Intel Xeon Phi: Die ersten Knights Landing gehen, Knights Mill kommt

Volker Rißka 14 Kommentare
Intel Xeon Phi: Die ersten Knights Landing gehen, Knights Mill kommt
Bild: Intel

Intel hat in dieser Woche nicht nur bereits die ersten Knights-Landing-Produkte aus dem letzten Jahr in den Ruhestand geschickt, sondern auch einige Details zum Refresh Knights Mill preisgegeben. Der Zwischenschritt bei den Xeon Phi zum echten Nachfolger Knights Hill ist für Deep-Learning-Anwendungen gedacht.

Xeon Phi als PCIe-Karten sind Geschichte

Während die Product Change Notification (PCN) von Intel lediglich vier Modelle von Knights Landing nennt, die eingestellt werden, erklärt ein Intel-Mitarbeiter im Support-Forum, dass Knights Landing als Co-Prozessor-Varianten gar nicht mehr im freien Handel angeboten werden soll. Damit sind die passiv und aktiv gekühlten PCIe-Express-Karten gemeint, die als Modelle 7220A, 7220P und 7240P angeboten wurden. Diese wurden interessanter Weise erst als nahezu allerletzte Knights Landing überhaupt in das Portfolio aufgenommen, kurz bevor Intel im Juni die Preise für Xeon Phi um bis zu 3.336 US-Dollar gesenkt hat. Mit diesen Preisen stehen die Modelle auch heute noch in der offiziellen Preisliste (PDF) mit dem Stand 21. August 2017, in der Produktdatenbank ARK sind die Modelle hingegen nicht (mehr) zu finden.

Intel continually evaluates the markets for our products in order to provide the best possible solutions to our customer’s challenges. As part of this on-going evaluation process Intel has decided to not offer Intel Xeon Phi 7200 Coprocessor (codenamed Knights Landing Coprocessor) products to the market.

  • Given the rapid adoption of Intel Xeon Phi 7200 processors, Intel has decided to not deploy the Knights Landing Coprocessor to the general market.
  • Intel Xeon Phi Processors remain a key element of our solution portfolio for providing customers the most compelling and competitive solutions possible.
Intel

Die Varianten im Sockel LGA 3647, der auch bei den neuen Xeon-SP genutzt wird, werden im Portfolio verbleiben und den Weg für Knights Mill und später auch Knights Hill ebnen. Letzterer wird jedoch mit seinen rund 90 Kernen frühestens Ende 2018 erwartet, denn die genutzte 10-nm-Fertigung ist noch nicht so weit. Deshalb kommt zuvor ein Zwischenschritt: Knights Landing für AI, Deep Learning und Macine Learning wird so zu Knights Mill.

Knights Mill für Machine & Deep Learning

Die grundlegende technische Basis ist identisch: 72 Kerne des 76-Kern-Dies werden auch bei Knights Mill maximal aktiv sein, das vierfache Hyper-Threading macht daraus 288 Threads. Auch 16 GByte HMC-Speicher sind weiterhin vertreten, genau so wie die maximal adressierbaren 384 GByte DDR4-2400-Speicher – soviel von Knights Landing.

Doch während die eigentliche CPU-Architektur identisch ist, wurde die Vector Processing Unit überarbeitet. Knights Landing bot bisher zwei Ports für Aufgaben sowohl bei einfacher (SP) als auch doppelte Genauigkeit (DP). Bei Knights Mill wird einer der beiden DP-Ports durch SP/VNNI-Einheiten ersetzt, die zudem doppelt vertreten sind. Hinzu kommt eine seit dem Pentium 4 nicht mehr genutzte Funktion namens „Double-pumped Execution“. Mit der doppelten Verdoppelung will Intel in bestimmten Szenarien so eine vierfache Leistung gegenüber Knights Landing erzielen. Zum Ende des Jahres 2017 sollen die ersten Karten verfügbar sein.