Star Wars Battlefront 2: Mikrotransaktionen werden zurückkommen

Max Doll 290 Kommentare
Star Wars Battlefront 2: Mikrotransaktionen werden zurückkommen

Trotz negativer Reaktionen auf die Einbindung von Mikrotransaktionen in Star Wars Battlefront 2 (Test) hält EA an dem dahinterstehenden Konzept fest. Für den Publisher ist nicht das „Was“, sondern nur das „Wie“ ein Problem.

Star Wars Battlefront 2 hatte netzweit Kritik auf sich gezogen, weil spielerischer Fortschritt an den zufälligen Inhalt von Beuteboxen geknüpft wird. Spieler, die sich zusätzliche Boxen kaufen, können deutlich schneller bessere und mehr Fertigkeiten einsetzen. Nachdem das Spiel und diese Mechanik selbst in traditionellen Medien aufgegriffen wurden, hat EA die Option zum Kauf der Boxen für harte Währung deaktiviert. Diese Maßnahme wurde als vorübergehend angekündigt – und wird definitiv nur vorübergehend bleiben.

Der CFO des Konzerns Blake Jorgensen betonte auf der Credit Suisse 21st Annual Technology, Media & Telecom Conference laut Games Industry, dass es „sehr wichtig“ sei, auf die Rückmeldungen der Käufer zu hören. Ein paar Fehler zu machen und aus ihnen zu lernen nannte Jorgensen eine „großartige Gelegenheit“ das Spiel zu verbessern.

Pay to Win soll Ausgleichsfunktion haben

Das eigentliche Problem für die Käufer, das zum Abschalten der Kaufoptionen geführt hat, ist laut Jorgensen der Umstand, dass sie „den Eindruck hatten, dass es sich um eine Pay-to-Win-Mechanik handelt“. Diesen Eindruck, der sich durch die Definition des Begriffes argumentativ untermauern lässt, wird nicht direkt zu entkräften versucht. Stattdessen versucht der CFO das System als ausgleichenden Faktor zwischen Spielertypen, also letztlich als fair zu präsentieren: „In der Realität gibt es verschiedene Typen von Spielern in Spielen. Manche Spieler haben mehr Zeit als Geld und andere Spieler haben mehr Geld als Zeit. Man will diese beiden immer ausbalancieren“.

Das allerdings kostet im Mikrotransaktionkonzept von Battlefront 2 hunderte Stunden oder hunderte Euros, um alles freizuschalten nach Schätzungen gar vierstellige Zeitinvestitionen. Abkürzende Spieler mit mehr Geld als Zeit kommen dabei früher in den Genuss der Vorteile seltener Ausrüstung und haben einen langen Zeitraum über Vorteile.

Am Konzept wird festgehalten

Eine Änderung des Systems wird es definitiv nicht geben. Rein kosmetische Mikrotransaktionen schließt EA unter Berufung auf den Star-Wars-Kanon aus. Darth Vader mit weißem Anzug zu spielen ergebe keinen Sinn und ein pinker Sith-Lord passe ebenfalls nicht recht zur Vorlage. Mikrotransaktionen kehren also in der alten Form zurück, wenngleich EA noch kein Zeitfenster nennen konnte.

Das Unternehmen untersucht laut Jorgensen aber Rückmeldungen und Meinungen der Community um herauszufinden, wie sich ein solches System künftig am besten „ausrollen“, im Endeffekt verkaufen lässt, ohne massive negative Reaktionen zu provozieren. Die Strategie fesselnder Spiele, die ihre Community zusammenhalten und mit kostenlosen Events und Inhalten versorgt werden, nannte Jorgensen gar „kritisch für die Zukunft unseres Geschäfts“. Trotz eingebrochener Vorverkaufszahlen zeigt sich Jorgensen zudem zufrieden und nannte Battlefront 2 „eines der besten Spiele, die wir jemals gebaut haben“. Spielerraten und -bindung sei hoch.

Update 30.11.2017 16:43 Uhr

Die Aussagen von Jorgensen haben interessante Reaktionen hervorgebracht. Auf Reddit haben Nutzer etwa verschiedene Skins aus dem Kanon gesammelt um zu zeigen, dass es keinen pinken Darth Vader braucht, um eine ausreichende Anzahl kosmetischer Gegenstände im Spiel zu haben. Parallel wurden in den Spieldaten integrierte, aber nicht genutzte Skins für Soldaten und Helden entdeckt (YouTube).