Destiny 2 im Benchmark: Die bisher beste PC-Umsetzung des Jahres

Wolfgang Andermahr 288 Kommentare
Destiny 2 im Benchmark: Die bisher beste PC-Umsetzung des Jahres

tl;dr: Das Multiplayer-Actionspiel Destiny 2 der Halo-Macher Bungie gibt es auch für den PC. Im Benchmark-Test auf Grafikkarten von Nvidia und AMD können nicht nur die Optik sondern auch die Geschwindigkeit überzeugen. Erinnerungen an die sehr gute Umsetzung von Battlefield 1 werden wach.

Die PC-Premiere sieht richtig gut aus

Anders als beim ersten Teil Destiny (Test) aus dem Jahr 2014 gibt es das Multiplayer-Actionspiel Destiny 2 vom unabhängigen Halo-Entwickler Bungie auch für den PC. Das vom Publisher Activision vertriebene Spiel soll dabei nicht einfach eine lieblos umgesetzte Konsolenportierung sein, stattdessen sollen gezielte Optimierungen für den PC umgesetzt worden sein. Die Grafik soll gegenüber den Konsolen auf dieser Basis unter anderem mit nativer Ultra-HD-Auflösung, nicht limitierter Framerate sowie verschiedenen Grafikoptionen auftrumpfen können. Verantwortlich zeichnet dafür allerdings nicht Bungie selber sondern das Entwicklerteam von Vicarious Visions, das zu Activision gehört.

Das technische Grundgerüst ist gegenüber dem Vorgänger im Kern zwar gleich geblieben. Die Engine wurde von Bungie aber so weit überarbeitet, dass sie inhaltlich kaum noch zu vergleichen sei. Und das sieht man dem DirectX-11-Renderer auch an: Die berechnete Grafik unterscheidet sich deutlich vom Vorgänger und sieht deutlich besser aus.

Destiny 2 ist ein hübsches Spiel geworden

Besonders auffällig ist die sehr gute Beleuchtung und auch der physikbasierte Renderer macht mit schicken Oberflächen einen guten Eindruck. Punkten kann die Engine auch mit den vielen Partikeleffekten sowie einer guten Texturqualität. Und auch die Animationen sind ansehnlich. Optische Aussetzer gibt es in den ersten zwei Spielstunden, die für den Benchmark-Parcours begutachtet wurden, nicht. Einzig die Texturen könnten hier und da noch detaillierter sein. Kurz gesagt: Destiny 2 sieht sehr gut aus, in manchen Szenen geradezu malerisch.

Viele Grafikoptionen mit Down- sowie Upsampling

Gefallen kann auch das Optionsmenü, das mit diversen Möglichkeiten ausgestattet ist, um die Grafikqualität der eigenen Rechnerleistung anzupassen. Praktisch ist zudem die Möglichkeit, im Spiel integriertes Downsampling (bis zu einer Verdopplung auf beiden Achsen) zu nutzen, um vorhandene GPU-Reserven auf der nativen Auflösung des Monitors in eine bessere Bildqualität umzuwandeln. Aber auch anders herum ist es möglich: Für mehr Leistung kann die Auflösung intern auf bis zu 25 Prozent reduziert werden.

Erwähnenswert ist, dass viele Programme, die parallel Code in der Grafik-Pipeline ausführen wollen, zum Schutz von Cheatern nicht oder nur eingeschränkt funktionieren. Davon betroffen ist auch das von ComputerBase in der Regel genutzte Benchmark-Tool OCAT. Während die Logging-Funktionen als solche keine Schwierigkeiten machten, funktionierte das Overlay nicht.

Mit Nvidia-Techniken, aber ohne GameWorks

Nvidia hat in Zusammenarbeit mit Bungie an der PC-Umsetzung von Destiny 2 gearbeitet, der Titel wird aktuell auch als Bundle zu GeForce GTX 1080 (Ti) vermarktet. Es sind beispielsweise SLI und HDR im Spiel integriert. Am GameWorks-Programm nimmt das Spiel dagegen nicht Teil. Entsprechende Grafikeffekte wie zum Beispiel das bekannte HBAO+ fehlen.

Vier Grafik-Presets und zwei Mal Kantenglättung

Um die Grafikqualität von Destiny 2 unkompliziert an den heimischen Rechner anzupassen, gibt es mit „Höchste“, „Hoch“, „Mittel“ und „Niedrig“ vier verschiedene Presets. Die Höchste-Einstellung vereint dabei die maximal möglichen Details.

