Custom-Wasserkühlung: Einbau, Einrichtung und Optimierung in Eigenregie 3/3

Thomas Böhm 110 Kommentare

Befüllen, Beleuchten und Optimieren

Nachdem alle Schlauch-, Strom- und Datenverbindungen stehen, kann die Wasserkühlung befüllt und entlüftet werden. Zum Befüllen wird der Deckel des Reservoirs abgenommen und über ein Schlauchstück Flüssigkeit eingefüllt. Dabei wird klar, wieso das Reservoir oberhalb der Pumpe angebracht werden sollte: Eingefüllte Flüssigkeit gelangt von allein in die Pumpe, sodass das Trockenlaufen der DDC vermieden werden kann.

Ein zweites Netzteil für mehr Sicherheit

Zum Befüllen des Kreislaufs darf der PC aus Sicherheitsgründen nicht mit Strom versorgt werden – ein Leck könnte die Hardware zerstören. Es kann also entweder alles bis auf die Pumpe vom Netzteil abgesteckt und das Netzteil per Überbrückungsstecker gestartet werden, oder (sofern vorhanden) die Pumpe per separatem Netzteil gestartet werden.

Gut zu sehen: Der Ausgleichsbehälter aus Echtglas
Gut zu sehen: Der Ausgleichsbehälter aus Echtglas

In mehreren Zyklen wird nun abwechselnd Flüssigkeit in das Reservoir gefüllt, die Pumpe so lange aktiviert, bis der Behälter leer ist, und das Prozedere wiederholt, bis der Kreislauf geschlossen ist. Um die Auswirkungen eines etwaigen Lecks in Grenzen zu halten, sollte unter alle Anschlüsse Küchenpapier gelegt werden, das austretende Flüssigkeit aufnimmt, bevor sie die Hardware durchnässt. Zwar werden die stromlosen Komponenten durch Kontakt mit Wasser nicht beschädigt, sie müssen aber vollständig getrocknet werden ehe sie wieder eingesetzt werden dürfen – anderenfalls droht der Totalschaden.

Systemstart und Steuerung der Wasserkühlung

Anschließend kann das fertige System erstmals mit Wasserkühlung in Betrieb genommen werden. Da das Aquaero, welches Lüfter und Pumpe steuert, noch keine Eingaben vom Anwender erhalten hat, läuft der erste Start sehr laut ab – alle Ventilatoren und die Pumpe laufen mit maximaler Drehzahl. Das ändert sich, sobald die Aquasuite mit den erforderlichen Eingaben gefüttert wird.

Der Gewinnspiel-PC soll die Pumpe in einer fest definierten Drehzahl halten, welche für ausreichenden Durchfluss und gleichzeitig leisen Betrieb sorgt. Die Lüfter werden hingegen anhand der Wassertemperatur gesteuert, sodass der PC im Leerlauf leise und unter Last kühl gehalten wird.

Einstellung per Software, in diesem Fall: leise

Die zugehörige Lüfterkurve sieht vor, dass die Ventilatoren im Leerlauf bei unter 400 U/min arbeiten. Die maximale Drehzahl wird bei einer Wassertemperatur von 45°C erreicht, um ein Überhitzen der Kühlung zu verhindern. Bei etwa 1.800 U/min erzeugt die DDC310 einen Durchfluss von fast 60 l/h, was für den Betrieb einer Wasserkühlung problemlos ausreicht. Auch die nötigen Sicherheitsvorkehrungen werden über das Aquaero 6 festgelegt: Sollte der Durchfluss auf unter 30 l/h absinken, werden alle Ausgänge auf maximale Leistung eingestellt. Wenn selbst das nicht mehr hilft, kann als zweite Alarmstufe die Notabschaltung des Systems festgelegt werden.

Beleuchtung per Software und Hardware

Das System verfügt über viele bunte LEDs, die für eine homogene Beleuchtung in der gleichen Farbe leuchten sollten. Für das Mainboard und den Arbeitsspeicher wird dies über das Tool RGB Fusion von Gigabyte festgelegt. Das Gigabyte Aorus AX370 Gaming K7 ermöglicht außerdem das Ansteuern von RGB-LED-Streifen, welche von CableMod für das System bereitgestellt wurden.

