Intel Core i9-7980XE & 7960X im Test: 18 Kerne stellen bei Leistung und Preis alles in den Schatten 6/6

Volker Rißka et al. 370 Kommentare

Preis-Leistungs-Verhältnis (Anwendungen)

Das Preis-Leistungs-Verhältnis eines 2.000 Euro teuren Topmodells kann nur schlecht ausfallen und der Core i9-7980XE macht da keine Ausnahme: Mit lediglich knappem zweistelligen Vorsprung vor der CPU, die bereits für weniger als die Hälfte im Laden steht, können weder diese CPU noch der 16-Kerner Core i9-7960X für 300 Euro weniger die Auswertung bestimmen. Die Aufgabe übernehmen die Acht- und Sechs-Kern-CPUs von Intel und die Ryzen-Prozessoren von AMD, die immer noch sehr viel Leistung in den getesteten Anwendungen für deutlich wenig Geld bieten. Der neue 18-Kern-Prozessor steht letztendlich so schlecht da wie sein Vorgänger mit zehn Kernen.

Das Preis-Leistungs-Verhältnis im Streudiagramm zeigt, wo mehr für das Geld bekommen wird. Dies bezieht sich in dem Fall auf Anwendungen, dem primären Einsatzgebiet der Prozessoren mit sehr vielen Kernen und Threads.

Fazit

Der schnellste Prozessor kommt Ende September 2017 nach der zwischenzeitigen Machtübernahme durch AMD Ryzen Threadripper (Test) wieder von Intel. Doch den Spitzenplatz lässt sich der Chipriese erneut fürstlich bezahlen: 2.000 Euro für den Core i9-7980XE sind eine Marke, die für eine Desktop-PC-CPU bisher noch nie gesetzt worden ist. Das Preis-Leistungs-Verhältnis im Vergleich zu den Core-X-CPUs mit acht und zehn Kernen oder Ryzen Threadripper ist dementsprechend schlecht und nur vom Vorgänger Core i7-6950X mit zehn Kernen bekannt. In dem Fall rechtfertigt die Mehrleistung von 37 Prozent also sogar den Preisanstieg am oberen Ende des Portfolios. Seit Anfang 2017 sind Anwender aber andere Quotienten aus Leistung und Preis gewohnt.

Intel Skylake-X mit 18 Kernen im Test
Intel Skylake-X mit 18 Kernen im Test

Die absolut höchste Leistung gibt es aber nun einmal nur beim Core i9-7980XE; Anwendungen, die alle 36 Threads ausnutzen können, vorausgesetzt. Es sind „Prosumer“, die „Megatasking“ betreiben, die Intel aber auch AMD mit den größten CPUs der High-End-Klassen ansprechen. Im Marketing zeichnen beide Firmen dann auch dasselbe Bild: Kunden, die die Arbeit daheim mit Profi-Software schneller erledigen, sodass zum Feierabend auch dem neuesten Blockbuster-Spiel mit dem gleichen PC nichts im Weg steht. Und ja, das können die CPUs. Natürlich sind sie in Games nicht die besten, doch da kommt es am Ende ohnehin auf die Grafikkarte an, zehn Prozent Unterschied durch die CPU allein sind quasi irrelevant.

Und wer braucht am Ende 18 Kerne für 2.000 Euro? Wie bereits im Test von AMD Ryzen Threadripper im August vor wenigen Wochen dargelegt, muss am Ende der gesparte Zeiteinsatz den zum oberen Ende hin stark überproportional zur Leistung ansteigenden Preis rechtfertigen. 20 Prozent mehr Tempo können schnell Tage und Wochen gesparte Rechenzeit bedeuten, 1.000 Euro Aufpreis sind da nicht der Rede wert. Anwender, die für klassische private Tätigkeiten wie das Konvertieren oder Bearbeiten von Videos viel Leistung einfordern, finden hingegen immer noch extrem viel Leistung in niedrigeren Preissegmenten.

Spieler profitieren weder von AMD Ryzen Threadripper noch von Skylake-X gegenüber den schnellsten CPUs der jeweiligen Massenplattform. Wer auf eine neue CPU für sein Gaming-System setzt, der sollte noch zwei Wochen warten, wenn der Blick auf die gehobene Mittelklasse gerichtet wird: Coffee Lake schickt sich dort an, die Krone von Kaby Lake zu übernehmen – bei gleichzeitig deutlich gestiegener Leistung in parallelisierten Anwendungen.

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