Windows 10: Fall Creators Update für Mixed Reality am 17. Oktober

Jan-Frederik Timm 61 Kommentare
Windows 10: Fall Creators Update für Mixed Reality am 17. Oktober

Microsoft hat das seit Tagen offene Geheimnis zur Keynote auf der IFA 2017 offiziell gelüftet: Das Windows 10 Fall Creators Update erscheint am 17. Oktober. Einzelne Hersteller der ersten Mixed-Reality-Headsets hatten das zuletzt bereits verraten, denn deren Marktstart erfolgt am selben Tag.

Mit dem Fall Creators Update kommt Mixed Reality

Das hat auch einen guten Grund: Die im Creators Update im April 2017 nur für Entwickler integrierte Mixed-Reality-Plattform wird mit dem Update für jedermann aktiviert.

Wie in der Vergangenheit wird Microsoft auch dieses Update in Wellen verteilen, mit dem Windows 10 Media Creation Tool lässt sich der Download ab Verfügbarkeit allerdings jederzeit manuell anstoßen. Beim Creators Update war das sogar schon einige Tage vor dem offiziellen Termin der Fall. Wer eines der neuen Headsets (HMD) an einen PC mit Windows 10 ohne Fall Creators Update anschließt, der soll das Update ebenfalls sofort erhalten.

Das Fall Creators Update ist das vierte große Update für Windows 10 „As a Service“ seit dessen Markteinführung im Juli 2015. Der gegenüber dem 3. Update kaum angepasste Name ist Programm: Die mit dem Creators Update eingeführten neuen Möglichkeiten zum produktiven Arbeiten und Kreieren werden ausgebaut.

Übersicht der bisherigen Windows-10-Versionen
Version Entspricht Stand
Windows 10 Version 1507 Markteinführung Juli 2015
Windows 10 Version 1511 Herbst-Update November 2015
Windows 10 Version 1607 Anniversary Update Juli 2016
Windows 10 Version 1703 Creators Update April 2017
Windows 10 Version 1709/1710* Fall Creators Update Oktober 2017
* Versionsnummer entspricht Jahr und Monat der Kompilierung

Story Mixer, Fluent Design und OneDrive Files On-Demand

Zu den neuen Funktionen gehören neben der Mixed-Reality-Plattform der so genannte Story Mixer zum automatisierten Erstellen von Geschichten aus Videos und Fotos des Anwenders, die neue Designsprache Fluent Design sowie die Zwischenablage in der Cloud. Erstmals können sich Anwender auch die GPU-Auslastung im Taskmanager anzeigen lassen. Mit Files On-Demand müssen mit OneDrive synchronisierte Dateien darüber hinaus nicht mehr zwingend auch lokal gespeichert werden, sondern werden bei Bedarf direkt in der Cloud bearbeitet.

Mit dem Surface Pen scrollen und ihn finden wird möglich

Viele Anpassungen in der neuen Version richten sich an Anwender mit Digitizer. Unter anderem macht es Microsoft auf vielfachen Wunsch möglich, überall auf dem Bildschirm mit dem Stift zu scrollen – das Greifen eines Scrollbalkens ist nicht mehr erforderlich. Das gilt vorerst zwar nur für UWP-Anwendungen, soll in Zukunft aber auch mit Win32-Programmen funktionieren. Wer seinen Stift verlegt, soll ihn darüber hinaus in Zukunft schneller wieder finden, indem das mit dem Stift gekoppelte Endgerät die letzte Position anzeigt, an dem der Stift zum Einsatz kam. Vorausgesetzt es ist sich über GPS und/oder WLAN selbst darüber im Klaren, wo es sich befindet. Auch das Zeichnen auf und in Apps wurde weiter ausgebaut und auf Wunsch werden vom Anwender skizzierte Formen wie Rechtecke gerade gezogen – Google AutoDraw ist da schon weiter.

Der Browser Edge verfügt im neuen Build über einen rahmenlosen Vollbildmodus, in dem die Webseite den kompletten Bildschirm einnimmt. Aktiviert wird er wie gehabt über „F11“. Ferner können sich in Zukunft per Edge erstellte Bookmarks mit dem Logo der Webseite wieder direkt in der Taskleiste ablegen lassen. Der Taschenrechner kann hingegen jetzt auch Währungen umrechnen.

Das Dateisystem ReFS wird gestrichen – und Paint auch

Das Fall Creators Update bringt aber nicht nur neue Funktionen, mit dem Dateisystem ReFS (Resilient File System) wird auch eine bisher verfügbare gestrichen. Hintergrund ist das neue Windows 10 Pro for Workstations, das diese Funktion außerhalb der Server-Betriebssysteme damit exklusiv bietet; neben der Unterstützung von bis zu vier CPUs und 6 TB RAM.

Ebenfalls nicht mehr enthalten ist Paint in seiner zweidimensionalen Ursprungsversion. Die Kritik darauf war schon vor Wochen groß. Microsoft beschwichtigte: Über den Windows Store lässt sich Paint manuell auch in Zukunft installieren.

Erste Mixed-Reality-Headsets zum selben Termin

Pünktlich zum Start der neuen Version von Windows 10 wird es auch die dann kompatiblen ersten Mixed-Reality-Headsets im Handel geben. Den Anfang machen Dell und Lenovo mit Modellen zu je 449 Euro inklusive Controller, Asus, Acer und HP haben hingegen noch keinen finalen Termin genannt.

Modell Preis im Handel
(mit Controllern)
Termin
Asus Windows Mixed Reality 449 Euro unbekannt
Acer Windows Mixed Reality 399 Euro* unbekannt
Dell Visor 445 Euro 17. Oktober
HP Windows Mixed Reality 399 Euro unbekannt
Lenovo Explorer 449 Euro 17. Oktober
* Abgeleitet vom Preis in USD, ** Entwicklerversion

Alle Headsets basieren auf derselben Technik

Ganz egal ob Acer, Asus, Dell, HP oder Lenovo, alle verfügbaren VR-Headsets setzen auf dieselbe technische Basis – inklusive der vier Meter Kabel. Unterschiede gibt es nur im Design, dem Tragekomfort und dem Preis. Die Controller sind immer gleich.

Das Asus Windows Mixed Reality Headset
Das Asus Windows Mixed Reality Headset (Bild: Asus)

Auch wenn es die Bezeichnung und die im Headset integrierten Kameras andeuten, die erste Generation der Headsets für Microsoft mit dem Fall Creators Update endgültig freigeschaltete Mixed-Reality-Plattform sind reine VR-Headsets. Die Kameras dienen einzig und allein dem Tracking der Position im Raum.

Erste wiederholte Gehversuche mit den Systemen waren zur IFA 2017 vielversprechend. Einen detaillierten Erfahrungsbericht wird ComputerBase in Kürze veröffentlichen.