RAM von Corsair und Mainboard von Gigabyte im Farb-Gleichschritt
RAM von Corsair und Mainboard von Gigabyte im Farb-Gleichschritt

Den Betrieb der LED-Bänder quittiert das Mainboard aber mit rasselnden Elektronikgeräuschen, weshalb für die LED-Bänder auf die Steuerung des Gehäuses zurückgegriffen wird. Das Phanteks Enthoo Evolv ATX hat bereits eine RGB-LED als Betriebsanzeige und ermöglicht ebenfalls den Anschluss von RGB-LED-Bändern. Zum Einsatz kommen schließlich die passenden LED-Streifen von Phanteks, die per Knopfdruck ihre Farbe ändern und so mit Mainboard und Arbeitsspeicher abgestimmt werden.

Viel Arbeit, sehenswertes Ergebnis

Wer einen PC selbst konfiguriert und baut, erhält am Ende genau die gewünschte Kombination. Das ganze nimmt zwar mehr Zeit ein als einen Rechner von der Stange zu kaufen, aber dafür wird man am Ende mit dem Erfolg belohnt, das Projekt des eigenen Systems erfolgreich abgeschlossen zu haben. Das gilt noch mehr für die Wasserkühlung, denn hier müssen vom Anwender mindestens genauso viele Entscheidungen getroffen werden, jedoch ohne so strikte und klare Leitlinien, wie sie für die Hardware-Zusammenstellung verfügbar sind.

Daher kann allein die Projektplanung bereits viele Stunden in Anspruch nehmen, in denen zum Beispiel die oft mangelhaft dokumentierten Abmessungen von Gehäusen nach brauchbaren Daten für den Raumbedarf der Wasserkühlung durchstöbert, oder auch die Datenblätter von Pumpen miteinander verglichen werden. Wie der Einbau der Pumpe in diesem System zeigt, muss aber selbst nach gründlicher Recherche nicht selten trotzdem noch improvisiert werden, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen.

High-End-Gaming-PC mit Custom-Wasserkühlung und RGB-LEDs
High-End-Gaming-PC mit Custom-Wasserkühlung und RGB-LEDs

Die Belohnung am Ende fällt dafür umso größer aus, wenn der PC nach etlichen Arbeitsstunden inklusive Wasserkühlung seinen Dienst verrichtet. Wer sich für eine Wasserkühlung entscheidet, sollte das aber auch mit der Familie abklären, denn lange Abende voller Arbeit können durchaus zu frustrierten Partnern führen, deren Geduld ebenso wie die eigenen Fähigkeiten auf die Probe gestellt werden.

Es gibt immer noch etwas zu verbessern

Ebenso wie viele Hobbys gehört die Wasserkühlung zu den Beschäftigungen, die schnell zum Selbstläufer werden: Egal wie gut die Planung und wie hoch das Budget auch gesetzt ist – am Ende findet man immer noch ungenutztes Potenzial oder eine störende Kleinigkeit, die beim nächsten Projekt besser gemacht werden soll. So ließe sich im ComputerBase-Rechner beispielsweise noch eine separate LED-Steuerung einbauen, die die Steuerung der Gehäusebeleuchtung via Software ermöglicht. Außerdem könnte die Kühlung noch leiser werden, wenn Gehäusefront und Deckel nachträglich um größere Lufteinlässe ergänzt würden: Phanteks nimmt zugunsten der glatten Optik dieser Flächen einen begrenzten Luftdurchsatz in Kauf.

Den Rechner gibt es zu gewinnen

Diesem Projekt könnte sich in Zukunft der glückliche neue Besitzer des mehrere Tausend Euro teuren Systems annehmen. Denn parallel zu diesem Bericht zur Umsetzung der Wasserkühlung ist jetzt auch das Teilnahmeformular im Nikolaus-Gewinnspiel 2017 veröffentlicht worden, in dem es genau diesen Rechner zu gewinnen gibt.

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