Der größte Unterschied zwischen dem Höchste- und dem Hoch-Preset ist die sichtbar bessere Umgebungsverdeckung. Der Unterschied fällt sofort ins Auge. Davon abgesehen ist die Optik quasi identisch. Wer auf Mittel zurück schaltet, muss dagegen auf viel optischen Glanz verzichten. Die Sichtweite wird massiv reduziert, bereits in geringer Entfernung fehlen die ersten Objekte, in größerer Entfernung gleich eine ganze Menge. Darüber hinaus fallen die Schatten ein ganzes Stück einfacher aus. Auf Niedrig geht dann noch mehr Sichtweite und die Umgebungsverdeckung wird gestrichen.

Presets – 2.560 × 1.440
  • AMD Radeon RX Vega 64:
    • Niedrig-Preset
      164,2
    • Mittel-Preset
      153,6
    • Hoch-Preset
      125,4
    • Höchste-Preset
      73,2
  • Nvidia GeForce GTX 1080 FE:
    • Niedrig-Preset
      161,2
    • Mittel-Preset
      128,0
    • Hoch-Preset
      109,1
    • Höchste-Preset
      66,3

Schon das Hoch-Preset bringt gegenüber Höchste sowohl auf einer AMD- als auch auf einer Nvidia-Grafikkarte einen massiven Leistungsschub. Die Radeon RX Vega 64 wird um 71 Prozent beschleunigt, die GeForce GTX 1080 um 65 Prozent. Selbst der Rückgang auf das Niedrig-Preset bringt dann nur noch weitere 31 beziehungsweise 48 Prozent.

Aufgrund der relativ geringen Nachteile bei der Bildqualität ist damit das Hoch-Preset eine interessante Alternative zu Höchste, wenn die Geschwindigkeit nicht ausreichend ist. Weiter zurück geschaltet sollte dagegen nicht werden, der Verlust an Bildqualität ist enorm, während die Leistung nur unterproportional stark ansteigt.

Die Kantenglättung ist nur mittelmäßig, MSAA nicht mehr dabei

Destiny 2 bietet als Kantenglättung die Post-Processing-Effekte FXAA sowie SMAA. Eine gute Glättung ist wichtig in Destiny 2. Denn es gibt sehr viele Polygone, die ohne mit einem unangenehmen Flimmern auffallen. Das Flimmern zu bändigen, will allerdings – wie so oft heutzutage – auch mit Kantenglättung nicht gelingen.

Die Frage, ob FXAA oder SMAA, ist eine Frage des eigenen Geschmacks. Denn FXAA bietet eine etwas bessere Glättung als SMAA. Dafür verliert jedoch das Bild deutlich an Schärfe. Da beide Optionen keine temporale Komponente besitzen, flimmern diverse Objekte zudem immer noch massiv.

Die frei spielbare Beta-Version von Destiny 2 bot zudem noch MSAA an, das viel Leistung benötigte und auch nicht perfekt funktionierte. In der finalen Version ist es keine Option mehr.

Kantenglättung – 2.560 × 1.440
  • AMD Radeon RX Vega 64:
    • Aus
      76,4
    • FXAA
      75,6
    • SMAA
      73,2
  • Nvidia GeForce GTX 1080 FE:
    • Aus
      69,9
    • FXAA
      69,2
    • SMAA
      66,3

Die Performancekosten bei den verbleibenden Varianten sind wie gewohnt gering. SMAA kostet auf einer GeForce GTX 1080 fünf Prozent an Performance, auf der Radeon RX Vega 64 sind es vier Prozent. FXAA ist auf beiden 3D-Beschleunigern fast kostenlos.

Am besten weiß in Destiny 2 schlussendlich SMAA zu gefallen. Die Glättung ist zwar schlechter als bei FXAA, dafür bleibt das Bild aber scharf. Da jedoch auch SMAA kein befriedigendes Ergebnis liefert, ist es ratsam, bei ausreichender Performance das spieleigene Downsampling zu nutzen.

Die anisotrope Filterung am besten per Treiber

Das Spiel appliziert auf einige Texturen einen erstaunlich geringen Grad anisotroper Filterung, nicht auszuschließen, dass es gar nicht zum Einsatz kommt. Es ist deshalb ratsam, die anisotrope Filterung per Treiber zu erzwingen. Denn das funktioniert einwandfrei, sieht deutlich besser aus und kostet zudem nicht viel Leistung. Die 16-fach-Einstellung reduziert die Performance um etwa vier Prozent, beim 8-fach-Modus sind es noch rund drei Prozent.

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