg
I/O-Ports: 2 × USB 3.0, HD-Audio
Einschübe: 2 × 3,5"/2,5" (intern)
3 × 2,5" (intern)
vollmodulare Laufwerkskäfige
Erweiterungsslots: 7
Lüfter: Front: 2 × 140 mm oder 3 × 120 mm (1 × 120 mm inklusive)
Heck: 1 × 120 mm (1 × 120 mm inklusive)
Deckel: 2 × 140 mm oder 2 × 120 mm (optional)
Boden: 1 × 120 mm (optional)
Staubfilter: Deckel, Front, Netzteil, Boden
Kompatibilität: CPU-Kühler: 170 mm
GPU: 317 mm – 334 mm
Netzteil: 229 mm
Preis: ab 88 €

Design mischt Tradition und Moderne

Wichtigstes Element neben dem getönten Echtglasseitenteil ist das neue Frontcover, das aus einem einzigen Meshelement besteht und von einem Rahmen aus Kunststoff getragen wird. Das Meshgitter ist in verschieden große Dreiecke aufgeteilt, deren Positionierung nur der Linie folgt, dass es keine gibt. So entsteht ein plastischer Eindruck mit Tiefenwirkung. Während die Innenseiten des Kunststoffrahmens glänzen, sind die äußeren Seiten matt und spiegeln nicht. Wie es sich für ein Gehäuse aus der heutigen Zeit gehört, hat der Hersteller unten links an der Front sein (nicht beleuchtetes) Logo angebracht.

Die rechte Seitenwand ist im Gegensatz zur gegenüberliegenden aus Stahl gefertigt und kommt ohne jegliche Besonderheiten aus, der Rückseite des neuen Midi-Towers ist bereits ein konventioneller Innenraumaufbau zu entnehmen. So wird das Netzteil mit einem Bracket unten am Boden positioniert. Weiter oberhalb bietet das Meshify C Platz für bis zu sieben Erweiterungskarten. Am Heck ist darüber hinaus ein 120-mm-Lüfter in vertikalen Langlöchern vormontiert.

Für den Deckel liefert Fractal Design ein flexibles und magnetisch zu befestigendes Meshgitter mit, das Staub bei ausgeschaltetem Computer daran hindern soll, in das Innere des Gehäuses einzudringen. Unter ihm kommt eine feine Wabenstruktur mit neun Langlöchern zum Vorschein, in denen sich wahlweise zwei 120- oder 140-mm-Ventilatoren befestigen lassen.

Das an der Vorderseite eingelassene Panel setzt sich aus einem großen, in der Mitte des Panels zentrierten, quadratischen Startknopf und einem Reset-Knopf weiter links am Rand zusammen. Zwischen den beiden Tastern befinden sich zwei 3,5-mm-Klinkenbuchsen, die jeweils als Mikrofonein- und Soundausgang fungieren. Rechts neben dem großen Startknopf hat der schwedische Hersteller zwei USB-3.0-Anschlüsse realisiert – beide nach Steckertyp A, USB Typ C gibt es nicht.

Mit einem Ruck an der Unterseite des Frontcovers lässt sich dieses leicht nach vorne hin abnehmen. Zuvor muss allerdings der lange Bodenstaubfilter herausgezogen werden. Im Frontcover ist wiederum ein feinporiger Schaumstoff hinter der Kunststoffverstrebung und dem Meshgitter eingelassen. Hierdurch soll Staub, der durch die Frontlüfter eingesaugt wird, zurückgehalten werden.

Nach der Demontage der vorderen Verkleidung können weitere Lüfter angebracht werden. Zusätzlich zum bereits eingebauten 120-mm-Ventilator von Fractal Design können zwei weitere gleich große Exemplare montiert werden. Alternativ zu den drei 120-mm-Modellen sind auch zwei 140-mm-Lüfter möglich.

Die Halterung des Glasseitenteils ist vorbildlich

Vorbildlich gelingt Fractal Design die Halterung des großen Glasseitenteils. Es wird durch vier Rändelschrauben vollkommen entkoppelt am Stahlkorpus befestigt, zudem wurden die Randbereiche jeweils zweier Seiten des Gehäuses und der Glasscheibe mit dünnem Moosgummi ausgestattet, was unerwünschte Resonanzen unterbinden soll.

Nachdem der Bodenstaubfilter aus Nylon zur Front heraus entfernt wurde, wird die Unterseite des Festplattenkäfigs sichtbar. Von den vier Schrauben und den Langlöchern lässt sich ableiten, dass der Käfig modular ist und in seinem Abstand zum Netzteil verändert werden kann.

Außen ist das neue Fractal Design Meshify C sehr gut verarbeitet. Der Stahlkorpus und die Kunststoffverkleidung sind sehr formstabil und weisen keinerlei Mängel auf. Lediglich dem Netzteil-Bracket hätte etwas mehr Materialstärke gut gestanden. Im Test ließ es sich leicht verbiegen.

Der Innenraum weckt Erinnerungen

Das entfernte getönte Echtglasseitenteil gibt die Sicht auf den Innenraum frei. Dieser ist wie gewohnt komplett in Schwarz gehalten, auch die Ummantelung diverser Kabel, die vom Panel abgehen, passt. Im Mainboardtray befinden sich sechs Aussparungen. Eine davon ist für die CPU-Kühlermontage von der Rückseite aus vorgesehen, auch wenn dies heute kaum noch Anwendung findet. Vier der fünf weiteren Kabeldurchführungen sind mit Gummimanschetten versehen, die das Gesamtbild nach erfolgreichem Einbau der Hardware verbessern, weil sie die Kabel zu großen Teilen überdecken.

Der Mainboardtray ist nicht eben. Rechts von der Position, wo später die Hauptplatine eingesetzt wird, wurde der Träger um fast zwei Zentimeter angehoben. Durch die so quer eingelassenen Gummimanschetten soll das Kabelmanagement noch einfacher gelingen, außerdem steht durch diese Umsetzung mehr Raum für das Verlegen der Kabel entlang der Rückseite zur Verfügung.

Das Meshify C greift auf den gleichen Raumtrenner zurück, der auch schon im Fractal Design Define Mini C zu sehen war. In diesem ist – von der Rückseite aus betrachtet – ein größeres Bracket in der Nähe der Front eingelassen, welches sich nach dem Lösen zweier Schrauben ausbauen lässt. Wird zusätzlich der darunter liegende Festplattenkäfig ausgebaut, können in der Front sehr tiefe Radiatoren verbaut werden.

An der Rückseite des Innenraums werden ebenfalls viele Parallelen zum Define Mini C sichtbar. So findet sich auch hier neben diversen Ösen zum Befestigen von Kabeln ein langes Bracket über der großen Aussparung im Tray, auf dem bis zu drei 2,5"-SSDs verschraubt werden können. Im Festplattenkäfig links neben der vorgesehenen Netzteilposition ist für zwei weitere der kleinen Laufwerke Platz. Alternativ lassen sich zwei 3,5"-Festplatten entkoppelt in den Festplattenschienen montieren.

Auch im Innenraum kann die bewährte Verarbeitungsqualität des schwedischen Herstellers begutachtet werden. Es finden sich keine scharfen Kanten oder sonstigen Mängel im Inneren des Gehäuses, alle Teile sind robust und sauber verarbeitet.

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